Iserlohn – pittoreske, entspannte Stadt mit viel Wald

Nachdem ich die letzten 1 1/2 Tage in Hagen verbracht habe, freute ich mich wieder eine weitere Stadt auf meiner Liste abhaken zu dürfen. Iserlohn liegt gleich nebenan und ist die größte Stadt im Märkischen Kreis. Bekannt ist sie unter Anderem durch die Eishockeymannschaft Iserlohn Roosters. Es erwarteten mich aber auch viele andere Sehenswürdigkeiten, von denen ich nicht wußte, dass sie für diese Stadt stehen. Leider konnte ich nicht alle Sehenswürdigkeiten und Ziele finden. Trotz recht intensiver Recherchen, war es recht schwierig und manchmal verwirrend die Ziele zu lokalisieren.

In jedem Fall scheint das Sauerland eine sehr schöne Gegend zu sein, denn wie in Hagen befinden sich in Iserlohn viele Waldgebiete, weswegen die Stadt auch Waldstadt genannt wird. Ich möchte nun somit auch mit den landschaftlichen Sehenswürdigkeiten Iserlohns beginnen.

Wälder, Höhlen, Landschaft

Auf der Suche nach dem Ballotsbrunnen bin ich durch einen der etlichen Wälder Iserlohns südlich der Stadt geirrt. An Pfingsten findet jedes Jahr das Brunnentrinken durch den Iserlohner Schützenverein statt. Dem Wasser werden heilende und gesundheitsfördernde Kräfte zugeschrieben, was bereits bei den alten Germanen bekannt war. Ich war leider nicht an der richtigen Stelle, aber im Wald spazieren war dennoch entspannend.

Als ich den Wald verließ und endlich wieder mobilen Empfang hatte, habe ich noch mal recherchiert und den Ballotbrunnen im Stadtwald in der Nähe des Rupenteichs verortet. Dort bin ich nun hingefahren und habe immerhin den Rupenteich entdeckt, aber leider nicht den Ballotbrunnen. Irgendwann hatte ich keine Lust mehr und bin zurück zum Auto. Dabei bin ich an einem Schild mit einer Kartes des Stadtwaldes vorbei gekommen, wo dann tatsächlich der Brunnen verzeichnet war! Aber nachdem ich mehr als eine Stunde verplämpert habe, bin ich einfach zum nächsten Ziel gefahren.

In Iserlohn und Umgebung befinden sich mehr als 80 Höhlen, welche teilweise begehbar sind. Eine der bedeutendsten Höhlen ist die Dechenhöhle, da sie auch eine wichtige archäologische Ausgrabungsstätte ist. Leider geschlossen zum Zeitpunkt meiner Ankunft.

Direkt daneben befindet sich das Deutsche Höhlenmuseum, welches sich mit der weltweiten Höhlenkunde befasst. Es ist das größte Höhlenmuseum Deutschlands.

Nicht weit entfernt befindet sich die Felsformation Pater und Nonne; ein Naturdenkmal. In der Felsformation befindet sich ebenfalls eine Höhle.

Eine schöne Aussicht über Stadt und Landschaft hätte ich auf dem Humfert-Turm genießen können. Er steht am Westrand von Iserlohn und ist über einen Trampelpfad erreichbar. Da es zuvor geregnet hat und ich nicht das richtige Schuhwerk dabei hatte, bin ich den 20minütigen Fussweg vom Parkplatz aus nicht gegangen.

Sehenswürdigkeiten im Stadtgebiet

Auf einer anderen Felsformation befindet sich ein Eisernes Kreuz. Ich habe leider den Weg nach oben auf Anhieb nicht finden können, so dass ich mit dem Tele ein Foto gemacht habe. Innerhalb der Felsformation befindet sich ebenfalls eine Höhle – die Kreuzhöhle. Das Eiserne Kreuz erinnert an die Gefallenen der napoleonischen Kriege.

Im Zentrum der Stadt befindet sich die alte Bauernkirche. Mit einem Alter von mehr als 1000 Jahren ist sie das älteste Gebäude der Stadt.

Drumherum befindet sich ein großer Platz, wo sich das Iserlohner Museum für Handwerk und Postgeschichte befindet. Dort kann man sich über die Handwerksgeschichte und das historische Postwesen in Iserlohn und dem Märkischen Kreis informieren.

Außerdem befindet sich dort auch das Stadtmuseum Iserlohns. Die Stadt ist im 18. Jahrhundert bekannt gewesen für die Herstellung von individuellen Tabakdosen – den Iserlohner Tabakdosen. Ebefalls war Iserlohn ein Zentrum der Draht- und Nadelproduktion. Beides kann im Stadtmuseum besichtigt werden.

Ich bin weiter in Richtung Fussgängerzone gegangen und bin an der Marienkirche vorbei. Sie ist ein Wahrzeichen der Stadt und besitzt mit dem flandrischen Schnitzaltar einen wertvollen Kunstschatz. An der Kirche befindet sich die Varnhagensche Bibliothek am Burgmannshaus. Sie ist eine historische Sammlung von Schriften der alten Adelsfamilien Varnhagen und Basse. Das Burgmannshaus konnte ich nicht fotografieren, da mir das zum Zeitpunkt meiner Recherchen und meines Besuches in der Stadt nicht bewußt war. Erst jetzt wo ich den Artikel schreibe, konnte ich herausfinden, wo genau sich das Burgmannshaus befindet. Das ist leider oft die Schwierigkeit, welche ich bei meinem Städtetourprojekt habe. Es ist ein Hobby und ich kann nicht so viel Zeit für Recherchen aufwenden, um wirklich konkrete Information für ein Ziel zu ergattern.

Die Innenstadt und Fußgängerzone lädt ein zum flanieren und Besichtigen von Fachwerk- und Gründerzeitbauten.

Am Rathausplatz befindet sich noch das schöne Alte Rathaus der Stadt. Ich habe gelesen, dass es das vierte Rathaus der Stadt gewesen sein soll und es nun ein Fünftes gibt, wo die Verwaltung der Stadt beheimatet ist. Im Alten Rathaus befindet sich die Stadtbibliothek.

Im Scheiblerschen Haus finden heute kulturelle Veranstaltungen statt. Früher war es das Haus des Iserlohner Unternehmers und Tuchfabrikanten Friedrich von Scheibler.

Nördlich der Innenstadt befindet sich das Villenviertel der Stadt. Die Villa Ebbinghaus-Möllmann ist denkmalgeschützt und wird als Musikschule genutzt.

In der Villa Wessel befindet sich der Kunstverein „Wilhelm Wessel / Irmgart Wessel-Zumloh e. V.“.

Weitere Villen sind zum Beispiel die Villa Heutelbeck des Unternehmers Otto Heutelbeck und die Villa Klute mit seiner markanten Architektur. Es befinden sich noch viel mehr Villen in dem Viertel, aber da sie alle augenscheinlich privat bewohnt werden und ich mich nicht zu sehr in privatrechtlichen Angelegenheiten verstricken möchte, habe ich keine weiteren Fotos gemacht.

Iserlohn hat eine lange Geschichte als Garnisonsstadt und beherbergte mindestens drei Kasernen. Fotografieren konnte ich nur die ehemalige Corunna-Kaserne, wo jetzt ein Gewerbezentrum steht. Bei der Winkelmann-Kaserne und der Bernhard-Hülsmann-Kaserne hatte ich das gleiche Problem bei den Recherchen, wie bereits vorhergehend erwähnt.

Sehenswürdigkeiten außerhalb der Innenstadt

Iserlohn ist die größte Stadt im Märkischen Kreis und es lohnt sich wirklich insbesondere im südlichen Teil einige Sehenswürdigkeiten und die Landschaft zu besuchen. In Altena zum Beispiel konnte ich zu beiden Seiten des Flusses Lenne schöne Bauten und insgesamt einen schönen Ort entdecken.

Im Ort befindet sich die Burg Altena. Anfangs eine gewöhnliche Burg mit vielen Besitzern und Herren wurde hier Anfang des 20. Jahrhunderts die erste ständige Jugendherberge der Welt eingerichtet. Mittlerweile gehören die Räumlichkeiten dem Museum Weltjugendherberge. Auch andere Museen befinden sich in der Burg, welche ein Wahrzeichen von Altena ist.

In der Fussgängerzone Altenas befindet sich die Burg Holtzbrinck. Das Gebäude ist zwar keine Burg, aber wird so genannt, weil sie auf den ersten Blick entsprechend aussieht. Sie ist das älteste Bürgerhaus der Stadt und wird als Begegnungsstätte genutzt.

In Altena gibt es eine kleine Koptisch-Christliche Gemeinde. Ihre Kirche ist die Erzengel-Michael-Kirche.

Einige Meter weiter bin ich am Deutschen Drahtmuseum vorbeigekommen. Es ist weltweit das einzige seiner Art.

Im Süden Altenas befindet sich noch das Selvedenkmal. Gustav Selve war ein sozial eingestellter Großindustrieller und besaß unter anderem eine Drahtzieherei in Altena. Im zu Ehren wurde dieses Denkmal errichtet.

Einen schönen Blick über Stadt und Landschaft konnte ich am Danzturm erhaschen. Der Danzturm und die anliegenden Gebäude waren mal eine Telegrafenstation. Mittlerweile gibt es dort ein Restaurant. Glücklicherweise hatte ich mein Teleobjektiv dabei und konnte von hier recht gut den Bismarckturm fotografieren. So habe ich unnötige Fahrten und Spritverbrauch vermieden.

Im Norden Iserlohns habe ich die Historische Fabrikanlage Maste-Barendorf besucht. Hier wurden früher Metallerzeugnisse für den Alltag hergestellt und in alle Welt exportiert. Besonders berühmt waren Nadeln aus Iserlohn.

Kulturelles, Unternehmen und Kulinarik

In diesem Teil des Artikels vermische ich die restlichen Themen und Sehenswürdigkeiten Iserlohns, so dass er etwas heterogener ausfällt, als man es sonst von mir gewohnt ist.

Wie Eingangs schon erwähnt ist Stadt ein begeisterter Unterstützer des Eishockey Clubs Iserlohn Roosters. Maßgeblichen Einfluss auf die Gründung eines Eishockeyclubs hatten die damals in Iserlohn stationierten kanadischen Soldaten. Seit 2000 spielen die Roosters in der DEL mit und haben ab und an auch mal die KO-Runde erreicht.

Einer der erfolgreichsten Rollhockey-Vereine Deutschlands sowohl bei den Damen als auch bei den Herren ist der ERG Iserlohn mit etlichen gewonnenen deutschen Meisterschaften und Pokalsiegen.

Das Schützenwesen ist stark ausgeprägt und so finden in allen Stadtteilen Schützenfeste statt. Das Schützenfest des Iserlohner Bürgerschützenvereins (IBSV) gilt als das größte Volksfest Südwestfalens.

Das Haus Letmathe existert seit ca. 1000 Jahren und war der Herrensitz der Herren von Letmathe. Letmathe ist ein westlicher Stadtteil von Iserlohn. Es wird mittlerweile als Heimatmuseum des Stadtteils genutzt und zeigt seine wirtschaftliche Geschichte.

Die lange Tradition der Metallverabeitung wird heute durch die Thiele GmbH und Co. KG fortgeführt. Das Unternehmen ist das größte Kettenwerk Europas!

