Offenbach am Main – ehemalige Industriestadt mit architektonischer Geschichte und künstlerischer Gegenwart

Offenbach am Main ist vor allem durch seine Rivalität mit dem westlichen Nachbart Frankfurt a. M. bekannt, welche sich heutzutage hauptsächlich ab und zu im Fussball zeigt, wenn die Kickers Offenbach gegen die Frankfurter Eintracht spielt. Diese Rivalität fand ihren Anfang im Zuge der Industrialisierung, als Fabriken und Fertigungsbetriebe hauptsächlich in Offenbach angesiedelt wurden anstatt in Frankfurt. Frankfurt wollte mit schmutziger Arbeit nichts zu tun haben!

In der Innnenstadt von Offenbach habe ich diesen Flair einer alten Industrie- und Arbeiterstadt durchaus spüren können. Meist erkenne ich sowas an den Gebäuden einer Stadt; irgendwie versprühen sie einen ganz anderen Flair als Städte, welche keine bedeutende Indrustrievergangenheit haben.

Offenbach am Main ist nun die dritte Stadt nach Gießen und Hanau, die ich in wenigen Tagen besucht habe. Diesmal spielte auch teilweise das Wetter ganz gut mit und ich konnte meist einen blauen Himmel genießen. Während meiner Recherchen stieß ich natürlich über Informationen zu den anfangs genannten Punkten, aber ich war auch überrascht, dass Offenbach eine Architektur-Vergangenheit besitzt. Einige bekannte Architekturbüros haben dieser Stadt ihren Stempel aufgedrückt.

Diese Stadt scheint auch etwas zu polarisieren! Erstmals musste ich mein Interview mit den fünf ausgeklügelten Fragen mit einer anderen Person wiederholen. Die erste Person kam nur zum Arbeiten nach Offenbach und lebt sonst außerhalb der Stadt – vielleicht in Frankfurt; wer weiß! Diese Person hat sich nicht schön über Offenbach geäußert. Aber die andere Person – ein zugereister Offenbacher, der seit einigen Jahrzehnten in Offenbach lebt – hat sich als ein sehr interessanter Interviewpartner herausgestellt.

Im Übrigen war Offenbach die letzte Stadt auf meiner Drei-Städtetour im Februar 2020. Corona war schon ziemlich nah und auch mein alter rüstiger Opel Astra hatte nun seine eigenen Probleme. Ja! Es gibt wieder Neuigkeiten über den Blitz! Auf dem Rückweg auf der A7 nach Hause machte der Motor kurz vor Kassel richtig Zicken. Die Motorkontrollleuchte blinkte wie wild! Irgendwann leuchtete sie nur und ich bin irgendwie sicher nach Hause gekommen. Als ich einige Tage später zur Werkstatt fuhr, leuchtete die Kontrollleuchte nicht mehr, aber es dauerte nicht mehr lange und mein alter Weggefährte segnete das Zeitliche. Mitte Mai machte die Zylinderkopfdichtung nicht mehr mit. Mit rund 207.000 Km auf dem Buckel und nur noch 2 Wochen bis zum nächsten TÜV-Termin, entschied ich mich ihn außer Dienst zu stellen. Ich danke dir mein alter Blitz für 18 Jahre Treue und Zuverlässigkeit und hoffe, dass du irgendwo auf der Welt als Ganzes oder als Organspender noch ein paar letzte sinnvolle Dienste erweisen kannst! 🙂

Ein neuer Partner auf 4 Rädern ist bereits da. Aber diesen stelle ich im nächsten Artikel vor.

Nun denn… laßt uns nun was über Offenbach schreiben/lesen!

