Kulturelles und Typisches

Ich habe bereits erwähnt, dass die Stadt in der Vergangenheit ein Zentrum der Lederwarenindustrie gewesen ist. Das 1917 gegründete Deutsche Ledermuseum zeigt etliche tausend Exponate aus allen Kulturen und Epochen.

Das Klingspormuseum befindet sich in einem Flügel des Büsing-Palais und ist ein Museum der Schriftkunst und Typografie. Unter anderem kann man dort seltene Buchausgaben und kunstvoll gestaltete Bücher besichtigen.

Naherholung und wissenschaftliche Bildung in einem kann der neugierige Offenbachbesucher im Wetterpark erleben! Schließlich ist die Stadt Sitz des Deutschen Wetterdienstes und so kann man im Wetterpark auf anschauliche Art erfahren, wie Wetterphänomene entstehen.

Offenbach gehört zu den wenigen Großstädten ohne Universität. Allerdings befindet sich hier die Hochschule für Gestaltung mit den Fachrichtungen Kunst und Design. Hier wurde die sog. „Offenbacher Schule“ entwickelt, welche Standards für malergerechte und akademische Standards gesetzt hat in zum Beispiel den Bereichen Dekorationsmalerei, Bildhauerei und Innenarchitektur.

Für Besonderheiten steht im Bereich Bildung die Leibnizschule. Zum einen gibt es einen modernen, neuen Bau und einen älteren Bau. Beide Gebäude sind nicht so weit von einander entfernt, bilden aber kein zusammenhängendes Gebäudeensemble. Besonders ist, dass die fünftklässler dieser Schule in einem Mentorenprogramm von älteren betreut werden und dass die Schule eine Club-of-Rome-Schule ist, da sie den Menschen in den Mittelpunkt stellt.

Ein Offenbacher Fabrikant zapfte in den 1880er Jahren eine Heilquelle an und benannte das Mineralwasser Kaiser-Friedrich-Quelle. Das Besondere an dem Wasser war der hohe Jodidgehalt. Der Fabrikant betrieb damals immensen Maketingaufwand für das Produkt und ging dann irgendwann in Konkurs. In der Neuzeit wurde mit dem Wasser das Erfrischungsgetränk Frischa hergestellt. Vor dem ehemaligen Firmengelände steht noch eine Kaiser-Friedrich-III-Büste, nach dem das Heilwasser benannt wurde.

Streichholzkarlche war ein offenbacher Original, welcher Streichhölzer verkauft hat. Berühmt war er aufgrund seiner kleinen Körpergröße von 130 cm und seiner Aussage auf die Frage, was er beruflich macht; er sei Holzhändler. Eine Statue von ihm steht am Wilhelmsplatz.

Eine weitere Skulptur bzw. Skulpturengruppe in der Fußgängerzone ist die Krieh die Kränk, Offebach. Zwischen Offenbach und Frankfurt besteht, wie Anfangs erwähnt, eine große Rivaltität. Diese Skulpturengruppe bezieht sich auf eine historische Anekdote als sich ein Frankfurter Herr damals im tiefsten Winter nach Offenbach begab und von vier Hunden umringt wurde. Er wollte sie mit herumliegenden Steinen verjagen. Nur leider waren sie festgefroren. So fluchte er im Frankfurter Dialekt: „Krieh die Kränk, Offebach! Die Staa binne se aa, die Hunde lasse se laafe.“ – „Verdammtes Offenbach! Die Steine binden sie an, die Hunde lassen sie laufen.“

Heutzutage findet man diese Rivalität insbesondere beim Sport, wenn die Mannschaft der Kickers Offenbach gegen die Eintracht aus Frankfurt spielt. Da es zur Zeit große Klassenunterschiede zwischen den beiden Vereinen gibt, finden selten Spiele am Bieberer Berg – im Fußballstadtion der Kickers – statt.

Ein Mitmachcomputermuseum gibt es in Offenbach! Der Digital Retro Park e.V. ist ein Museum für Digitale Kultur und es zeigt viele Ausstellungsstücke, wo der interessierte Besucher die Geschichte des Computers erfahren kann.

Im schönen Dreieich-Park im Westen der Stadt stehen die ersten deutschen Betonbauten. Sie wurden von der Offenbacher Zementfabrik Feege & Gotthardt 1879 erstellt. Damals war der Baustoff Zement weitestgehend unbekannt und man wollte im Rahmen einer Gewerbeausstellung die Vorzuge dieses Baustoffes darstellen. Die Betonbauten sind ohne Zweck und sollten eigentlich nach der Ausstellung entfernt werden. Sie erwiesen sich aber als derart stabil, dass sie auch heute noch stehen.

Offenbach und Puteaux bei Paris, Frankreich waren die ersten Städte in den 1950ern, welche eine Städteverschwisterung angegangen sind. Sie wurden dafür vom Europarat mit dem Europapreis geehrt. Eine Plakete hängt im Rathaus der Stadt. Zum Zeitpunkt meines Besuchs konnte ich aber nicht ins Gebäude.

Im Laufe dieses Artikels dürfte klar geworden sein, dass Offenbach durchaus ein Zentrum der Gestaltung und Kunst geworden ist. Der Bund Offenbacher Künstler – BOK möchte mit seinen zahlreichen Mitgliedern und deren Kunst die Emotionen der Menschen erreichen und kitzeln. Er besteht seit 1926 und ist quasi in allen Bereichen tätig, in denen man kunstvoll und gestalterisch arbeiten kann. Fotografiert habe ich ein Foto in der Kaiserstr. Allerdings habe ich auf deren Homepage erkannt, dass der Verein anscheinend mittlerweile woanders hingezogen ist.

Direkt an der Mainpromenade steht ein einzelner Eisenbahnwaggon – der Waggon am Kulturgleis! Hier finden regelmäßig kulturelle Veranstaltungen statt.

Historische Industriearchitektur fand ich im Bernardbau. Der relativ große Komplex war mal eine Tabakfabrik. Heute befindet sich hier das Haus der Stadtgeschichte, wo 10.000 Jahre Offenbacher Geschichte ausgestellt ist. Die Hochschule für Gestaltung war für das Museumsdesign verantwortlich und trug dazu bei, dass das Museum ein Höhepunkt im kulturellen Leben der Stadt inne hat.

Offenbach ist im Übrigen die Großstadt in Deutschland mit dem höchsten Anteil griechisch-Orthodoxer Bewohner im Verhältnis zur Einwohnerzahl. Zentrum ist die Kirche Agion Panton.

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