Dank an Erfurt

Mein liebes Erfurt,

irgendwie hat auch diesmal wieder alles gepaßt. Wir hatten eine schöne zentrale Unterkunft, tolles Wetter, trafen auf freundliche Erfurter und genossen deine kulinarischen Leckereien. Ganz besonders angetan waren wir von deiner schier endlosen und schönen Altstadt und ganz besonders von der Krämerbrücke. Ganz besonders freundlich machen dich deine viele KiKA-Figuren!

Ich finde es schön, dass ich dich zukünftig auf meinen Wegen in andere Städte passieren werde und eine kleine Pause machen würde – natürlich auf eine Bratwurst im Brötchen! Gerne kommen wir dich wieder besuchen und freuen uns, wenn viele Touris dich nach dem Studieren meiner Erlebnisse besuchen kommen.

Vielen lieben Dank und dir weiterhin alles Gute! 🙂

Kultur, Sport und Wissenschaft

Eine weitere Attraktion der Gartenstadt Erfurt ist der ega-Park. Eröffnet wurde er 1961 und beinhaltet viele Schau- und Themengärten. Außerdem befindet sich dort Europas größtes Ornamentalpflanzenbeet und das Deutsche Gartenbaumusuem. Zum Zeitpunkt unseres Besuches war der ega-Park geschlossen und es wurde in Zusammenhang mit der der Bundesgartenschau 2021 gebaut.

Bei der nächsten Besonderheit bleibe ich mal im Grünen. Am westlichen Rand Erfurts im Stadtteil Frienstedt wurden in 2000 bei Autobahnarbeiten etliche archeologischen bedeutende Funde gemacht. Unter Anderem wurde die sogenannte Kaba gefunden – ein dreieckiger Kamm aus dem 3. Jahrhundert nach Christus. Kaba ist ein altes germanisches Wort für Kamm und wurde in Runenschrift auf den Kamm geritzt. Die Kaba ist das älteste Zeugnis einer westgermanischen Sprache. Der Fundort deutet auf einen wichtigen Standort eines germanischen Stammes hin. Ob ich an der richtigen Stelle war, konnte ich nun nicht ermitteln. Im Internet waren die Informationen über den genauen Fundort leider nicht eindeutig, so dass ich bei schönem Wetter einfach die Landschaft fotografiert habe…

Wieder im urbanen Erfurt mache ich weiter mit dem Kaisersaal. Seit jeher ein Kultur- und Kongresszentrum fanden hier viele bedeutende Veranstaltungen statt, wie zum Beispiel ein Treffen von Napoleon und Zar Alexander I., Auftritte berühmter Dichter und Komponisten, 1891 ein wichtiger Parteitag der SPD und 1946 der Start zum Zusammenschluss von SPD und KP zur SED auf lokaler Ebene.

Das Puppentheaterfestival Synergura findet regelmäßig im historischen Theater Waidspeicher statt. Das Gebäude wurde im 16. Jahrhundert gebaut und wurde als Lager- und Verarbeitungsstätte für Holz genutzt. Direkt vor dem Gebäude befindet sich übrigens ein Brunnen mit den Bremer Stadtmusikanten!

Auf dem Anger steht das Lutherdenkmal. Der Reformartor verbrachte 10 Jahre seines Lebens und Erfurt.

Aus Erfurt stammt die Firma J.A. Topf und Söhne, welche im 2. Weltkrieg Krematoriumsanlagen für die Gaskammern vieler Konzentrationslager herstellte. Der ehemalige Firmensitz ist seit einigen Jahren ein Erinnerungsort daran und für Besucher geöffnet.

Eine der ältesten – wenn nicht sogar die älteste – Universitäten Deutschlands ist die Universität Erfurt, welche 1379 errichtet wurde. Derzeit werden verschiedene Geisteswissenschaften gelehrt. Hier fotografierte ich das neuere Gebäude.

Das alte Hauptgebäude der Universität befindet sich in der Altstadt und nennt sich Collegium Maius und bestand bis 1819. Heute steht dort ein Neubau, welcher vom Landeskirchenamt genutzt wird.

Das Haus zum Stockfisch in der Altstadt war ein Waidhändlerhaus und ist nun Herberge des Stadtmuseums Erfurt.

Für eine ehemalige Handelsstadt war die öffentliche Waage unerläßlich um Waren zu verzollen. Daher wurde am Anger ein entsprechendes Gebäude errichtet. Mittlerweile ist das Gebäude ein Kunstmuseum mit verschiedenen Schwerpunkten.

Die Puffbohne erwähnte ich bereits in einem anderen Beitrag des Erfurt-Artikels. In der Nähe der Staatskanzlei steht das Kabarett Erfurter Puffbohne. Das Kabarett befindet sich im Gebäuder der Alten Oper.

In Domnähe befindet sich das ehemalige Untersuchungsgefängnis der Stasi. Es war 1989 das erste Gebäude der Stasi, welches von den Demonstrierenden besetzt wurde und ist heute die Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße. Es ist den ehemaligen politischen Häftlingen der DDR-Zeit gewidmet.

Die Stadt Erfurt – als ehemalige Handelsmacht – genießt seit dem Mittelalter den Status als Messestadt. Das aktuelle Messegelände ist das zweitgrößte der neuen Bundesländer und es finden dort viele Konzerte und Großveranstaltungen statt.

Das traditionsreiche Unternehmen Erfurter Malzwerke GmbH gehört zu den wichtigsten Lieferanten von Malz für viele deutsche Brauereien. Das Unternehmen exportiert seine Produkte ebenfalls ins Ausland.

Erfurt eine heute bedeutende sportliche Tradition. Die Eisschnellläuferin Gunda Niemann-Stirnemann stammt aus der Stadt und war in ihrem Sport eine Koriphäe. Nach ihr wurde die Gunda-Niemann-Stirnemann-Halle benannt.

