Kultur, Sport und Wissenschaft

Eine weitere Attraktion der Gartenstadt Erfurt ist der ega-Park. Eröffnet wurde er 1961 und beinhaltet viele Schau- und Themengärten. Außerdem befindet sich dort Europas größtes Ornamentalpflanzenbeet und das Deutsche Gartenbaumusuem. Zum Zeitpunkt unseres Besuches war der ega-Park geschlossen und es wurde in Zusammenhang mit der der Bundesgartenschau 2021 gebaut.

Bei der nächsten Besonderheit bleibe ich mal im Grünen. Am westlichen Rand Erfurts im Stadtteil Frienstedt wurden in 2000 bei Autobahnarbeiten etliche archeologischen bedeutende Funde gemacht. Unter Anderem wurde die sogenannte Kaba gefunden – ein dreieckiger Kamm aus dem 3. Jahrhundert nach Christus. Kaba ist ein altes germanisches Wort für Kamm und wurde in Runenschrift auf den Kamm geritzt. Die Kaba ist das älteste Zeugnis einer westgermanischen Sprache. Der Fundort deutet auf einen wichtigen Standort eines germanischen Stammes hin. Ob ich an der richtigen Stelle war, konnte ich nun nicht ermitteln. Im Internet waren die Informationen über den genauen Fundort leider nicht eindeutig, so dass ich bei schönem Wetter einfach die Landschaft fotografiert habe…

Wieder im urbanen Erfurt mache ich weiter mit dem Kaisersaal. Seit jeher ein Kultur- und Kongresszentrum fanden hier viele bedeutende Veranstaltungen statt, wie zum Beispiel ein Treffen von Napoleon und Zar Alexander I., Auftritte berühmter Dichter und Komponisten, 1891 ein wichtiger Parteitag der SPD und 1946 der Start zum Zusammenschluss von SPD und KP zur SED auf lokaler Ebene.

Das Puppentheaterfestival Synergura findet regelmäßig im historischen Theater Waidspeicher statt. Das Gebäude wurde im 16. Jahrhundert gebaut und wurde als Lager- und Verarbeitungsstätte für Holz genutzt. Direkt vor dem Gebäude befindet sich übrigens ein Brunnen mit den Bremer Stadtmusikanten!

Auf dem Anger steht das Lutherdenkmal. Der Reformartor verbrachte 10 Jahre seines Lebens und Erfurt.

Aus Erfurt stammt die Firma J.A. Topf und Söhne, welche im 2. Weltkrieg Krematoriumsanlagen für die Gaskammern vieler Konzentrationslager herstellte. Der ehemalige Firmensitz ist seit einigen Jahren ein Erinnerungsort daran und für Besucher geöffnet.

Eine der ältesten – wenn nicht sogar die älteste – Universitäten Deutschlands ist die Universität Erfurt, welche 1379 errichtet wurde. Derzeit werden verschiedene Geisteswissenschaften gelehrt. Hier fotografierte ich das neuere Gebäude.

Das alte Hauptgebäude der Universität befindet sich in der Altstadt und nennt sich Collegium Maius und bestand bis 1819. Heute steht dort ein Neubau, welcher vom Landeskirchenamt genutzt wird.

Das Haus zum Stockfisch in der Altstadt war ein Waidhändlerhaus und ist nun Herberge des Stadtmuseums Erfurt.

Für eine ehemalige Handelsstadt war die öffentliche Waage unerläßlich um Waren zu verzollen. Daher wurde am Anger ein entsprechendes Gebäude errichtet. Mittlerweile ist das Gebäude ein Kunstmuseum mit verschiedenen Schwerpunkten.

Die Puffbohne erwähnte ich bereits in einem anderen Beitrag des Erfurt-Artikels. In der Nähe der Staatskanzlei steht das Kabarett Erfurter Puffbohne. Das Kabarett befindet sich im Gebäuder der Alten Oper.

In Domnähe befindet sich das ehemalige Untersuchungsgefängnis der Stasi. Es war 1989 das erste Gebäude der Stasi, welches von den Demonstrierenden besetzt wurde und ist heute die Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße. Es ist den ehemaligen politischen Häftlingen der DDR-Zeit gewidmet.

Die Stadt Erfurt – als ehemalige Handelsmacht – genießt seit dem Mittelalter den Status als Messestadt. Das aktuelle Messegelände ist das zweitgrößte der neuen Bundesländer und es finden dort viele Konzerte und Großveranstaltungen statt.

Das traditionsreiche Unternehmen Erfurter Malzwerke GmbH gehört zu den wichtigsten Lieferanten von Malz für viele deutsche Brauereien. Das Unternehmen exportiert seine Produkte ebenfalls ins Ausland.

Erfurt eine heute bedeutende sportliche Tradition. Die Eisschnellläuferin Gunda Niemann-Stirnemann stammt aus der Stadt und war in ihrem Sport eine Koriphäe. Nach ihr wurde die Gunda-Niemann-Stirnemann-Halle benannt.

Als Leichtathletikhochburg der DDR brachte der SC Turbine Erfurt zahlreichen Olympia-, Welt- und Europameister hervor. Heutzutage finden im Steigerwaldstadion viele Leichtathletikmeisterschaften statt.

Ganz in der Nähe befindet sich die Roland-Matthes-Schwimmhalle. Dem immernoch erfolgreichsten Rückenschwimmer aller Zeiten wurde diese Schwimmhalle gewidmet. Er gewann in den 1960er und 1970er etliche olympische, Welt- und Eupameisterschaften.

Im Norden der Stadt befindet sich die älteste noch genutzte Radrennbahn der Welt – die Radrennbahn Andreasried. Auch hier trainieren und trainierten viele Medaillengewinner bei Olympia, Welt- und Europameisterschaften.