Wie in früheren Zeiten Ketten geschmiedet wurden, hätte ich in der Kettenschmiede Teves sehen können, aber das Gebäude – ein kleines Häuschen – steht augenscheinlich auf einem Privatgrundstück und wurde gerade von einem überaufmerksamen Hund überwacht… Daher kein Foto.

Seit etlichen Generationen werden von der Gerhard Weyland KG hochwertige Nadeln hergestellt. Ein Foto konnte ich auch hier nicht schießen, da nach meinen Recherchen die Firmenzentrale anscheinend in einem Privathaus gelegen zu sein scheint. Außerdem konnte ich kein Firmenschild erkennen.

In Iserlohn wird alle zwei Jahre die Campus Symposium durchgeführt. Die Veranstaltung wird von Studenten organisiert und findet in der ehemaligen Hüllsmann-Kaserne statt. Es befasst sich mit wissenschaftlichen Fragen aller Art und hatte in der Vergangenheit sehr prominente Redner – unter Anderem den ehemaligen Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika Bill Clinton. In dem Gebäude, welches ich fotografierte, muss wohl ein zentrales Büro sein.

Zwischendurch habe ich mir einen Snack gegönnt und bin in das Bistro Fuchs & Hase gegangen. Als ich noch in Hagen war und dort mein Interview durchgeführt habe, hat mir meine Interviewpartnerin dieses Bistro empfohlen. Mir hat es sehr gefallen und ich habe dort das so ziemlich größte Lachsbaguette gegessen, wass ich je gesehen habe!

Das Bistro war ziemlich gut gefüllt; bis auf den letzten Platz! Insofern war es eine gute Empfehlung. Glücklicherweise saß neben mir ein entspanntes, nettes, junges Päärchen, welches sich interessiert erklärte an meinem Interview mit den fünf ausgeklügelten Fragen teilzunehmen:

Erzähle / Erzählen Sie mir das Erste, was Dir / Ihnen über deine / Ihre Stadt einfällt. Die Iserlohn Roosters. Der Verein ist unser Aushängeschild für unsere kleine Großstadt.
Was ist Dein / Ihr Lieblingsort und warum? Wir gehen gerne am und um den Seilersee spazieren. Dort befindet sich auch das Hotel-Restaurant 4-Jahreszeiten, wo man in toller Atmosphäre essen kann.
Was sollte man als Tourist unbedingt gesehen haben? Vom Danzturm hat man einen tollen Ausblick über Stadt und Landschaft.
Was ist typisch für Deine / Ihre Stadt? Das Iserlohner Bier. Es wurde in Iserlohn quasi überall getrunken und war ein Stück Iserlohn. Irgendwann kamen die großen Konzerne, haben das Iserlohner verdrängt und leider ist die Brauerei pleite gegangen. Schützenfeste sind ebenfalls sehr typisch für unsere Stadt. Diese feiern wir gerne!
Was wünscht Du Dir / wünschen Sie sich für Deine / Ihre Stadt? Wir hoffen, dass die Roosters weiterhin recht erfolgreich in der DEL spielen und dass es mit der Stadt auch wirtschaftlich noch mehr in die richtige Richtung geht.

Bier brauen ist nicht ganz verschwunden aus Iserlohn. Kaum 200 Meter von der alten Iserlohner Brauerei entfernt hat vor wenigen Jahren die Waldstadt Brauerei eröffnet und stellt handwerklich gutes Craft-Beer her. Ich habe mir von jeder Sorte ein Bier mitgenommen.

Auf dem obigen Bild sieht man auch Reibekuchen! Dieser ist generell fast überall in NRW zu haben. Auch in Iserlohn wird er regional von der Firma Kartoffelschälbetrieb Giesecke GmbH hergestellt und gehört zu den Spezialitäten der Stadt.

Weitere Spezialitäten werden von der Brennerei Bimberg auf Gut Lenninghausen hergestellt. Dort bekommt man Klare, Brände, Fruchtige, Kräuterschnäpse, Sahniges und vieles mehr. Gekauft habe ich mir allerdings nichts.

So mein liebes Iserlohn,

ich hoffe, du nimmst es mir nicht übel, dass ich mich oft darüber beschwert habe, dass ich einige deiner Sehenswürdigkeiten nicht oder nur sehr schwer finden konnte. Ich glaube jedenfalls, dass du dich nicht vor all den anderen Städten und Metropolen zu verstecken brauchst! Es hat mir gut getan etwas von deiner Entspanntheit und Unaufgeregtheit mit bekommen zu haben und ich war total begeistert von deiner landschaftlichen Schönheit im südlichen Teil des Märkischen Kreises. Im Übrigen war ich zwischenzeitlich noch mal bei dir und gönnte mir noch mal ein paar Flaschen Bier von deiner Waldstadt Brauerei und von dem leckeren Lachsbaguette nachdem ich auf dem Nach-Hause-Weg aus Köln und Leverkusen war.

Alles Gute wünsche ich dir und bis bald!

Hagen – eine Stadt zwischen Wäldern und Hügeln

Es ist Frühling aber noch nicht so frühlingshaft, dennoch wollte ich den 1. Mai diesen Jahres mit einem verlängerten Wochenende bekleiden und bin nach Hagen gefahren. Das „Tor zum Sauerland“ ist die größte Stadt in Südwestfalen und mir ist gleich aufgefallen, wie hügelig und bewaldet diese Stadt ist. Ich entschied mich somit mein Faltrad lediglich in der meist ebenen Innenstadt zu nutzen und bin alle anderen Ziele mit dem Auto abgefahren (wen es interessiert: der Opel Astra läuft immer noch). Bekannt ist Hagen übrigens als ein Zentrum der Neuen Deutschen Welle aus der Interpreten wie Extrabreit und Nena hervorgegangen sind!

Wie viele andere Städte im Ruhrgebiet und drumherum ist Hagen durch Ansiedlung von Schwerindustrie groß geworden. Ebenfalls spielte die Textilindustrie eine große Rolle. Es ereilte der Stadt aber ebenfalls das Schicksal vom Verschwinden dieser Industrien und daraus folgenden Bevölkerungsrückgang. Viele ehemalige Werke und Fabriken sind leider auch verschwunden, so dass ich die Relikte der Schwerindustrie nicht ablichten konnte. Den Wandel hat Hagen mittlerweile gut überstanden und freut sich über eine prosperierende mittelständische Wirtschaft.

Wirtschaft aktuell und historisch

Mit dem Thema Wirtschaft möchte ich diesen Artikel über Hagen auch beginnen. Das große Gelände der Elbershallen ist eine der wenigen Industrierelikte, welche noch erhalten sind. Dort befand sich die Textilfabrik der Gebrüder Elbers, wo sämtliche Arbeiten rund um die Textilherstellung gemacht wurden. Mittlerweile wird das Gelände und seine Gebäude kulturell genutzt. Es finden dort alle möglichen Veranstaltungen statt und es haben sich verschiedene gastronomische Betriebe angesiedelt.

Noch bevor die Industrialisierung begann, war Hagen ein Zentrum der Klingenschmiede. Davon zeugt heute noch die sehr sehenswerte Siedlung Lange Riege. Mit ihren über 300 Jahren ist sie die älteste Arbeitersiedlung Westfalens.

Weit weniger bekannt war mir, dass Hagen einen der größten Rangierbahnhöfe Deutschlands besitzt und ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt ist. Das Photo zeigt fälschlicherweise nicht den Rangierbereich.

Ein sehr bekanntes deutsches Unternehmen ist die Douglas Holding AG von der man die großen Parfümeriegeschäfte kennt. Das Unternehmen war ursprünglich ein Mischkonzern aus dem Unternehmen wie Thalia (Bücher), Hussel (Süßwaren) usw. hervor gegangen sind. Mittlerweile gibt es nur die Parfümerien.

In der Hochofenstr. stand früher die Hasper Hütte – ein Stahlwerk, welches mittlerweile komplett verschwunden ist. Somit konnte ich auch kein Foto machen und habe leider auf Anhieb keine Fotomotive gefunden, welche an das Werk erinnern.

Historische Sehenswürdigkeiten

In der Innenstadt selbst gibt es mittlerweile kaum historische Bauten. Kriegsbedingt wurden historische Gebäude einfach durch zweckmäßige Bauten ersetzt, da die Innenstadt zu 100 % zerstört wurde. An den Außenrändern der Stadt konnte ich aber insbesondere auf Hügeln viele Sehenswürdigkeiten entdecken. Dabei viel mir auf, dass Hagen überdurchschittlich viele Türme hat. Der Freiherr-vom-Stein-Turm am Kaisberg ist so ein Turm. Er befindet sich im Nordwesten der Stadt und erinnert an den Freiherrn.

Nur 1-2 Kilometer entfernt befindet sich das Wasserschloss Werdringen. Es befindet sich in einer landschaftlich reizvollen Ecke und beherbergt ein Museum für Ur- und Frühgeschichte. Ganz in der Nähe findet der Naturliebhaber nämlich die größten Libellenarten Europas und wichtige fossile und archeologische Fundorte.

Etwas weiter in Richtung Innenstadt kam ich am Haus Ruhreck vorbei. Die ehemalige Unternehmensvilla gehörte dem Fabrikanten Caspar Diedrich Killing und wurde auch Killingsburg genannt.

Das Eduard-Müller-Krematorium ist anfang des 20. Jahrhunderts erbaut worden und war im damaligen Preußen der erste Krematoriumsbau überhaupt. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz.

Die ehemalige Unternehmerfamilie Harkort wohnte seinerzeit im Haus Harkorten, welches noch nahezu im Originalzustand existiert, aber durchaus noch mal in Schuss gebracht werden muss. Das Gebäude ist ein tolles Beispiel für die Architektur im Bergischen Land (obwohl Hagen nicht im Bergischen Land liegt).

Der Kaiser-Friedrich-Turm, welcher ebenfalls im Wald auf einem Hügel steht, erinnert an Kaiser Friedrich III. von hier kann man die höchste Aussicht über Stadt und Gegend genießen. Zum Zeitpunkt meiner Ankunft war das Gelände allerdings geschlossen.

Nur wenige Kilometer weiter steht auch schon der Eugen-Richter-Turm und die Volkssternwarte von Hagen. Der Namensgeber war ein einflussreicher Politiker zu Zeiten Bismarcks und galt als einer seiner ärgsten Gegenspieler.

Der letzte Turm auf dem Drei-Türme-Wanderweg ist der Bismarckturm. Von diesem Turm hatte ich eine schöne Aussicht auf Hagen.

In der Walddorfstr. befindet sich die Arbeitersiedlung Walddorf, welche vom Hagener Karl Osthaus beauftragt wurde, um den Textilarbeitern und gutes Zuhause zu bieten.

Die älteste Kirche in Hagen ist die Johanniskirche. Schon zu Zeiten Karl des Großen soll hier ein Gotteshaus gestanden haben. Im Laufe der Zeit und durch einige Umbauten steht nun diese Kirche an diesem Platz.

Am Sparkassen-Karree stand bis 2004 ein Sparkassengebäude, welches im Volksmund „Langer Oskar“ genannt wurde. Der „Lange Oskar“ war ein Wahrzeichen der Stadt, musste aber abgerissen und gesprengt werden. Bis zu diesem Zeitpunkt war dies die größte Sprengung eines Gebäudes innerhalb einer Stadt in ganz Europa und zog internationale Beachtung an sich! Heute befindet sich dort ein kleiner Park und ein moderneres Sparkassengebäude.