Als Leichtathletikhochburg der DDR brachte der SC Turbine Erfurt zahlreichen Olympia-, Welt- und Europameister hervor. Heutzutage finden im Steigerwaldstadion viele Leichtathletikmeisterschaften statt.

Ganz in der Nähe befindet sich die Roland-Matthes-Schwimmhalle. Dem immernoch erfolgreichsten Rückenschwimmer aller Zeiten wurde diese Schwimmhalle gewidmet. Er gewann in den 1960er und 1970er etliche olympische, Welt- und Eupameisterschaften.

Im Norden der Stadt befindet sich die älteste noch genutzte Radrennbahn der Welt – die Radrennbahn Andreasried. Auch hier trainieren und trainierten viele Medaillengewinner bei Olympia, Welt- und Europameisterschaften.

Weitere Erfurter Sehenswürdigkeiten

Auch außerhalb der Altstadt bzw. an ihr angrenzend befinden sich wirklich sehr sehr sehenswerte und ältere Sehenswürdigkeiten. Allen voran darf ich nun endlich den Erfurter Dom – ein Wahrzeichen der Stadt – auf dem Domberg inkl. der Severikirche und den Domplatz vorstellen.

Der Erfurter Dom ist die größte und wichtigste Kirche Erfurts und besitzt die größte freischwingende, mittelalterliche Glocke der Welt namens Gloriosa. Zufällig fand gerade eine Fotosession für eine Hochzeit statt – eine schöne Möglichkeit den Dom in Szene zu setzen!

Direkt nebenan befindet sich die Kirche St. Severi. Sie gehört aufgrund ihrer Architektur zu den bedeutendsten gotischen Kirchenbauten Deutschlands. Außerdem befindet sich in ihr der Sarkophag des Hl. Severus von Ravenna. Der Legende nach wurde er eher zufällig Bischof von Ravenna. Als Wollweber kam er einfach zur Wahl des Bischofs und als eine weiße Taube um ihn kreiste und sich 3 mal auf seine Schulter gesetzt hatte, sah man das als göttliches Zeichen an. Er ist unter anderem Schutzpatron der Weber und Spinner.

Vorgelagert befindet sich der Domplatz auf dem alljährlich einer der größten Weihnachtsmärkte Deutschlands statt findet. Vom Domberg hat man einen tollen Überlick über den Domplatz und auf die Dächer der Altstadt.

Keine 200 m entfernt vom Domhügel befindet sich der Petersberg auf dem die Zitadelle Petersberg steht. Ebenfalls befindet sich dort viele weitere Sehenswürdigkeiten, welche ich leider nicht alle sehen und fotografieren konnte, da auf dem Petersberg eine Großbaustelle herrscht.

Die Zitadelle Petersberg existiert seit 1665 und gehört zu den größten und besterhaltensten Zitadellen Europas. Für das Militär vieler Mächte war sie stategisch immer wichtig. Von den Kurmainzern errichtet, wurde sie ebenfalls von den Franzosen und den Preußen genutzt und war auch in den Weltkriegen ein zentraler militärischer Standort. Heute wird die Zitadelle touristisch genutzt. Es befinden sich auch Wohnungen und Behörden/Ämter auf dem Petersberg.

Zu erkunden sind unter Anderem die Defensionskaserne, die Festungsbäckerei, der Treppenturm und die Bastion Johann. Außerdem befindet sich dort das Stasi-Unterlagen-Archiv Erfurt.

Für das eine oder andere Ziel musste ich tatsächlich noch mal an den Rand des Stadtgebietes fahren. Das Schloss Molsdorf befindet sich weit außerhalb des Zentrums. Schloss und Schlosspark waren ursprünglich eine Wasserburg, bis der barocke Park und das Renaissanceschloss errichtet wurden. Verschiedene Besitzer hat es im Laufe der Jahrhunderte gesehen und ist nun in Besitz der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten.

Ein schöner kleiner Park zum Entspannen ist der Brühler Garten. Dieser war aber nicht mein Hauptmotiv. In der Nähe befinden sich nämlich Reste der alten Stadtmauer.

Ein großes 500 Jahre altes Gebäude befindet sich an der nördlichen Grenze zur Altstadt. Der Kornspeicher am Ackerhofareal, dürfte wohl – wie der Name schon sagt – früher als Kornspeicher genutzt worden sein. Mittlerweile dient das Gebäude als Parkmöglich bzw. -haus für angrenzende Wohnhäuser.

Erwähnenswert ist noch die Lutherkirche. Sie wurde im Stil des Expressionismus und des Art Déco gebaut. Ich mag den Stil Art Déco und habe mich bereits auf das Innenleben der Kirche gefreut, aber leider war sie geschlossen. Zum Glück muss ich in Sachsen noch einige Städte besuchen und komme somit wieder an Erfurt vorbei ein wenig Art Déco und Thüringer Wurst im Brötchen.

Kulinarisches aus Erfurt

Eine der ersten Amtshandlungen nach Ankunft in Erfurt war es kurz vor der Mittagszeit einen angemessenen Snack einzunehmen – eine schöne, leckere Thüringer Rostbratwurst im Brötchen! Diese bekommt man eigentlich an fast allen Ecken. Insbesondere auf Parkplätzen vor Supermärkten und Discountern stehen die Damen und Herren mit ihren Food Trucks bzw. Buden. Ein Top Snack für Zwischendurch.

Leckere Thüringer Spezialitäten bekommt eigentlich in sehr vielen Restaurants in Erfurt. Wir sind am Abend in das Restaurant Der Goldene Schwan eingekehrt und ich gönnte mir die Thüringer Klöße mit Rostbraten.

