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Historische Sehenswürdigkeiten in der Innenstadt

Praktisch an einer langen Fussgängerzone in einer vom Krieg verschonten Stadt ist, dass alle Sehenswürdigkeiten von links nach rechts oder andersherum besucht werden können ohne groß im Zick Zack zu wandern. Nicht alle Ziele standen direkt an der Hauptstraße, so dass wir öfter Quergassen betreten mussten, aber dennoch sind wir wieder ziemlich schnell an der berühmten Heidelberger Fussgängerzone zurückgekehrt. Ich beginne diesen Teilartikel an der östlichsten Sehenswürdigkeit in dieser Kategorie.

Am Karlstor beginnt die Hauptstraße und somit die Altstadt von Heidelberg. Es wurde Ende des 18. Jahrhunderts als eine Art römischer Triumphbogen erbaut.

Als nächstes folgt das Palais Boisserée, erbaut Anfang des 18. Jahrhundert als Adelshof der Familie Sickingen. Bekannt unter dem derzeitigen Namen wurde es allerdings als 100 Jahre später die Brüder Boisserée für einige Jahre eine Sammlung altdeutscher Gemälde dort unterbrachten. Heute befindet sich im Palais das Germanistische Seminar der Universität Heidelberg. Studenten des Seminars sind Teilnehmer der Jury für den Clemens-Brentano-Preis für Lyrik, Romane, Essays und Erzählungen. Dieser wird jährlich vergeben. Vergabeort scheint zumindest in den letzten Jahren das Palais Prinz Carl gewesen zu sein. Hier habe ich nur leider kein Foto, da ich anscheinend bei meiner Planung übersehen habe…

Das Palais Prinz Carl grenzt am Heidelberger Marktplatz mit seinen vielen weiteren Sehenswürdigkeiten. Er ist einer der ältesten Plätze der Stadt auf dem viele Veranstaltungen stattfinden. Mittdrin steht die Heiliggeistkirche, welches die größte und bedeutendste Kirche der Stadt ist. Vom Turm soll man einen schönen Ausblick haben. Obwohl wir sehr viele Tage in Heidelberg verbrachten und fast jeden Tag daran vorbeispaziert sind, war der Turmaufgang nie geöffnet! Leider standen auch keine Öffnungszeiten dran… Direkt gegenüber steht die Repräsentanz der weltlichen Macht – das neobarocke Rathaus der Stadt.

Direkt am Marktplatz befindet sich ebenso das Hotel Zum Ritter St. Georg, welches – Ende des 17. Jahrhundert erstmalig erwähnt – zu den prächtigsten und meist photographierten Sehenswürdigkeiten der Stadt gehört. Es diente schon damals den begüterteren Reisenden als Unterkunft.

Von hier aus kann man nach Norden an den Neckar weiter flanieren, wo die Alte Neckarbrücke den Fluss überspannt. Sie ist ein Wahrzeichen der Stadt und verbindet die Altstadt mit dem Stadtteil Neuenheim. An dieser Stelle standen seit dem Hochmittelalter bereits 8 Vorgängerbrücken, bevor nun endgültig die Alte Neckarbrücke Ende des 18 Jahrhunderts erbaut wurde. Meistens befinden sich Fußbänger auf ihr, die den schönen Blick über die Stadtteile nördlich und südlich des Neckars genießen oder einfach nur die Flußseite wechseln wollen. Auf der Südseite beginnt die Brücke mit dem Stadttor Heidelberg. Sie entstand ebenfalls im Zuge des letzten Neubaus der Brücke. Neben dem Brückentor befindet sich die Skulptur des Heidelberger Brückenaffen wozu es eine interessante Geschichte gibt, welche die politischen Verhältnisse zum Beginn der Neuzeit ein wenig darstellt. Das Hinterteil des Brückenaffen zeigte nach Norden zu den Ankömmlingen/Besuchern der Stadt. Insbesondere wenn sie aus Kurmainz kamen, sollte die Botschaft lauten, dass die Kurmainzer Bischöfe ab hier keine Macht mehr hätten. Hier haben die Kurfürsten das Sagen.

Einen Katzensprung entfernt befindet sich das Hotel Holländer Hof. Die Nutzung als Herberge ist bereits seit dem 16. Jahrhundert belegt und oft waren berühmte Persönlichkeiten wie Kurfürsten oder Wilhelm Busch hier zu Gast.

