Neben einer Vielzahl an Lübecker Sehenswürdigkeiten in der Altstadt, lohnt ebenfalls ein Besuch in den äußeren Stadtteilen und den nahen Kisteorten von Lübeck.
Travemünde
Wo die Trave in die Ostsee mündet, steht der 31 Meter hohe Alte Leuchtturm Travemünde. Er ist der älteste Leuchtturm Deutschlands und ein Vorgängerbau fand bereits im 13. Jahrhundert Erwähnung. Seit 2004 wird es als Leuchtturmmuseum genutzt.


Wir nutzten das gute Wetter und spazierten entlang der Strandpromenade, blickten auf den Strand und das Meer und genossen die schöne Zeit. Die Strandpromenade ist 1,7 km lang, recht breit und bietet viel Platz zum Flanieren und für verschiedene Veranstaltungen. Vom Strand aus ragt die Seebrücke Travemünde in die Ostsee und verspricht einen schönen Blick auf den Ort und Priwall.
An der Promenade erblickten wir außerdem Skulpturen aus Sand.

Direkt an der Mündung der Trave in die Ostsee weist die Nordermole Travemünde den Schiffen und Booten den Weg in den Fluß hinein und ins Meer hinaus. Dazu dient am Ende der Mole das Molenfeuer. Auch von hier hatten wir einen schönen Blick auf Travemünde und Priwall.


Die Persiluhr im Ort hatte ich ursprünglich nicht auf meiner Liste, aber ich finde es immer wieder schön auf meinen Touren diese Persiluhren zu entdecken und zu photographieren. Wer weiß, wie viele ich davon bereits verpaßt habe!

Priwall und Timmendorfer Strand
Priwall gehört bereits seit 1329 zu Lübeck und ist Teil von Travemünde. Auch wenn es Lübecker mit Hauptwohnsitz auf Priwall gibt, ist diese Halbinsel insbesodere als Ferienort bekannt mit etlichen Übernachtungen im Jahr! Wir waren am schönen breiten Strand und flanierten ebenfalls im Ferienort. Es herrschte eine sehr entspannte Atmosphere und wir könnten uns gut vorstellen, hier ebenfalls unseren Urlaub zu verbringen.
Ein besonderes Highlight auf Priwall und eine der interessantesten Lübecker Sehenswürdigkeiten war die Viermastbarck Passat. Ich bin ein großer Fan von Segelschiffen und wir gönnten uns eine sehr spannende Führung durch die Passat. Sie gehört zu den letzten Frachtseglern, die gebaut wurden und umsegelte mehrmals das berüchtigte Kap Horn. Ihr Schwesterschiff Pamir sank damals in einem Orkan und auch die Passat entging diesem Schicksal nur sehr knapp.



Timmendorfer Strand gehört zwar nicht mehr zu Lübeck, aber da wir in der Nähe waren, gönnten wir uns einen Besuch. Der Ort ist ebenfalls sehr beliebt bei Strandurlaubern und scheint besonders betuchtere Urlauber anzuziehen. Wir schlenderten die Einkaufspromenade entlang und ich probierte in einer Eisdiele ein extrem gutes Stracciatella-Eis und eine Kugel hervorragendster dunkler Schokolade!



Wir standen außerdem auf der Aussichtsplattform Timmendorfer Strand. Von dort genossen wir den Blick über den Strand und die Ostsee.




Ein besonders schönes Photomotiv ist die Seeschlösschenbrücke und der dazugehörige thailändische Pavillon. Sie ragt 275 Meter in die Ostsee und wurde 2012 neu erbaut.

Lübecker Sehenswürdigkeiten außerhalb der Altstadt
Der Lübecker Düker liegt östlich der Altstadt Lübecks und hat die Funktion den Wasserspiegel des Flusses Wakenitz gering zu halten. Dieses künstlich angelegte Kanalsystem führt durch eine Wohngegend und ich finde, daß diese durch den Düker durchaus aufgewertet wird.


