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Kulinarisches aus Braunschweig

Deftig, bodenständig und geradlinig geht es in der Braunschweiger Küche vor. Ganz überrascht war ich darüber wie viele Spezialitäten es in Braunschweig gibt! Ganz besonders gespannt war ich auf den Braunschweiger Lebkuchen und ganz enttäuscht ihn nicht bekommen zu haben, wie ich am Anfang des Artikels berichtete.

Nichts desto trotz konnte ich dennoch was Süßes aus Braunschweig ergattern. Uhlen un Apen heißt übersetzt Eulen und Affen und ist ein süßes Gebäck, welches auf den Schabernack treibenden Till Eulenspiegel – eine historische Braunschweiger Berühmtheit – zurück geht. Schabernack trieb er mit einem Bäcker als er sich als Bäckergeselle ausgab und nach einen kleinen Disput mit dem Bäcker aus dem Teig Uhlen un Apen backte. Fand der Bäcker nicht so doll… Uhlen un Apen bekommt man bei der Bäckerei Sanders im Konrad-Koch-Quartier.

Die Tradition des Brauens ist wie in vielen deutschen Städten auch in Braunschweig sehr groß. Bereits seit dem Mittelalter ist Braunschweig für die Braunschweiger Mumme bekannt. Das Malzgetränk war früher ein Exportschlager der Stadt und wurde wegen ihrer guten Haltbarkeit in alle Welt exportiert. Die Mumme von damals ist sicher nicht die Mumme von heute, aber der Geschmack von Malz ist und war schon immer maßgeblich. Markenzeichen der Mumme ist ein Segelschiff. Es weißt auf die Bedeutung des Exportes dieses Bieres hin. Heute wird die Mumme von der H.Nettelbeck KG betrieben. Im Angebot ist nicht nur Bier, sondern auch alkoholfreie Produkte, wie zum Beispiel Malz-Bonbon oder -extrakt. Ein Foto der Produkte folgt am Ende, wenn ich meine Mitbringsel präsentiere.

Eine ehemals große Brauerei war die National Jürgens Brauerei. Sie hat sich im Laufe der Zeit mit Feldschlösschen Brauerei aus Braunschweig zusammen getan. Im Rahmen der allgemeinen Konsolidierung des Biermarktes in Deutschland gehörte Feldschlösschen irgendwann zur Oettinger Brauerei, welche in Braunschweig die größte Braustätte Niedersachsens betreibt. Die National Jürgens Brauerei ist mittlerweile ein Craft-Beer-Produzent; den Standort konnte ich leider nicht ermitteln.

Der Liquidation im Rahmen solcher Konsolidierungsphasen konnte die Hofbrauhaus Wolters GmbH gerade noch so entgehen. Stark verankert in der Region, konnte es durch verschiedene Aktionen in Gesellschaft und Bevölkerung gerettet werden und existiert weiter als Privatbrauerei mit starkem regionalem Bezug.

Berühmt, bekannt und sehr sehr lecker ist der Braunkohl in und um Braunschweig. Es ist ein – nennen wir es mal – enger Verwandter des Grünkohls und ich war zu genau der richtigen Zeit da um frischen Braunkohl zu essen. Man bekommt ihn in einigen gutbürgerlichen Restaurants mit Bregenwurst und Kassler. Kann ich nur empfehlen! Ich bin der Empfehlung der Touristinfo gefolgt und begab mich ins Gasthaus Mutter Habenicht. Es war gleichzeitig mein Abschluss für den ersten Tag meines Besuches in Braunschweig.

Bei meiner Suche nach den Braunschweiger Lebkuchen, bin ich auch an der Bäckerei Tutschek vorbei gekommen. Lebkuchen habe ich bekanntlich nicht gefunden (ich merke gerade, wie sehr ich auf diesem Lebkuchenthema rumreite… :D), aber dafür ein Brot, welches mit der Braunschweiger Mumme verfeinert wurde – der Mumme-Laib. Auf den folgenden Fotos findet der begeisterte Leser den Mumme-Laib und andere Braunschweiger Mitbringsel.

Auf den Fotos befinden sich noch allerlei andere Mitbringsel. Das rote Döschen mit dem Braunschweiger Löwen beinhaltet handgemachte superleckere Spekulatiuskekse des Braunschweiger Bäckermeisters Karsten Fucke.

Außerdem befinden sich auf den Fotos jede Menge Wursterzeugnisse! Die Braunschweiger Wurst ist weltweit bekannt, aber überall versteht jeder was anderes darunter. Es gibt kein einheitliches Rezept oder ein Patent, so dass sie für manch einen einen Brühwurst ist, für den anderen eine geräucherte, streichfähige Mettwurst oder auch als Knackwurst. So oder so habe ich mich bei der Fleischerei Neubauer mit allerlei Wursterzeugnissen eingedeckt.

Als passionierte Cappucchino-Trinker besorgte ich mir auch ein Päckchen Espressobohnen der Kaffee Manufaktur Heimbs. Sie hat eine lange Tradition und gehört zu den größten Röstern Deutschlands.

Versäumt habe ich mir ein Päckchen Zucker zu kaufen vom zweitgrößten Zuckerhersteller Deutschlands – Nordzucker.