Im östlichsten Stadtteil Hagens, dem beschaulichen Hohenlimburg steht das Schloss Hohenlimburg. Es befindet sich weitgehend im Originalzustand und beherbergt das Deutsche Kaltwalzmuseum.

Kultur, Sport und Bildung

Hagen ist ein wichtiges Zentrum des Sports in Deutschland. Der Deutsche Basketballbund DBB hat hier seinen Sitz.

Unter anderem aus dem Sportverein TSV Hagen 1860 e.V. entstand das Gründungsmitglied der Deutschen Basketball Bundesliga Brandt Hagen. Lange Zeit lieferte sich der Verein heiße Duelle in den 90er Jahren mit dem damaligen Serienmeister Bayer Leverkusen. Seit längerer Zeit gibt es den Verein Brandt Hagen nicht mehr. Der TSV Hagen 1860 ist im Faustball einer der weltweit erfolgreichsten Vereine überhaupt mit etlichen Pokalen und Erfolgen.

In Hagen steht das vermutlich erste begehbare Planetenmodell der Welt, welches im Maßstab 1:1 Mrd. die Abstände aller 8 Planeten unseres Sonnensystems und anderer Himmelskörper zur Sonne zeigen. Die Sonne wird als vergoldete Kugel im Ratskeller in Hagen dargestellt. Alle anderen Himmelskörper sind im ganzen Stadtgebiet durch Bronzeplatten gekennzeichnet. Ich finde das sehr beeindruckend und konnte immerhin ein paar Bronzeplatten ablichten.

Das Kulturzentrum Pelmke bietet Bildungs- und Kulturangebote für alle Hagener an und war früher eine Grundschule. Prominenteste Grundschülerin war die NDW-Sängerin Nena!

Deutschlandweit bekannt ist die FernUniversität Hagen. An jedem Ortseingangsschild wird entsprechend darauf hingewiesen. Sie ist die erste und einzige staatliche FernUni Deutschlands und mit weit mehr als 70.000 Studenten die größte Uni in Deutschland. Allerdings ist sie keine Volluniversität, da bestimmte Fächer nicht angeboten werden.

In einem Villenviertel in Hagen stehen ebenfalls bedeutende Gebäude. Die Villa Cuno ist bekannt für ihre strenge Geometrie (leider nicht ganz erkennbar auf dem Foto).

Gleich um die Ecke befindet sich die Jugendstilvilla des Osthaus-Museums – Hohenhof genannt. Es ist das ehemalige Wohnhaus von Karl Ernst Osthaus, der einer der bedeutendsten Kunstsammler und -mäzene Deutschlands war. Osthaus prägte den „Hagener Impuls“, welcher eine kurze Epoche zur Erneuerung der Gesellschaft war. Wenn ich das richtig verstanden habe, ging es darum, dass in vielerlei Aspekten des Leben der Sinn für Schönheit eine tragende Rolle spielen sollte.

In der Stadtmitte steht in diesem Zusammenhang das Osthaus-Museum – ein Kunstmuseum für Moderne Kunst.

Direkt daneben befindet sich das Emil-Schuhmacher-Museum. Er war ein international bekannter hagener Maler und ihm wurde dieses Kunstmuseum gewidmet.

Die Stadthalle in Hagen liegt in einem ehemaligen Steinbruch. Kleine Felslandschaften sind in und außerhalb des Gebäudes überall zu finden. Mit seiner Glasfassade und seiner Architektur hat sie einen besonderen Anblick.

Die Volkshochschule Hagen befindet sich in der Villa Post. Der hagener Kaufmann Wilhelm Post liess sich diese Villa ganz in der Nähe seines Werkes erbauen.

Das Theater in Hagen befindet sich in einem historischen Gebäude und ist aufgrund seiner hohen Besucherzahlen über die Stadtgrenzen hinaus sehr bekannt.

Ein Luftschutzbunker aus Weltkriegszeiten dient heute als Bunkermuseum und zeigt Ausstellungsstücke aus der NS- und Kriegszeit.

Auch für das kulturelle Leben der Jugend wird in Hagen was getan! Das Kultopia bietet Konzerte und Veranstaltungen aller Art und etliche Angebote für die Jugend der Stadt.

Köstlichkeiten der Stadt

Immer wieder freue ich mich bei meinem Projekt die kulinarischen Spezialitäten einer Stadt zu probieren. Insbesondere wenn diese auch in der entsprechenden Stadt kreiert bzw. erfunden wurden. Das trifft insbesondere auf den Brandt-Zwieback zu! Die Firma Brandt hat ihren Sitz in Hagen. Die Besonderheit dabei ist, dass lediglich der Verwaltungssitz noch in Hagen ist und die Produktion mittlerweile in Thüringen statt findet. Der Umzug kam bei den Hagenern und generell in NRW nicht gut an. Das Brandt-Werk steht zwar noch, aber es ist leider sehr verwahrlost. Soweit ich das mit bekommen habe, soll an einer Sanierung und weiteren Nutzung des Geländes/Gebäudes gearbeitet werden. Im denkmalgeschützten Haus Stennert befindet sich noch das Brandt-Museum und ein Shop mit Bistro. Natürlich habe ich mich mit Brandterzeugnissen eingedeckt.

Um mich zu stärken bin ich in das Restaurant Wacholderhäuschen gegangen, da ich wußte, dass es dort Potthucke gibt – ein typisches Kartoffelgericht aus der Sauerland. Ich genoß das Wacholderpfännchen mit Potthucke und habe mir außerdem ein kleines Fläschen des Everbusch Doppelwacholder gekauft. Die Brennerei Eversbusch ist direkt am Restaurant angeschlossen und die Erzeugnisse sind eine Spezialität der Stadt.

Einen Abend war ich auch im Gasthaus Humpert am Höing. Dort bekam ich den Pfefferpotthast, den man vom Münsterland über den Ruhrpott bis zum Sauerland überall bekommt.

Aus Hagen stammen die Produkte von ME-HA-Suppen. Die Firma stellt seit vielen Jahrzenten ihre berühmten Fleisch- und Gemüsebrühen in Würfelform oder im Glas her und soll in ganz Deutschland bekannt sein. Zugegebenermaßen habe ich bis dahin noch nichts von ME-HA-Suppen gehört, aber selbstverständlich habe ich mir in einem hiesigen Markt Brühe gekauft und mich bereits von der hervorragenden Qualität überzeugen können.

Wie in vielen Städten ist auch in Hagen ein besonderes Bier eine Spezialität. In Dahl – ein kleiner pittoresker Vorort – befindet sich die Vormann-Bierbrauerei. Sie ist Teil der Route der Industriekultur in NRW.

Die Märkische Spezialitätenbrennerei befindet sich im gleich Ort und hat sich der Herstellung höchstqualitativer Spirituosen verschrieben.

Und so sieht meine Ausbeute an Mitbringseln aus…

Eines Morgens bin ich zum frühstücken in ein sehr nettes kleines Frühstückslokal gegangen – das Goldberg’s Törtchen. Dort habe ich ein richtig gutes Frühstück gehabt und konnte glücklicherweise ein tolles Interview mit einer Hagenerin durchführen!

Erzähle / Erzählen Sie mir das Erste, was Dir / Ihnen über deine / Ihre Stadt einfällt. Ich bin erst vor einiger Zeit hier zugezogen und empfinde die Größe der Stadt als sehr angenehm. Noch ist mir Hagen etwas unbekannt und ich möchte mich mit meiner neuen Heimat noch etwas mehr auseinandersetzen.
Was ist Dein / Ihr Lieblingsort und warum? Mein Balkon. Ich mag einfach den Blick ins Grüne. Außerdem gefällt es mir sehr im Cave66! Das ist eine Bar mit portugiesischem Fingerfood.
Was sollte man als Tourist unbedingt gesehen haben? Das Osthausmuseum ist sehr sehenswert und das LWL-Freilichtmuseum. Außerdem empfehle ich die Türmewanderung.
Was ist typisch für Deine / Ihre Stadt? Die Hagener sind sehr direkte Menschen. Außerdem ist die Stadt im Wandel und komischerweise gibt es im Zentrum mit der Volme-Galerie und der Rathaus-Galerie gleich 2 Galerien die direkt nebeneinader stehen…
Was wünscht Du Dir / wünschen Sie sich für Deine / Ihre Stadt? Im Generellen wünsche ich mir eine bessere Planung und Struktur von der Stadt für die Stadt. Gerne auch mehr verkaufsoffene Sonntage! Außerdem haben wir viele Leerstände und dennoch habe ich den Eindruck, dass einem Steine in den Weg gelegt werden, wenn man sich mit einem Geschäft eigenständig machen möchte.

Das LWL-Freilichtmuseum

Dieses Museum liegt ebenfalls außerhalb des Zentrums und wieder viel mir auf, wie viel Wald und Hügellandschaften es in und vor allem um Hagen gibt. Nicht umsonst ist Hagen mit 42% Waldfläche eine der bewaldetsten Städte Deutschlands. Ich habe mich schon sehr gefreut auf das LWL-Freilichtmuseum, da ich als historisch-interessierter Mensch gerne erfahre, wie Menschen früher gelebt haben. Das Freilichtmuseum fand ich total genial! Es ist ein absolut riesiges Areal und bietet so viel Anschauliches, dass man sicher mindestens einen halben bis ganzen Tag dort verbringen konnte. Ich habe mir nicht ganz so viel Zeit genommen, was im Nachhinein etwas ärgerlich war. Ich merkte erst als ich draußen war, dass ich nur die Hälfte gesehen habe… Als ich auf der Hälte der Strecke angekommen bin, war da ein großer See und ich dachte, das wäre schon das Ende. Ich habe nicht richtig auf die Beschilderung geachtet und bin dann unbekümmert wieder zum Ausgang gegangen… Wie auch immer. Jedenfalls habe ich nun einen trifftigen Grund das Freilichtmuseum wieder zu besuchen. Das Museum zeigt ausschließlich die Geschichte von Handwerk und Technik.

Mein liebes Hagen,

vielen Dank für diesen tollen Aufenthalt bei dir. Ich habe es sehr genossen entspannt durch deine waldreiche Gegend zu düsen und meine einzelnen Ziele abzufahren. Dein Waldreichtum hat mir sehr imponiert und ich frage mich, wie es denn im Herbst bei dir wohl ausehen mag, wenn die Sonnenstrahlen richtig scheinen und du und deine Einwohner einen goldenen Herbst erleben! Ganz besonders empfand ich auch die Freundlichkeit deiner Einwohner, welche ich sowohl in meiner Unterkunft als auch in den Gasthäusern erleben durfte. Das beeindruckendste war dein Freilichtmuseum, welches ich unbedingt noch mal besuchen möchte!

Ich wünsche dir alles Gute und freue mich auf ein Wiedersehen!

Aachen – Kaiserstadt mit schöner Architektur und süßen Genüssen

Es ist Weihnachtszeit und somit eine gute Gelegenheit eine Stadt zu besuchen, welche einen der schönsten Weihnachtsmärkte Deutschlands besitzt und auch zur dunklen Jahreszeit sehr schön ist.

