Kultur in Frankfurt ist mein nächstes Thema. Wie nur wenig andere Städte bietet Frankfurt eine große Bandbreite an kulturellen Aktivitäten und Angeboten. Außerdem ist hier Goethe geboren worden und wirkte in dieser Stadt. Bekannt ist Frankfurt außerdem für seine außergewöhnlich hohe Anzahl an renomierten Museen. Dazu habe ich aber einen Extra-Artikel geschrieben.
Im Grünen
Dünen kannte ich bisher nur aus Wüsten oder küstennahen Orten. Die Schwanheimer Düne ist allerdings eine Binnendüne und das ist ein äußerst seltenes Phänomen. Sie entstand kurz nach der letzten Eiszeit und ist seit 1984 ein Naturschutzgebiet. Auf vorgefertigten Bohlenwegen spazierte ich durch die Schwanheimer Düne und betrachtete die dort typische und seltene Flora und Fauna.






Der Adolph-von-Holzhausen-Park war Teil eines deutlich größeren Gutshofs der Frankfurter Patrizierfamilie Holzhausen. Um 1913 ging er in den Besitz der Stadt Frankfurt über und ist seitdem ein wichtiges Naherholungsgebiet für die umliegenden Stadtteile. Im Park photographierte ich ebenfalls das schöne mit Wasser umgebene Holzhausenschlösschen.



Über die Familie Bethmann habe ich bereits im Artikel Frankfurter Spezialitäten geschrieben. Der Bethmannpark geht auf sie zurück als sie das Grundstück 1783 erwarben. Der Garten wurde im Rokokostil angelegt und passte sich im Laufe der Zeit den modischen Gegebenheiten an.




Der ruhige und idyllische Frankfurter Stadtwald grenzt an die lauten Verkehrsknotenpunkte Flughafen und Autobahnen und ist nach meinem Empfinden ein sehr entspannter Ruhepol. Er gehört zu den größten Stadtwäldern einer Großstadt in Deutschland und ist bereits seit dem Mittelalter im Besitz der Stadt.




Kultur in Frankfurt – Bühnen
1873 wurde die Alte Oper in Frankfurt errichtet, nach dem sich die Frankfurter lange Zeit gegen ein größeres Theaterhaus gewährt haben. Nach Gründung des Deutschen Reichs 1871 und durch den größeren preußischen Einfluß änderten sich Umstände und Meinungen in der Stadt und es entstand dieses schöne Opernhaus im Stil der Renaissance. Nach dem Krieg war das Bauwerk lange Zeit eine Ruine und man hat es erst 1981 abschließend wiederaufbauen können.

In der Zwischenzeit nutzte Frankfurt das Schauspielhaus als Opernhaus und nannte das Konstrukt in seiner Doppelfunktion Städtische Bühnen Frankfurt. Das Schauspielhaus gehörte insbesondere in den 1920ern zu den bedeutendsten Theaterinstitutionen im deutschsprachigen Raum.


Außerhalb der Britischen Inseln ist The English Theatre Frankfurt das größte und drittälteste englischsprachige Theater in Europa. Das 1979 gegründete Theater ist breit aufgestellt, denn es zeigt Stücke verschiedenster Genres.

Historische Prominenz
Kultur in Frankfurt ist untrennbar mit schillernden Stars aus der Vergangenheit verbunden. Friedrich Schiller lebte einige Jahre in Frankfurt und ließ sein Stück Kabale und Liebe hier uraufführen. 1859 wäre er 100 Jahre alt geworden und im Rahmen eines Schillerfestes entschied man ein Schiller-Denkmal aufzustellen. 1864 wurde es an der Frankfurter Hauptwache aufgestellt.

Theodor W. Adorno kam 1903 in Frankfurt zur Welt und war ein bekannter Philosoph bzw. Musikphilosoph, Soziologe, Pädagoge und Komponist. 2003 wäre er 100 Jahre alt geworden und so stiftete man ihm das Adorno-Denkmal. Da es auf privatem Gelände steht, hatte ich keine Möglichkeit der Photographie. Es steht innerhalb des Geländes der Universität Frankfurt.

Johann Wolfgang Goethe war ein Sohn der Stadt und gehört zu den größten und erfolgreichsten Dichtern im deutsprachigen Raum mit internationalen Rang. Das Goethe-Haus ist sein Geburtshaus, indem er lange Iebte. Mittlerweile dient es als Museum und Gedenkstätte.