Liebevoll werden die Erfurter auch Puffbohnen genannt! Das kommt daher, dass die Puffbohne seit dem Mittelalter eine in Erfurt sehr beliebte Nahrung gewesen ist und immer noch ist. Ich hatte vor den Erfurter Puffbohnensalat zu kosten, aber leider hatte das Restaurant Jedermann an dem Tag, wo wie da waren noch geschlossen. Es sieht so aus, als müsste ich mal wieder kommen! 🙂 Die Erfurter Puffbohne ist so beliebt, dass man sie mittlerweile und unter anderem in der Touristinformation als Plüschversion bekommt. Ich habe mir zwar keine Plüschpuffbohne gekauft, aber immerhin kurz abgelichtet.

Direkt gegenüber der Touristinformation gibt es noch einen kleinen Souvenirladen mit Erfurtprodukten. Dort konnte ich eine freundliche Dame als Interviewpartnerin gewinnen.

  • Erzähle / Erzählen Sie mir das Erste, was Dir / Ihnen über deine / Ihre Stadt einfällt. Die Altstadt ist einfach unheimlich groß und sehr sehr schön.
  • Was ist Dein / Ihr Lieblingsort und warum? Ich mag es sehr gern auf dem Petersberg. Dort gibt es eine schöne Wiese auf der ich gerne chille! Momentan ist da leider eine Baustelle, aber ich hoffe auf den nächsten Frühling und Sommer.
  • Was sollte man als Tourist unbedingt gesehen haben? Die Krämerbrücke ist natürlich das absolute Highlight und sehr interessant ist auch die Alte Synanoge.
  • Was ist typisch für Deine / Ihre Stadt? Der Erfurter feiert gern! Hier werden viele Feste gefeiert und wir sind gerne draußen auf den Plätzen.
  • Was wünscht Du Dir / wünschen Sie sich für Deine / Ihre Stadt? Ich wünsche mir mehr Touristmus! Irgendwie kommen immer noch viel zu wenig Touristen in den Osten. Dabei haben wir hier viel aufgehübscht und freuen uns immer auf Besuch.

Eine weitere spezielle Köstlichkeit in Erfurt ist die Erfurter Brunnenkresse! Brunnenkresse ist ein besonders vitaminreiches Gemüse und wird heute vom Familienunternehmen Ralf Fischer auf traditionelle Weise angebaut. Kurios in diesem Zusammenhang ist ein berühmter Fan der Brunnenkresse. Napoleon Bonaparte hielt sich seinerzeit in Erfurt auf und nahm bei seiner Abreise zwei Erfurter Gärtner mit, welche für ihn in Versailles ebenfalls Brunnenkresse anbauten. Ich habe mir zwar selber keine frische Brunnenkresse mitgenommen, aber ein Senfglass, welches mit Brunnenkresse verfeinert wurde.

Erfurt hat eine lange Gartenbautradition und gilt als Blumenstadt. Seit 1867 befindet sich die Gartenbaufirma NL Chrestensen in Erfurt und beliefert Kunden in aller Welt mit Pflanz- und Saatgut.

Zur Wurst gibt es in Erfurt natürlich auch einen Senf. Die Born Senf & Feinkost GmbH ist bekannt für seinen Senf in verschiedenen Versionen. Besonders ist dabei der geringe Kurkumaanteil. Ich bin natürlich kein Senfexperte, aber schenke meinen Rechercheergebnissen mal durchaus Glauben. Am Wenigenmarkt habe ich einen Laden von Born besucht und mir natürlich auch was gekauft.

Ganz in der Nähe auf der Krämerbrücke befindet sich ein Geschäft mit vielen Erfurter und Thüringer Spezialitäten, wo man sich Souvenirboxen in verschiedenen Größen besorgen kann. Natürlich habe ich mir eine größere Kiste gegönnt. Ganz generell bin ich mit einer guten Ausbeute an kulinarischen Spezialitäten nach Hause gefahren.

Gerne hätte ich mir noch die Thüringer Leberwurst und die Thüringer Rotwurst gekauft, aber in unserer Unterkunft gab es keinen Kühlschrank um diese Nahrungsmittel zwischen zu lagern. Ebenfalls konnte ich nicht die traditionelle Martinsgans mit Rotkohl und Klößen probieren, welcher nur am 10. November serviert wird – dem St. Martinstag. Das gleiche gilt auch für das Martinshörnchen, einer süßen Blätterteigspeise. Das Erfurter Schittchen ist eine traditionelle Süßspeise zur Weihnachtszeit und gilt als der älteste urkundlich erwähnte Stollen Deutschlands! Natürlich konnte ich ihn im September nicht erstehen, überlege gerade aber ihn mir zu bestellen. Ein Foto wird natürlich folgen.

KiKA – Zentrum des Kinderkanals

Der Kinderkanal hat seinen Sitz in Erfurt im Funkhaus des MDR, welches unmittelbar an der Messe ist. Seit 1997 werden verschiedenste Serien und Formate für die kleinen Zuschauer ausgestrahlt. In der Tourist-Info bekommt man natürlich auch viele entsprechende Souvenirs.

Zum 10-jährigen Jubiläum wurden überall in der Stadt Plastiken von berühmten Figuren des Kinderkanals aufgestellt. Fast alle habe ich auch fotografieren können! In meiner anfänglichen Recherche konnte ich leider zwei Figuren nicht lokalisieren. Herr Fuchs und Frau Elster stehen vor dem Theater Erfurt und sind zwei Figuren, die sich gerne kabbeln aber auch schnell wieder vertragen. Rabe Rudi und der sprechende Koffer stehen am Eingang des Erfurter Flughafens und stammen aus der Serie Siebenstein, wo sie sich mit der Ladeninhaberin Frau Siebenstein in ihrem Laden gerne unterhalten und ihre Geschichtchen erzählen.

