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Die Traditionsinseln

Als eine aus dem Mittelalter gewachsene Stadt bestand die braunschweiger Innenstadt aus etlichen historischen Bauten verschiedener Stilrichtungen. Die Bombardements des zweiten Weltkrieges haben leider viel von der historischen Bausubstanz unwiederbringlich vernichtet. Nach dem Krieg haben sich der Denkmalschützer Kurt Seeleke und der Architekt Friedrich Wilhelm Kraemer zusammen getan und das Konzept der „Traditionsinseln“ entworfen. Noch einigermaßen erhaltene historische Bauten sollen wieder in Schuß gebracht und gesichert werden. Es gibt 5 „Traditionsinseln„, welche sich um die vorhandenen Kirchen der Innenstadt befinden. Im Aegidienviertel befindet sich die „Traditionsinsel“ um die Aegidienkirche. Sie ist eine turmlose gotische Hallenkirche und die katholische Hauptkirche der Stadt. Nahe dran befindet sich das Leisewitzhaus – Wohnhaus des Dramatikers Johann Anton Leisewitz (gerade eine Baustelle). Mittlerweile ist es Sitz des Kath. Probstei-Pfarramtes. Im Aegidienviertel befindet sich ebenfalls das Wohnhaus des Musikers Louis Spohr. Er gehörte zu den größten Geigern seiner Zeit. Ebenfalls befindet sich in diesem Viertel das Lessing-Denkmal am Lessingplatz. Der bedeutende Dichter Gotthold Ephraim Lessing war ein bedeutender Dichter der Aufklärung und starb in Braunschweig. Die Bilder dazu füge ich entsprechend der genannten Reihenfolge an.

Eine weitere „Traditionsinsel“ ist der Altstadtmarkt rund um die Martinikirche. Der Altstadtmarkt ist der zentrale Platz der Braunschweiger Altstadt auf dem regelmäßig ein Bauernmarkt statt findet und um welchen sich etliche historische Sehenswürdigkeiten gruppieren. Die Martinikirche am Platz ist rund 900 Jahre alt und wurde von Heinrich dem Löwen initiiert. Der Altstadtmarktbrunnen ist rund 300 Jahre jünger und ein Wahrzeichen der Stadt Braunschweig. Brunnen dieser Art sind europaweit eine Seltenheit. Das Ensemble wird noch von weiteren Sehenswürdigkeiten komplettiert. Das Stechinellihaus wurde vom italiener Francesco Maria Capellini – auch Stechinelli genannt – erbaut. Angeblich stammte er von einer veramten italienischen Adelsfamilie ab. Andere Legenden besagen, dass der Braunschweigische Herzog ihn aus Italien aufgrund seiner Ehrlichkeit nach Braunschweig geholt habe. Das Rüninger Zollhaus ist ein sehr altes Fachwerkhaus, welches eigentlich in Rüningen bei Braunschweig stand und nach dem Krieg an das angrenzende Gewandhaus angebaut wurde. Es wäre sonst abgerissen worden. Am Altstadtmarkt macht es eine gute Figur wie ich finde! Das Gewandhaus war Lager-, Verkaufs- und Gildehaus der Gilde der Gewandschneider. Heute befinden sich die Industrie- und Handelskammer und Restaurants im Gebäude. Das Haus zu den Sieben Türmen ist ein barockes Wohnhaus. Die sieben Türme sind auf dem Dachgiebel zu erkennen und sollen das Gefängnis der sieben Türme in Konstantinopel darstellen. Das Altstadtrathaus ist eines der ältesten gut erhaltenen Rathäuser Deutschlands und wurde im gotischen Stil erbaut. Die Fotos zu den Sehenswürdigkeiten stelle ich ebenfalls in der entsprechenden Reihenfolge dar.

