Lünen – Eine Mischung aus Ruhrpott und Münsterland

Auf dem Rückweg aus Duisburg nach Hildesheim (meine neue Heimat; seit 1.10.2018 wohnen meine Freundin und gelegentliche Begleiterin auf meiner Tour in einer gemeinsamen wunderschönen Wohnung), besuchte ich das pittoreske Lünen. Man kann tatsächlich sagen, dass sie zur Hälfte Ruhrpott ist und zur anderen Hälfte sichtbare ländliche Einflüsse aus dem Münsterland besitzt. Sie ist eine ehemalige Bergbaustadt, welche sich zur Zeit mitten im Wandel befindet und sich wie viele Städte im Ruhrgebiet neu erfindet. Ganz besonders haben mir in der Innenstadt die alten Ackerbürger- und Dielenhäuser gefallen. Ich finde es lohnt sehr einen kleinen Abstecher nach Lünen zu machen und sich die Sehenswürdigkeiten anzuschauen, welche ich wie folgt vorstellen werde.

Ehemalige und gegenwärtige Wirtschaft in Lünen

Zuerst zog es mich in die ehemalige Zeche Minister Achenbach Schacht 4. Sie ist eine ehemalige Kohlenschachtanlage, wo mittlerweile ein Technologiezentrum steht. Aus dem Förderturm hat der Star-Designer Colani ein Veranstaltungszentrum gestaltet – das Colani-Ei bzw. UFO. Sieht echt stark aus!

In der relativen Nähe befindet sich zum Thema das Bergarbeiter- Wohnmuseum. Das Haus wurde teilweise so eingerichtet, wie eine Bergarbeiterfamilie in dern 30ern des 20 Jahrhundert gelebt hat.

In Lünen stehen noch viele Bergarbeitersiedlungen, wie die Viktoria-Siedlung im Osten der Stadt. Sie steht unter Denkmalschutz und es lohnt ein Spaziergang.

Die Bergarbeitersiedlung Am Kanal (Dattel-Hamm-Kanal) war eine der ersten Siedlungen, welche mit staatlichen Zuschüssen erbaut wurde. Sie sollte eine Stadt in der Stadt werden mit Geschäften, Ämtern usw., was aber aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Situation der 20er Jahre des 20. Jahrhunderts nicht ganz realisiert werden konnte.

Auf der anderen Seite des Dattel-Hamm-Kanals befindet sich die Siedlung Ziethenstr. Die dortigen schlichten Backsteinhäuser stehen ebenfalls unter Denkmalschutz.

Auf Hinweise ehemaliger Bergbautätigkeit trifft man oft in Lünen. Die Viktoria-Halde ist mittlerweile ein Nahrerholungsgebiet. An manchen Ecken findet man auch alte Förderräder.

In der Hochzeit der Kohleförderung wurde der Preußenhafen mit seiner sichtbaren Landmarke dem Mohr-Krahn erbaut. Mittlerweile wird der am Dattel-Hamm-Kanal gelegene Hafen touristisch genutzt und zur Naherholung. Ganz in der Nähe befindet sich der Seepark Lünen mit dem Horstmarer See.

In Lünen befindet sich ein Unternehmen mit Weltrang, welches in einem modernen und sehr wichtigem Wirtschaftszweig agiert. Die Remondis SE & Co. KG gehört zu den weltweit größten Dienstleistern im Recyclingbereich und der Wasserwirtschaft.

Weitere Sehenswürdigkeiten in Lünen

In der Nähe von Remondis befindet sich die Schlossmühle Lippoltshausen. Vor einigen Jahren stand sie kurz vor dem Abriss, bis sich einige Bürger zu einem Verein zusammen taten und um den Erhalt kämpften. Inzwischen ist sie restauriert und dient als Außenstelle des Standesamtes.

Ganz im Norden von Lünen bin ich am Schloss Cappenberg vorbeigefahren. Ich konnte leider nicht reinfahren, da dort gerade Handwerker waren und habe somit nur die beiden kleineren Gebäude am Grundstückseingang fotografieren können. Leider hatte ich nicht die Zeit gehabt einen angemessenen Standort zu finden, um das Schloss von seiner Schokoladenseite abzulichten. Im oder am Schloss befand sich das erste Prämonstratenserkloster Deutschlands welches lediglich dem Adel vorbehalten war.

Von dort bin ich anschließend nach Südosten gefahren und habe am Ostrand von Lünen die Ziegelei Siegeroth entdeckt. Sie zeichnete sich durch individuelle und innovative Produkte aus und konnte lange Zeit den ganz großen Ziegeleien somit Paroli bieten. Seit Mitte der 1990er Jahre wird dort zwar nicht mehr gebrannt, aber das Firmengelände ist noch intakt und steht unter Denkmalschutz. Es wird mittlerweile als Museum genutzt.

Einen weitere Sehenswürdigkeit in Lünen ist der Römerpark Bergkamen. Und wie die Bezeichnung schon andeutet, befindet sich der Römerpark nicht mehr ganz auf Lüner Boden, sondern leicht weiter östlich. Aber da ich schon mal in der Nähe war, habe ich den Park auch besucht.