Kulinarisches aus Offenbach

Ich fange mal ausnahmsweise mit den kulinarischen Spezialitäten Offenbachs an. Die Offenbacher Pfeffernüsse sind eine alte traditionelle Spezialität dieser Stadt mit vielen verschiedenen Gewürzen, welche bis in die 1980er Jahre weltberühmt waren und sogar bei Staatsempfängen in Hessen serviert wurden. Sie gerieten dann irgendwie in Vergessenheit, aber zum Glück werden sie seit wenigen Jahren wieder von der Kaffeerösterei A. Laier, Tee und Spezialitäten hergestellt. An dem Tag als ich da war, hatte das Geschäft früher geschlossen als gewohnt. Karneval war Schuld! Dennoch konnte ich über den Webshop die Pfeffernüsse und andere Spezialitäten erwerben. Unter anderem bietet die Kaffeerösterei Schokolade an in Form des Offenbacher Originals Streichholzkarlche. Über diese Person berichte ich noch im Laufe des Artikels.

Die Kaffeerösterei befindet sich am Wilhelmsplatz, welcher als kulinarisches Herz der Stadt gilt. Dort findet regelmäßig ein Wochenmarkt statt und es gibt etliche Restaurants und Bars in denen man gut essen kann. Ich gönnte mir eines Abends ein Schnitzel mit Grüner Soße. Grüne Soße bekommt man eigentlich überall in Hessen, aber im Maingebiet kommt sie besonders häufig vor.

Im Stadtteil Nordend konnte ich in einem Whisky-, Rum-, Craftbeergeschäft namens „Der Genussverstärker“ einen sehr positiv eingestellten und sehr gut gelaunten Interviewpartner treffen! Ich erzählt ihm über meinen ersten Versuch und so konnten wir uns über Gott und die Welt und das Verhalten vieler Menschen austauschen. Ich glaube wir hatten ähnliche Ansichten.

  • Erzähle / Erzählen Sie mir das Erste, was Dir / Ihnen über deine / Ihre Stadt einfällt. Diese Stadt ist wie ein Dorf in Stadtform. Sie hat dörfliche Strukturen und man kennt sich einfach. Offenbach hat auch seine Ecken und Kanten und ein funktionierendes Multikulti.
  • Was ist Dein / Ihr Lieblingsort und warum? Der Goetheplatz ist mein Lieblingsort. Hier lebe ich und hier mag ich diesen belebten und internationalen Flair. Der Goetheplatz ist ein wenig wie ein Dorfplatz.
  • Was sollte man als Tourist unbedingt gesehen haben? Das Isenberger Schloß und das Büsing Palais sind sehr sehenswert. Generell muss man sich diese Stadt einfach mal auf sich wirken lassen und das Treiben beobachten.
  • Was ist typisch für Deine / Ihre Stadt? Offenbach schwankt zwischen Stolz und Minderwertigkeit.
  • Was wünscht Du Dir / wünschen Sie sich für Deine / Ihre Stadt? Offenbach soll so bleiben wie es ist. Ich wünsche mir aber eine wieder lebendigere Kreativszene und nicht mehr so viel Gentrifizierung und Vereinheitlichung in der Stadt.

Ältere Sehenswürdigkeiten/historische Gebäude

Sehr interessant fand ich das Rumpenheimer Schloß. Längere Zeit verfiel das Schloß bis es vor einigen Jahren wieder in Schuß gebracht wurde und aufwendig in hochwertige Wohnungen aufgeteilt wurde. Früher lebte natürlich der Adel des Kurhessischen Staates hier. Dort befindet sich auch das Mausoleum für Mitglieder des Hauses Hessen-Kassel-Rumpenheim und ein ausgedehnter Schloßpark. Die gesamte Anlage befindet sich direkt am Main.

Ebenfalls am Main befindet sich das Schloß Isenburg, welches von den Grafen von Isenburg im Renaissance-Stil erbaut wurde. Besonders sind die Fassaden der Nord- und der Südseite. Heute wird das Schloß von der Hochschule für Gestaltung genutzt.

Ganz in der Nähe befindet sich das Büsing-Palais. Erbaut von zwei erfolgreichen Fabrikanten im 17. Jahrhundert gehörte es anschließend dem Freiherrn von Büsing, dessen Namen es seitdem trägt. Mittlerweile wird das Palais von der Stadt Offenbach für repräsentative Zwecke genutzt.

