Kultur und Bildung

Justus von Liebig war schon mit 21 ein junger Professor in Gießen an der Ludwiguniversität und war mit seinen Lehrmethoden und seinen Entdeckungen ein sehr beliebter Professor in der Chemie und Pharmazie. Er war einer der Entdecker des Chloroforms. Nach dem Krieg wurde die Universität auf seinen Namen umbenannt. Hier wurde der Gießen-Test entwickelt, womit man sowohl das Selbst- und Idealbild der eigenen Person als auch das Fremdbild anderer Personen erfassen kann. Der Test wird unter Anderem in der Psychotherapieforschung eingesetzt.

Zur Justus-Liebig-Universität gehört auch das Neue Schloß am Brandplatz, welches vom Landgraf Philipp dem Großmütigen erbaut wurde. Es gehört zu den bedeutendsten Fachwerkbauten Hessens und wurde im Krieg nicht beschädigt. Direkt daneben befindet sich das Zeughaus und der Botanische Garten der Universität – einer der ältesten botanischen Gärten Deutschlands.

Dem Justus Liebig wurde das Liebig Museum gewidmet – eines der wichtigsten Chemiemuseen weltweit! Dort wird gezeigt, wie die Anfänge der Chemie waren und wie Chemiker seinerzeit arbeiteten.

Direkt daneben steht das Mathematikum. Es ist das erste Mathematikmuseum der Welt und ein Experementiermuseum.

Auch Wilhelm Conrad Röntgen war Professor in Gießen. Im zu Ehren wurde ein Denkmal gesetzt für seine größte Entdeckung, welche nach ihm benannt wurde.

Dreht man sich an dieser Stelle um 180 °, sieht man das Stadttheater Gießen, welches fast baugleich mit den Theatern in Klagenfurt und Gablonz aussieht – es wurde vom gleichen Architekten erbaut. Es ist ein Mehrspartentheater, in dem viele Veranstaltungen statt finden.

Nicht weit von hier entfernt befindet sich das Dachcafé Gießen. Es ist das höchstgelegene Restaurant der Stadt von dem man einen ausgezeichneten Ausblick genießen soll. Bei den Wetterverhältnissen während meines Besuches habe ich mir den Ausblick allerdings geschenkt und werde ihn nachholen.

Eines der kuriosesten Spezialmuseen überhaupt ist das Gießkannenmuseum in Gießen – der gleiche Wortstamm ist dabei doch sehr auffällig! Es ist erst wenige Jahre alt und wurde im Zuge der Landesgartenschau gegründet.

Ganz in der Nähe befindet sich die Touristinfo, wo ich vor einem Regenschauer Schutz gefunden habe und mit der überaus freundlichen Dame am Schalter ein tolles Gespräch über Gießen geführt habe. Die Ergebnisse habe ich in meine fünf ausgeklügelten Fragen einfließen lassen:

  • Erzähle / Erzählen Sie mir das Erste, was Dir / Ihnen über deine / Ihre Stadt einfällt. Die Landesgartenschau 2014 war ein ganz tolles Ereignis und hat der Stadt sehr sehr gut getan. Mit Gießen verbinde ich auch meine Schul- und Unizeit. Sie war eine der schönsten Zeiten in meinem Leben.
  • Was ist Dein / Ihr Lieblingsort und warum? Ich mag die Lahn – der Fluss fließt durch Gießen – und die schöne Natur drumherum. Außerdem gehe ich gerne in unsere Museen und ins Theater. Gießen hat viel zu bieten!
  • Was sollte man als Tourist unbedingt gesehen haben? Na die Touristinfo natürlich! Hier kann man sich über alles informieren! Sehr lohnenswert ist das Mathematikum und das Lahnfenster, wo man in dem, teils im Fluß unter der Wasseroberfläche gebauten, Gewässer-Informationszentrum zum Beispiel den Fischaufstieg beobachten kann.
  • Was ist typisch für Deine / Ihre Stadt? !..Gießen hat die höchste Studentendichte gemessen an der Einwohnerzahl in ganz Deutschland und zusammen mit Marburg sogar in ganz Europa.
  • Was wünscht Du Dir / wünschen Sie sich für Deine / Ihre Stadt? Gießen hat seit der Landesgartenschau viel Aufmerksamkeit erhalten und ich hoffe, dass das so weiter geht.

Auf das Lahnfenster bin ich erst im Interview aufmerksam geworden. Zu dieser Jahreszeit (ich war im Februar in Gießen) war es natürlich geschlossen.

Direkt gegenüber auf der anderen Lahnseite befindet sich der Regattaverein Gießen e.V. Der Verein betreibt die größte deutsche Ruderregatta – die Gießer Pfingstregatta.

Sehr bekannt im Sport ist der MTV Gießen von 1846. Er gehört zu den ältesten noch existierenden Sportvereinen Deutschlands und brachte eine der erfolgreichsten Basketballmannschaft mit etlichen Meister- und Pokalsiegen hervor.

1787 wurde die älteste deutsche Tanzschule gegründet. Sie wird in 6. Generation geführt und heißt Tanzschule Axel Bäulke.

Typisch Gießen ist die manische Sprache, welche in manchen Stadtteilen – vornehmlich arbeitergeprägt – noch teilweise gesprochen wird. Es wird als eine Art geheimsprachlicher Soziolekt bezeichnet, in dem sich Teile aus dem Romani, dem Deutschen und dem Jiddischen (und einige Sprachen mehr) mit der Zeit irgendwie vermischten. Heute wird es in Gießen noch in den Stadtteilen/Quartieren Gummiinsel, Margarethenhütte und Eulenkopf gesprochen. Ein Foto konnte ich nicht machen.

Mitten in Gießen steht die Schlammbeiser Statue. Das Denkmal zeigt einen Menschen, welcher früher – bevor es Kanalisationen gab – die Fäkalien der Einwohner einsammelte und entsorgte. Alteingesessene Gießener „dürfen“ diesen Ortsnecknamen ebenfalls führen.

Ende der 1970er Jahre war Gießen gut 1 1/2 Jahre in einem größeren Städteverbund integriert und hieß damals zusammen mit Wetzlar und dem Dillkreis Stadt Lahn. Diese Gemeinde hatte rund 160.000 € Einwohner. Der Widerstand der Einwohner und keine klare zentrale Funktionseinrichtungen brachten diesen Zusammenschluss allerdings zum scheitern.

Nordwestlich von Gießen befindet sich der schöne Gail’sche Park. Die Gartenanlage im Stil eines englischen Landschaftsgartens wurde vom Gießer Unternehmer Gail in Auftrag gegeben.

Im Bereich Kulinarisches habe ich vergeblich nach dem Lohkuchen gesucht. Im Internet konnte ich leider nicht herausfinden, ob und wo es ihn zu kaufen gibt. Ich vermute mal, dass der Lohkuchen eine saisonale Spezialität ist.

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