Eine der bekanntesten Figuren – vor allem im Osten Deutschlands – ist das Sandmännchen. Ich habe gerade selbst noch viele Bilder im Kopf aus dem damaligen DDR-Fernsehen als ich und mein Bruder relativ regelmäßig das Sandmännchen geschaut haben. Faszinierend wie sehr sich Bilder aus der Kindheit so fest einbrennen und noch Jahrzente später abgerufen werden können! Das Sandmännchen steht übrigens in der Nähe der Krämerbrücke. Meine Freundin ist ein besonderer Fan vom Sandmännchen!

Bernd das Brot steht am Rathaus und ist ein deprimiertes, sprechendes Weißbrot. Die Figur wurde mal entführt für wenige Tage und hat auch Fans unter den Erwachsenen!

Das KiKANiNCHEN ist ein blaues, sprechendes Kaninchen, welches in kurzen dreiminütigen Sequenzen durch das Vorschulprogramm führt. Es steht auf einem Spielplatz in der Nähe der Krämerbrücke.

Die Tigerente befindet sich am Fischmarkt. Sie ist eine Figur des Zeichners Janosch und Namenspate für zum Beispiel den Tigerentenclub.

Der kleine grüne Drache Tabaluga steht vor der Staatskanzlei und ist eine von Peter Maffay, Rolf Zuckowski und Gregor Rottschalk erdachte Figur. Es gibt einige Musical-Alben von Tabaluga, auch ein Musical an sich und natürlich auch Zeichentrickserien.

Direkt in der Gera in der Altstadt wurden die beiden Seebären Käpt’n Blaubär und Hein Blöd installiert. Die beiden sind aus der Sendung mit der Maus bekannt insbesondere für deren ganzen Seemannsgarn.

Pittiplatsch der Kobold sitzt an der Rathausbrücke lässig auf einer Bank und denkt bestimmt schon an den nächsten Streich, der ausgeheckt werden soll.

Seine Freunde Moppi und Schnatterinchen befinden sich ganz in der Nähe. Wer weiß, ob Moppi nicht ebenfalls einen schlauen Streich plant. Schnatterinchen scheint den Braten wohl zu riechen und weist ihn gerade noch auf ihre freundliche Art zurecht.

Am Anger direkt vor dem Hauptpostamt befindet sich die Maus und der Elefant. Beide sind die Stars der Sendung mit der Maus und verhelfen dem jungen Publikum sich viel Wissen anzueignen.

Der Goldene Spatz von KiKA ist die mir am wenigsten bekannte Figur. Diese Figur ist das Symbol für das Deutsche Kinder Medien Festival Goldener Spatz, welches das größte Festival seiner Art für Kinder in Deutschland ist. Es findet jährlich in Erfurt und Gera statt.

Typisches in Erfurt

Erfurt ist die Hauptstadt Thüringens und auch dessen Regierungssitz. Die schöne Staatskanzlei, wo der Ministerpräsident arbeitet, befindet sich in der Altstadt. Die Staatskanzlei befindet sich in der Kurmainzerischen Statthalterei. Das Gebäude wurde ab dem 16. Jahrhundert errichtet und diente dem Fürsterzbischof von Mainz die Stadt zu verwalten.

Natürlich befindet sich auch der Landtag Thüringens in Erfurt. Allerdings steht dieser ungewöhnlicherweise weit weg von der Staatskanzlei im Süden der Stadt, wo sich ein Sportzentrum befindet. Die Gebäude des Landtages sind auch recht modern.

Erfurt ist Sitz des Bundesarbeitsgerichts – eines der fünf obersten Gerichtshöfe in Deutschland. 1993 wurde es von Kassel nach Erfurt verlegt.

Der Erfurter Hof am Hauptbahnhof ist ein ehemaliges Hotel und hat als Besonderheit, dass dort das erste deutsch-deutsche Treffen 1970 statt fand. Willy Brandt traf Willi Stoph und viele Erfurter riefen damals „Willy Brandt ans Fenster!“. Der Bundeskanzler kam auch ans Fenster und winkte der Masse zu. In Erinnerung daran wurde eine Leuchtschrift auf das Dach installiert.

Erfurter Blau ist die Bezeichnung für ein Färbemittel, welches aus der Färbepflanze Waid gewonnen wird. Erfurts Aufstieg im Mittelalter als eine der reichsten Städte Europas begann mit dem Waidanbau und -handel. An der Kämerbrücke befindet sich mittlerweile wieder ein Geschäft, welches Produkte aus dem Erfurter Blau herstellt und verkauft. Eine der letzten Meisterinnen im Blaudruck ist Sigritt Weiß, welche im hohen Alter immer noch in ihrer Schauwerkstatt arbeitet.

Und natürlich sind wir auch an einer typischen Plattenbausiedlung vorbeigefahren. Wir hielten kurz im Stadtteil Johannesplatz.

Die historische Altstadt

Für den Gang durch die Altstadt sollte man sich echt viel Zeit nehmen. Denn sie ist sehr weitläufig und man kann in jeder Ecke schöne Gebäude und Plätze entdecken! Und wir fanden, dass man diese Einsichten unbedingt genießen sollte. Ganz besonders empfanden wir die Krämerbrücke, die sich über die Gera spannt. Sie ist das bekannteste Wahrzeichen der Stadt und gehört mit seinen Häusern und Läden zu einem der ältesten Gebäudeensemble Erfurts. Ungefähr in der Form wie sie heute zu sehen ist, besteht sie seit ca. 500 Jahren. Davor ließen etliche Brände Form und Bebauungsart die Brücke immer wieder anders aussehen. Es hat uns ziemlich gut gefallen Abends bei Dunkelheit und tagsüber an und über die Brücke zu flanieren und das Treiben in den kleinen Lädchen zu beobachten.