Mitten in der Stadt neben den ganzen modernen Gebäude steht die barocke Französisch-Reformierte Kirche. Sie ist zwar sehr klein, aber fällt mit ihrem Stil sehr auf. Nachdem die Hugenotten seinerzeit aus Frankreich geflohen sind, haben sie schlußendlich Zuflucht in Offenbach gefunden und gründeten eine Gemeinde.

Der Lili-Tempel direkt am Main besteht seit 1798 und wurde vom Frankfurter Bankier Friedrich Metzler beauftragt. Er wurde nach der Verlobten Goethes Anna Elisabeth Schönemann benannt, mit der er sich im angrenzenden Lili-Park öfter traf.

Das Capitol in Offenbach war eine Synagoge und wurde während des ersten Weltkrieges errichtet. Diese Synagoge ist eine der wenigen Synagogen, welche die Reichskristallnacht äußerlich gut überstanden. Die damals moderne und solide Architektur ermöglichte auch andere Nutzungsmöglichkeiten so das ein Kino entstand. Auch heute noch ist es ein Theater-, Kultur- und Veranstaltungszentrum.

Am Aliceplatz befindet sich die ehemalige Reichspostfiliale, welche mittlerweile die Hauptpost in Offenbach ist. Besonders dabei ist, dass sich hier ein großer DSL-Hauptverteiler befindet. Ich hoffe, dass ich mich nicht zu sehr irre. Diese Information habe ich mir bei meiner Erstrecherche notiert und weiß nicht mehr wo ich sie in den unendlichen Weiten des Internets gefunden habe!

Im Stadtteil Bieber befindet sich der Bieberer Aussichtsturm. Er existiert seit 1882 und wurde vom damaligen Verschönerungsverein gesponsort. Mittlerweile kann man ihn zur warmen Jahreszeit betreten und er wird auch für Kulturveranstaltungen genutzt.

Besonders viele Villen und villenartige Gebäude nach Art des Klassizismus befinden sich in einem Teil rund um die Frankfurter Straße. Glücklicherweise hatte ich schönes Wetter dabei und konnte die Gebäude relativ gut in Szene setzen.

Ein beliebter Stadtteil mit schönen Jugendstil- und Gründerzeitwohnungen ist das Mathildenviertel. Da es schnell dunkel wurde, habe ich leider nur ein einigermaßen gutes Panoramabild geschossen.

Modernere Architektur

Nach dem zweiten Weltkrieg blieb nicht viel von der Offenbacher Innenstadt übrig. Als industrielles Zentrum musste die Stadt sehr viel einstecken durch die Bombardements. Beim Wiederaufbau der Stadt haben auch die Stadtplaner einiges an alter Substanz zerstört. Eine moderne Stadt sollte entstehen und so war viel Platz für moderne Bauten mit moderner Architektur.

Wie in vielen Städten mit Binnen- oder Seehäfen fand auch in Offenbach eine Umwandlung des Areals von einst einem Industriegelände in ein attraktives Wohngebiet statt. Die Hafeninsel ist ein Ort zum Wohnen und Arbeiten und besitzt als Wahrzeichen einen alten blauen Kran.

Der City-Tower ist mit 120m Höhe das Höchste Gebäude Offenbachs. Der Entwurf stammt vom renomierten Offenbacher Architekturbüro Novotny Mähner Assoziierte.

Ebenfalls entwarf dieses Architekturbüro das Omega-Haus, welches in einem der wichtigsten Bürostandorte der Stadt steht.

Hugo Eberhardt war einer der ganz großen Architekten in Offenbach, der die Stadt prägte wie kein anderer. Er war Leiter der Technischen Lehranstalten Offenbachs und erhielt sogar das große Bundesverdienstkreuz. Von ihm stammt der Klinkerbau der AOK Offenbach. Außerdem entwarf er das Wilhelm-Schramm-Stift, welches mittlerweile kein Alten- und Pflegeheim ist.

Paul Friedrich Posenenske war ein Architekt des Funktionalismus. Sein Spezialgebiet schienen Schulgebäude gewesen zu sein. Er war quasi der Erfinder des flurlosen Schulgebäudes. Er war beteiligt am Wiederaufbau des Isenburger Schlosses, entwarf das Gebäudes des Deutschen Wetterdienstes, worauf ich später noch zu sprechen komme, und unter anderem die Humboldschule in Offenbach.

