Die historische Altstadt

Für den Gang durch die Altstadt sollte man sich echt viel Zeit nehmen. Denn sie ist sehr weitläufig und man kann in jeder Ecke schöne Gebäude und Plätze entdecken! Und wir fanden, dass man diese Einsichten unbedingt genießen sollte. Ganz besonders empfanden wir die Krämerbrücke, die sich über die Gera spannt. Sie ist das bekannteste Wahrzeichen der Stadt und gehört mit seinen Häusern und Läden zu einem der ältesten Gebäudeensemble Erfurts. Ungefähr in der Form wie sie heute zu sehen ist, besteht sie seit ca. 500 Jahren. Davor ließen etliche Brände Form und Bebauungsart die Brücke immer wieder anders aussehen. Es hat uns ziemlich gut gefallen Abends bei Dunkelheit und tagsüber an und über die Brücke zu flanieren und das Treiben in den kleinen Lädchen zu beobachten.

An dem einen Ende der Brücke befindet sich der Benediktsplatz, wo sich früher mal die Benediktikirche befand. Der Platz selber dürfte recht belebt sein, wenn keine Baustelle herrschen würde, da sich dort zum einen die Touristinfo befindet und etliche gastronomische Betriebe. Von dort zweigen sich ebenfalls einige Wege in alle Richtungen.

Auf der anderen Seite der Brücke kommt man auf den Wenigemarkt – einem ebenfalls belebten Platz mit viel Gastronomie und der Ägidienkirche. Die Ägidienkirche ist die andere der beiden Brückenkopfkirchen.

Ich bleibe nun auf der rechten Geraseite und berichte über die Sehenswürdigkeiten von Norden nach Süden. Dabei beginne ich mit ruheausstrahlendem evangelischen Augustinerkloster zu Erfurt. Das Kloster, in dem einst Martin Luther als Mönch lebte, ist heute in großen Teilen ein Tagungszentrum.

An der Einkaufsstraße Anger befindet sich ein Einkaufstempel, wie es ihn in jeder großen und kleineren Stadt gibt, mit vielen Lädchen und Boutiquen. Ein Einkaufszentrum war das Anger 1 schon immer und hieß bei Erbauung Kaufhaus Römischer Kaiser. Ich finde, es sieht auch von außen richtig gut aus!

An der Einkaufsstraße Anger befinden sich noch sehr viele alte Geschäftshäuser.

Im Anger befindet sich auch das im gotischen Stil erbaute Gebäude des Hauptpostamts

… und auch die Bartholomäuskirchturm. Im Hochmittelalter erbaut verlor der Kirchturm sein Kirchenschiff bereits im 17. Jahrhundert durch einen zerstörerischen Brand und gehört heute zum Stadtmuseum Erfurts.

Eines der ältesten Gebäude im Anger ist das Haus Dacheröden; ein ehemaliges Kaufmannshaus. Das Gebäude wird heute für kulturelle Veranstaltungen genutzt.

Die Erfurter Barfüßerkirche gehörte zu den schönsten Bettelordenkirchen Deutschlands und wurde als Kloster der Franziskaner gegründet. Die Franziskaner wurde auch Barfüßer genannt und die Ruine dieser Kirche soll dazu genutzt werden die Geschichte des Bettelordens darzustellen.

Mitten auf der Gera gibt es einige kleine Insel. Direkt an der Krämerbrücke befindet sich die idyllische Insel am Dämmchen, welche teilweise bebaut ist.

Linksseitig der Gera gibt es ebenfalls etliche Sehenswürdigkeiten, die man beachten sollte! Ziemlich direkt am Fluss befinden sich Reste einer mittelalterlichen jüdischen Mikwe. Sie ist ein Zeugnis jüdischen Lebens in Erfurt. Eine Mikwe ist ein jüdischen Ritualbad, welches nicht nur der körperlichen Reinigung dient, aber auch der seelisch-geistigen Reinigung. Die Mikwe ist durch ein Panzerglas einzusehen, wobei ich nicht allzuviel erkennen konnte.

Ein weiteres Zeugnis jüdischen Lebens in Erfurt ist die Alte Synagoge. Sie befindet sich gleich um die Ecke. Mit ca. 900 Jahren ist sie eine der ältesten erhaltenen Synagogen Europas. Bereits im Mittelalter wurden Juden aus Erfurt vertrieben, so dass das Gebäude häufig eine andere Nutzung erfahren hat. Zur NS-Zeit war schon gar nicht mehr bekannt, dass es sich um eine ehemalige Synagoge handelt, so dass das Gebäude diese Zeit unbeschadet überstand.

An der Alten Synagoge führt die Waagegasse vorbei. Sie war früher Teil der Via Regia; einer alten Handelsstraße, die von Osten nach Westen über den ganzen Europäischen Kontinent führte. Die Gasse an sich ist ganz urig mit ihren alten Häusern.

Das Haus zum Güldenen Krönbacken ist ein mittelalterliches Fachwerkhaus, welches vermutlich einem jüdischen Bürger gehörte und die meiste Zeit als Handleshaus diente. Mittlerweile finden dort viele kulturelle Veranstaltungen statt.

Auch in Erfurt gibt es natürlich ein schönes altes Rathaus. Kurioserweise stand an dieser Stelle schon ewig ein altes gotischen Rathaus, was dann mitte de 19. Jahrhunderst wegen der Kleinigkeit eines Dachschades abgerissen wurde. Es entstand dann 1870 das jetzige Neugotische Rathaus am Fischmarkt.

Sehr sehenswert und ebenfalls am Platz, befindet sich das Haus zum Breiten Herd. Es gehört mit seiner Renaissancefassede zu den Prachtvollsten Bürgerhäusern der Stadt.

Am gleichen Platz befindet sich das Haus zum Roten Ochsen. Ebenfalls war es ein Handels- bzw. Kaufmannshaus gewesen und beherbergt mittlerweile den die Kunsthalle Erfurt und den Kunstverein Erfurt.

Die Erfurter Predigerkirche ist ebenfalls eine Bettelordenkirche und glücklicherweise keine Ruine. Sie besitzt den ältesten Dachstuhl einer Kirche im deutschsprachigem Raum. Außerdem war sie Wirkungsstätte des bedeutenden Philosophen und Mystikers Meister Eckhart, einem Dominikanermönch.

Das Haus zum Sonneborn wurde in der Renaissance erbaut und dient heute als Hochzeitshaus und Standesamt. Von der Historie ist wenig bekannt, aber das Gebäude konnte in den 1980er Jahren vor dem Abriss bewahrt werden. Die prächtige Außenfassade und etwas Fachwerk konnten gerettet werden.

Die Georgenburse des Augustinerklosters diente seinerzeit als Studentenwohnheim und Wohnhaus für Lehrkräfte der Universität. Martin Luther wohnte dort ebenfalls.

Weitere Impressionen der Altstadt.

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