An dem einen Ende der Brücke befindet sich der Benediktsplatz, wo sich früher mal die Benediktikirche befand. Der Platz selber dürfte recht belebt sein, wenn keine Baustelle herrschen würde, da sich dort zum einen die Touristinfo befindet und etliche gastronomische Betriebe. Von dort zweigen sich ebenfalls einige Wege in alle Richtungen.

Auf der anderen Seite der Brücke kommt man auf den Wenigemarkt – einem ebenfalls belebten Platz mit viel Gastronomie und der Ägidienkirche. Die Ägidienkirche ist die andere der beiden Brückenkopfkirchen.

Ich bleibe nun auf der rechten Geraseite und berichte über die Sehenswürdigkeiten von Norden nach Süden. Dabei beginne ich mit ruheausstrahlendem evangelischen Augustinerkloster zu Erfurt. Das Kloster, in dem einst Martin Luther als Mönch lebte, ist heute in großen Teilen ein Tagungszentrum.

An der Einkaufsstraße Anger befindet sich ein Einkaufstempel, wie es ihn in jeder großen und kleineren Stadt gibt, mit vielen Lädchen und Boutiquen. Ein Einkaufszentrum war das Anger 1 schon immer und hieß bei Erbauung Kaufhaus Römischer Kaiser. Ich finde, es sieht auch von außen richtig gut aus!

An der Einkaufsstraße Anger befinden sich noch sehr viele alte Geschäftshäuser.

Im Anger befindet sich auch das im gotischen Stil erbaute Gebäude des Hauptpostamts

… und auch die Bartholomäuskirchturm. Im Hochmittelalter erbaut verlor der Kirchturm sein Kirchenschiff bereits im 17. Jahrhundert durch einen zerstörerischen Brand und gehört heute zum Stadtmuseum Erfurts.

Eines der ältesten Gebäude im Anger ist das Haus Dacheröden; ein ehemaliges Kaufmannshaus. Das Gebäude wird heute für kulturelle Veranstaltungen genutzt.

Die Erfurter Barfüßerkirche gehörte zu den schönsten Bettelordenkirchen Deutschlands und wurde als Kloster der Franziskaner gegründet. Die Franziskaner wurde auch Barfüßer genannt und die Ruine dieser Kirche soll dazu genutzt werden die Geschichte des Bettelordens darzustellen.

Mitten auf der Gera gibt es einige kleine Insel. Direkt an der Krämerbrücke befindet sich die idyllische Insel am Dämmchen, welche teilweise bebaut ist.

Linksseitig der Gera gibt es ebenfalls etliche Sehenswürdigkeiten, die man beachten sollte! Ziemlich direkt am Fluss befinden sich Reste einer mittelalterlichen jüdischen Mikwe. Sie ist ein Zeugnis jüdischen Lebens in Erfurt. Eine Mikwe ist ein jüdischen Ritualbad, welches nicht nur der körperlichen Reinigung dient, aber auch der seelisch-geistigen Reinigung. Die Mikwe ist durch ein Panzerglas einzusehen, wobei ich nicht allzuviel erkennen konnte.

Ein weiteres Zeugnis jüdischen Lebens in Erfurt ist die Alte Synagoge. Sie befindet sich gleich um die Ecke. Mit ca. 900 Jahren ist sie eine der ältesten erhaltenen Synagogen Europas. Bereits im Mittelalter wurden Juden aus Erfurt vertrieben, so dass das Gebäude häufig eine andere Nutzung erfahren hat. Zur NS-Zeit war schon gar nicht mehr bekannt, dass es sich um eine ehemalige Synagoge handelt, so dass das Gebäude diese Zeit unbeschadet überstand.

An der Alten Synagoge führt die Waagegasse vorbei. Sie war früher Teil der Via Regia; einer alten Handelsstraße, die von Osten nach Westen über den ganzen Europäischen Kontinent führte. Die Gasse an sich ist ganz urig mit ihren alten Häusern.

Das Haus zum Güldenen Krönbacken ist ein mittelalterliches Fachwerkhaus, welches vermutlich einem jüdischen Bürger gehörte und die meiste Zeit als Handleshaus diente. Mittlerweile finden dort viele kulturelle Veranstaltungen statt.

Auch in Erfurt gibt es natürlich ein schönes altes Rathaus. Kurioserweise stand an dieser Stelle schon ewig ein altes gotischen Rathaus, was dann mitte de 19. Jahrhunderst wegen der Kleinigkeit eines Dachschades abgerissen wurde. Es entstand dann 1870 das jetzige Neugotische Rathaus am Fischmarkt.

Sehr sehenswert und ebenfalls am Platz, befindet sich das Haus zum Breiten Herd. Es gehört mit seiner Renaissancefassede zu den Prachtvollsten Bürgerhäusern der Stadt.

Am gleichen Platz befindet sich das Haus zum Roten Ochsen. Ebenfalls war es ein Handels- bzw. Kaufmannshaus gewesen und beherbergt mittlerweile den die Kunsthalle Erfurt und den Kunstverein Erfurt.

Die Erfurter Predigerkirche ist ebenfalls eine Bettelordenkirche und glücklicherweise keine Ruine. Sie besitzt den ältesten Dachstuhl einer Kirche im deutschsprachigem Raum. Außerdem war sie Wirkungsstätte des bedeutenden Philosophen und Mystikers Meister Eckhart, einem Dominikanermönch.

Das Haus zum Sonneborn wurde in der Renaissance erbaut und dient heute als Hochzeitshaus und Standesamt. Von der Historie ist wenig bekannt, aber das Gebäude konnte in den 1980er Jahren vor dem Abriss bewahrt werden. Die prächtige Außenfassade und etwas Fachwerk konnten gerettet werden.