Ebenfalls eine sehr interessante Architektur, mit einer völlig anderen Nutzung, hat die katholische St. Konrad Kirche. Ich hatte sie eigentlich nicht auf meiner Liste, aber ich fuhr daran vorbei und fand sie außergewöhnlich schön, so dass sie nun hier im Blog Erwähnung findet.

Unternehmen und Institutionen

Allen voran stelle ich nun den Deutschen Wetterdienst vor. Dies ist eine Wetterbehörde, welche vor gefährlichen Wetterlagen warnt, das Klima beobachtet und seine Schlüsse daraus zieht, eines der größten Klimaarchive weltweit führt uvm. Der Entwurf vom Gebäude stammt ebenfalls von Posenenske.

Erst als ich in Offenbach war, habe ich erfahren, dass ein recht bekanntes Küchen- und Haushaltsgeräteunternehmen hier entstand. Rowenta stellt alle möglichen Elektrogeräte des täglichen Gebrauchs her. Der Firmenname lehnt an den Namen des Firmengründers Robert Weintraud an. Ich packte die Gelegenheit beim Schopf und kaufte mir ein längst fälliges neues Bügeleisen (allerdings von Tefal). Meine Freundin hat mich schon öfter angemahnt, ich solle mir mal ein neues Gerät kaufen. In Offenbach wird längst nicht mehr produziert, aber immerhin gibt es dort einen Outletshop.

Ein traditionelles Unternehmen war die Gebrüder Heyne Fabrik für Präzisionsteile und Metallschrauben. Es gab weitere Unternehmen dieser Art, welche die Wirtschaft der Stadt dominierten. In etwa in den 1970ern begann der Niedergang dieser Branche. Die Ehemalige Heyne-Fabrik ist nun denkmalgeschützt und wird unter Anderem von Unternehmen aus der Textil- und Werbebranche genutzt aber auch von Künstlern. Außerdem befindet sich dort ebenfalls die Levi Strauß Germany GmbH – die Deutschlandzentrale von Levis. Einkaufen konnte ich dort leider nicht. Was wie ein Geschäft aussieht, ist tatsächlich lediglich ein Showroom.

Offenbach war ein Zentrum der Lederwarenindustrie. Das größte Unternehmen dieser Branche war die Goldpfeil Ludwig Krumm AG. Die Luxusartikel dieses Herstellers wurden weltweit verkauft. Das Gebäude, in dem einst bis zu 1000 Beschäftigte arbeiteten, steht unter Denkmalschutz.

Im Musikbereich hat Offenbach zwei renommierte Unternehmen. Die Pirastro GmbH ist ein Hersteller von Musiksaiten wie Violinen, Cellos usw. Das Unternehmen existiert seit 1798 und wurde vom Piemontesen Giorgio Pirazzi hier gegründet. Ein gewisser Paganini hat das Geschäft seinerzeit öfter besucht.

Das Musikhaus Andre gibt es mittlerweile auch schon seit 1774 und gilt als der erste und älteste deutsche Musikverlag. Mozart war hier ein gern gesehener Gast.

Offenbach war Sitz der Bundesmonopolverwaltung für Branntwein. Diese Behörde hatte die Aufgabe den erzeugten Agraralkohol kleiner und mittelständischer Betriebe zu reinigen, aufzubereiten und zu verwerten. Es handelt sich dabei um sogenannten Neutralalkohol. In dem Thema kenne ich mich nicht ganz so aus, daher kann ich nicht so tiefgehend darüber berichten. Das Gebäude wird mittlerweile vom Zoll genutzt. Entworfen wurde das Gebäude übrigens vom Architekten Adolf Bayer. Seine Spezialität war Entwürfe von ineinander verschachtelten Gebäuden. Die Beethovenschule zählt ebenfalls dazu und die Rudolf-Koch-Schule.

Auch wenn die Lederwarenindustrie kaum noch eine Bedeutung hat, findet in Offenbach immernoch die Lederwarenmesse statt in den Gebäuden der Messe Offenbach GmbH.

