Rostock – Hanseromantik mit angeschlossenem entspannendem Badeort und einer großen Liebe zum Fußballverein

Der Sommerurlaub neigte sich dem Ende entgegen. Meine Freundin und ich besuchten Rostock als letzte Station und suchten uns eine schöne Unterkunft in Warnemünde – einen Stadtteil von Rostock – anstatt in Rostock selbst. Ganze vier Tage haben wir dort verbracht und es war eine gute Entscheidung den Strand und die Promenade Warnemündes fussläufig erreichen zu können, anstatt mit Öffis oder dem Auto viele Kilometer fahren zu müssen.

Günstig am Fluß Warnow gelegen war Rostock schon immer ein Zentrum des Handels und maritimen Flairs. Im frühen Mittelalter von slawischen Stämmen gegründet entwickelte sich Rostock im Hochmittelalter zu einer der größten Städte Norddeutschlands und einer wichtigen Handelsstadt der Hanse. Außerdem wurde in Rostock die älteste Universität des Ostseeraums gegründet.

Extrem auffällig fanden wir den großen Rückhalt den die Einwohner der Stadt ihrem Fussballverein Hansa Rostock geben. Nahezu an jedem Pfeiler und an jeder Straßenlaterne klebte ein Aufkleber mit den Hansa-Emblem und an jeder Brücke oder jeder freien Wand sahen wir blau-weiße Farbe. Auch grölende Fans saßen vor einem Supermarkt und besangen ihre Mannschaft, welche sich zu diesem Zeitpunkt am Anfang ihrer Saison befand. Sogar meine Interviewpartner bezogen sich oft bei meinen fünf ausgeklügelten Fragen auf ihre Mannschaft, ihren Verein!

Einen großen Teil unseres Aufenthalts verbrachten wir in Warnemünde. Ein Stadtteil von Rostock, welcher mir ein wenig wie ein selbständiger Ort vorkam. Daher möchte ich diesen Artikel mit dem schönen Warnemünde beginnen.

Warnemünde – die Wiege des Strandkorbs

Ja richtig! In Rostock-Warnemünde wurde der Strandkorb in der Form, wie wir ihn kennen erfunden! Der Hofkorbmacher Wilhelm Bartelmann schuf eher zufällig einen Strandstuhl aus Weiden- und Rohrgeflecht, den er mit einem Markisenstoff überzog. Mit der Zeit baute er Markisen, Fußstützen und Seitentische ein. Die Strandkörbe erfreuten sich Ende des 19. Jahrhunderts wachsender Beliebtheit und standen bald an vielen Deutschen Stränden an Nord- und Ostsee. Eine Gedenktafel hängt an dem Haus, wo die Frau Wilhelm Bartelmanns den ersten Strandkorbverleih aufmachte. Das Haus steht ganz in der Nähe des Leuchtturms. Und natürlich sahen wir viele Strandkörbe am Ostseestrand Warnemünde!

Eine weitere Besonderheit in Warnemünde und generell an der ganzen Ostsee ist die Suche nach Bernstein und natürlich auch der Verkauf. Ebenfalls in der Nähe des Leuchtturms haben wir uns ein Bernsteinverkaufsgeschäft angeschaut.

Ganz bekannt ist Warnemünde für sein Kreuzfahrtanlegekai. Der Kreuzfahrttourismus ist eine wichtige Branche für die Stadt, welche für diesen Tourismuszweig aufgrund seiner Nähe zu Hamburg und Berlin und dem nahen Flughafen prädesteniert ist. Fast 1 Mio Touristen jährlich steigen hier auf Kreuzfahrtschiffe und machen Touren durch die Ostsee und angrenzende Gewässer. Wir haben viele AIDA-Kreuzfahrschiffe gesehen und es war immer sehr spannend zu sehen, wie die Schiffe ablegten und ankamen.

Den Leuchtturm erwähnte ich bereits. Er ist ein Wahrzeichen des Ortes und leuchtet auch heute noch bis zu 20 Seemeilen weit. Er wird aber hauptsächlich touristisch genutzt. Wir wollten ihn eigenlich besteigen, aber dann spielte das Wetter nicht mehr mit. Direkt neben dem Leutturm steht der sogenannte Teepott. Das dreigeschossige Gebäude hat eine besondere Architektur aus hyperbolischen Paraboloidschalen und wurde Ende der 1960er Jahre gebaut. Im Gebäude kann man in Restaurants oder Imbissbuden Snacks zu sich nehmen oder in Geschäften einkaufen.

An der Seepromenade läßt man es sich gut gehen. Die breite Promenade lädt zum Spazieren und Entspannen ein und in den Geschäften und Restaurant kann man sein Urlaubstaschengeld durchaus gut investieren.

Im letzten Bild sieht man schon das Hotel Neptun. 1971 erbaut und im Volksmund Stasihotel genannt, waren insbesondere ausländsiche (Devisen)Gäste willkommen. Aber auch Fidel Castro oder Willy Brandt haben hier mal genächtigt.

Am Strom ist eine sehr geschäftige Straße bzw. Promenade, welche am Alten Strom langführt. In der Hauptsaison tummeln sich viele Touristen beidseitig des Alten Stroms in Geschäften zum Einkaufen und lassen es sich in Restaurants, Cafés und Bistros gut gehen.

Wir sind nicht nur am Alten Strom und der Seepromenade flanieren gewesen, sondern auch zentral im Ort. Auch dort ist vieles – nahezu alles – touristisch aufgezogen. Viele Geschäfte und viele schnuckelige Ferienhäuser- und Wohnungen reihen sich einander und bilden ein schönes Ensemble. Es hat uns viel Spaß gemacht dies alles zu besichtigen.

Und natürlich hielten wir uns auch auf den Molen auf, welche weit in die Ostsee ragen und haben uns Warnemünde von einem anderen Standpunkt aus angesehen. Ebenfalls konnten wir auch das Molenfeuer des Hafeneingangs sehen, die einfahrenden Fähren und Segelschiffe und auch mal einen Sonnenuntergang.

In Warnemünde haben wir auch den Yachthafen Hohe Düne und die entsprechenden Unterkünfte für die Besserverdienenden besucht. Durchaus chic!