Die dritte „Traditionsinsel“ befindet sich am Burgplatz rund um den Braunschweiger Dom. Der Burgplatz ist das historische Zentrum der Stadt. Im Braunschweiger Dom befindet sich das Grab Heinrich des Löwen und das Imervardkreuz, welches ein historisches Kunstwerk ist und älter als der Dom selbst. Mitten auf dem Platz steht eine Nachbildung vom Braunschweiger Löwen – dem Wahrzeichen der Stadt schlechthin. Das Wahrzeichen ist in etwa so alt wie die Stadt Braunschweig selbst. Die Burg Dankwarderode war jahrhunderterlang Sitz der Braunschweiger Herzöge. Mittlerweile ist es Sitz eines Museums. Hinter der Burg befindet sich die Säule 2000 Jahre Christentum, welche erst seit 2006 dort steht und die Geschichte des Christentums darstellt. Um den Burgplatz herum stehen natürlich einige historische Gebäude und Fachwerkhäuser. Das klassizistischen Vieweghaus war ein Wohn- und Verlagshaus und wird nun vom Braunschweigischen Landesmuseum genutzt. Daneben befinden sich das Huneborstelsche Haus (über die Grenzen der Stadt hinaus für seine reichen Holzverziehrungen bekannt) und das Veltheimsche Haus (ein Adelshaus und nach dem Dom das älteste Gebäude am Platz). Fotos füge ich entsprechend der Nennung der Sehenswürdigkeiten an.

Die „Traditionsinsel“ Nr. 4 befindet sich im Magniviertel. Im Magniviertel mag man noch am ehesten erkennen, dass Braunschweig einst zur größten Fachwerkstadt Deutschlands gehörte. Mit seinen vielen gut erhaltenen Fachwerkbauten und vielen Kneipen und Restaurants eignet sich das Viertel sehr zum flanieren und feiern. Die St. Magnikirche – gut 900 Jahre alt – überragt das Viertel mit seiner Kirchturmspitze. An der Straße Ackerhof 2 steht das älteste inschriftlich datierbare Fachwerkhaus Braunschweigs.

Im Magniviertel konnte ich zum Ende meiner Tour in einem Bistro noch lecker zu Abend essen und mein Interview mit den fünf ausgeklügelten Fragen durchführen! Eine junge Kellnerin war bereit sich dem Interview zu stellen.

  • Erzähle / Erzählen Sie mir das Erste, was Dir / Ihnen über deine / Ihre Stadt einfällt. Das „Makeaway“. Es ist das Lokal, wo ich arbeite, meine Freizeit verbringe und viele Freunde habe.
  • Was ist Dein / Ihr Lieblingsort und warum? Eigentlich auch das „Makeaway“. Ich bin erst seit einem halben Jahr in Braunschweig zum Studieren und bin noch dabei all die schönen Ecken dieser Stadt zu erkunden.
  • Was sollte man als Tourist unbedingt gesehen haben? Die Altstadt ist wirklich sehr schön mit seinen Traditionsinseln und der Inselwallpark; eine malerische Enklave in dieser Stadt.
  • Was ist typisch für Deine / Ihre Stadt? Braunschweig ist eine Studentenstadt. Viele junge Menschen studieren hier an der TU.
  • Was wünscht Du Dir / wünschen Sie sich für Deine / Ihre Stadt? Das friedliche Miteinander und Feeling dieser Stadt soll so bleiben wie es ist. Ich fühle mich hier sehr sicher.

Die fünfte und letzte „Traditionsinsel“ befindet sich im Michaelisviertel um die Michaeliskirche herum. Die Michaeliskirche ist die kleineste der innerstädtischen Pfarrkirchen. Das Viertel hat den Krieg nahezu unbeschadet überstanden, so dass viele alte Fachwerkhäuser noch im Originalzustand stehen wie zum Beispiel ein altes Prediger- und Witwenhaus, das Hotel zur Hanse (Stammhaus des Hofbrauhauses Wolters) und der Michaelishof. Da sich das Michalisviertel am Rande der Altstadt befindet, konnte ich auch ein Stück der alten Stadtmauer fotografieren. Ganz in der Nähe befindet sich noch die Alte Knochenhauerstr. mit historischen Gebäuden.