Eine der dominierenden Wirtschaftszweige der Stadt ist die Automobilindustrie und ihre Zulieferer. Honda und Hyundai aus dem Fernen Osten haben hier ihre Deutschlandzentralen.

Das gleiche gilt von Falken Tyre und Kumho Tyre.

Kulturelles und Typisches

Ich habe bereits erwähnt, dass die Stadt in der Vergangenheit ein Zentrum der Lederwarenindustrie gewesen ist. Das 1917 gegründete Deutsche Ledermuseum zeigt etliche tausend Exponate aus allen Kulturen und Epochen.

Das Klingspormuseum befindet sich in einem Flügel des Büsing-Palais und ist ein Museum der Schriftkunst und Typografie. Unter anderem kann man dort seltene Buchausgaben und kunstvoll gestaltete Bücher besichtigen.

Naherholung und wissenschaftliche Bildung in einem kann der neugierige Offenbachbesucher im Wetterpark erleben! Schließlich ist die Stadt Sitz des Deutschen Wetterdienstes und so kann man im Wetterpark auf anschauliche Art erfahren, wie Wetterphänomene entstehen.

Offenbach gehört zu den wenigen Großstädten ohne Universität. Allerdings befindet sich hier die Hochschule für Gestaltung mit den Fachrichtungen Kunst und Design. Hier wurde die sog. „Offenbacher Schule“ entwickelt, welche Standards für malergerechte und akademische Standards gesetzt hat in zum Beispiel den Bereichen Dekorationsmalerei, Bildhauerei und Innenarchitektur.

Für Besonderheiten steht im Bereich Bildung die Leibnizschule. Zum einen gibt es einen modernen, neuen Bau und einen älteren Bau. Beide Gebäude sind nicht so weit von einander entfernt, bilden aber kein zusammenhängendes Gebäudeensemble. Besonders ist, dass die fünftklässler dieser Schule in einem Mentorenprogramm von älteren betreut werden und dass die Schule eine Club-of-Rome-Schule ist, da sie den Menschen in den Mittelpunkt stellt.

Ein Offenbacher Fabrikant zapfte in den 1880er Jahren eine Heilquelle an und benannte das Mineralwasser Kaiser-Friedrich-Quelle. Das Besondere an dem Wasser war der hohe Jodidgehalt. Der Fabrikant betrieb damals immensen Maketingaufwand für das Produkt und ging dann irgendwann in Konkurs. In der Neuzeit wurde mit dem Wasser das Erfrischungsgetränk Frischa hergestellt. Vor dem ehemaligen Firmengelände steht noch eine Kaiser-Friedrich-III-Büste, nach dem das Heilwasser benannt wurde.

Streichholzkarlche war ein offenbacher Original, welcher Streichhölzer verkauft hat. Berühmt war er aufgrund seiner kleinen Körpergröße von 130 cm und seiner Aussage auf die Frage, was er beruflich macht; er sei Holzhändler. Eine Statue von ihm steht am Wilhelmsplatz.

Eine weitere Skulptur bzw. Skulpturengruppe in der Fußgängerzone ist die Krieh die Kränk, Offebach. Zwischen Offenbach und Frankfurt besteht, wie Anfangs erwähnt, eine große Rivaltität. Diese Skulpturengruppe bezieht sich auf eine historische Anekdote als sich ein Frankfurter Herr damals im tiefsten Winter nach Offenbach begab und von vier Hunden umringt wurde. Er wollte sie mit herumliegenden Steinen verjagen. Nur leider waren sie festgefroren. So fluchte er im Frankfurter Dialekt: „Krieh die Kränk, Offebach! Die Staa binne se aa, die Hunde lasse se laafe.“ – „Verdammtes Offenbach! Die Steine binden sie an, die Hunde lassen sie laufen.“

Heutzutage findet man diese Rivalität insbesondere beim Sport, wenn die Mannschaft der Kickers Offenbach gegen die Eintracht aus Frankfurt spielt. Da es zur Zeit große Klassenunterschiede zwischen den beiden Vereinen gibt, finden selten Spiele am Bieberer Berg – im Fußballstadtion der Kickers – statt.