Seit jeher ist Aachen bekannt als Krönungsort etlicher deutscher Könige und Kaiser. Seit vielen Jahren ist Aachen aber auch ein Zentrum der Süßwarenindustrie – und ich habe mich nicht zu knapp eingedeckt!

Auch diesmal war ich mit meiner Freundin unterwegs und uns haben insbesondere die schöne Architekur der Stadt und die vielen Leckereien gefallen. Ich war total hin und weg von den Aachener Reisfladen, welche ich mir quasi täglich gegönnt habe. Ein wenig chaotisch fanden wir den Verkehr in Aachen. Es gab zwar kaum Baustellen, aber irgendwie war ständig richtig viel los auf den Straßen.

Das kaiserliche und mittelalterliche Aachen

Ich möchte mit den Sehenswürdigkeiten beginnen, welche Aachen seit Jahrhunderten ausmachen. Der Aachener Dom ist das erste deutsche Kulturdenkmal und weltweit das zweite, welches es in die UNESCO-Welterbeliste geschafft hat. Ursprünglich war er Pfalzkapelle Kaiser Karl des Großen. Im Dom befindet sich das wertvolle Lotharkreuz, dass zu besonderen Anläßen vorangetragen wurde. Der Karlsschrein mit den Gebeinen Karls des Großen befindet sich ebenfalls im Dom. Der Marienschrein im Dom gehört zu den bedeutensden Goldschmiedearbeiten überhaupt. Im Dom kann man auch den Marmorthron Karls des Großen besichtigen; allerdings nur während einer Führung, welche ich nicht mit gemacht habe.

Zwischen Dom und Rathaus befindet sich der Katschhof. Er war ehemals der Pranger und wird heutzutage für Veranstaltungen genutzt, wie zum Beispiel für Teile des Weihnachtsmarkts.

Im Zusammenhang mit dem Dom, muss man auch den Domhof bzw. die Domschatzkammer nennen. In der Domschatzkammer wird einer der wertvollsten Kirchenschätze der Welt aufbewahrt. Dieser kann besichtigt werden.

Da ich das Rathaus bereits erwähnte, möchte ich hier auch ein Bild einfügen. Im Rathaus befindet sich der Krönungsfestsaal und viele Darstellungen, die an die Kaiserzeit Karls des Großen erinnern. Im Laufe der Jahrhunderte veränderte sich das Aussehen des Rathaus regelmäßig. Lediglich der Granusturm stammt noch aus der Zeit des Kaisers. Direkt am Rathaus befindet sich das Restaurant Postwagen, welches von frisch getrauten Paaren oft besucht wird, nachdem sie sich im Standesamt des Rathauses getraut haben. Am Marktplatz vor dem Rathaus befindet sich noch der Karlsbrunnen. Er ist der älteste Brunnen der Stadt.

Direkt am Marktplatz befindet sich das Haus Löwenstein. Nahezu gleichzeitig mit dem Rathaus erbaut ist es eines der wenigen gotischen Gebäude der Stadt. Es wurde vermutlich anfangs als Restaurant betrieben und befindet sich mittlerweile im Besitz der Stadt.

Wie in jeder mittelalterlichen Stadt gab es auch in Aachen eine Stadtmauer. Teile davon sind auch heute noch zu besichtigen. Das Marschiertor gehört zu den mächtigsten Stadttoren überhaupt in Europa, welche noch erhalten sind und war der Hauptwaffenplatz der Stadt.

Ein weiteres mittelalterliches und nicht weniger imposantes Tor ist das Ponttor. Heutzutage wird es hauptsächlich von Pfadfinderbünden als Sitz genutzt.

Eines der ältesten Gebäude überhaupt ist das Grashaus. Es war des erste Rathaus in Aachen. Mittlerweile befinden sich im Grashaus Institutionen wie das Europe Direct Informationsbüro, die Initiative Europäische Horizonte, die Karlspreisstiftung und das Europäische Klassenzimmer.

Hier und da trifft man auch mal eine Kaiserfigur…

Eines der ältesten Gasthäuser Aachens seit dem Mittelalter ist das Rose am Dom.

Die Straßennamen der Altstadt lassen erahnen, welche Waren in den jeweiligen Straßen der Stadt vertrieben wurden. So schlenderte ich duch die Krämergasse und die Körbergasse.

Weitere Sehenswürdigkeiten in Aachen

Die gut erhaltene Altstadt bietet noch mehr Sehenswürdigkeiten, welche meist der Neuzeit entstammen. Im Hof befindet sich eine römische Säulenreplik und der Domkeller. Der Hof muss wohl zu römischer Zeit ein Forum dargestellt haben, wo sich das zentrale Leben der Stadt abspielte. Der Domkeller ist eine beliebte Kneipe und ein denkmalgeschütztes Wohnhaus.

Am Anfang des Hofes befindet sich der Puppenbrunnen. Er stellt verschiedene Dinge da, welche die Stadt Aachen ausmachen.

Von dort kommt man schnell zu einer furchteinflößenden Figur – dem Bakhauv (Bachkalb). Es ist eine Aachener Sagengestalt, die Nachts betrunkene Männer angefallen haben soll und sie zwang es auf ihren Schultern zu tragen. Wenn es nur dass ist, dann ist das Untier ja harmloser als es aussieht… 🙂

Ein paar Meter den Büchel rauf befindet sich das Büchelpalais. Es ist ein altes Kaufmannshaus und steht unter Denkmalschutz. Bevor es gebaut wurde, stand dort die meiste Zeit – als die Textilindustrie noch ein wichtiger Wirtschaftszeig war – eine Wollküche.

An einem großen Platz fand ich den Brunnen „Kreislauf des Geldes“. Verschiedene Figuren stellen den Umgang mit Geld dar: Geiz, Gier, Gönnerhaftigkeit und Bettelei.

Umweit davon steht das Klenkes Denkmal. Der Klenkes ist der emporgereckte kleine Finger der rechten Hand und diente als Erkennungszeichen von Aachenern und Gruß untereinander. Während der Zeit der Tuchindustrie wurde mit dem kleinen Finger defekte Nadeln aussortiert, was ihn natürlich ganz schön ramponierte und missbildete. Aber dafür konnte man immer genau erkennen, wer aus Aachen stammt.

Das Haus zum Horn ist ein denkmalgeschütztes, typischisches Aachener Wohnhaus. In dem Block selber stand mal eine Nadelfabrik, die dem Bewohner des Hauses gehörte.

Auf dem Weg zum Busbahnhof kam ich an dem Gebäude vorbei, wo die erste Diskothek Deutschlands ohne Livemusik eröffnete. Früher war es üblich, dass in Tanzlokalen Musik live gespielt wurde. Im Scotch-Club wurden erstmalig Schallplatten aufgelegt und ein DJ tat sein Werk. Hier begannen Karrieren von z.B. Udo Jürgens und Peter Maffay. Heute erinnert nichts mehr daran, dass hier mal die erste Nicht-Live-Diskothek Deutschlands stand.

Am Busbahnhof habe ich gehofft die einzigartigen Doppelgelenkbusse ablichten zu können. Diese sind eine Aachener Besonderheit. Leider ist mir kein Bus vor die Linse gefahren.

In der Nähe steht das Alte Kurhaus. Aachen ist auch eine Kurstadt, worauf ich noch zu sprechen komme, und brauchte natürlich eine repräsentatives Gebäude mit Ballsaal für sein gesellschaftliches Kurleben.

Zig mal bin ich dran vorbei gelaufen und habe es verpeilt die Aula Carolina abzulichten. Sie gehört zum Kaiser-Karl-Gymnasium und wird für Veranstaltungen aller Art genutzt. Insbesondere wird dort der Aachener Friedenspreis verliehen.

Ein paar Meter weiter befindet sich das Internationale Zeitungsmuseum. Dort kann man sich über die Geschichte von Zeitungen und der Presse erkundigen.

Wenn von der Presse gesprochen wird, dann muss auch erwähnt werden dass Paul Julius Reuter in Aachen lebte und von ihm die große berühmte Nachrichtenagentur Reuters entstammte. Sein Wohn- und Arbeitshaus habe ich fotografiert.

Eine Besonderheit am Aachener Hauptbahnhof ist, dass der Hochgeschwindigkeitszug Thalys hier hält. Das Gebäude selbst sieht, wie ich finde, auch sehr schön aus. Auf dem Bild des Bahnhofs sieht man es nicht sofort, aber wenn man das linke untere Viertel betrachtet, sieht man eine Pferdegruppe als Skulptur. Es ist ein Denkmal, da Aachen für den Reitsport weltbekannt ist. Das Burtscheider Viadukt ist das erste seiner Art, welches in Deutschland gebaut wurde. Außerdem besitzt Aachen mit dem Buschtunnel den noch ältesten befahrbaren Eisenbahntunnel Deutschlands. Just in diesem Moment fuhr auch noch ein Zug durch!

Am Hühnermarkt im Zentrum befindet sich zudem das Couven-Museum im Haus Monheim. Es zeigt bürgerliche Wohnkultur des 18ten und 19ten Jahrhunderts und wurde nach einem großen Aachener Baumeister benannt.

Die Pontstraße in Aachen ist die Partymeile der Stadt mit etlichen Restaurants, Bistros, Kneipen und alles was das Partyherz begehrt. Am helligten Tage war natürlich noch nicht so viel los.

Hinterm Hauptbahnhof befindet sich der Stadtteil Burtscheid mit seinen eigenen schönen Sehenswürdigkeiten. Der damalige Stararchitekt Joseph Couven war maßgeblich am Bau/Neubau der Kirchen St. Johann und St. Michael beteiligt.

Aachen wird auch Bad Aachen genannt. Die Stadt ist schon seit längerem Kurstadt. In Burscheidt befindet sich direkt an den Kirchen am Burscheidter Markt ein Thermalbrunnen und der Kurpark mit seinen Kurpark Terassen. Die Carolus-Thermen runden das Angebot für wellnessorientierte Besucher ab.

Nicht unweit davon steht das Salvea Schwertbad Aachen.

Zu guter Letzt sei auch noch der schöne Elisenbrunnen zu erwähnen, wo schwefelhaltiges Wasser sprießt.

Außerhalb des Zentrums

Einige Sehenswürdigkeiten, welche sich nicht ganz im Zentrum befinden, habe ich im ersten Teil bereits erwähnt. Einiges fehlt aber noch, was Aachen ebenfalls ausmacht.

Sehr erwähnenswert ist die Kirche St. Jakob. Denn sie ist die erste Station auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela.

Im Frankenberger Viertel befinden sich viele schöne Gebäude aus der Gründerzeit.

Die Karlsschützen-Gilde von 1198 Aachen e.V. ist der älteste Verein Aachens und der älteste Verein in ganz Deutschland. Er ist natürlich ein Schießsport-Verein.

Wirklich lohnenswert ist ein Ausflug in die Vororte von Aachen! Kornelimünster/Walheim zum Beispiel ist ein pittoresker Ort mit einem wirklich schönem Altstadtkern. Außerdem befindet sich dort das schmalste Haus in NRW – ich schätze 2 Meter breit – und die Benediktinerabtei Kornelimünster. Am Ortsrand befindet sich außerdem das Varnenum. Es ist eine Ausgrabungsstätte, wo vor ca. 2000 Jahren ein römischer Tempelbezirk stand.

