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Bielefeld historisch

Bielefeld war historisch immer in der Textilbranche unterwegs. ViIen und Bürgerhäuser zeugen davon. Es gibt aber auch historische Bauwerke aus dem Mittelalter zu besichtigen.

Bielefeld historisch – Sparrenburg

Die Sparrenburg ist ein Wahrzeichen von Bielefeld und eine alte Wehranlage auf einem hohen Hügel. Von dort hatte ich eine phantastische Aussicht über Bielefeld und den Teuto! Gerne komme ich bei gutem Wetter wieder. Sie wurde im 13. Jahrhundert gebaut und vom Grafen von Ravensburg bewohnt. Im Laufe der Zeit gab es öfter bauliche Veränderungen.

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  • Sparrenburg in Bielefeld
  • Blick von der Sparrenburg
  • Aussicht auf Bielefeld
  • Blick auf Bielefeld

Auf der Sparrenburg gibt es ein Restaurant, in dem ich mich auf eine lokale Spezialität gefreut habe und zwar den Kastenpickert! Dies ist eine deftig-süße Spezialität, bestehend aus Kartoffeln und Rosinen. Leider gab es zu dieser Zeit nur Kaffee und Kuchen, aber ich habe mich ja gründlich vorbereitet und wußte, dass ich den Pickert in einem Lokal am Alten Markt bekommen werde.

Das Interview

Ich hatte dennoch ein schönes Erlebnis mit einer Gesprächspartnerin in der Touristeninfo, welche mir mit Freude meine 5 ausgeklügelten Fragen beantwortet hat!

  • Erzähle / Erzählen Sie mir das Erste, was Dir / Ihnen über deine / Ihre Stadt einfällt. Die Sparrenburg auf der wir uns gerade befinden. Von hier aus kann man fast ganz Bielefeld sehen!
  • Was ist Dein / Ihr Lieblingsort und warum? Mein Lieblingsort in Bielefeld ist der Weg zur Eiche in Jöllenbeck. Die Landschaft dort ist außerordentlich malerisch! Außerdem wohne ich dort und bin dort auch aufgewachsen. Ein Stück Heimat eben!
  • Was sollte man als Tourist unbedingt gesehen haben? Ich empfehle definitiv die Sparrenburg und den Alten Markt, welcher vor allem im Sommer eine schöne Atmosphäre zum verweilen bietet. Der anliegende Coffeestore hat übrigens den besten Cappuccino Bielefelds anzubieten!
  • Was ist typisch für Deine / Ihre Stadt? Typisch und prägend für Bielefeld ist Dr. Oetker. Außerdem ist typisch der besondere Menschenschlag des Ost-Westfalen, welcher sich besonders in Bielefeld manifestiert. Sie geben sich zu Fremden absolut unfreundlich, aber wenn sie einen erstmal kennen gelernt haben, sind sie die besten Freunde und du wirst sie niiieee mehr los! 😀
  • Was wünscht Du Dir / wünschen Sie sich für Deine / Ihre Stadt? Die letzte Frage ist etwas schwer zu beantworten. Ich habe den Eindruck, dass die Schere zwischen den einzelnen Einwohnergruppen in den letzten Jahren etwas auseinander gegangen ist und das ein sogenanntes „Schachteldenken“ eingesetzt hat. Ich wünsche mir, dass es in Bielefeld ein viel besseres Miteinander gibt! Nichtsdestotrotz gibt es viele Initiativen hier, um das Miteinander zu verbessern und letztendlich empfinde ich meine Mitmenschen dennoch als sehr fröhlich und freundlich.

Wenn alle Bielefelder so fröhlich und freundlich wie meine Gesprächspartnerin sind, dann ist Bielefeld eine sehr lebenswerte Stadt! 🙂

Ich fragte meine Gesprächspartnerin nach den lokalen Spezialitäten und berichtete ihr, was ich im Internet dazu recherchiert habe. Die sogenannte Bielefelder Luft hat sie mir nicht empfohlen – ein Korn mit Minzgeschmack. Dafür hat sie mir das Bielefelder Heimatwasser empfohlen – ein 35%iger leckerer Korn. Den habe ich ihr dann dort auch abgekauft – ich konnte ihrem Charme einfach nicht widerstehen. 😀

Historische Bauwerke außerhalb der Altstadt

Von der Sparrenburg konnte ich bis zur Villengegend schauen. Wenn ich korrekt recherchiert habe, müsste die Unternehmerfamilie Crüwell in der Crüwell-Villa gewohnt haben. Ich habe sie nicht angemessen fotografieren können, da es zu diesem Zeitpunkt stärker geregnet hat. Die Crüwells gehörten im 19. Jahrhundert zu den größten Rauchtabakfabrikanten im deutschsprachigen Raum.

In dieser Gegend stehen viele weitere Villen. Beispielhaft stelle ich die Villa Bozi vor, welche einem Unternehmer einer Spinnerei gehörte. Mittlerweile wird die Villa geschäftlich genutzt.