Die Georgenburse des Augustinerklosters diente seinerzeit als Studentenwohnheim und Wohnhaus für Lehrkräfte der Universität. Martin Luther wohnte dort ebenfalls.

Weitere Impressionen der Altstadt.

Erfurt – wo man nicht weiß wo die Altstadt anfängt und wo sie aufhört…

Warme und angenehme Herbsttage kündigten sich an und meine Freundin und ich sind wieder gen Osten gefahren, wo wir in Halle an der Saale wieder die Verwandtschaft besuchten. Dabei bot es sich dringend an mal wieder eine ungesehene Stadt der Top 100 Städte Deutschlands zu besuchen! Denn durch Covid 19 und einem Fahrzeugwechsel hatte ich seit meinem Besuch in Offenbach nicht mehr die Chance gehabt eine neue Stadt zu erkunden.

So ergab es sich, dass wir in Erfurt landeten und dort eine Nacht verbrachten. Die meisten Sehenswürdigkeiten lagen nah am Zentrum, so dass zwei volle Tage ausreichten, um einen recht umfassenden Blick auf Erfurt zu erhaschen. Trotz der Pandemie war die Stadt gut besucht, aber zum Glück nicht überlaufen, so dass wir es als sehr angenehm empfanden in Erfurts schöner Altstadt zu flanieren. Die Überschrift dieses Artikels sagt schon aus, was ich an der Altstadt von Erfurt für besonders halte. Tatsächlich hatte ich den Eindruck, dass die ganze Innenstadt aus Altstadtbauten besteht und ich wußte tatsächlich nicht so sie anfängt und wo sie aufhört. Sehr bemerkenswert und unheimlich schön und urig!

Ich kann jetzt schon sagen, dass sich ein Besuch in Erfurt immer wieder lohnt. Nicht nur die Altstadt beeindruckt, aber auch die freundlichen und entspannten Menschen und das kulinarische Angebot Thüringens.

Es gab auch noch eine Premiere. Mein neuer Reisebegleiter heißt Ole und ist ein motorisierter Schwede aus dem Hause Volvo. Ein formschöner, geschmeidig fahrender V 40 in signalroter Farbe und viel Schnickschnack; insbesondere das nützliche Navi. Lange habe ich nach einem sicheren und langlebigen Kfz gesucht und mir war früh klar, dass es ein Volvo V40 wird. Nach intensiver und sorgfältiger Suche bin ich fündig geworden.

Kommen wir zurück zu Erfurt. Ich beginne mit der Altstadt und wünsche dem interessierten Leser viel Vergnügen!

Dank an Gießen

So mein liebes Gießen,

zwei schöne halbe Tage habe ich bei dir verbracht und du kannst dir sicher sein, dass ich noch mal vorbei schauen werde! Zum Glück liegst du auf dem Weg nach Süden sehr günstig, denn ich muss noch einige Städte im Süden besuchen und komme im Grunde genommen fast immer bei dir vorbei! Die Wetterkapriolen haben leider nicht zugelassen, dass ich entspannter durch die Straßen deiner Stadt flaniere, aber dennoch konnte ich erkennen, was für ein fröhlicher und freundlicher Ort du bist.

Ich freue mich auf ein Wiedersehen!

Bis bald!

Gießener Unternehmen

Die eben genannte Unternehmerfamilie Gail war groß im Geschäft mit Tabak, Zigaretten und Zigarren und gehörte in seiner Hochzeit zu den führenden Herstellern. Die Gail’sche Zigarettenfabrik ist immernoch vorhanden. In ihr befindet sich mittlerweile das Gießener Polizeipräsidium. In unmittelbarer Nähe befindet sich Gail’sche Dampfziegelei & Tonfabrik. Das Gebäude ist eine der letzten Industriebrachen der Stadt.

Pascoe Naturmedizin gehört zu den traditionsreichsten Unternehmen Deutschlands in der Branche Naturheilkunde und Homöopathie.

Das japanische Unternehmen Canon betreibt ein Drucker- und Kopierwerk in Gießen. Es ist zudem das erste Werk Canons innerhalb von Europa.

Lakewood Guitars ist ein renomierter Hersteller hochwertiger, akustischer Gitarren aus Gießen.

Kultur und Bildung

Justus von Liebig war schon mit 21 ein junger Professor in Gießen an der Ludwiguniversität und war mit seinen Lehrmethoden und seinen Entdeckungen ein sehr beliebter Professor in der Chemie und Pharmazie. Er war einer der Entdecker des Chloroforms. Nach dem Krieg wurde die Universität auf seinen Namen umbenannt. Hier wurde der Gießen-Test entwickelt, womit man sowohl das Selbst- und Idealbild der eigenen Person als auch das Fremdbild anderer Personen erfassen kann. Der Test wird unter Anderem in der Psychotherapieforschung eingesetzt.

Zur Justus-Liebig-Universität gehört auch das Neue Schloß am Brandplatz, welches vom Landgraf Philipp dem Großmütigen erbaut wurde. Es gehört zu den bedeutendsten Fachwerkbauten Hessens und wurde im Krieg nicht beschädigt. Direkt daneben befindet sich das Zeughaus und der Botanische Garten der Universität – einer der ältesten botanischen Gärten Deutschlands.

Dem Justus Liebig wurde das Liebig Museum gewidmet – eines der wichtigsten Chemiemuseen weltweit! Dort wird gezeigt, wie die Anfänge der Chemie waren und wie Chemiker seinerzeit arbeiteten.

Direkt daneben steht das Mathematikum. Es ist das erste Mathematikmuseum der Welt und ein Experementiermuseum.