Ein Mitmachcomputermuseum gibt es in Offenbach! Der Digital Retro Park e.V. ist ein Museum für Digitale Kultur und es zeigt viele Ausstellungsstücke, wo der interessierte Besucher die Geschichte des Computers erfahren kann.

Im schönen Dreieich-Park im Westen der Stadt stehen die ersten deutschen Betonbauten. Sie wurden von der Offenbacher Zementfabrik Feege & Gotthardt 1879 erstellt. Damals war der Baustoff Zement weitestgehend unbekannt und man wollte im Rahmen einer Gewerbeausstellung die Vorzuge dieses Baustoffes darstellen. Die Betonbauten sind ohne Zweck und sollten eigentlich nach der Ausstellung entfernt werden. Sie erwiesen sich aber als derart stabil, dass sie auch heute noch stehen.

Offenbach und Puteaux bei Paris, Frankreich waren die ersten Städte in den 1950ern, welche eine Städteverschwisterung angegangen sind. Sie wurden dafür vom Europarat mit dem Europapreis geehrt. Eine Plakete hängt im Rathaus der Stadt. Zum Zeitpunkt meines Besuchs konnte ich aber nicht ins Gebäude.

Im Laufe dieses Artikels dürfte klar geworden sein, dass Offenbach durchaus ein Zentrum der Gestaltung und Kunst geworden ist. Der Bund Offenbacher Künstler – BOK möchte mit seinen zahlreichen Mitgliedern und deren Kunst die Emotionen der Menschen erreichen und kitzeln. Er besteht seit 1926 und ist quasi in allen Bereichen tätig, in denen man kunstvoll und gestalterisch arbeiten kann. Fotografiert habe ich ein Foto in der Kaiserstr. Allerdings habe ich auf deren Homepage erkannt, dass der Verein anscheinend mittlerweile woanders hingezogen ist.

Direkt an der Mainpromenade steht ein einzelner Eisenbahnwaggon – der Waggon am Kulturgleis! Hier finden regelmäßig kulturelle Veranstaltungen statt.

Historische Industriearchitektur fand ich im Bernardbau. Der relativ große Komplex war mal eine Tabakfabrik. Heute befindet sich hier das Haus der Stadtgeschichte, wo 10.000 Jahre Offenbacher Geschichte ausgestellt ist. Die Hochschule für Gestaltung war für das Museumsdesign verantwortlich und trug dazu bei, dass das Museum ein Höhepunkt im kulturellen Leben der Stadt inne hat.

Offenbach ist im Übrigen die Großstadt in Deutschland mit dem höchsten Anteil griechisch-Orthodoxer Bewohner im Verhältnis zur Einwohnerzahl. Zentrum ist die Kirche Agion Panton.

So mein liebes Offenbach am Main,

das war mein Besuch bei dir im Februar. Nun haben wir Oktober und ich habe es zwar erst sehr spät geschafft über dich zu schreiben. Aber die Zeit dazwischen war und ist durchaus außergewöhnlich! Trotzdem hat es mir sehr viel Spaß gemacht über dich zu schreiben und in Erinnerung zu rufen welch außergewöhnliche Stadt du bist. Du hast dich von einem industriellen Zentrum zu einem künstlerischen und gestalterischen Ort entwickelt und hast dabei dennoch deine Ausstrahlung und deine Wurzeln aus der Vergangenheit beibehalten. Mich beeindruckt deine Bodenständigkeit und dass du dich von deinem Nachbarn links von dir immernoch sehr unterscheiden kannst. Eigentlich bis du sogar sehr individuell! Von den 42 der 100 größten Städten Deutschlands, welche ich bisher besuchte, hebst du dich ganz besonders ab mit deiner Entwicklung und den Schwerpunkten, die du in der Gegenwart setzt. Ich hoffe, ich bin bald wieder da, damit ich mir auch wieder Pfeffernüsse kaufen kann! 🙂

Alles Liebe für dich!

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