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Mannheimer Sehenswürdigkeiten

Ein bunter Mix an historischen und modernen Mannheimer Sehenswürdigkeiten erwartet den Besucher diese außergewöhnlichen Stadt.

Quadratestadt

Kurfürst Friedrich IV vergab Anfang des 17. Jahrhunderst die Stadtrechte an Mannheim und war somit mitverantwortlich, dass die Bürgerstadt ein gitterförmiges Stadtzentrum besaß. Es gab Häuserblöcke anstatt Staßenzüge! Daher ist Mannheim auch als die Quadratestadt bekannt. Am besten zu erkennen ist das von der Luft aus, aber da wir gerade keinen Hubschrauber oder Heißlufballon zu Hand hatten, empfehle ich dem interessierten Leser, Mannheim über Google Maps von oben zu betrachten. Die üblichen Straßennamen findet man im Zentrum nicht. Hier haben die Blöcke Bezeichnungen und entsprechend sehen auch die Straßenschilder aus.

Zwei Hauptstraßen kreuzen die Quadrate. Zum einen die Kurpfalzstraße. Sie führt vom Mannheimer Schloß bis zur Kurpfalzbrücke und hieß bis 1950 Breite Straße.

Und zum anderen gibt es die Planken. Sie führt von Ost nach West vom Wasserturm bin zur Kurt-Schumacher-Brücke und ist überwiegend eine Fußgängerzone. Die Planken ist übrigens eine beliebte und attraktive Haupteinkaufsstraße.

Am Paradeplatz kreuzen sich beide Straßen. Es ist der zentrale Platz Mannheims und wurde früher für Truppenparaden genutzt. Mittendrin steht die Grupello-Pyramide. Sie steht für die Verherrlichung fürstlicher Tugenden.

Historische Mannheimer Sehenswürdigkeiten

Am südwestlichen Ende der Quadrate, nahe des Hauptbahnhofs befindet sich eine der größten Schloßanlagen der Welt – das Barockschloss Mannheim. Es ist nach Versailles bei Paris das zweitgrößte Schloss Europas. Besonders ist, dass die Erbauer darauf geachtet haben, dass das Schloss ein Fenster mehr hatte, als das Schloss in Versailles. Die Kurfürsten im Rhein-Neckar-Gebiet hatten durchaus ein Bewusstsein für ihre Stellung. Das Mannheimer Schloß hat der Kurfürst 1720 errichten lassen. Seit 1967 ist es Sitz der Universität von Mannheim.

Östlich der Quadrate steht der Friedrichsplatz mit dem Wahrzeichen der Stadt: dem Wasserturm. Er wurde im Neobarockstil erbaut und 1889 vollendet. Bis zum Jahr 2000 war er sogar noch im Betrieb.

Innerhalb der Quadrate befinden sich weitere interessante und schöne Bauwerke. In der Nähe des Barockschlosses steht die Jesuitenkirche. Sie war die ehemalige Hofkirche des Kurfürsten und gilt als eine der bedeutendsten Barockkirchen Süddeutschlands.

  • Mannheimer Sehenswürdigkeiten Jesuitenkirche
  •  Jesuitenkirche
  •  Jesuitenkirche
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Direkt nebenan ließen die aufgeklärten kurpfälzischen Fürsten die Alte Sternwarte erbauen. Hier wurden erstmals Doppelsterne beobachtet. Außerdem hatte die Sternwarte berühmte Besucher, wie Wolfgang Amadeus Mozart oder Benjamin Franklin.

Direkt gegenüber des Barockschlosses steht das Palais Bretzenheim von 1788. Der damalige Fürst Carl Theodor brachte dort seine Maitresse und die vielen Kinder unter. Aus dieser Linie entstand das Fürstenhaus Bretzenheim.

Am Paradeplatz steht ein Glaskubus. Er ist ein Mahnmal für die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus. Die Namen der Mannheimer Juden stehen dort in Spiegelschrift. Leider wurde der Glaskubus aufgrund einer Baustelle mit Holzplatten bedeckt und so konnte ich ihn nicht ablichten.

Unweit des Paradeplatzes kommt man zum Marktplatz. Dort befinden sich im gleichen Gebäudekomplex das Alte Rathaus und die Pfarrkirche St. Sebastian. Der Doppelbau vom Beginn des 18. Jahrhunderts ist der älteste Bau Mannheims. Zwischen dem Alten Rathaus und der Pfarrkirche steht der Kirchturm.

Außerhalb der Quadrate

Die Christuskirche war ursprünglich nicht auf meiner Liste der Sehenswürdigkeiten, aber ich finde sie sehr schön, da sie überhaupt nicht so schlicht ist, wie ich viele andere evangelische Kirchen erlebte. Die Bauzeit war von 1907-1911 und glücklicherweise überstand sie die Einwirkungen des 2. Weltkriegs nahezu unbeschadet.

Ein letztes historisches Gebäude auf meiner Liste ist die Alte Feuerwache. Sie war früher die zentrale Feuerwache in Mannheim und ist nun ein Musik- und Kulturzentrum. Eigentlich sollte sie erst abgerissen werden, damit ein weiterer Turm des NUB-Komplexes (im Hintergrund) dazukommt, aber glücklicherweise wurde sich gegen den Abriss entschieden. Von 1912 bis 1970 war sie die zentrale Hauptfeuerwache Mannhauen.

Moderne Mannheimer Sehenswürdigkeiten

Das NUB (Neckaruferbebauung Nord) ist ein Bauwerk im Stile des Brutalismus. In den 60er Jahren gebaut, bietet es viel Wohnraum und ist eine Marke in der Skyline der Stadt. (Architekten: Einald Sandreuther, Werner Single und Norbert Schultes)

Direkt gegenüber auf der anderen Neckarseite ist das Collini-Center kaum zu übersehen. Ebenfalls im Stile des Brutalismus erbaut, beherbergt es Büro- und Wohnräume. Außerdem gibt es eine Fußgängerbrücke, die direkt zum NUB führt. (Architekt: Karl Schmucker, 1971-1975)

Ein modernenes Wahrzeichen der Stadt ist der Fernmeldeturm mit seiner Aussichtsplattform – rund 218 Meter hoch. Er ist das höchste Gebäude in Baden-Württemberg. (Architekten: Heinle, Wischer und Partner, 1973 bis 1975)

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