Auch Wilhelm Conrad Röntgen war Professor in Gießen. Im zu Ehren wurde ein Denkmal gesetzt für seine größte Entdeckung, welche nach ihm benannt wurde.

Dreht man sich an dieser Stelle um 180 °, sieht man das Stadttheater Gießen, welches fast baugleich mit den Theatern in Klagenfurt und Gablonz aussieht – es wurde vom gleichen Architekten erbaut. Es ist ein Mehrspartentheater, in dem viele Veranstaltungen statt finden.

Nicht weit von hier entfernt befindet sich das Dachcafé Gießen. Es ist das höchstgelegene Restaurant der Stadt von dem man einen ausgezeichneten Ausblick genießen soll. Bei den Wetterverhältnissen während meines Besuches habe ich mir den Ausblick allerdings geschenkt und werde ihn nachholen.

Eines der kuriosesten Spezialmuseen überhaupt ist das Gießkannenmuseum in Gießen – der gleiche Wortstamm ist dabei doch sehr auffällig! Es ist erst wenige Jahre alt und wurde im Zuge der Landesgartenschau gegründet.

Ganz in der Nähe befindet sich die Touristinfo, wo ich vor einem Regenschauer Schutz gefunden habe und mit der überaus freundlichen Dame am Schalter ein tolles Gespräch über Gießen geführt habe. Die Ergebnisse habe ich in meine fünf ausgeklügelten Fragen einfließen lassen:

  • Erzähle / Erzählen Sie mir das Erste, was Dir / Ihnen über deine / Ihre Stadt einfällt. Die Landesgartenschau 2014 war ein ganz tolles Ereignis und hat der Stadt sehr sehr gut getan. Mit Gießen verbinde ich auch meine Schul- und Unizeit. Sie war eine der schönsten Zeiten in meinem Leben.
  • Was ist Dein / Ihr Lieblingsort und warum? Ich mag die Lahn – der Fluss fließt durch Gießen – und die schöne Natur drumherum. Außerdem gehe ich gerne in unsere Museen und ins Theater. Gießen hat viel zu bieten!
  • Was sollte man als Tourist unbedingt gesehen haben? Na die Touristinfo natürlich! Hier kann man sich über alles informieren! Sehr lohnenswert ist das Mathematikum und das Lahnfenster, wo man in dem, teils im Fluß unter der Wasseroberfläche gebauten, Gewässer-Informationszentrum zum Beispiel den Fischaufstieg beobachten kann.
  • Was ist typisch für Deine / Ihre Stadt? !..Gießen hat die höchste Studentendichte gemessen an der Einwohnerzahl in ganz Deutschland und zusammen mit Marburg sogar in ganz Europa.
  • Was wünscht Du Dir / wünschen Sie sich für Deine / Ihre Stadt? Gießen hat seit der Landesgartenschau viel Aufmerksamkeit erhalten und ich hoffe, dass das so weiter geht.

Auf das Lahnfenster bin ich erst im Interview aufmerksam geworden. Zu dieser Jahreszeit (ich war im Februar in Gießen) war es natürlich geschlossen.

Direkt gegenüber auf der anderen Lahnseite befindet sich der Regattaverein Gießen e.V. Der Verein betreibt die größte deutsche Ruderregatta – die Gießer Pfingstregatta.

Sehr bekannt im Sport ist der MTV Gießen von 1846. Er gehört zu den ältesten noch existierenden Sportvereinen Deutschlands und brachte eine der erfolgreichsten Basketballmannschaft mit etlichen Meister- und Pokalsiegen hervor.

1787 wurde die älteste deutsche Tanzschule gegründet. Sie wird in 6. Generation geführt und heißt Tanzschule Axel Bäulke.

Typisch Gießen ist die manische Sprache, welche in manchen Stadtteilen – vornehmlich arbeitergeprägt – noch teilweise gesprochen wird. Es wird als eine Art geheimsprachlicher Soziolekt bezeichnet, in dem sich Teile aus dem Romani, dem Deutschen und dem Jiddischen (und einige Sprachen mehr) mit der Zeit irgendwie vermischten. Heute wird es in Gießen noch in den Stadtteilen/Quartieren Gummiinsel, Margarethenhütte und Eulenkopf gesprochen. Ein Foto konnte ich nicht machen.

Mitten in Gießen steht die Schlammbeiser Statue. Das Denkmal zeigt einen Menschen, welcher früher – bevor es Kanalisationen gab – die Fäkalien der Einwohner einsammelte und entsorgte. Alteingesessene Gießener „dürfen“ diesen Ortsnecknamen ebenfalls führen.

Ende der 1970er Jahre war Gießen gut 1 1/2 Jahre in einem größeren Städteverbund integriert und hieß damals zusammen mit Wetzlar und dem Dillkreis Stadt Lahn. Diese Gemeinde hatte rund 160.000 € Einwohner. Der Widerstand der Einwohner und keine klare zentrale Funktionseinrichtungen brachten diesen Zusammenschluss allerdings zum scheitern.

Nordwestlich von Gießen befindet sich der schöne Gail’sche Park. Die Gartenanlage im Stil eines englischen Landschaftsgartens wurde vom Gießer Unternehmer Gail in Auftrag gegeben.

Im Bereich Kulinarisches habe ich vergeblich nach dem Lohkuchen gesucht. Im Internet konnte ich leider nicht herausfinden, ob und wo es ihn zu kaufen gibt. Ich vermute mal, dass der Lohkuchen eine saisonale Spezialität ist.

Sehenswerte Bauwerke

Besonders auffällig sind die im Stadtgebiet verteilten Hochbunker der Bauart Winkel aus dem zweiten Weltkrieg. In Gießen stehen bundesweit die meisten dieser Art. Sie sehen ein wenig aus wie dicke Zigarren und stehen in Gießen hauptsächlich auf ehemaligen Kasernengeländer, wie zum Beispiel den Pendleton Barracks. Ihre Form sollte wenig Angriffsfläche für Bomben bieten und somit besonders schützen.