Ich habe den Preußenbahnhof in Lünen fotografiert. Und ich weiß leider nicht mehr warum ich mir dieses Gebäude während meiner Recherche ausgesucht habe…. wie auch immer. Immerhin habe ich in der Nähe in einem Schreibwarenladen ein aufschlussreiches Interview mit einer Lünerin geführt.

Erzähle / Erzählen Sie mir das Erste, was Dir / Ihnen über deine / Ihre Stadt einfällt. Die Eisdiele Sam Remo. Ich kenne sie seit meiner Kindheit und habe noch viele tolle und lebhafte Erinnerungen vom Eisessen mit Freunden und Familie.
Was ist Dein / Ihr Lieblingsort und warum? In Horstmar am See bin ich sehr gerne. Dort kann ich auch zu jeder Jahreszeit spazieren!
Was sollte man als Tourist unbedingt gesehen haben? Unsere beiden Seen und die Innenstadt mit dem Marktplatz und der Altstadt.
Was ist typisch für Deine / Ihre Stadt? In Lünen gibt es ein großes Miteinander. Da die Stadt nicht allzu groß ist, kennt sich ja auch fast jeder.
Was wünscht Du Dir / wünschen Sie sich für Deine / Ihre Stadt? Ich wünsche mir, dass die Innenstadt weiterhin so lebendig bleibt und unsere Kirmes erhalten bleibt.

Eine natürliche Sehenswürdigkeit ist die Napoleonsbuche. Eigentlich sind es zwei Buchen, welche in Höhe von fünf Metern ineinander verwuchsen. Der Sage nach haben hier Napoleons Pferde in einem Tümpel ihr Wässerchen getrunken. Napoleon soll mit seinem Pferd nach dem Tränken zwischen den Stämmen durch geritten sein.

Durch Lünen fließt nicht nur der Dattel-Hamm-Kanal. Auch die schmale Seseke und die Lippe bahnen sich ihren Weg durch die Stadt. Während der Industrialisierung spielten diese Wasserwege eine größere Rolle.

Direkt an der Lippe befindet sich das Lippe Bad. Es ist eines der ersten Passivhaus-Hallenbäder Europas und hat eine hervorragende Energieeffiziens!

Es lohnt einen Spaziergang durch die Innenstadt und Fussgängerzone Lünens zu machen. Dort trifft man auf die Stadtkirche St. Georg, welche unter Denkmalschutz steht und teilweise aus Fachwerk besteht.

In den Straßen Goldstr., Roggenmarkt, Mauerstr., Silberstr. und Lange Str. befinden sich etliche Fachwerkhäuser. Unter anderem typische Dielenhäuser und Gadern der Stadt.

Eine weitere Sehenswürdigkeit und ein Wahrzeichen in Lünen ist grüne Persiluhr.

Etwas außerhalb des Zentrum bin ich am Schloß Schwansbell vorbeigefahren. Im Laufe der Zeit wurde es unterschiedlich genutzt und wechselte so oft den Hausherren, dass ich bei der Recherche den Überblick verloren habe und garnicht mehr weiß, wem es ursprünglich gehörte. Mittlerweile befinden sich dort hauptsächlich Büros.

Sehenswert war auch der Spieker des alten Landadels Haus Oberfelde, werlcher mitten in einer Grafte liegt.

Der Lüner Schützenverein von 1332 hat sein Vereinszentrum in der Gastronomie „Zum Hubertus“. Er gehört zu den ältesten Schützenvereinen Deutschlands.

Kulinarisches aus Lünen

Ich habe mich ernsthaft gefragt, was Lünen als kleine Stadt am Rande des Ruhrpotts an kulinarischen Spezialität zu bieten hat. Bin ich es doch gewohnt vom Ruhrpott eher deftiges Fastfood zu bekommen. Dennoch habe ich etwas entdeckt, was nur aus Lünen kommt! Kanne Brottrunk ist ein Getränk, welches aus Bio Korn und weiteren Zutaten hergestellt wird. Ich muss zugeben, dass ich den Geschmack sehr gewöhnungsbedürftig fand! Aber immerhin konnte ich in den Kanne Bäckereien leckere Gebäcke finden.

Eine weitere Sehenswürdigkeit in Lünen ist die Alte Kaffeerösterei. In seiner Hochzeit war die Rösterei die größte Lünens und belieferte sogar Städte wie Köln und Düsseldorf. Ich gönnte mir einen Cappuchino und kaufte mir frische Bohnen.

Eine spannende Location in Lünen scheint Das Greif zu sein. Es ist Kneipe, Restaurant und Eventhalle zugleich und war mal ein Landgasthof. Ich konnte mich vom leckeren Essen leider nicht überzeugen, da es erst ab 18h geöffnet hat.

Ein weiteres interessantes Geschäft ist der Feinkostladen Kreta’s Schätze mitten in der Innenstadt und direkt an der Lippe. Hier findet der Kreta- und Griechenlandliebhaber alles was das Herz begehrt!

Mein liebes Lünen,

das war mein Tag bei dir. Vielen Dank für deine Gastfreundschaft und diesen spannenden Tag. Es hat mir außerordentlich gut gefallen bei dir und ich hoffe, dich bald wieder besuchen zu dürfen. Ganz besonders schön fand ich deine Altstadt mit den gut erhaltenen Dielenhäusern und deine Bergarbeitersiedlungen. Ich wünsche dir alles Gute und viel Erfolg im Wandel.

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