Der Alte Hafen Gothmund liegt idyllisch nördlich der Lübecker Innenstadt an der Trave und war damals ein Fischerdorf. Direkt am natürlichen Hafen spazierten wir durch den autofreien Ort und betrachteten die vielen schönen mit Reet bedeckten Wohnhäuser.
Auch Lübeck hat eine Bismarcksäule. Genauer gesagt steht sie seit 1902 im Kreis Bad Schwartau und verspricht einen sehr schönen Blick über das fast platte Land.



Seit 1867 steht die Lübecker Wasserkunst als Wasserturm im Lübecker Stadtteil St. Jürgen. Das schöne Backsteinbauwerk versorgte die Bevölkerung lange Zeit mit frischem Wasser und ist mittlerweile ein Kulturdenkmal.

Nordwestlich der Altstadt befindet sich die Drehbrücke Lübeck von 1894. Sie war eine Auto- und Eisenbahnbrücke und ist mittlerweile nur noch von Autos befahrbar.


Um 1900 baute man an der Nordspitze der Altstadt den Brückenturm und die Hubbrücke Lübeck, damit die Hafenbahn zwischen den verschiedenen Hafenteilen fahren kann. Mittlerweile fährt keine Eisenbahn über das denkmalgeschützte Ensemble.



Im Süden der Altstadt gibt es einen weiteren Eingang. Das Original-Mühlentor existiert zwar nicht mehr, aber dafür direkt neben der Mühlentorbrücke ein Nachbau von 1936. Dieser wurde als Bunker genutzt. Die Mühlentoranlage wurde im 16. Jahrhundert errichtet, aber es gab wohl schon Vorgängerbauwerke.


Nördlich von Lübecks Altstadt entlang der Trave gab es die durch die Slawen gegründete Siedlung Liubice – heute Alt-Lübeck genannt. Diese Siedlung wurde 1138 zerstört und das heutige Lübeck 5 Jahre später wenige Kilometer landeinwärts gegründet. tatsächlich wurde nur der alte Name der Stadt bzw. der Siedlung übernommen. Beide Siedlungen haben, so weit ich das verstanden habe, nichts miteinander zu tun. Ich habe keine Photos gemacht, da die Stelle nicht mit dem Auto erreichbar war und ich kein Fahrrad dabei hatte. Mal schauen, ob es beim nächsten Besuch klappt.
Lübecker Sehenswürdigkeiten außerhalb der Altstadt – sonstige Gebäude
Spannend ist die Geschichte um Werners Schlösschen auf der Lachswehrinsel. Ein arbeitsloser Maurer baute sich ganz fachmännisch und kreativ ein kleines Schlößchen in seine Kleingartenparzelle, obwohl das offensichtlich nicht ganz nach den Regeln der Kleingartenordnung geschah. Letztlich wurde es geduldet und nun ist es eine Attraktion. Da ich keine passende Stelle zum photographieren fand, habe ich einfach über den Zaun photographiert und konnte immerhin den oberen Teil des Schlößchens knipsen.

1804 wurde die klassizistische Lindesche Villa gebaut, die aber erst rund 90 Jahre später ihre Bezeichnung bekam. Der Augenarzt Max Linde kaufte sie und baute eine Kunstsammlung auf von bedeutenden Malern. Seit 1968 befindet sich das Lübecker Standesamt in der Villa.

Seit 1908 besteht das Gebäude des Hauptbahnhofs Lübeck. Während der Zeit der deutschen Teilung war er ein gut frequentierter Grenzbahnhof und mittlerweile ein zentraler Ausgangspunkt für Reisen in die nördlichden und östlichen Staaten Europas. Der Hauptbahnhof ist einer der wenigen Reiterbahnhöfe Deutschlands, was bedeutet, daß die Durchgangshalle quer über den Gleisen verläuft.

Direkt daneben steht der unter Denkmalschutz gestellte Handelshof aus dem Jahr 1924. Es war ursprünglich ein Bürogebäude und wird mittlerweile als Hotel genutzt. Es ist ein schönes Beispiel des Backsteinexpressionismus aus den 1920er Jahren.

Erst als ich in Lübeck war, erfuhr ich von der ehemalige Kirche für schwedische Seefahrer, welche heute ein Wohnhaus ist. Seit 1904 diente es schwedischen Seefahrern ab seelsorgerischer Ort und sozialer Treffpunkt.

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