Am Rande bzw. außerhalb der Stadt Gießen bin ich durch hübsche kleine Ortschaften gefahren. Dort konnte ich auch einige Burgen entdecken, teilweise besichtigen und natürlich fotografieren. Schade, dass mir das Wetter wenig Freiraum ließ, sonst hätte ich noch einige Fotos mehr machen können. Die Burg Gleiberg ist eine Gipfelburg auf einem Hügel im gleichnamigen Ort und ist heute eine Ruine. Sie wurde um 900 n.Chr. erbaut. Heute gibt es dort ein Restaurant und es ist auch ein beliebtes Ausflugsziel.

Die Burg Vetzberg ist nicht weit entfernt; im Ort nebenan und befindet sich ebenfalls auf einem Hügel. Diese Burg ist wenige Jahrhunderte jünger und mittlerweile mit seinem Bergfried ein beliebter Aussichtspunkt.

Ich bin dann weiter stadteinwärts gefahren und habe noch kurz am Bismarckturm gehalten. Immernoch fasziniert mich, dass so viele Städte einen Bismarckturm haben, was irgendwie wohl auch selbstverständlich scheint! Jahrzehnte lang lebte ich in Hannover ohne zu wissen, dass es solche Türme gibt. Ich bin nicht unbelesen und insbesondere Geschichte ist ein Steckenpferd von mir, aber da Hannover seit dem Krieg keinen Bismarckturm besitzt und ich früher nicht so oft in anderen Städten gewesen bin, habe ich nie von der Existenz solcher Türme erfahren! Dieser Bismarckturm wurde 1906 erbaut und befindet sich auf der Hardt-Höhe.

Südöstlich von Gießen befindet sich das sehr gut erhaltene Kloster Schiffenberg. Im 7 Jahrhundert stand hier eine Burg bevor das Bauwerk im 12. Jahrhundert in ein Kloster umgewandelt wurde. Mittlerweile befindet sich dort unter anderem ein Restaurant, welches gut geeignet ist für größere Festivitäten.

Am südlichesten Rand des Landkreises befindet sich das Kleinkastell Holzheimer Unterwald. Zu Zeiten des Römischen Reiches verlief hier in der Nähe der Limes. Die Grundmauern des Kastells sind gut erhalten und sichtbar.

Auch auf dem Stadtgebiet gibt es natürlich historische Bauten und Zeugnisse vergangener Tage wie auch der Gegenwart. Von der Gießener Stadtmauer konnte ich nicht viele Reste sehen, aber immerhin gibt es noch erhaltene Reste der Walltorbastion nahes des Arbeitsamtes.

Die Georgenschanze ist ebenfalls ein alter Teil der Stadtmauer, auch wenn das auf dem ersten Blick nicht so aussieht.

Zentral am Kirchplatz befinden sich mehrere Sehenswürdigkeiten. Das Leib’sche Haus ist ein alter Fachwerkbau aus dem 13. Jahrhundert. Das Gebäude ist mittlerweile restauriert und beherbergt das Oberhessische Museum für Stadtgeschichte und Volkskunde.

Direkt daneben befindet sich das Wallenfels’sche Haus. Dort befindet sich eine bedeutende Antikensammlung der Justus-Liebig-Universität und eine außergewöhnliche Sammlung an tibetanischen Ausstellungsstücken wie zum Beispiel Buddhafiguren.

Ganz einsam ohne Kirchenschiff steht der Stadtkirchenturm am Kirchenplatz. Der Kirchturm ist ein Wahrzeichen der Stadt und ein beliebter Aussichtsturm mit schönem Blick über die Stadt. Außerdem befindet sich dort eine kleine Kapelle. Das Kirchenschiff ist leider im Krieg zerstört worden.

Nur wenige Meter weiter steht das Geburtshaus Wilhelm Liebknechts! Er war zusammen mit August Bebel Gründer der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei und Vorkämpfer der Arbeiterbewegung.

Ein weiterer Hotspot an Sehenswürdigkeiten befindet sich am Brandplatz. Das Alte Schloß war ein Wohnsitz vom Landgrafen von Hessen Heinrich II und ist mittlerweile ein Standort des Oberhessischen Museums.

Der Brandplatz ist immer schon auch ein Marktplatz gewesen. Das kann man ganz besonders an den Marktlauben erkennen, welche nach einen Großbrand (daher Brandplatz) gebaut wurden Die Zünfte konnten in den einzelnen Lauben ihre jeweiligen Erzeugnisse verkaufen. Auch wegen des Großbrandes beschloß man ein Spritzenhaus zu bauen (damalige Feuerwehr), welches heute ein an einer kleinen Turmspitze zu erkennen ist und nicht mehr die frühere Funktion inne hat.

Prägend im Stadtbild ist die Johanneskirche. Sie hat den höchsten Kirchturm der Stadt und ist hessisches Kulturdenkmal.

Nicht weit entfernt befindet sich ein außergewöhnlicher, moderner Fußgängerüberweg, welcher im Volksmund Elefantenklo genannt wird…

Der Gießener Hauptbahnhof wurde in rotem Sandstein gebaut und ist einer der seltenen Keilbahnhöfe. Links und rechts des Gebäudes verlaufen Schienen und kommen an der südwestlichen Spitze zusammen. Ein schönes Gebäude!

Das altehrwürdige Gasthaus zum Löwen befindet sich in der Innenstadt in einem der ältesten Fachwerkhäuser der Stadt. Hier hat wohl schon Goethe gespeist und getrunken.