Wenige Kilometer weiter befindet sich der Ort Stolberg mit seinem Wahrzeichen der Burg Stolberg. Auf einem Hügel stehend thront sie über den Ort. Die Burg wird für kulturelle Veranstaltungen genutzt und beherbergt Gastronomie.

Aachen ist eine Grenzstadt, welche sich am Dreiländereck Belgien-Deutschland-Niederlande befindet. Nur wenige Meter vom geografischen Dreiländereck entfernt befindet sich der höchste „Berg“ der Niederlande – der Vaalserberg. Die Niederlande betreibt am Dreiländereck einen kleinen Vergnügungspark mit den üblichen Fressbuden, kleinen Gärten und Vergnügungen. Es war für mich übrigens das einzige mal, dass ich mich gleichzeitig in drei Staaten befand! 🙂

Nordlich des Zentrums befindet sich der Lousberg – Aachens Hausberg. Von dort hatten wir einen für die Jahreszeit recht schönen und weiten Blick über die Stadt und das Umland. Vom Wasserturm Belvedere soll man einen hervorragenden Blick haben! Leider hat das Café in der obersten Etage nur Sonntags geöffnet. Der Sage nach entstand der Berg, weil der Teufel, welcher zuvor von den Aachener wegen des Baus des Doms hereingelegt worden war, dort einen schweren Sack Nordseesand hat liegen lassen. Dafür sorgte nämlich eine schlaue alte Frau. Schlau bedeutet im Aachener Dialekt „lous“.

Unternehmen und Institutionen

In diesem Block möchte ich dem interessierten Leser vorstellen für welche Institutionen und Unternehmen das schöne Aachen bekannt ist. Den meisten wird wahrscheinlich die AachenMünchener Versicherung als erstes einfallen. Ihren Hauptsitz hat sie natürlich in Aachen und sie ist der zweitgrößte Lebensversicherer Deutschlands.

Die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule RWTH ist die größte Hochschule Deutschlands für technische Berufe. An ihr studieren rund 45.000 Studenten, was Aachen zu einer Studentenstadt macht.

Das RWTH SuperC ist ein sehr markantes Gebäude. Es dient als eine Art Service-Zentrum für alle Studierenden.

Wohl deutschlandweit bekannt ist Uniklinikum – uka – Aachen der RWTH. Es ist eines der größten Kliniken Europas mit 36 Fachkliniken und gut 200.000 Patienten pro Jahr. Beeindruckend!!

Im Sportpark Soers findet das CHIO Aachen statt. Es gehört zu den renomiertesten Pferdesport-Tournieren auf der ganzen Welt und findet einmal im Jahr statt. Im Sportpark befindet sich mit dem Tivoli die Heimat des Fussballvereins Alemannia Aachen.

Die Waggonfabrik Talbot ist die älteste Waggonfabrik Deutschlands. Für längere Zeit gehörte das Unternehmen zu Bombardier Transportation.

Das älteste Fotofachgeschäft Deutschlands steht in Aachen! Photo Preim bietet allen Fotoprofis und -laien seit über 137 Jahren Services und Produkte rund um das Fotografieren an.

Das Centre Charlemagne ist das Stadtmuseum Aachens und wurde nach seiner berühmtesten Persönlichkeit benannt. Dort kann man sich über die Stadtgeschichte informieren und wechselnde Ausstellungen besuchen. Es ist außerdem Ausgangspunkt der Route Charlemagne, welche an die bedeutendsten Sehenswürdigkeiten und Orten der Stadt langführt.

Die Grünenthal GmbH war das erste Pharmaunternehmen Deutschlands, dass Penicillin in Deutschland einführte. Leider wurde das Unternehmen auch im Zusammenhang mit dem Contergan-Skandal bekannt. Grünenthal engagiert sich stark in der Palliativmedizin und vergibt einen der höchst dotierten Preise bei der Schmerzforschung, in der es führend ist. Das Unternehmen sitzt in einem modernen Gebäude, wurde aber im Kupferhof Grünenthal gegründet – einer historischen Sehenswürdigkeit in Stolberg.

Kalorienreiches Aachen 🙂 – Ein Genuss!

Ich komme nun zu dem Teil meines Aachen-Artikels, auf dem ich mich schon am meisten freue. Generell mag ich den kulinarischen Teil meines Projekts immer mehr und bin glücklich, das ca. 90% aller zu besuchenden Städte eine lokale Spezialität bieten. Ich probiere gerne und noch mehr „mitbringsele“ ich sehr gerne! Ganz ganz ganz weit oben steht für mich der Aachener Reisfladen. Den habe ich morgens, mittags, abends gegessen und er hat mir in seinen verschiedenen Variation immer geschmeckt. Ich habe es zwar noch nicht geschafft ihn nachzubacken, aber das ist nur eine Frage der Zeit… Grundsätzlich bekommt man ihn in so gut wie jeder Bäckerei/Konditorei.

Ich habe mir den Reisfladen unter Anderem in der Nobis Bäckerei/Konditorei besorgt. Dort gibt es auch das Aachener Streuselbrötchen. Ich Aachen wurde es erfunden und nur dort kann man es kaufen.

Auch den Aachener Poschweck bekam ich bei Nobis! Der Poschweck ist ein seit dem Mittelalter traditionelles Gebäck zur Osterzeit. Zum Glück habe ich es kurz vor Weihnachten dennoch bekommen. Berühmt ist Aachen für die Aachener Printen; unter Anderem auch bei Nobis erhältlich.

Die Aachener Printe feiert in 2020 – also nächstes Jahr – 200jähriges Jubiläum. In Aachen bekommt man sie übrigens überall und vor dem van den Daele Café steht sogar eine Skulptur des Printenmädchens, welches an diese Backtradition erinnert.

Meine Freundin und ich sind schließlich noch zum Lambertz Werksverkauf gefahren. Der Weltmarktführer für Weihnachtsgebäck existiert schon seit 1688 und stellt neben den Printen viele andere leckere Süßigkeiten her – und am Probierstand haben wir uns auch öfter bedient…

In der direkten Nachbarschaft befindet sich ein Werk von Lindt & Sprüngli. Logischerweise kein Aachener Original, aber es produziert den Großteil des Sortiments für den internationalen Markt. Natürlich haben wir uns nicht lumpen lassen und haben uns im riesigen Werksverkauf umgeschaut!

Eine süße Angelegenheit möchte ich gerne noch beschreiben. Zentis! Die Zentis GmbH & Co. KG kommt aus Aachen und befindet sich immernoch im Familienbesitz. Bekannt ist es insbesondere für Fruchtaufstriche und die bekanntesten Produkte sind unter Anderem Nusspli und Aachener Pflümli.

Zum Glück bietet Aachen ebenfalls deftige Speisen an, denn nur von Süßkram kann man nicht lang überleben und so habe ich mir im Aachener Brauhaus Degraa zum einen Öcher Puttes mit Mörrejemöß gegönnt (Wurst mit Gemüse) und Blutwurst mit Kartoffelpürree.

In der Nähe des Brauhauses befindet sich die Fleischerei Gerrards GmbH – ich habe leider versäumt ein Foto zu machen – wo ich mir die traditionelle Aachener Weihnachtsleberwurst gekauft habe. Vor lauter Freude habe ich nicht daran gedacht auch nach der Kalswurst zu fragen… Die Aachener Weihnachtsleberwurst ist eine geschützte Marke und darf nur von aachener Fleischern so genannt werden (im Mitbringsel-Foto ist sie zu sehen). Die Karlswurst ist ebenfalls ein geschütztes Produkt und wird seit 1200 Jahren mit immer den selben Zutaten hergestellt. Die Aachener Fleischer sind in der Aixtra Fleischer e.V. organisiert. Leider habe ich den Standort des Vereins nicht finden können. In der Fleischerei konnte ich die Gelegenheit nutzen mein Interview mit den 5 ausgeklügelten Fragen zu führen:

Erzähle / Erzählen Sie mir das Erste, was Dir / Ihnen über deine / Ihre Stadt einfällt. Aachen strahlt für mich eine Herzlichkeit und Wärme aus und es fühlt sich so richtig an wie Heimat.
Was ist Dein / Ihr Lieblingsort und warum? Ich mag die Innenstadt mit dem Dom und dem Rathaus und ich verbringe meine Freizeit oft mit den kulturellen Angeboten der Stadt.
Was sollte man als Tourist unbedingt gesehen haben? In jedem Fall den Dom! Im Hexenhof kann man übrigens sehr rustikal und sehr lecker essen. Jeder Aachenbesucher sollte sich auch mit der Geschichte der Stadt vertraut machen.
Was ist typisch für Deine / Ihre Stadt? Ich finde wir Aachener sind recht einfach gestrickte Menschen – im positiven Sinne. Und wir wollen aufgrund unserer Geschichte gerne als international gelten.
Was wünscht Du Dir / wünschen Sie sich für Deine / Ihre Stadt? Ich wünsche mir, dass die Politik für mehr Wettbewerb in der Innenstadt sorgt. Viele kleine und traditionelle Einzelhandelsläden müssen aufgeben, da die Großen ihnen das Wasser abgraben. Außerdem muss die Stadt mehr für den Wohnungsmarkt und den Straßenverkehr tun. Andere Städte machen es ja auch vor!

Rheinischen Sauerbraten bekommt man übrigens auch im Sauerbratenpalast!

Im Karl’s Wirtshaus am Marktplatz gönnte ich mir Abends noch Rheinischen Sauerbraten und zum Dessert eine Printen-Mascarponecreme.

In Aachen steht übrigens die älteste Kaffeerösterei Deutschlands – das Plum’s Kaffee. Da ich zu Hause zu diesem Zeitpunkt schon mindestens 3 Tüten Espressobohnen hatte, habe ich mir keine weitere gekauft. Ich hoffe aber, das ich mir ein Tütchen online bestellen kann.

Und nun präsentiere ich ein massives Aufgebot an Mitbringseln…

Mein liebes Aachen,

was für schöne, spannende und vor allem kulinarisch spitzenmäßige 3 Tage! Meine Freundin und ich haben uns sehr gefreut dich zur Weihnachtszeit zu besuchen und all deinen schönen Sehenswürdigkeiten zu betrachtet. Ganz besonders haben uns die pittoresken und schönen Vororte gefallen und deine stets freundlichen und zuvorkommenden Bewohner. Viel Spaß hatten wir auch im Dreiländereck! Mein persönliches Highlight waren deine Reisfladen. Mindestens diese sind ein Grund dich bald wieder zu sehen. Ich freue mich drauf! 🙂

Bis dahin und alles Gute!

Lünen – Eine Mischung aus Ruhrpott und Münsterland

Auf dem Rückweg aus Duisburg nach Hildesheim (meine neue Heimat; seit 1.10.2018 wohnen meine Freundin und gelegentliche Begleiterin auf meiner Tour in einer gemeinsamen wunderschönen Wohnung), besuchte ich das pittoreske Lünen. Man kann tatsächlich sagen, dass sie zur Hälfte Ruhrpott ist und zur anderen Hälfte sichtbare ländliche Einflüsse aus dem Münsterland besitzt. Sie ist eine ehemalige Bergbaustadt, welche sich zur Zeit mitten im Wandel befindet und sich wie viele Städte im Ruhrgebiet neu erfindet. Ganz besonders haben mir in der Innenstadt die alten Ackerbürger- und Dielenhäuser gefallen. Ich finde es lohnt sehr einen kleinen Abstecher nach Lünen zu machen und sich die Sehenswürdigkeiten anzuschauen, welche ich wie folgt vorstellen werde.