Seit 1931 – dem 100. Todestag von Goethe – steht der Goetheturm am Rande des Frankfurter Stadtwalds in Sachsenhausen. Er war lange Zeit Deutschlands höchster, öffentlich begehbarer Holzbau und wurde erst 1999 durch den Magdeburger Jahrtausendturm abgelöst. Ich habe ihn bei meinem Besuch nicht bestiegen, aber ich hätte es wohl machen sollen. Die Aussicht auf die Stadt soll großartig sein!

Bildung und Wissen
Die Philosophisch-Theologische Hochschule Sankt Georgen ist die älteste private Hochschule Deutschlands. Sie besteht seit 1926 und bildet katholische Priester aus.

Die private Hochschule Frankfurt School of Finance & Management ist aus der 1957 gegründeten Bankakademie e.V. hervorgegangen. Ursprünglich bot sie Weiterbildungsprogramme für Beschäftigte aus der Bank- und Finanzwelt an. Die Bildungsangebote wurden sukzessive erweitert.

Ich erwähnte bereits die Funktion Frankfurts als Zentrum der Bücher im Rahmen der Frankfurter Buchmesse. Frankfurt ist ebenso Sitz des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels e.V. Seine Einzigartigkeit besteht darin als einziger Verein weltweit die Interessen aller im Buchhandel vertretenen Parteien zu vertreten. Das sind Verlage, Großhandel und stationärer Buchhandel.

Ebenso wie Leipzig besitzt Frankfurt gleichermaßen einen gleichwertigen Hauptsitz der Deutschen Nationalbibliothek. Ihre Aufgaben sind natürlich vergleichbar: Das Sammeln und Verzeichnen von schriftlichen Werken.

Das EXPERIMINTA ScienceCenter ist eigentlich ein Museum; genauer gesagt ein Mitmach-Museum. Da es wissenschaftlich ausgerichtet ist, habe ich es in den Bereich Bildung und Wissen gesteckt. Hier können sich Besucher bei weit über 100 Stationen mit Versuchen vergnügen aus den Bereichen der MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Techniken).

Kultur in Frankfurt – Kunst
Internationales Renommee hat die Schirn Kunsthalle in Frankfurts Altstadt. Diese Kunsthalle gibt es seit 1986 und da sie keine eigene Sammlung hat, organisiert sie Ausstellungen und hat gute Verbindungen zu weltweit bekannten Kunsthallen.


1829 gründeten wohlhabende Frankfurter den Frankfurter Kunstverein, womit er zu den ältesten Kunstvereinen Deutschlands gehört. Der Verein wechselte öfter seinen Sitz innerhalb von Frankfurt und sitzt nun im Steinernen Haus. Dieses mittelalterliche Gebäude besteht seit dem 15. Jahrhundert und diente ursprünglich als Sitz einer Kaufmannsfamilie. Nach dem 2. Weltkrieg wurde es aufwendig rekonstruiert.

Kultur in Frankfurt – Musik
Ich habe die Jahrhunderthalle im Stadtteil Höchst photographiert, welche allgemein die Musikstadt Frankfurt repräsentieren soll. Insbesondere in den 1990ern und 2000ern entstanden etliche Bands und Einzelkünstler mit teilweise Welterfolgen. Sehr stark entwickelte sich die Hip-Hop- und Rapszene und brachte viele nahmhafte Künstler hervor. Die Jahrhunderthalle wurde 1963 fertiggestellt und hat eine außergewöhnliche Kuppel. Die besondere Raumakustik wird sehr geschätzt. (Architekten: Friedrich Wilhelm Kraemer, Ernst Sieverts)

Black Music, Rap, Hip Hop und alles was dazu gehört fand seinen Beginn in den 1980ern bzw. 1990er Jahren in der Brönnerstraße 25 im Alten Funkadelic. Internationale Stars gaben hier Clubkonzerte und Künstler wie Moses Palham, Sabrina Setlur, Terence Trent D’Arby usw. wurden unter Anderen hier zu Stars. Natürlich gab es hier auch viele Black Music Parties.

Die Ära des Alten Funkadelic endete mit Abzug der US- Truppen zum Ende des Jahrzehnts. In der Nähe in der Bleichstraße 46 startete man einige Zeit später einen neuen Black Music Club – das Neue Funkadelic. Soweit ich es aus dem Internet erfahren habe, war der Club ähnlich erfolgreich. Zum Zeitpunkt meines Besuchs in Frankfurt im Juli 2023 konnte ich allerdings nicht erkennen, ob der Club noch existiert.

