Neben den diversen Kultursehenswürdigkeiten gibt es zahlreiche historische Paderborner Sehenswürdigkeiten. Kaiser Karl der Große hat hier Grundlagen geschaffen für eine florierende Stadt und den Bau vieler weltlicher und kirchlicher Bauwerke.
Kaiser und Erzbistum
Ein Spaziergang durch Paderborn führt an vielen historischen und imposanten Bauten vorbei. Die Stadt hat den Rang eines Erzbistums, so dass insbesondere kirchliche Bauten Wesentliche Paderborner Sehenswürdigkeiten sind. Der Dom steht am Domplatz und hat die Besonderheit des Drei-Hasenfensters. Der Paderborner Dom hat den Namen Hoher Dom St. Maria, St. Liborius, St. Kilian und stammt in seiner heutigen Form aus dem 13. Jahrhundert, aber es gab diverse Vorgängerkirchen seit dem 8. Jahrhundert. Im Dom sind nahezu alle bisherigen Bischöfe begraben und außerdem wird dort der Liborischrein aufbewahrt. Einmal im Jahr zur Liboriprozession wird er aus dem Dom getragen und durch die Stadt geführt.

Leider wurde das Drei-Hasenfenster während meines ersten Besuchs restauriert. Es ist ein Wahrzeichen der Stadt und eine Nachbildung befindet sich im Kreuzgang des Doms. Das Original kann man nebenan im Diözesianmuseum betrachten. „Der Hasen und der Löffel drei, und doch hat jeder Hase zwei“ ist ein Ausspruch dazu, denn wenn man genau hinschaut, sieht man nur 3 Löffel und dennoch hat jeder Hase 2 Löffel. Warum der Steinmetz das damals so gestaltet hat, ist immernoch Gegenstand von Hypothesen.

Der Domplatz hat eine spannende Geschichte hinter sich! Gute 1000 Jahre lang war er ein Friedhof und erst als die Napoleonischen Franzosen kamen, wurde dieser an den Rand der Stadtmauer verlegt. Seitdem ist er auch offiziell ein Marktplatz und heute Standort des Liborimarkts. Aufgrund der zentralen Lage wurde vorher heimlich auf dem Friedhof Handel getrieben.

Seit 799 ist Paderborn ein Erzbistum. Direkt am Domplatz befindet sich das Generalvikariat des Erzbistums Paderborn.

Auf der anderen Seite des Doms befindet sich die Bartholomäuskapelle. Sie ist die älteste Hallenkirche – erbaut um 1017 – nördlich der Alpen und soll eine fantastische Akustik haben. Dom und Kapelle bilden ein schönes Ensemble, welches attraktiv für Fotografen ist!


Die Pfau hat eine besondere Beziehung zum christlichen Paderborn. Der Legende nach begleitete ein Pfau bei der Überführung des heiligen Liborius von Le Mans nach Paderborn den Tross bis zum Einmarsch in die Domkirche. Anschließend setzte er sich auf das Dach des Doms und fiel tot um. Seitdem wird bei jeder Liboriprozession ein Pfauenwedel mitgetragen. Der Pfau pfindet sich in Paderborn als dekoratives Element an vielen stellen – auch als Türgriff an der Bartholomäuskapelle!

Direkt neben der Bartholomäuskapelle steht die Kaiserpfalz. Zur Zeit unseres Besuches wurden an der Kaiserpfalz Bauarbeiten durchgeführt. Bei meinem zweiten Besuch in Paderborn waren die Bauarbeiten abgeschlossen. Es dient heute als Museum und war früher die Residenz der Kaiser, welche ständig in ihrem Reich umherreisten und in etlichen Pfalzen residierten. Das Bauwerk ist sehr gut restauriert worden nachdem man die Grundmauern in den 1960er Jahren ausgegraben hat.



Paderborner Sehenswürdigkeiten – weitere Kirchengebäude
Am Domplatz befindet sich auch die Gaukirche St. Ulrich. Vermutlich stammt sie aus dem 12. Jahrhundert und galt im Gegensatz zum Bischofsdom als Kirche des gemeinen Volkes.