Ehemalige und gegenwärtige Wirtschaft in Lünen

Zuerst zog es mich in die ehemalige Zeche Minister Achenbach Schacht 4. Sie ist eine ehemalige Kohlenschachtanlage, wo mittlerweile ein Technologiezentrum steht. Aus dem Förderturm hat der Star-Designer Colani ein Veranstaltungszentrum gestaltet – das Colani-Ei bzw. UFO. Sieht echt stark aus!

In der relativen Nähe befindet sich zum Thema das Bergarbeiter- Wohnmuseum. Das Haus wurde teilweise so eingerichtet, wie eine Bergarbeiterfamilie in dern 30ern des 20 Jahrhundert gelebt hat.

In Lünen stehen noch viele Bergarbeitersiedlungen, wie die Viktoria-Siedlung im Osten der Stadt. Sie steht unter Denkmalschutz und es lohnt ein Spaziergang.

Die Bergarbeitersiedlung Am Kanal (Dattel-Hamm-Kanal) war eine der ersten Siedlungen, welche mit staatlichen Zuschüssen erbaut wurde. Sie sollte eine Stadt in der Stadt werden mit Geschäften, Ämtern usw., was aber aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Situation der 20er Jahre des 20. Jahrhunderts nicht ganz realisiert werden konnte.

Auf der anderen Seite des Dattel-Hamm-Kanals befindet sich die Siedlung Ziethenstr. Die dortigen schlichten Backsteinhäuser stehen ebenfalls unter Denkmalschutz.

Auf Hinweise ehemaliger Bergbautätigkeit trifft man oft in Lünen. Die Viktoria-Halde ist mittlerweile ein Nahrerholungsgebiet. An manchen Ecken findet man auch alte Förderräder.

In der Hochzeit der Kohleförderung wurde der Preußenhafen mit seiner sichtbaren Landmarke dem Mohr-Krahn erbaut. Mittlerweile wird der am Dattel-Hamm-Kanal gelegene Hafen touristisch genutzt und zur Naherholung. Ganz in der Nähe befindet sich der Seepark Lünen mit dem Horstmarer See.

In Lünen befindet sich ein Unternehmen mit Weltrang, welches in einem modernen und sehr wichtigem Wirtschaftszweig agiert. Die Remondis SE & Co. KG gehört zu den weltweit größten Dienstleistern im Recyclingbereich und der Wasserwirtschaft.

Weitere Sehenswürdigkeiten in Lünen

In der Nähe von Remondis befindet sich die Schlossmühle Lippoltshausen. Vor einigen Jahren stand sie kurz vor dem Abriss, bis sich einige Bürger zu einem Verein zusammen taten und um den Erhalt kämpften. Inzwischen ist sie restauriert und dient als Außenstelle des Standesamtes.

Ganz im Norden von Lünen bin ich am Schloss Cappenberg vorbeigefahren. Ich konnte leider nicht reinfahren, da dort gerade Handwerker waren und habe somit nur die beiden kleineren Gebäude am Grundstückseingang fotografieren können. Leider hatte ich nicht die Zeit gehabt einen angemessenen Standort zu finden, um das Schloss von seiner Schokoladenseite abzulichten. Im oder am Schloss befand sich das erste Prämonstratenserkloster Deutschlands welches lediglich dem Adel vorbehalten war.

Von dort bin ich anschließend nach Südosten gefahren und habe am Ostrand von Lünen die Ziegelei Siegeroth entdeckt. Sie zeichnete sich durch individuelle und innovative Produkte aus und konnte lange Zeit den ganz großen Ziegeleien somit Paroli bieten. Seit Mitte der 1990er Jahre wird dort zwar nicht mehr gebrannt, aber das Firmengelände ist noch intakt und steht unter Denkmalschutz. Es wird mittlerweile als Museum genutzt.

Einen weitere Sehenswürdigkeit in Lünen ist der Römerpark Bergkamen. Und wie die Bezeichnung schon andeutet, befindet sich der Römerpark nicht mehr ganz auf Lüner Boden, sondern leicht weiter östlich. Aber da ich schon mal in der Nähe war, habe ich den Park auch besucht.

Ich habe den Preußenbahnhof in Lünen fotografiert. Und ich weiß leider nicht mehr warum ich mir dieses Gebäude während meiner Recherche ausgesucht habe…. wie auch immer. Immerhin habe ich in der Nähe in einem Schreibwarenladen ein aufschlussreiches Interview mit einer Lünerin geführt.

Erzähle / Erzählen Sie mir das Erste, was Dir / Ihnen über deine / Ihre Stadt einfällt. Die Eisdiele Sam Remo. Ich kenne sie seit meiner Kindheit und habe noch viele tolle und lebhafte Erinnerungen vom Eisessen mit Freunden und Familie.
Was ist Dein / Ihr Lieblingsort und warum? In Horstmar am See bin ich sehr gerne. Dort kann ich auch zu jeder Jahreszeit spazieren!
Was sollte man als Tourist unbedingt gesehen haben? Unsere beiden Seen und die Innenstadt mit dem Marktplatz und der Altstadt.
Was ist typisch für Deine / Ihre Stadt? In Lünen gibt es ein großes Miteinander. Da die Stadt nicht allzu groß ist, kennt sich ja auch fast jeder.
Was wünscht Du Dir / wünschen Sie sich für Deine / Ihre Stadt? Ich wünsche mir, dass die Innenstadt weiterhin so lebendig bleibt und unsere Kirmes erhalten bleibt.

Eine natürliche Sehenswürdigkeit ist die Napoleonsbuche. Eigentlich sind es zwei Buchen, welche in Höhe von fünf Metern ineinander verwuchsen. Der Sage nach haben hier Napoleons Pferde in einem Tümpel ihr Wässerchen getrunken. Napoleon soll mit seinem Pferd nach dem Tränken zwischen den Stämmen durch geritten sein.

Durch Lünen fließt nicht nur der Dattel-Hamm-Kanal. Auch die schmale Seseke und die Lippe bahnen sich ihren Weg durch die Stadt. Während der Industrialisierung spielten diese Wasserwege eine größere Rolle.

Direkt an der Lippe befindet sich das Lippe Bad. Es ist eines der ersten Passivhaus-Hallenbäder Europas und hat eine hervorragende Energieeffiziens!

Es lohnt einen Spaziergang durch die Innenstadt und Fussgängerzone Lünens zu machen. Dort trifft man auf die Stadtkirche St. Georg, welche unter Denkmalschutz steht und teilweise aus Fachwerk besteht.

In den Straßen Goldstr., Roggenmarkt, Mauerstr., Silberstr. und Lange Str. befinden sich etliche Fachwerkhäuser. Unter anderem typische Dielenhäuser und Gadern der Stadt.

Eine weitere Sehenswürdigkeit und ein Wahrzeichen in Lünen ist grüne Persiluhr.

Etwas außerhalb des Zentrum bin ich am Schloß Schwansbell vorbeigefahren. Im Laufe der Zeit wurde es unterschiedlich genutzt und wechselte so oft den Hausherren, dass ich bei der Recherche den Überblick verloren habe und garnicht mehr weiß, wem es ursprünglich gehörte. Mittlerweile befinden sich dort hauptsächlich Büros.

Sehenswert war auch der Spieker des alten Landadels Haus Oberfelde, werlcher mitten in einer Grafte liegt.

Der Lüner Schützenverein von 1332 hat sein Vereinszentrum in der Gastronomie „Zum Hubertus“. Er gehört zu den ältesten Schützenvereinen Deutschlands.

Kulinarisches aus Lünen

Ich habe mich ernsthaft gefragt, was Lünen als kleine Stadt am Rande des Ruhrpotts an kulinarischen Spezialität zu bieten hat. Bin ich es doch gewohnt vom Ruhrpott eher deftiges Fastfood zu bekommen. Dennoch habe ich etwas entdeckt, was nur aus Lünen kommt! Kanne Brottrunk ist ein Getränk, welches aus Bio Korn und weiteren Zutaten hergestellt wird. Ich muss zugeben, dass ich den Geschmack sehr gewöhnungsbedürftig fand! Aber immerhin konnte ich in den Kanne Bäckereien leckere Gebäcke finden.

Eine weitere Sehenswürdigkeit in Lünen ist die Alte Kaffeerösterei. In seiner Hochzeit war die Rösterei die größte Lünens und belieferte sogar Städte wie Köln und Düsseldorf. Ich gönnte mir einen Cappuchino und kaufte mir frische Bohnen.

Eine spannende Location in Lünen scheint Das Greif zu sein. Es ist Kneipe, Restaurant und Eventhalle zugleich und war mal ein Landgasthof. Ich konnte mich vom leckeren Essen leider nicht überzeugen, da es erst ab 18h geöffnet hat.

Ein weiteres interessantes Geschäft ist der Feinkostladen Kreta’s Schätze mitten in der Innenstadt und direkt an der Lippe. Hier findet der Kreta- und Griechenlandliebhaber alles was das Herz begehrt!

Mein liebes Lünen,

das war mein Tag bei dir. Vielen Dank für deine Gastfreundschaft und diesen spannenden Tag. Es hat mir außerordentlich gut gefallen bei dir und ich hoffe, dich bald wieder besuchen zu dürfen. Ganz besonders schön fand ich deine Altstadt mit den gut erhaltenen Dielenhäusern und deine Bergarbeitersiedlungen. Ich wünsche dir alles Gute und viel Erfolg im Wandel.

Duisburg – geprägt durch Wasser, Stahl und Kohle

Endlich wieder im Ruhrpott unterwegs! Im Rhein-Ruhr-Gebiet befinden sich die meisten der 100 größten Städte Deutschlands. Insofern freue ich mich immer wieder alle paar Male in den Pott zu kommen.

Ein Freund von mir war kürzlich schon mal da und berichtete vom riesigen Industrieareal von ThyssenKrupp und dem riesigen Hafengelände. Ich war gespannt, was diese Stadt noch zu bieten hat! An Ruhr und Rhein gelegen hat und hatte Duisburg historisch fast durchgängig eine große Bedeutung im Handel mit Waren. Und während der Industrialisierung wurden die Kohlen und der Stahl aus dem Ruhrpott in alle Herren Länder verschifft. Stahl und Logistik spielen immernoch eine Rolle. Dennoch ist Duisburg wie viele Städte in dieser Region, im Wandel mit einem wachsendem Dienstleistungssektor.

Unterm Strich war ich sehr beeindruckt von der Vielseitigkeit Duisburgs. Überall traf ich auf freundliche Menschen und habe alte und neue Industrieanlagen besichtigt. Es gibt den Rhein und die Ruhr und einige Bauwerke aus dem Mittelalter. Und die Leibspeise Schimanskis konnte ich auch probieren!