Besonders ist in Warnemünde das Dock INN Hotel. Es ist das erste Hotel Deutschlands aus Überseecontainern.

Das weltgrößte Robbenforschungszentrum befindet sich ebenfalls in Warnemünde; nahe des Yachthafens. Hier kann man den Forschern über die Schulter schauen und viel über die Arbeit mit Robben erfahren.

Zeugnisse der Hanse und andere historische Bauten

Trotz großer Zerstörungen im 2. Weltkrieg und einem verheerenden Stadtbrand im 17. Jahrhundert konnte Rostock viele seiner historischen Bauten erhalten. Die meisten davon wurden zur Zeit der Hanse erbaut. Wie jede Hansestadt baute auch Rostock mächtige Kirchen im Stile der Backsteingotik.

Besonders hervorzuheben ist dabei die St. Marienkirche nahe des Neuen Markts und des schönen alten Rathauses der Stadt. Fast 800 Jahre alt befindet sich in ihr eine große, beeindruckende Astronomische Uhr. Außerdem hat hier der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck gepredigt.

Die Kirche St. Petri ist die älteste und mittlerweile wieder die höchste Kirche Rostocks. Bei einem schweren Luftangriff wurder der markante Turmhelm zerstört und bis kurz nach der Wende nicht wieder aufgestellt. Nun hat die Kirche wieder einen neuen kupfernen Turmhelm.

Ein weiteres kirchliches Gebäude ist das Kloster zum Heiligen Kreuz. Dort befindet sich derzeit das Kulturhistorische Museum der Stadt.

Weltliche Zeugnisse der Hanse und des Mittelalters sind vor allem das Kröpeliner Tor. Es ist eines der noch 4 vorhandenen von 22 ehemals vorhandenen Stadttoren und war schon immer eines der größten. Ich finde es sehr imposant und musste mich etwas weiter weg stellen, um es in voller Größe abzulichten.

Das Besondere am Kuhtor ist, dass es das älteste der 22 Tore ist und auch eines der ältesten Gebäude der Stadt. Ebenfalls ist es das älteste erhaltene Stadttor Nordeutschlands!

Direkt am Kuhtor steht ein großer erhaltener Teil der Stadtmauer mit dem Lagebuschturm. Er ist der letzte erhaltene Wehrturm der Stadtmauer.

Am einen Ende der Stadtmauer befindet sich das dritte erhaltene Stadttor – das Steintor.

Das vierte erhaltene Tor ist das Mönchentor. Es steht direkt in Hafennähe.

Rostock hat eine sehr lange und breite Hafenpromenade am Stadthafen. Kein Wunder, müssen doch viele Besucher Platz finden, welche zu jährlichen Hansesail Rostock besuchen. Der Stadthafen war in der Vergangenheit das Tor zum Handel mit dem Ostseeraum und trug viel zum Reichtum der Stadt bei. Heutzutage legen eher viele Yachten und Passagierschiffe an. Und es findet – wie eben erwähnt – die Hansesail im Stadthafen statt, wo viele Traditionssegler einlaufen. An der Promenade befinden sich ein Nachbau eines Hafentretkrans und viele Lagergebäude, welche teilweise als Büros genutzt. werden.

Der Neue Markt war im mittelalterlichen Rostock der Dreh- und Angelpunkt der Wirtschaft. Er ist nahezu quadratisch angelegt und man kann auf fast jeder Seite die alten prächtigen Kaufmanns-Giebelhäuser sehen. Auf der einen Seite sieht man das mittelalterliche Rathaus mit seinen barocken Umbauten.

Hinter dem Rathaus befindet sich das mittelalterliche Kerkhoffhaus, welches heute von der Stadt als Standesamt genutzt wird. Im Mittelalter wurde es vom Ratsherrn Kerkhoff erbaut. Seine Familie bestimmte lange Zeit die Geschicke der Stadt.

Die Kröpeliner Str. ist die Haupteinkaufsstraße Rostocks und war im Mittelalter eine der Hauptstraßen der Stadt. Auch in ihr befinden sich viele charakteristische Giebelhäuser und bedeutende Gebäude.

Das Ratschowhaus in der Kröpeliner Str. wurde nach der Unternehmerfamilie Ratschow benannt, die das Haus nach dem Krieg wieder in Schuss gebracht hat und es nach der Wende der Stadt geschenkt hat. Nun befindet sich dort die Stadtbibliothek.

Der Universitätsplatz grenzt direkt an die Kröpeliner Str. und ist ebenfalls umrahmt von Giebelhäusern, außerdem einem Gebäude der Universität und der Touristinfo.

Kulinarisches aus Rostock

Fisch, Schnaps und – wie in vielen deutschen Städten – das Bier sind die traditionellen kulinarischen Spezialitäten in Rostock. Die Hanseatische Brauerei Rostock ist der Platzhirsch in Rostock und Region. Besonders ist, dass die Brauerei koscheres Bier für den israelischen Markt produziert. Während der Hanse, war das damals in Rostock gebraute Bier ein Exportschlager.

Der Original Lehment Rostocker Doppel Kümmel ist ein milder Korn, den es schon seit dem 18. Jahrhundert gibt. Lange Zeit wurde er in Rostock gebrannt bevor die Produktionsstätte nach Nörten-Hardenberg gewechselt hat. Ehemalige Produktionsstätten gibt es in Rostock meines Wissens nicht mehr.

Gegenüber der Rostocker Brauerei befindet sich das Gebäude der ehemaligen Anker Spirituosenfabrik. Produziert wird dort nicht mehr. In dem Objekt kann man mittlerweile wohl ganz gut wohnen.

Am Rostocker Fischmarkt bekommt man so ziemlich alles was das Meer zu bieten hat. Außerdem gibt es dort auch ein Restaurant und ein Geschäft. Dort habe ich mir natürlich ein paar Konserven Fisch besorgt und mit den Freundlichen Kerls an der Kasse mein ausgeklügeltes Interview geführt!