Ganz in der Nähe photographierte ich die Alexiuskapelle, welche einer mit Asylrechten ausgestatteter Zufluchtsort war. Um 1670 wurde sie anstelle eines Vorgängerbauwerks errichtet.

Nur wenige Meter weiter kam ich an der Abdinghofkirche vorbei, von der nicht ganz klar ist von wem sie zu welchem Zeitpunkt im 11. Jahrhundert gebaut wurde. Sie diente lange Zeit als Benediktinerkloster und ist mittlerweile eine evangelische Kirche.

In der südlichen Altstadt befindet sich das erzbischöfliche Palais neben der Liborigalerie. Seit 1829 ist das Palais Sitz der Paderborner Bischöfe bzw. Erzbischöfe. Die Äbte des Klosters Dalheim haben es vorher als Stadtwohnung genutzt, daher trägt es auch die Bezeichnung Dalheimer Hof.

In der Nähe des Rathauses befindet sich die barocke Marktkirche. Sie ist eine ehemalige Jesuiten- und Universitätskirche und wurde 1692 als solche errichtet.

Mitten in der belebten Fußgängerzone steht das Mitte des 17. Jahrhunderts gegründete Franziskanerkloster. Mit kleinen Unterbrechungen ist es bis heute ein Franziskanerkloster.

Eine interessante und, wie ich finde, schöne Story hat die 1036 gebaute Busdorfkirche. Sie war ursprünglich ein Stift und wurde der Grabeskirche in Jerusalem nachempfunden. Der damalige Bischof Schichte einen Gesandten nach Jerusalem, um sich die Maße zu notieren. Dieser wurde dann auch der erste Abt des Stifts. Im Laufe der Jahrhunderte hat sich allerdings viel verändert und die heutige Kirche hat kaum noch etwas mit dem heutigen Bauwerk zu tun. Sehr schön fand ich den Busdorf-Kreuzgang, welcher tagsüber geöffnet ist und eine kleine Oase der Ruhe ist. Er wird auch Pürting genannt, was dem lateinischen Porticus (Säulengang) entstammt.



In der westlichen Altstadt steht das ehemalige Kapuzinessenkloster. Es bestand lediglich von 1628 bis 1833 und wurde anschließend a ls Landeshospital genutzt. Heute ist es zu einem Bürogebäude und gewandelt worden und dient als Firmenzentrale eines Unternehmens.

Am Stadtrand besichtigte ich die kleine Fachwerkkapelle St.Rochus. Sie stammt von 1767 und ist dem Pestheiligen St. Rochus geweiht.

Historische Bauwerke in der Altstadt
Mitten in der zentralen Altstadt entdeckte ich ein interessantes Stadtmodell von Paderborn! Anders als bei anderen Stadtmodellen scheinen hier nur ausgewählte Paderborner Sehenswürdigkeiten abgebildet zu sein.

Und wenn man weiter geht, kommt man auch schon am großen Rathausplatz an mit dem imposanten, im Stile der Weserrenaissance erbauten Rathaus. Das aktuelle Rathaus besteht seit 1620. Vorgängerbauwerke gab es bereits seit 1279.

Direkt davor steht der Rathausbrunnen, auch „Kump“ genannt. Bis weit in die Neuzeit dienten die Kümpe den Paderbornern als wichtige Wasserversorgung, welche durch die Paderquellen gespeist wurden.

Die Innenstadt hat übrigens viele architektonische Beispiele zur Weserrenaissance. Ein Beispiel ist das Heisingsche Haus; ein altes Patrizierhaus direkt neben der Touristinfo, bzw. am Marienplatz. Es stammt vermutlich aus dem 16. Jahrhundert und meist lebten dort wohlhabendere Familien, unter Anderem die Familie Heising.

In der Nähe befindet sich das Adam und Eva Haus, in dem bis 2023 das Museum für Stadtgeschichte untergebracht war und welches Mitte des 16. Jahrhunderts gebautwurde. In dem Viertel befindet sich auch viele andere Fachwerkhäuser. Am Haus befinden sich reiche Verzierungen zur biblischen Geschichte von Adam und Eva.