Als nächstes besuchten wir eine sehr faszinierende Sehenswürdigkeit – den Studentenkarzer. Grundsätzlich ist das für damalige Stundenten kein schöner Ort gewesen, schließlich wurde man da reingesteckt, wenn man Mist gebaut hat. Mit der Zeit gehörte es allerdings zum guten Ton bei der Studentenschaft mindestens einmal im Karzer gewesen zu sein… Mittlerweile ist es eine Art Museum und gerne besucht.

In der Nähe befindet sich der Hexenturm. Er stammt in etwa aus dem 13. Jahrhundert und war Teil einer Stadtbefestigung. Heute ist er architektonisch in ein Universtitätsgebäude integriert.

Nur wenige Meter entfernt steht der älteste Bau der Stadt – die Peterskirche. Tatsächlich ist es sogar so, dass diese Kirche noch vor Gründung Heidelbergs erbaut wurde!

Von hier aus muss man wieder den Weg nach Norden gehen, um auf die Hauptstraße zu gelangen. Dort steht der Wormser Hof. In diesem historischen Gebäude lebten die Wormser Bischöfe und lange Zeit weitere höhergestellte Persönlichkeiten. Wie er momentan genutzt wird, ist mir nicht bekannt.

Weiter nördlich in Richtung Neckar befindet sich der Marstall mit der Zeughaus-Mensa. Es gehört zu den ältesten noch erhaltenen Bauten der Stadt und hat nahezu alle Kriege und Belagerungen der Zeit sehr gut überstanden. Früher wurde das Gebäude militärisch genutzt. Mittlerweile befinden sich dort Einrichtungen der Universität. Insbesondere ist hier die mehrfach ausgezeichnete Mensa zu erwähnen.

Weiter westlich an der pulsierenden Hauptstraße befindet sich das Haus zum Riesen. An der Front befindet sich eine kleine Statue, die einen Riesen darstellt und dem Haus seinen Namen gab. Besonders am Haus des Riesen ist, dass es teils aus den Sandsteinquadern des gesprengten Dicken Turms des Heidelberger Schlosses gebaut wurde. Es wird seit längerer Zeit von der Universität Heidelberg genutzt und wurde ebenfalls von berühmten Wissenschaftler als Forschungsstätte benutzt.

Ich erwähnte bereits wie lohnenswert die kleinen Gassen und Straßen links und rechts der Hauptstraße für einen Besucher sind und präsentiere nun viele Photos der Heidelberger Altstadt.

Außerhalb der Altstadt gibt es ebenfalls einige sehenswerte Ziele. Westlich der Altstadt steht das Alte Hallenbad, welches im Jugendstil erbaut wurde. Leider war es geschlossen, so dass wir das imposante Innere nicht besichtigen konnten. Es wurde 1906 eröffnet und diente natürlich als Hallenbad. Seit einigen Jahren wird es für Veranstaltungen genutzt und auch Einzelhändler und gastronomische Betriebe haben dort einen Platz gefunden.

Auf der anderen Seite des Neckars befindet sich mit dem Gasthaus Die Hirschgasse eines der ältesten und bekanntesten Gasthäuser Heidelbergs. Das Gasthaus wurde von vielen schlagenden Studentenverbindungen als Pauklokal genutzt, um eine Mensur durchzuführen. Das bedeutet, dass sich einzelne Studenten gegnerischer Studentenverbindungen im Fechtkampf gegenüber standen und es sprichwörtlich ausfochten. Bei der Mensur geht es nicht um das Gewinnen, sondern um die Fechtkunst an sich. Ich würde behaupten, dass das olympische Motto „Dabei sein ist alles“ hier gut paßt und dass jeder Teilnehmer im Grunde sein eigener Gegner ist.

Eine der nördlichsten Sehenswürdigkeiten der Stadt ist die Tiefburg. Sie war eine mittelalterliche Wasserburg und befindet sich mittlerweile mitten in einem Wohngebiet. Es ist für mich ein ungewohnter Anblick gewesen, aber das Ensemble hat auch seinen Charme! Über den Ursprung ist nicht viel bekannt, aber kurios ist, dass um 1770 ein eingemauertes Skelett samt Rüstung gefunden wurde. Über den Grund kann auch nur spekuliert werden. Die Burg wird mittlerweile für Veranstaltungen genutzt.