  • Erzähle / Erzählen Sie mir das Erste, was Dir / Ihnen über deine / Ihre Stadt einfällt. Das Ostseestadion und unser FC Hansa Rostock, die schöne Ostsee und seine Strände.
  • Was ist Dein / Ihr Lieblingsort und warum? Generell überall wo man tolle Ausblicke auf Landschaft und das Meer hat. Wir mögen die Warnow, die Strände und unsere schöne Innenstadt.
  • Was sollte man als Tourist unbedingt gesehen haben? Wir empfehlen Warnemünde und seinen Leuchtturm, das Ostseestadion natürlich und die Altstadt mit seiner Petrikirche.
  • Was ist typisch für Deine / Ihre Stadt? Die Heimatverbundenheit der Rostocker und das wir es mögen dort zu arbeiten, wo das Wasser ist.
  • Was wünscht Du Dir / wünschen Sie sich für Deine / Ihre Stadt? Wir wünschen uns ein besseres Verkehrsnetz. Es gibt einfach noch zu viele Baustellen. Außerdem wünschen wir uns mehr bezahlbarere Wohnungen und das der „Rubel weiter rollt“.

Lecker Fisch konnten wir sehr gut in Warnemünde essen. In der Fischerklause – einer richtig urigen Kneipe mit Livemusik – gönnten wir uns ein leckeres Abendessen.

Weitere Fischspezialitäten haben wir uns in einem anderen Restaurant in Warnemünde gegönnt, dessen Namen ich leider nicht mehr weiß.

Ein großes Unternehmen der Fischindustrie Rostocks ist die Ostsee Fisch GmbH & Co. Auch dort bekommt man viele begehrte Fischsorten.

Immer geeignet als Snack zwischendurch ist die Original Rostocker Rauchwurst. Meist bekommt man sie an Ständen auf die Hand, aber auch in Geschäften in eingeschweissten Behältnissen. Ich gönnte mir diese außerordentlich leckere Spezialität mal auf die Hand im Brötchen.

Eine spezielles Dessert der Ostseeküste bzw. der ehemaligen DDR gönnten wir uns im Café Julius Krahnstöver Likörfabrik. Der Schwedeneisbecher besteht aus Speiseeis, Apfelmus, Eierlikör und Sahne. Durchaus mächtig! Den Namen soll der Schwedeneisbecher von Walter Ulbricht bekommen haben. Es war der Legende nach seine liebste Eiskreation und als damals die schwedische Eishockeymannschaft die der BRD deutlich geschlagen hat, habe Herr Ulbricht diesem Dessert aus Freude den entsprechenden Namen gegeben… In der Likörfabrik wurde seinerzeit ebenfalls ein Kümmelschnaps hergestellt. Mittlerweile befindet sich dort ein Hotel und Restauration.

Die älteste Seemanskneipe Rostocks ist die Zur Kogge.

Weitere Spezialitäten bekommt man im Brauhaus zum alten Fritz.

Hier sind übrigens die kulinarischen Mitbringsel aus Rostock. Auch der Sanddorn ist an der Küste eine begehrte Spezialität.

Weitere Sehenswürdigkeiten innerhalb Rostocks

Die Innenstadt bzw. Altstadt zwischen den Toren und dem Stadthafen hat noch viel mehr zu historische Sehenswürdigkeiten zu bieten. In der Nähe des Rathauses in der Straße Glatter Aal befindet sich an einer Hauswand eine Bronzeplatte auf der Tycho Brahe abgebildet ist. Er war einer der bedeutendsten Astronomen seiner Zeit und studierte an der Universität in Rostock.

Das Michaeliskloster begann als sogenanntes Fraterkloster und beherbergte die zweitälteste Druckerei Norddeutschlands. Im Laufe der Zeit änderte das Kloster öfter seinen Zweck und ist heute ein Teil der Bibliothek der Universität.

Am Universitätsplatz befindet sich das Blücherdenkmal. Der in Rostock geborene Feldherr Blücher war der erste Ehrenbürger der Stadt und einer der wichtigsten Gegner der Napoleonischen Armeen.

Das Ständehaus steht neben dem Steintor und diente der Ritter- und Landschaft als Parlamentsgebäude. Heute befindet sich darin das Oberlandesgericht Rostock.

Das Hausbaumhaus gehört zu den ältesten noch gut erhaltenen Kaufmannshäusern der Hanse.

In der östlichen Altstadt steht das Bernsteinhaus – eine Bernsteinwerkstatt.

Auch in Rostock gibt es ein Beispiel des sozialistischen Klassizismus aus DDR-Zeiten mit einem nordeutschen Touch in Klinkerbauweise. Die Lange Straße führt von der westlichen Innenstadt zu östlichen Innenstadt.

Weitere Impressionen:

Sport und Parks

Erholung findet man in Rostock nicht nur an der Ostsee mit seinen Stränden. Der Stadtmensch geht gerne zu den Wallanlagen um zu spazieren, welche an der Altstadt angrenzen. Sie gehörten im Mittelalter zu den Stadtbefestigungsanlagen und sind richtig hoch! Teilweise gibt es steile Abhänge!

In 2003 fand die Internationale Gartenschau IGA in Rostock statt. Das Gelände kann man natürlich immer noch besichtigen, was wir auch gemacht haben an einem schönen sonnigen Nachmittag.

Einer der beliebtesten und familienfreundlichsten Zoos Deutschlands ist der Zoologische Garten Rostock. Eine Besonderheit des Zoos ist das Darwineum in dem etliche Tierarten in naturnaher Umgebung leben und in der sich eine Evolutionsausstellung der Frage widmet, wie die Erde entstanden ist. Relativ neu ist Polarium mit den Eisbären.

Die Rostocker Heide ist ein riesiges Waldgebiet im Norden Rostocks direkt am Meer. Das Waldgebiet ist der größte geschlossene Küstenwald Deutschlands.

Auch Rostock ist eine Sportstadt mit Tradition. Ganz bemerkenswert ist der Support der Rostocker für ihren Fussballclub FC Hansa Rostock. Große Erfolge waren bisher nicht zu feiern, aber ganz sicher hat der Verein absolut meisterliche Fans! Die erste Mannschaft spielt im Ostseestadion.

Der 1. Leichtathletikverein Rostock e.V. brachte in vielen Disziplinen etliche Olympiasieger, Europa- und Weltmeister hervor. Das Vereinszentrum steht neben dem Ostseestadtion.