Das Alte Rathaus in Bielefeld ist eigentlich garnicht das älteste Rathausgebäude der Stadt. Da das ältere Rathaus am Alten Markt keine ausreichende Kapazitäten für die wachsende Stadt bot, wurde am Rande der Altstadt zu Beginn das 20. Jahrhunderts ein neues Rathaus erbaut. In einem Kellerrestaurant des Bauwerks wurde im übrigen der Bielefelder Fußballverein Arminia Bielefeld gegründet!

Die alte Preußische 55er Kaserne ließ noch Friedrich der Große errichteten. Gut 100 Jahre nach seiner Zeit verlegte die preußische Armee das 55. Infantrie-Regiment nach Bielefeld wonach die Kaserne benannt wurde. Besonders an der Kaserne ist, das bei ihrem Bau Material von Mauern und Rondellen der Sparrenburg genutzt wurden.

Nördlich die Altstadt fand ich den Ostmannturm. Er war mal ein Wasserturm, ist dann aber samt dem gesamten Gebäudekomplex Firmensitz des Bielefelder Unternehmens Ostmann-Gewürze geworden. Karl Ostmann kam seinerzeit auf die Idee Gewürze portioniert in kleinen Verpackungen zu verkaufen. Mittlerweile gehört das Unternehmen zur Fuchs-Gewürze GmbH mit Sitz im Osnabrücker Land und im Turm befindet sich ein Studentenwohnheim. Beim photographieren des Turms hätte ich mir auch etwas mehr Mühe geben können…!

An der Altstadt grenzend steht der im Stile der Weserrenaissance gebaute Grest’sche Hof. Bewohnt hat ihn ursprünglich vor einigen 100 Jahren der ehemalige Bürgermeister Caspar von Greste. Bis heute wurde er in der Zwischenzeit unterschiedlich genutzt und ist nun Sitz des Ratsgymnasiums.

Bielefeld historisch – die Altstadt

Nachdem ich die Sparrenburg besuchte, begab ich mich in die Altstadt zum Alten Matkt, um mir im besagten Coffeeshop einen Cappuccino und einen einen Snack zu besorgen. Der Platz ist der historische Mittelpunkt Bielefelds wo einst viele Bürgerhäuser standen. Das Battighaus mit seinen prächtigen Giebeln ist eines der wenigen erhaltenen Bürgerhäuser. Es wurde 1680 erbaut und gehörte einem gleichhanigen wohlhabenden Bürger.

In der Nähe befindet sich das Crüwell Haus. Dort befindet sich die älteste Zigarrenfabrik der Welt! Eine Produktion findet hier zwar seit Ende des 2. Weltkriegs nicht mehr statt, aber es gibt einen Verkaufsraum für namhafte Zigarrenmarken und eigenproduzierte Zigarren. Als Connoisseur habe ich natürlich ein paar Zigarren der Hausmarke erstanden. Von der Familie Crüwell berichtete ich bereits weiter vorne in diesem Artikel.

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  • Cruwell Tabakfabrik
  • Bielefelder Sehenswürdigkeiten

In der westlichen Altstadt konnte ich noch viele Bürgerhäuser entdecken. Das älteste erhaltene Bürgerhaus der Stadt ist das Haus Müller in der Obernstraße. Es wurde von vielen verschiedenen Bewohnern im laufe der letzten Jahrhunderte bewohnt, aber besonders ist, daß August Oetker hier die richtige Mischung für sein Backpulver erfunden hat!

Die Obernstr. ist in Bielefeld historisch sehr interessant Auf ungefähr der gleichen Höhe in der Obernstr. photographierte ich weitere schöne Bürgerhäuser deren Namen bzw. Bezeichnungen ich nicht recherchieren konnte.

In der Obernstr. habe in auch einen alten Adelshof photographiert. Meinders Hof wurde zur Zeit des Barock erbaut und gehörte der Adelsfamilie von Meinders. Heute ist das Bauwerk ein Wohn- und Geschäftshaus.

In der Nähe habe ich auch den Woermann’schen Hof besichtigt. 1640 erbaut, ist es das einzige Bauwerk Bielefelds aus der Weserrenaissance. Die Familie Woermann bewohnte es allerdings lediglich 30 Jahre.,

Von hier ist es nicht weit bis zum alten Adelssitz Waldhof. Verschiedene Baustile vereinen sich in diesem Gebäude und man vermittelt, dass Teile des Bauwerks aus der Zeit der Stadtgründung stammen. Heute wird es von Bielefelder Kunstverein genutzt.

In einem der ältesten Gebäude der Stadt befindet sich das Naturkundemuseum. Der Spiegelshof besteht seit dem Mittelalter und war ein Adelshof.

Auch in Bielefeld steht ein Bismarckturm! Er nennt sich „Eiserner Anton“ und muß noch von mir photographiert werden.