Der Rhein und der größte Binnenhafen der Welt

Es war herbstlich als ich am Rhein war, so dass auch nicht viel los war. Einerseits ist es gut, wenn mir nicht zu viele Passanten vor die Linse laufen, aber andererseits war es bedeckt und somit etwas weniger stimmungsvoll. Ich glaube, es kann richtig schön werden, wenn man an wärmeren Tagen am Rheinpark verweilt. Der Rheinpark ist ein ehemaliges Geländer der Schwerindustrie und wurde zu einer Freizeitfläche umgewandelt. Dort kann Sport betrieben werden und es gibt eine Restauration. Ich kann mir das lebhafte Treiben im Sommer sehr gut vorstellen!

Wo die Ruhr in den Rhein mündet steht die Rheinorange. Sie ist eine tonnenschwere Stahlskulptur, welche alle Aspekte der Stadt in sich vereinen soll. Die Ruhr führt von dort aus an den Innenhafen vorbei und zum Stadtteil Ruhrort.

Mit allen öffentlichen und privaten Flächen im Hafen gilt der Duisburger Hafen in Ruhrort als der größte Binnenhafen der Welt.

Der Innenhafen Duisburg gehört zu den ältesten Teilen des Hafens und der Stadt Duisburg. Mittlerweile ist der Innenhafen ein Ort voller Kultur und Gastronomie und Nightlife.

Im Innenhafen steht die Küppersmühle. Früher wurde dort natürlich gemahlen. Mittlerweile ist sie ein Museum für moderne Kunst und beherbergt ein Restaurant.

Das Explorado Kindermuseum zeichnet sich besonders dadurch aus, das Kinder und Jugendliche nicht nur Ausstellungsstücke betrachten können, sondern selber lernen, forschen und erfahren können. Es ist einfach ein Mitmachmuseum!

Das ehemalige Logistikgebäude Faktorei 21 ist mittlerweile ein Restaurant.

Das Kultur- und Stadthistorische Museum im Innenhafen zeigt Ausstellung der Stadthistorie und beherbergte außerdem bis vor wenigen Jahren das Museum Stadt Königsberg. Duisburg hatte lange Zeit eine Patenschaft für diese Stadt.

Im Innenhafen steht auch das größte Archivgebäude Deutschlands, welches unter Anderem das größte Luftbildarchiv der Republik besitzt. Das Landesarchiv NRW.

Das Archiv steht direkt an der Schwanentorbrücke. Sie ist eine Hubbrücke, welche die Brückplattform bis zu 10m hochhieven kann.

Das weiße Gebäude im Hintergrund ist das Kontorhaus und wurde früher als Kornspeicher genutzt. Mittlerweile residieren dort viele verschiedene Mieter hauptsächlich aus der Wirtschaft.

Die Logistikaktivitäten der Stadt werden – wenn ich es richtig recherchiert habe – von der Logport Ruhr Gmbh gesteuert. Auf einem ehemaligen Stahlwerksgelände von Krupp haben sich viele Logistikunternehmen angesiedelt.

Industrie – Geschichte und Gegenwart

Kohle und Stahl prägen Duisburg seit der Industrialisierung. Dabei kommt man nicht an ThyssenKrupp Steel Europe vorbei! Die Stahlproduktion in Duisburg findet auf einer Fläche statt die auf der Welt seines Gleichen sucht. Ich bin mit meinem Auto im Norden und Süden von Duisburg richtig lange unterwegs gewesen, bis ich die Unternehmensflächen einmal umrundet habe. Alle Hochöfen des Ruhrpotts stehen nur noch in Duisburg. Dort wird ein Großteil des in Deutschland produzierten Eisens und Stahl hergestellt. Ziemlich beeindruckend! Ich kann nur jedem Duisburgbesucher die Stätten der Stahlproduktion von ThyssenKrupp zu besichtigen!

Im Landschaftspark Duisburg-Nord befindet sich ein stillgelegtes Hüttenwerk, welches früher zu Thyssen gehörte. Die alten Industiegebäude können besichtigt werden und es finden viele kulturelle Veranstaltungen in ihnen statt. Das Gasometer ist mit Wasser gefüllt, wo getaucht werden kann. Es existiert ein Kletterparcour und es gibt im Sommer viele Veranstaltungen. Der Landschaftspark ist auch Standort des Traumzeit Festivals. Dies ist ein Musikfestival für Weltmusik und Pop. Nachts wird der Landschaftspark mit verschiedenen Farben angestrahlt; für mich als Hobbyfotographen war das fantastisch!!

Bergbau wird in Duisburg schon lange nicht mehr betrieben. Aber es stehen natürlich immer noch Zeugnisse dieser Zeit in der Stadt. Beispielsweise die unter Denkmal stehende Siedlung Rheinpreußen, in der Zugezogene vor allem aus Polen uns Österreich-Ungarn untergebracht wurden. Eine beeindruckend schöne Siedlung, wie sie in vielen Städten mit Bergbaugeschichte im Ruhrgebiet steht.

Eines der letzten großen Bergwerke war das Bergwerk Walsum. Es wurde 2009 gesprengt.

Auf einer Halde einer ehemaligen Zinkhütte steht ein imposantes Bauwerk, welches teiweise aus Zink besteht – in Anlehnung an die ehemalige Zinkhütte – das Tiger and Turtle Magic Mountain. Das Bauwerk ist einem Looping nachempfunden und ist begehbar. Bei guter Sicht kann man bis nach Düsseldorf gucken!

Lange in der Industrie tätig war die Familie Haniel. Sie gehört aktuell zu den reichsten Familien Deutschland und ist mittlerweile im Geschäft mit Unternehmensbeteiligungen tätig. Die Firma Franz haniel & Cie sitzt in Duisburg Ruhrort am Franz-Haniel-Platz. Dort befindet sich auch das Haniel-Museum.

Duisburg kulinarisch

Kulinarisch ist der Ruhrpott geprägt durch Frittenbuden, Currywurst und Frikadellen und selbstverständlich der Küche vieler Einwanderer. Dennoch konnte ich in Duisburg auch ein paar Dinge kosten, welche es nur hier gibt – und ich finde, dass man das von einer Stadt mit einer halben Millionen Einwohner durchaus erwarten kann. 😉

Zuallererst möchte ich in diesem Zusammenhang auf einen Sohn der Stadt hinweisen – Horst Schimanski. Sein Leibgericht war die Currywurst und gegessen hat er sie in seiner Stammkneipe „Zum Anker“ in Duisburg-Ruhrort. Diese Kneipe hat in echt keinen Kneipencharakter. Es ist eher ein Bistro und ich habe mich dort echt wohl gefühlt. Natürlich habe ich mir die XL-Schimanski-Currywurst gegönnt.

Sehr spannend fand ich es in der Kneipe Finkenkrug! Craftbier-Bars schießen in letzter Zeit wie Pilze aus dem Boden. Das Finkenkrug bietet 222 verschiedene Biere aus aller Welt an. Außerdem gibt es den den Elvis-Presly-Burger nach Originalrezept. Diesen skurrilen Burger habe ich mir selbstverständlich gegönnt und ihn mit einem leckeren Bier von den Färöer-Inseln runtergespült. Im Finkenkrug habe ich mir auch eine Souvenirtüte gekauft mit verschiedenen Bierprodukten und Zubehör. Diese Biertüten gibt es in verschiedenen Größen. Besonders gefreut hat mich, dass ich das Hop House 13 aus Irland und das Tui Lager aus Neuseeland entdeckt habe! Das sind Biere, die ich auf Auslandstrips schon mal getrunken habe. Das färingersche Bier war übrigens auch sehr sehr lecker.

Ein weiteres bekanntes Produkt aus Duisburg ist das liebevoll genannte KöPi – König Pilsener. Die Brauerei liegt im nördlichen Teil von Duisburg.

In großen Teilen Nordrhein-Westfalens aber insbesondere im Ruhrpott und Westfalen sind Kartoffelgerichte besonders beliebt. So gibt es auch in Duisburg leckeres aus Kartoffeln. Im Webster Brauhaus habe ich mir Reibeplätzchen gegönnt.

Eine süße Köstlichkeit aus Duisburg ist der Duisburger Dreck. Sie sehen aus wie Choco Crossies, schmecken aber besser! Zu kaufen im Cafehaus Dobbelstein.

Weitere bodenständige Gerichte ausm Pott bekommt man im Zollhaus und im Lindenwirtin. Dort war ich aber nicht. In Duisburg gibt es einen kleinen rumänischen Warenladen – das Magazin Ardealul. Leider war noch nicht geöffnet und ich habe es auch nicht mehr geschafft zu den Öffnungszeiten dort aufzutauchen, sonst hätte ich mir mit Sicherheit ein Mitbringsel besorgt.

In einem gemütlichen Café in der Nähe des Finkenkrug gönnte ich mir eine Pause und traf auf eine sehr auskunftsfreudige Studentin hinterm Tresen. Ihr gefiel mein Projekt sehr gut und sie war gerne bereit meine 5 ausgeklügelten Fragen zu beantworten.

Erzähle / Erzählen Sie mir das Erste, was Dir / Ihnen über deine / Ihre Stadt einfällt. Ich habe gemischte Gefühlte zu meiner Stadt. Entweder hasst man sie oder man liebt. Vielleicht kommt es darauf an, wo man ausgewachsen ist. Gesellschaftlich gibt es Unterschiede zwischen Duisburgern, welche im Norden, wie zum Beispiel Marxloh, aufgwachsen sind und Duisburgern in Mitte und Süden, wo es ruhig und schön ist. Ich bin in Marxloh aufgewachsen und irgendwann von dort rausgekommen.
Was ist Dein / Ihr Lieblingsort und warum? Ich mag den Trouble und bin deshalb gerne in der Neustadt und in der Innenstadt.
Was sollte man als Tourist unbedingt gesehen haben? Unbedingt den Landschaftspark Nord mit seinen vielen Industriedenkmalen! Außerdem sollte man alle Sehenswürdigkeiten, welche am Rhein liegen besuchen. Insbesondere der Innenhafen ist ein Ausgeh-Hotspot.
Was ist typisch für Deine / Ihre Stadt? Duisburg ist ein Meltingpot mit einer riesigen kulturellen Vielfalt. Für manch einen Ausländer ist es ein Kulturcrash, so dass sie sich meist in ihren eigenen geografischen Nieschen aufhalten.
Was wünscht Du Dir / wünschen Sie sich für Deine / Ihre Stadt? Ich wünsche mir mehr Offenheit in der Bevölkerung. Jede kulturelle Gruppe hat ihre eigenen Normen; die Menschen sind konservativ und leider nicht so offen für Neues; ein Beispiel ist, dass sich Veganismus so gar nicht durchsetzt hier.

Weitere Sehenswürdigkeiten der Stadt

Ganz bekannt ist die Stadt durch den Tatortkommissar Horst Schimanski. Er hielt sich oft im Stadtteil Ruhrort auf, wo sich seine Stammkneipen Café Kaldi und Zum Anker befinden. Außerdem wurde eine Straße nach ihm benannt – die Horst-Schimanski-Gasse.

In Ruhrort befindet sich auch das Haus Ruhrort, auch Tausendfensterhaus genannt. Es war das Verwaltungsgebäude der Rheinische Stahlwerke und hat tatsächlich nur 510 Fenster…

Das Museum der Deutschen Binnenschifffahrt liegt ebenfalls in Ruhrort. Es ist das größte seiner Art in Deutschland.