Auf dem gleichen Gelände befindet sich die Neptun-Schwimmhalle. 1955 erbaut war sie eine der modernsten Schwimmhallen Europas und seit 1956 findet jährlich der wichtige Wettbewerb Internationaler Springertag statt.

Sehr erfolgreich im Ringen war früher der ASK Rostock (jetzt PSV Rostock), aber ich konnte keine Sportstätte finden. Jan Ulrich ist gebürtiger Rostocker und erster und einziger deutscher Sieger der Tour de France. Ebenfalls konnte ich keine Ziele/Sportstätten dazu finden.

Unternehmen und Institutionen in Rostock

Rostock war früher ein Zentrum der Luftfahrtindustrie. Das erste Düsenflugzeug der Geschichte flog über Rostock. Es ist die Heinkel He 178 und ein Modell von ihr (und anderen historischen Flugzeugen) befindet sich am Flughafen Rostock-Laage. Die Heinkelwerke bestehen nicht mehr.

Ein anderer Flugzeugbauer war Arado. Auf dessen Gelände befindet sich nun die Neptun-Werft, welcher ein wichtiger Arbeitgeber ist und ein Traditionsunternehmen.

Nebenan befinden sich die MV Werften Rostock, ehem. Warnowwerft Warnemünde. Diese Werft ist ebenfalls ein wichtiger Arbeitgeber in der Region.

Anfangs bereits erwähnt besitzt Rostock eine der ältesten Universitäten Deutschlands. Sie ist bekannt für ihr umfangreiches Studienangebot und der Spitzenforschung in ihrem Umfeld.

Die Hochschule Wismar unterhält in Rostock-Warnemünde ebenfalls eine Fakultät der Ingenieurwissenschaften im Bereich Seefahrt, Anlagentechnik und Logistik. Es ist auch bekannt für sein maritimes Simulationszentrum.

Nebenan befindet sich das Unternehmen RST Rostock Systemtechnik. Es ist ein Unternehmen der Luft- und Raumfahrttechnik und ist an vielen wichtigen Projekten mit unter Anderem dem DLR beteiligt.

Das Thünen Institut für Ostseefischerei ist eine spezielle Institution, welche den einzigartigen Lebensraum Ostee erforscht.

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie ist Ansprechpartner für Schifffahrt, Wirtschaft und Meeresumwelt und untersteht dem Bundesministerium für Verkehr und Digitales.

Eines der umsatzstärksten Unternehmen Mecklenburg-Vorpommerns ist der Windkraftanlagenbauer Nordex SE.

Im nächsten Bild kann man noch schwach im Hintergrund die Liebherr-MCCtec Rostock GmbH erkennen. Sie ist spezialisiert auf verschiedenste Hafenkräne.

Die Hanse-Kaserne ist der Hauptsitz des Marine-Kommandos und befindet sich nahe des Ostseestadions.

Eine Außenstelle des Stasi-Unterlagen-Archivs befindet sich im südlichen Teil Rostocks. Dort können Bürger von sich gesammelte Informationen einsehen.

Weitere Sehenswürdigkeiten Außerhalb des Zentrums

Nun kommt die Kategorie Sonstiges. Es gibt noch einige Sehenswürdigkeiten und Einzigartigkeiten, die wir uns in Rostock ebenfalls angeschaut haben.

In Rostock-Lichtenhagen steht das Sonnenblumenhaus. Es ist bekannt durch die Übergriffe an Asylbewerber und Vietnamesische Vertragsarbeiter in 1992.

In der Nähe steht der bereits beschriebene IGA-Park, wo man weitere interessante Sehenswürdigkeiten sehen kann. Das Schifffahrts- und Schiffbaumuseum ist das größte schwimmende Museum Deutschlands und befindet sich auf dem Traditionsschiff „Dresden“. Auf ihr gibt es umfangreiche Zeugnisse der Geschichte des Schiffbaus.

Ein Außenexponat des Museums ist der Schwimmkran Langer Heinrich. Er wurde lange Zeit im Ostseeraum eingesetzt.

Ein paar Meter weiter steht das Schiff Likedeeler. Es war mal ein Frachter und dient nun als Jugendschiff und Schullandheim.

Auf dem nächsten Bild sieht man eigentlich nur einen kleinen Bootshafen und die Unterwarnow. Aber genau da verläuft der Warnowtunnel, den wir auch durchfahren haben! Der Tunnel ist der erste mautpflichtige und privatwirtschaftlich betriebene Tunnel in Deutschland.

Das Besondere an der katholischen Christuskirche ist zum einen, dass sie Anfang der 1970er Jahre zerstört wurde und nach Protesten wieder aufgebaut wurde. Zum anderen wurde sie mit einer modernen Hyperschalenkonstruktion wieder aufgebaut.

Hyperschalenbauten scheinen eine Zeit lang in Mode gewesen zu sein in Rostock. Im Süden steht ebenfalls ein Hyperschalenbau. Dort befand sich lange Zeit bekannte und beliebte Gastronomie – Gaststätte Kosmos – und eine Diskothek – ebenfalls Kosmos.

Der mächtige Rostocker Wasserturm ist ein denkmalgeschütztes Bauwerk und wird mittlerweile als Jugendbegegnungsstätte und Depot für ein Museum genutzt. Leider war es zum Zeitpunkt meines Besuchs eingehüllt.

Im Haus Societät Rostock maritim e.V. – ein ehemaligen Schifffahrtsmuseum – gibt es maritime Dauerausstellungen und wechselnde Sonderausstellungen.

In der Nähe der Innenstadt befindet sich die Dokumentations- und Gedenkstätte des BStU in der ehemaligen U-Haft der Stasi. Hier gibt es normalerweise Ausstellungen und Führungen zum Thema. Derzeit wird das Gebäude saniert.