Schräg gegenüber photographierte ich das Deelenhaus aus dem 18. Jahrhundert und eine weitere Reihe Fachwerk. Es besteht eigentlich aus 2 Fachwerkhäusern und diese wurden bis in die 1970er Jahre auch privat genutzt. Dann entschied man sich die beiden Häuser miteinander zu verbinden und einen Ort für zahlreiche kulturelle Veranstaltungen zu kreieren. Und das ist das Deelenhaus bis heute.


Wenige Meter mußte ich nur gehen, um an eine Paderquelle zu gelangen und ich fand dann einen guten Spot, um weitere Fachwerkhäuser in der Straße Auf den Dielen zu photographieren.

Um die Entstehung der Pader ranken unterschiedliche Geschichten und diese sind im Sagenbrunnen vereint. Mal soll der Gott Wotan seine Finger im Spiel gehabt haben, eine andere Story steht eine Marienstatue in den Mittelpunkt.

Das Pesthaus liegt schön an der idyllischen mittleren Pader und war vermutlich nur kurze Zeit eine Isolierstation. Der ursprüngliche Zweck des 1684 erbauten Bauwerks ist nicht bekannt, aber es hatte im Laufe der Zeit verschiedenste Nutzungsarten gehabt.

Paderborner Stadtmauer
Zu den relativ gut erhaltenen Paderborner Sehenswürdigkeiten gehört die Stadtmauer. Am nördlichen Rand der Innenstadt befindet sich die Heiersburg, welche im Mittelalter als Unterkunft der Wachen und später als Theologenkonvikt diente. Reste der Stadtmauer sind ebenfalls an der Heiersburg zu finden und werden daher Heiersmauer genannt. Zum Ensemble gehört ebenfalls der Heiersturm.




Der Maspernturm ähnelt dem Heiersturm und steht in direkter Nachbarschaft. Beide Türme waren Wachtürme der Stadtbefestigung.

Der Bolton-Wall hieß bis 1975 Friedrich-Wall und ist Teil der Stadtbefestigung gewesen. Auf dem nach der englischen Partnerstadt Bolton benannten Wall kann man entspannt spazieren.

Das westliche ehemalige Neuhäuser Tor schließt direkt daran an, wo jetzt nur eine Lücke klafft, als es 1872 abgerissen wurde.

Zur südlichen Stadtbefestigung gehört der Le-Mans-Wall und die Franziskanermauer und ebenfalls der Hophei Turm. Mit Le Mans verbindet Paderborn eine besondere Geschichte. Die Städtepartnerschaft zwischen diesen beiden Städten besteht seit 836 und hatte eine kirchenpolitische Basis. Seit 1967 gilt diese ununterbrochene Städtepartnerschaft auch noch heutigen städtepartnerschaftlichen Maßstäben und ist somit die älteste Partnerschaft ihrer Art in Europa.


Weiter Ostwärts führ ich die Jesuitenmauer entlang.


Anschließend kam ich schnell an der Kasseler Mauer vorbei, wo früher das Kasseler Tor stand.

Die Busdorfmauer schließt sich an und befindet sich nahe der Busdorfkirche.


Auch an der Giersmauer und dem Gierswall bin ich entlang gefahren und genoß den Blick auf einige Fachwerkhäuser.


Paderborner Sehenswürdigkeiten außerhalb der Altstadt
Außerhalb der Stadt betrieb das mittelalterliche Paderborn ebenfalls Wach- und Wehrtürme. Gut erhalten ist Lichtenturm/Haxter Warte. Von hier konnte die Stadt frühzeitig vor möglichen Feinden gewarnt werden.

Auch Burgen und Schlösser gibt es in Paderborn. Von Norden aus kommend, besuchte ich an meinen beiden Besuchen gleich zu Anfang das schöne Schloß Neuhaus mit seinem Barockgarten. Dort wurde gerade eine standesamtliche Hochzeit gefeiert und als ich mit meiner Spiegelreflex dort auftauchte, dachten alle, ich wäre der Fotograf… 😀 Das Schloß liegt im gleichnamigen Ortsteil Schloß Neuhaus und gehört zu den wichtigsten Bauwerken der Weserrenaissance. Im 16. Jahrhundert begann man mit dem Bau und im Laufe der Zeit kamen immer wieder weitere Teile hinzu.