In der Duisburger Innenstadt gibt es einige weitere Sehenswürdigkeiten und Besonderheiten der Stadt. Das älteste Wohnhaus der Stadt ist das Dreigiebelhaus, welches im Laufe seiner Geschichte unterschiedliche Funktionen hatte. Es wurde mal von Nonnen übernommen, dann gab es dort eine Textilfabrik und längere Zeit ein Restaurant und mittlerweile ist es unter Anderem ein Wohnhaus.

In der Nähe befindet sich das schöne Rathaus von Duisburg am Burgplatz. Der Ort gilt als Keimzelle von Duisburg. Dort steht auch der Mercartorbrunnen. Gerhard Mercator war zu Anfang der Neuzeit einer der wichtigsten Kartographen der bekannten Welt und ist ein Sohn der Stadt.

Hinter dem Rathaus befindet sich die Archeologische Zone – Alter Markt. Dort befindet sich eine Ausgrabungsstätte einer mittelalterlichen Markthalle.

Weitere Zeugnisse aus dem Mittelalter sind der Schäferturm und Reste der alten Stadtmauer Duisburgs.

In der Fussgängerzone befindet sich die Lifesaver Skulptur der Künstlerin Niki de Saint-Phalle. Sie ist ein beliebtes Fotomotiv für Touristen und ein Wahrzeichen der Stadt.

Direkt am Platz der Skulptur steht das CCC Competence Call Center Duisburg GmbH. Es ist ein Beispiel für den wirtschaftlichen Wandel in der Stadt, denn Duisburg ist eine Call Center Hochburg in Deutschland.

In der Duisburger FuZo findet einer der am längsten geöffneten Weihnachtsmärkte Deutschlands statt. Soweit ich weiß gehört er auch zu den Weihnachtsmärkten, welche auch am frühesten öffnen.

Das kulturelle Zentrum der Stadt ist zweifelsohne das schöne und nachts schön beleuchtete Theater Duisburg / die Deutsche Oper am Rhein, wo auch die Kulturbetriebe Duisburg untergebracht sind. Direkt daneben befinden sich die Mercatorhalle und das Citypalais.

In Duisburg steht eines der ältesten Gymnasien in Deutschland. Rund 800 Jahre alt ist das Landfermann-Gymnasium. Besonders ist das Sprachangebot der Schule sowie spezielle naturwissenschaftliche Angebote und eine umfangreiche Bibliothek mit vielen wertvollen Büchern und Schriften.

Duisburg hat den bedeutendsten Binnenhafen der Welt. Die Schifferbörse zu Duisburg – untergebracht in der IHK Duisburg – ist eine bedeutende Institution der Binnenschifffahrt und die einzige seiner Art in Deutschland. Sie dient den Binnenschifffahrern und allen die ein Interesse an der Binnenschifffahrt haben als Ansprechpartner in vielerlei Hinsicht.

Die Gesellschaft für Wirtschaftsförderung Duisburg mbH ist ein wichtiges Zahnrad beim wirtschaftlichen Wandel in der Stadt und berät kleine und große Unternehmen und alle die ein Interesse an der wirtschaftlichen Prosperität der Stadt haben.

Weitere kulturelle Angebote im Zentrum sind das filmforum – eines der ältesten kommunalen Kinos Deutschlands – und das Grammatikoff, in dem verschiedenste Ausstellungen und Auftritte kultureller Art stattfinden. Beide Locations befinden sich am Dellplatz.

Sehenswert ist eine der größten Universitäten Deutschlands – die Universität Duisburg-Essen. Aufgrund ihrer Architektur werden die Rundbauten auch Keksdosen genannt.

Nahe der Uni befindet sich das Gerhard-Mercator-Haus. Es wird von der Universität genutzt.

Zur Uni gehört auch das Konfuzius-Institut Metropole Ruhr e.V. Die Uni Duisburg-Essen arbeitet eng mit der Uni Wuhan in China zusammen. Zwischen Duisburg und Wuhan wurde die erste Städtepartnerschaft zwischen einer deutschen und einer chinesischen Stadt gegründet.

Gegenüber der Universität befindet sich der Zoo Duisburg. Bekannt ist er für sein Delphinarium, seltene Raritäten der Tierwelt und der einzigen Koalaaufzuchtstation Deutschlands.

Direkt am Zoo steht eine besondere Ampel. Als Erinnerung an die Bergbautradition gibt es das Duisburger Ampelmännchen.

Am Zoo befindet sich ein ziemlich verzweickter Verkehrsknotenpunkt, welcher von den Duisburgern liebevoll Spaghettiknoten genannt wird. Dort trifft die A3 auf die A40 und die B40 und es führen Eisbahnschien dran vorbei. Auf dem Bild ist der Spaghettiknoten kaum zu erkennen, aber das lag daran, dass ich nicht genau recherchieren konnte, wo der beste Standpunkt für das perfekte Foto ist.

Mit dem Delta Music Park befand sich in Duisburg mit 17 Bars eine der größten Diskotheken in Deutschland. Die Disko befand sich in 3 miteinander verbundenden Zelten. Mittlerweile steht dieser Platz brach.

In Duisburg befindet sich das Unternehmen Zoo Zajac. Es ist das größte Zoofachgeschäft der Welt!

Unmittelbar am Rheinufer steht der Alsumer Berg. Eine ehemalige Schutthalde von der man einen tollen Überblick über das ThyssenKrupp Gelände hat. Leider habe ich dies erst im Nachhinein erkannt. Sonst hätte ich von oben ein Foto gemacht.

Der Revierpark Mattlerbusch dient den Duisburgern als Naherholungsgebiet mit vielen Wiesen und Wälderchen und einer Therme. Er ist einer von fünf Revierparks im Pott.

Sportstadt Duisburg

In einer so großen Stadt mit fast einer halben Millionen Einwohner kann man sich vorstellen, dass es durchaus auch Spitzensport gibt! Und tatsächlich möchte ich meinen Duisburg als Sportstadt zu bezeichnen. Das fängt schon mit dem Sportpark Wedau an – der nach Fläche größte Sportpark Deutschlands mit dem Wedaustadion – Heimat des MSV Duisburg, auch die Zebras genannt – und der schnellsten Regattabahn der Welt.

Einer der erfolgreichsten Bowlingclubs Deutschlands ist der 1. BC Duisburg mit vielen gewonnenen Deutschen Meisterschaften. Da ich erst im nachhinein erfuhr wo die Heimanlage des Vereins ist, habe ich einfach das XXL-Bowlingcenter fotografiert, wo sich auch das Angerstübchen befindet in dem lokale/regionale Gerichte bekommt. Duisburg ist eine Hochburg des Bowlings in Deutschland.

In der nähe der Bowlinganlage befindet sich die Spielstätte des Skaterhockeyclubs Duisburg Ducks 1989 e.V. National und International sind die Ducks eine der erfolgreichsten Inlinehockeyclubs überhaupt.

Und auch die RESG Walsum ist ein erfolgreicher Sportverein mit seiner Sparte Rollhockey, welche etliche Titel gewonnen hat! Rollhockey wird übrigens mit traditionellen Rollschuhen gespielt.

Mein liebes Duisburg,

zwei unglaublich spannende Tage habe ich bei dir erlebt und hätte nicht gedacht, dass du so viel zu bieten hast. Ganz beeindrucken fand ich dein industrielles Erbe und was du daraus gemacht hast. Viele freundliche Menschen habe ich angetroffen und es hat mich sehr gefreut deine speziellen kulinarischen Genüsse zu probieren. Ich wünsche dir für die Zukunft alles Gute und hoffe, dass wir uns bald wieder sehen. 🙂

Ulm – … und Neu-Ulm! Aus einer wurden zwei

Ja liebe Leser, ihr habt richtig gelesen. In diesem Artikel berichte ich genau genommen aus 2 Städten; Ulm gehört definitiv in die Liste der 100 größten Städte Deutschlands. Neu-Ulm gehört nicht in diese Liste. Allerdings haben die beiden Städte eine gemeinsame Geschichte und es ist Napoleon, der im Grunde der Auslöser der Teilung ist. Nach den napoleonischen Kriegen wurde Europa und speziell die Deutschen Landen neu geordnet. Dabei wurde auch Ulm geteilt. der größere links von der Donau liegende Teil gehörte zu Württemberg und der kleine rechts von der Donau liegende Teil wurde Bayern zu geschlagen. So entstand und entwickelte sich die Stadt Neu-Ulm. Dennoch verbindet vieles beide Städte und so entschied ich mich sie in ihrer Gesamtheit zu portraitieren.

Das erste was ich gesehen habe in Ulm war der Hauptbahnhof… Meine Freundin und ich sind aus Konstanz gekommen und ich habe sie zum Bahnhof gebracht, da sie geplanterweise schon früher nach Hause reisen musste. Mein erster Gedanke war: „Oh Gott! Was für ein Loch!“ Der Bahnhof war eine Großbaustelle und wir hatten Mühe den Haupteingang zu finden. Ich war mir nicht sicher, ob es ein schöner Aufenthalt wird. Ich erfuhr aber, dass der Umbau des Bahnhofs und der Gegend drumherum viel mit Stuttgart 21 zu tun hat. Es konnte nur besser werden und letztendlich ist es bei weitem besser geworden! Ulm ist einfach eine richtig schöne und gelassene Stadt und verrate jetzt schon, dass diese Stadt bisher eine meiner Höhepunkte meines Projektes ist. Natürlich gefiel es mir bisher in jeder Stadt, in der ich war und ich habe mir vorgenommen jede Stadt unvoreingenommen und positiv darzustellen. Ulm hat mir dennoch besonders gut gefallen.

Bundesfestung Ulm

Bekannt ist, dass durch Ulm die Donau fließt und dort der höchste Kirchturm der Welt steht. Aber wußtest du, lieber Leser, das Ulm die größte Befestigungsanlage Europas besitzt? Die Bundesfestung Ulm ist eine von 5 Bundesfestungen des damaligen Deutschen Bundes. Sie wurde nach den Napoleonischen Kriegen als Folge dieser gebaut, um den Bund auch von innen schützen zu können. In Kriegszeiten wären dort viele 1000 Soldaten stationiert worden. Die Bundesfestung hatte einen Umfang von ca. 9 Km und ich habe mir vorgenommen diese mit einem Fahrrad zu befahren. Dabei war mir garnicht bewußt, dass viele Forts auf Hügeln rum um Ulm gebaut waren, so dass es anstrengender war, als geplannt. Die Wilhelmsburg ist der größte und zentralste Teil der Bundesfestung. Dort begann meine Rundfahrt und ich fotografierte ebenfalls den König-Wilhelm-Turm. Er wurde nach dem damaligen Württemberger König benannt. Direkt hinter der Wilhemsburg befindet sich die Wilhelmsburg-Kaserne; ich wußte nicht, ob ich sie fotografieren durfte – ist schließlich ein militärischer Bereich – daher findet sie hier nur kurz eine Erwähnung.

Bundesfestung
Bundesfestung_1
Bundesfestung_2
Bundesfestung_3
Bundefestung pano 2

Im weiteren Verlauf bin ich an Befestigungsmauern und teilen der Bundesfesung gekommen, welche Bezeichungen tragen wie Ravelin, Capponiere, Bastion, Courtine, Halbbastion, Werk, Ravelin usw. Jeden einzelnen Teil hier vorzustellen wird sicher müßig und nerdig werden, daher laßt euch einfach von den Fotos berieseln.

Bundesfestung_4