Das war Rostock! Und im Prinzip auch der Endpunkt unseres Urlaubs. Nun haben wir noch ein paar Tage zum Entspannen zu Hause gehabt. Eine Nachricht gibt es noch von meinem Auto! Auf dem Rückweg nach Hause hat der Opel Astra G die 200.000 km geknackt! 🙂

Hey mein liebes Rostock,

was für ein schönes Finale unseres Urlaubs zu Gast bei dir. Wir hatten schöne, entspannte und abwechslungsreiche Tage bei dir und waren sehr erstaunt über deine schöne gut erhaltene Altstadt und das wahnsinnig lebendige Warnemünde. Ganz spannend fanden wir das Ankommen und Abfahren der Kreuzfahrschiffe. Ein imposantes Schausspiel! Schade, dass die Zeit so schnell vorrüberging und auch das Wetter unbeständiger wurde. Gerne hätten wir noch mehr bei dir gechillt. Aber wer weiß. Irgendwann kommen wir wieder! Versprochen! 🙂

Mach es gut und bis bald!

Schwerin – Seen, eine schöne Altstadt und ein großes Schloss

Es ist Sommer und weiter geht es mit dem Sommerurlaub. Nachdem ich aus Köln und Leverkusen zurück gekehrt bin, hatte ich noch ein paar Tage zum Ausspannen und zum Vorbereiten für die weiteren Tage. Meine Freundin und ich sind an die Mecklenburgerische Seenplatte gefahren und haben ein paar schöne Tage bei Plau am See gehabt. Wir verbanden unseren Sommerurlaub mit meinem Projekt und da lag es Nahe Schwerin und Rostock zu besuchen.

Zwei Nächte verbrachten wir nun in der Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern – der kleinsten Landeshauptstadt Deutschlands und eine der kleinsten Städte der 100 größsten Städte in Deutschland. Seit etwas über 1000 Jahren wird die Gegend von Schwerin bereits besiedelt und man vermutet hauptsächlich slawische Ursprünge. Anstelle des heutigen Schlosses wurden zumindest Reste einer alten slawischen Burg entdeckt. Seit dem 14. Jahrhundert war Schwerin Hauptstadt des Herzogtums Mecklenburg.

Insgesamt fanden wir Schwerin sehr schön und sehr entspannend. Dazu trugen vor allem die vielen Seen um Schwerin herum und die vielen sehr gut erhaltenen Bauten in der Innenstadt und der Schelfstadt bei. Und natürlich das Schweriner Schloss und sein Schlossgarten…!

Ganz bemerkenswert fanden wir die offene und sehr interessierte Art der Schweriner an fremden Leuten! In unserer Unterkunft war unsere Gastfamilie sehr neugierig und hat uns viel über Schwerin erzählt. Auch beim Eis essen hatten wir die Gelegenheit einen langen Schwatz mit einem älteren Schweriner Bürger zu halten, um nur einige Beispiele zu nennen.

Das Schweriner Schloss und der Schlossgarten

Sehr bekannt war mir das Schweriner Schloss, da ich es oft auf Bildern gesehen habe und somit eine Vorstellung von dessen Pracht hatte. Dennoch hat mich der Live-Anblick total erschlagen! Wir spazierten am Marstall vorbei und als sich das Schloss plötzlich von rechts zeigte, war ich total beeindruckt und mein erster Gedanke war „Zu groß für so eine kleine Stadt.“ Man muss sich mal vorstellen, man geht durch eine Stadt durch kleine enge Gassen mit schönen und gut erhaltenen Häusern aus längst vergangenen Epochen, welche nicht ganz so hoch gebaut sind, und urplötzlich taucht dieses imposante Märchenschloss auf. Da erschlägt es einen sofort! Ich war sehr begeistert von diesem Anblick und finde, dass es eines der schönsten Schlösser überhaupt ist.

Das Schloss entstand in einem über 1000-jährigem Prozess und es gab immer mal wieder kleinere und größere Um- und Zubauten. Heute ist es Sitz des Landtages von Mecklenburg-Vorpommern. Es wird als Neuschwanstein des Nordens bezeichnet und ist ein Kandidat für die UNESCO-Welterbe-Liste. Zum Schweriner Schloss gehört selbstverständlich auch ein Schlossgeist. Das Petermännchen ist ein gutmütiger Kobold, welcher Diebe und Räuber und andere böse Menschen gepiesakt und in die Flucht geschlagen hat aber ehrliche Menschen belohnte. Es gibt eine Skulptur vom Petermännchen im Schloss, welche wir aber nicht finden konnten. Dafür habe ich ein Foto von einem Bild gemacht.

Genauso beeindruckend wie das Schloss ist der Schlossgarten. Der Garten wurde im barocken Stil erbaut und besitzt viele Lauben und Alleen und einen kleinen Kanal als zentrales Element. Im südlicheren Teil befindet sich das Hippodrom – eine Flaniermeile für die feinen Damen der damaligen Zeit. Ein Reiterstandbild von Großherzog Friedrich Franz II steht ebenfals im Schlossgarten. Er regierte das Großherzogtum rund 40 Jahre lang und war wegen seiner vielen Reformen ein sehr beliebter Regent. Seiner Mutter Großherzogin Alexandrine von Mecklenburg wurde ebenfalls ein Denkmal erstellt. Sie war ebenfalls eine sehr beliebte Person und hatte einen ähnlichen Status wie Sissi für die Österreicher oder Prinzessin Diana für die Briten.

Die Schweriner Seen

Von den sieben Seen ist der Schweriner See der mit Abstand größte. Er ist unterteilt in den Innen- und den Außensee und man kann ihn vom östlichen Teil der Stadt in seiner ganzen Pracht sehen. Auf dem See gibt es natürlich viele Bootsverleihe, Wanderrouten und Feriendörfer drumherum. Ein wirklich schönes Idyll zum urlauben. Einige tolle Fotos konnte ich von der Reppiner Burg aus machen. Von dort kann man die Insel Kaninchenwerder sehen. Sie besticht durch ihre einzigartige Natur und den tollen Blick auf Schwerin. Aber auch von anderen Stellen konnte ich interessante Fotos machen.

Weitere Seen sind der Faule See, der Ziegelsee, der Medeweger See, der Lankower See, der Ostdorfer See und der Heidensee. Zusätzlich gibt es noch den stadtnahen Pfaffenteich. Er wurde bereits im Mittelalter durch einen Damm vom Ziegelsee getrennt. Dort finden zum Beispiel Drachenbootrennen statt und am Südufer befindet sich auch Gastronomie.

Bauwerke, Architektur und Sehenswertes

Nicht nur das Schweriner Schloß ist ein architektonisches Highlight. Obwohl Schwerin eine eher kleine Stadt ist, bietet sie überdurchschnittlich viele sehenswerte Bauwerke und historische Gebäude. Nahezu alle Bauwerke scheinen saniert bzw. wiederhergestellt zu sein. Ich fand, dass es für eine Stadt aus den jüngeren Bundesländern überdurchschnittlich viele sanierte Gebäude gibt. Wir waren jedenfalls sehr beeindruckt und es hat uns Spaß gemacht durch das Zentrum und die Schelfstadt zu schlendern.

Das Schloß Wiligrad ist das nächstgrößte Schloß nach dem Schweriner Schloß. Sicherlich nicht so prächtig wie das zweitgenannte, aber dennoch schön im nördlichen Teil des Schweriner Außensees gelegen mit einer weitläufigen Schloßpark- und Schloßanlage. Es wurde erst 1898 fertig gestellt und wurde von Herzog Johann Albrecht sehr oft genutzt, um den Hochadel zu hofieren und bedeutende Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Gesellschaft einzuladen. Auch die kaiserliche Familie war oft zu Gast im Schloß.

Westlich der Stadt befindet sich das Jagdschloß Friedrichsthal. Der Fachwerkbau wurde vom Großherzog als Jagdresidenz genutzt und wurde um 1790 erbaut. Im Laufe der Zeit wurde es als Erholungsstätte für Soldaten des 1. Weltkriegs genutzt oder auch als Kriegswaisenheim und viele viele andere Zwecke. Mittlerweile werden die Gebäudeteile saniert und es soll Wohnraum entstehen.

Von hier aus ist es nicht weit bis zum Wasserturm der Stadt. Er befindet sich auf dem höchsten Punkt der Stadt und wird noch als Druckausgleichsbehälter genutzt. Das Bauwerk steht unter Denkmalschutz.

Am östlichen Rand Schwerins steht die bereits erwähnte Reppiner Burg. Sie ist eine künstliche Ruine und wurde 1907 erbaut. Sie diente nie zu Wehrzwecken. Wir sind auf den Burgfried gestiegen und haben die herrliche Aussicht auf den Schwerinner Innensee genossen.

In der Nähe des Schweriner Schlosses stehen weitere historische Gebäude, die oft als Ministerien des Landes dienen. So liegt auf der Marstallhalbinsel der Schweriner Marstall, welcher die Ministerien für Bildung, Wissenschaft und Kultur und Bildung, Gleichstellung und Soziales beherbergen. Der Marstall umfasste seinerzeit die Reithalle und Reitställe des Herzogs und alles was damit zu tun hatte.

An der Schlossstraße befindet sich die Staatskanzlei. Sie ist der Sitz der Ministerpräsidentin des Landes Manuela Schwesig. 1834 erbaut war es früher das Kollegiengebäude I und wurde seitdem nahezu immer als Regierungssitz genutzt.

Zwischen Schweriner Schloß und Staatskanzlei befindet sich die Siegessäule. Sie ist dein Denkmal für die Gefallen der 1870er/71er-Kriege.

In unmittelbarer Nähe spazierten wir am Altstädtischen Palais lang. Einem ehemaligen herzöglichen Wohnsitz und heute Verwaltungssitz.

Der Spaziergang führte auch am heutigen Finanzministerium des Landes lang. 1911 erbaut, diente es erst einige Jahre als Hotel.

Gegenüber steht das Kollegiengebäude II, welches vom Ministerium für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung genutzt wird.

Am zentralen Platz der Stadt ragt der mächtige Schweriner Dom St. Marien und St. Johannis dominant hervor. Er ist der einzige mittelalterliche Bau der Stadt und einzige echte Kathedrale des Bundeslandes. Der Westturm ist übrigens der höchste Kirchturm Ostdeutschlands! Wir haben die Gelegenheit genutzt für eine Turmbesteigung und hatten einen herrlichen Blick über die Stadt, ihre Seen und ihre Sehenswürdigkeiten.

Seit jeher ein zentraler Platz wurde früher am Altstädtischen Markt Fern- und Regionalhandel betrieben. Dort befindet sich auch das Altstädtische Rathaus, wo sich mittlerweile hauptsächlich die Tourismusinformation befindet.

Nördlich des Altstädter Marktes beginnt auch schon bald die Schelfstadt. Früher war sie eine eigenständige Stadt, bevor sie in Schwerin aufging. Der Stadtteil hat eine eigene Altstadt mit sehr viel Fachwerk und vielen anderen Gebäuden verschiedener Baustile. Beinaher wäre die Schelfstadt den Plattenbauten der damaligen DDR zum Opfer gefallen, aber Bürgerinitiativen konnten das verhindern. Nach der Wiedervereinigung wurde dieser Stadtteil grundlegend saniert.

Das Neustädtische Palais befindet sich in der Schelfstadt. Es steht unter Denkmalschutz und wird vom Justizministerium genutzt.

Die Schelfstadt grenzt im Osten an den Pfaffenteich. Am westlichen Teil des Teiches befindet sich das Innenministerium, welches im Arsenal am Pfaffenteich untergebracht ist. Das denkmalgeschützte Gebäude wurde schon immer als Zeughaus oder für die exekutive Gewalt genutzt.

Militärisch genutzt Gebäude gab es auch südlich des Schloßparks. Das Finanzamt nutzt mittlerweile das Gebäude der ehemaligen Artilleriekaserne. Dort befand sich damals der Hauptstandort des Mecklenburgerischen Heeres. Wenige Meter entfernt befindet sich das ehemalige Offizierskasino, welches heute als Unternehmenssitz einer Firma genutzt wird. Schwerin war mal Garnisonsstadt!

Die Werderkarserne stammt auch aus der Zeit der Monarchie und wird mitterweile von der Bundeswehr genutzt.

Ein Jahrhunderte altes Bauernhaus ist Dat oll Hus. Seit wenigen Jahren wird es als privates Museum geführt und stellt das Leben von Menschen und Tieren in einem typischen niederdeutschen Hallenhaus dar.

Die etwas über 300 Jahre alte Schleifmühle befindet sich nahe dem Schloßpark und hatte viele verschiedene Mühlenfunktionen über die Jahrhunderte. Seit einigen Jahrzenten ist sie ein Museum.

Eine historische Sehenswürdigkeit ist das ehemalige Warmhaus bzw. Orangenhaus. Zu Großherzogs Zeiten wurden hier exotische, kälteempfindliche Pflanzen gehalten.

Ein Aushängeschild einer jeden Stadt ist das Bahnhofsgebäude. So besitzt auch Schwerin einen kleinen aber feinen Bahnhof!

Direkt dahinter befindet sich die mächtige ehemalige Reichsbahndirektion. Aktuell wird sie nicht genutzt so weit ich recherchieren konnte.

Am Rande des Schloßparks entdeckten wir auch noch das Alte Stadttor von Schwerin. Ich konnte nur leider keine Informationen darüber finden.

Ein denkmalgeschützter historischer Getreidespeicher am Ziegelsee wird heute von einer Hotelkette genutzt.

Im Süden der Stadt sind noch zwei recht hohe Bauwerke zu sehen. Der Schweriner Fernsehturm, wo es bis vor wenigen Jahren noch ein Restaurant gab und nebenan ein fast 300 Meter hoher Sendemast.

Spezialitäten aus Schwerin

Richtig traditionelle Spezialitäten hat Schwerin eigentlich nicht. Dennoch gibt es die eine oder andere Kulinarität, die es nur in Schwerin gibt. Und selbstverständlich waren wir auch mal Auswärts essen.

Ein wenig versteckt entdeckten wir eine ziemlich coole Softeisdiele – ILKA Eis & Heiss. Seit wenigen Jahren stellen die Inhaber ziemlich abgefahrene Kombinationen von Softeis her wie zum Beispiel: Stachebeer-Baiser, Himbeere-Quark, Heidelbeer-weiße Schokolade, Aprikose-Mandel, Brombeer-Honigquark, Granatapfel-Mascarpone, Mango-Kokos oder Mocca-Banane; Vanille und Schokolade gibt es immer. Es war viel los vor dem Eisgeschäft!

An einem Tag sind wir zum Abendessen ins Altstadtbrauhaus gegangen. Grundsätzlich habe ich die Erfahrung gemacht in Brauhäusern lokale Spezialitäten zu finden. Was Schwerinerisches gab es zwar nicht, aber immerhin Mecklenburgerische Küche.

Ein spannendes Lädchen haben wir noch in der Schelfstadt entdeckt – das BierPostAmt. Dort entdeckte ich interessante Biere aus aller Welt und habe mir aus Peru, Argentinien und eine Buddhaflasche aus Südostasien mit genommen. Die Inhaberin des Lädchens – eine sehr freundliche Frau – hat sie mir für den nächsten Tag reserviert, weil ich die Produkte nicht die ganze Zeit durch die Gegend tragen wollte. Außerdem konnte ich dort einen Schweriner antreffen, der sich bereit erklärt hat meine fünf ausgeklügelten Fragen zu beantworten!

  • Erzähle / Erzählen Sie mir das Erste, was Dir / Ihnen über deine / Ihre Stadt einfällt. Die Nähe zum Wasser und zu den Wäldern fällt mir als erstes ein. Wir haben übrigens keine Hektik in Schwerin und unsere Stadt ist recht überschaubar. Wir haben auch eine leicht hinterwäldlerische Art.
  • Was ist Dein / Ihr Lieblingsort und warum? Der Schlossgarten! Ich mag seine lauschigen Ecken, die Kanäle und die Bäume und den Schatten, den sie spenden.
  • Was sollte man als Tourist unbedingt gesehen haben? Ich finde, jeder Besucher Schwerins sollte den Dom sehen und den Turm hochklettern. Die Sicht ist einfach hervorragend! Natürlich sollte jeder Besucher auch das Schloss sehen.
  • Was ist typisch für Deine / Ihre Stadt? Die Petermännchenbusse und -bummelbahnen kann man für Stadtrundfahrten nutzen. Das Petermännchen ist sozusagen der gute Schloßgeist des Schweriner Schlosses.
  • Was wünscht Du Dir / wünschen Sie sich für Deine / Ihre Stadt? Der Leerstand mancher Läden in manchen Geschäftsstraßen muss weg! Ich finde, dass Geschäftsinhaber viel zu viel Miete zahlen. Da muss ein Umdenken stattfinden.

Im traditionsreichen Café Restaurant Café Prag gönnten wir uns ein kleines Päuschen bei gemütlicher Atmosphere.

Freilichtmuseum für Volkskunde Schwerin-Mueß

In einem seit Jahrhunderten kaum veränderten Dorfkern ist ein Freilichtmuseum entstanden, welches die Lebensweise der Mecklenburgischen Landbevölkerung darstellt. Das Museum befindet sich im Stadtteil Mueß und war lange Zeit der Dorfkern des Ortes. Dargestellt werden viele Handwerksberufe und landwirtschaftliche Arbeit.

Kultur, Sport und Typisches aus Schwerin

Kulturell hervorragen das Staatliche Museum Schwerin – Kunstsammlungen, Schlösser und Gärten. Es umfasst mehr als 100.000 Kunstwerke und reiht sich mit seiner klassischen Architektur ein in ein Ensemble vieler Sehenswürdigkeiten rund um das Schweriner Schloß.

Direkt daneben befindet sich das Mecklenburgerische Staatstheater. Dort finden unter anderem die Schlossfestspiele statt. Außerdem spielt dort die Mecklenburgerische Staatskapelle, welches das drittälteste Orchester Deutschlands ist.

Das Mecklenburgerische Staatstheater betreibt auch im ehemaligen E-Werk eine Spielstätte. Das Gebäude des ehemaligen Stromversorgers der Stadt steht unter Denkmalschutz.

Die Stadtbibliothek Schwerin hat die Besonderheit, dass sie mit der Stadtbibliothek in Wismar eine gemeinsame Digitale Bibliothek betreibt – die erste interkommunale Kooperation dieser Art in Deutschland.

In einem schönen Backsteinhaus befindet sich das Schleswig Holstein Haus. Es liegt in der Schelfstadt und ist ein bekannter Veranstaltungsort für viele kulturelle Veranstaltungen.

Ganz in der Nähe befindet sich eine Stele zur Erinnerung an die Hexenverfolgung vom 16. bis zum 18 Jahrhundert. Damit sollen die verfolgten Menschen zumindest moralisch rehabilitiert werden.

In Schwerin steht das am westlichsten gelegene Lenin-Denkmal der Welt. Es ist heiß umstritten in Politik und Gesellschaft. Soll es bleiben oder soll es weg?

Einem ganz anderen Typus Menschen wurde am Bertha-Klingberg-Platz ein Denkmal gesetzt. Bertha Klingberg war ein Schweriner Original. Sie hatte eine Liebe zur Natur und war Zeit ihres Lebens Blumenbinderin. Oft zeigte sie sich in Trachtenkleidung und hatte nicht unerheblichen Anteil daran, dass Schwerin Anfang der 1990er Jahre Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern wurde. Sie verstarb mit 107 Jahren!

Ebenfalls wurde Heinrich von Stephan ein Denkmal gesetzt. Er war Organisator des Deutschen Postwesens und Gründer des Weltpostvereins. Das Denkmal steht vor dem ehemaligen historischen Hauptpostamt. Das Gebäude ist aktuell ungenutzt.

Kaum bekannt ist, dass der Begründer von Karstadt in Schwerin aufgewachsen und am Ende auch gestorben ist. Er lebte in der Rudolph Karstadt Villa.

Direkt hinter dem Bahnhof befindet sich übrigens der Mecklenburgische Eisenbahnfreunde Schwerin e.V. Es ist ein Technik- und Eisenbahnmuseum mit vielen Ausstellungsstücken.

Auch zur Fliegerei konnten in Schwerin maßgebliche Impulse gesetzt werden. Am Alten Flugplatz Görries und direkt am Schweriner See befanden sich damals die Fokkerwerke, wo die berühmten Fokkerflugzeuge gebaut wurden. Nach dem 1. Weltkrieg war allerdings schon Schluß mit der Flugzeugproduktion. Die Werkshalle am Schweriner See ist mittlerweile saniert und steht unter Denkmalschutz. Der Alte Fluplatz Görries ist ein Lost Place.

Im Bildungswesen sticht das Goethe Gymnasium als Musikgymnasium hervor und das Gymnasium Fridericianum, welches die einzige Schule in Mecklenburg-Vorpommern ist, wo man das Graecum schulisch erwerben kann.

Schwerin ist ebenfalls eine Sportstadt! Im Damenvolleyball ist der Schweriner SC das Maß aller Dinge in der Bundesliga. Das Team spielt in der Palmberg Arena und hat sowohl in der DDR als auch nach der Vereinigung beider deutschen Staaten zahlreiche Meisterschaften errungen und starke Spielerinnen hervorgebracht.

In der gleichen Sportstätte feierte und feiert der BC Traktor Schwerin etliche nationale wie internationale Titel im Boxsport.

Mein liebes Schwerin,

das war nun unser Besuch bei dir. Wir waren begeistert von deinen offenherzigen und sehr interessierten Menschen und den tollen Ausblicken vom Schloss aus und zum Schloss und die Umgebung drumherum. Die Sparziergänge durch deine gut erhaltene Altstadt haben uns ebenfalls sehr entspannt und wir fanden deine spezielle Eisdiele wirklich hervorragend! Ich hoffe, dass wir irgendwann mal wieder bei dir vorbeischauen können auf einen kleinen Plausch und wünschen dir alles Gute und dass du deine freundliche Ausstrahlung immer beigehälst.

Leverkusen – Kleinstadtflair, Weltkonzern und renomierter Sport

Wenn ich schon mal in Köln bin, dachte ich mir dann kann ich mir auch die Zeit nehmen den kleineren Nachbar Leverkusen zu besichtigen. So konnte ich zum Start meines Jahresurlaubs bereits zwei Städte auf meiner Liste der 100 abhaken.

Ähnlich wie beim großen Nachbarn Köln konnte ich mit Leverkusen vor meinen Recherchen recht wenig anfangen. Wie ist die Stadt zu dem geworden, was sie ist? Kannte ich doch nur den Weltkonzern Bayer AG und den renomierten Verein, welcher in zahlreichen Sparten beachtliche Erfolge vorweisen kann.

Bei meinen Recherchen ist mir gewahr geworden, dass es Leverkusen in dieser Form noch keine 100 Jahr gibt. Wie bei vielen der 100 größten Städte Deutschlands haben sich einige Gemeinden zusammen geschlossen und die Stadt Leverkusen gegründet. Nicht unwesentlich war aber auch der Beitrag der Chemiefirmen Bayer und der darin aufgegangenen Chemiefirma Leverkus. Zu beiden Firmen berichte ich später mehr.

Insgesamt hat es mir sehr gut gefallen in Leverkusen und ich bin abermals froh vor gut vier Jahren dieses Projekt gestartet zu haben, denn als Stadt ist Leverkusen bei mir kein blinder Fleck mehr. Sehr angenehm empfand ich es durch die verschiedenen Gemeinden zu fahren, welche die Stadt Leverkusen bilden und zu erkennen, welch schöne Kleinstadtidylle herrscht neben der allgegenwärtigen Präsenz eines Weltkonzerns.

Verschiedene Bauwerke

Der Stadtteil Wiesdorf liegt am nächsten zum Chemiepark, wo auch der Bayer-Konzern seinen Sitz hat. Wiesdorf ist mit ein Gründungsmitglied von Leverkusen und hat eine ziemlich zentrale Lage. Dort befindt sich auch im Grunde das Zentrum von Leverkusen mit einer großen Einkaufsstraße, den mittlerweile üblichen Einfkaufszentren und dem Rathaus.

Hinterm Rathaus/Einkaufszentrum konnte ich von einer Brücke aus den futuristischen Wasserturm fotografisch einfangen. Er ist ein Wahrzeichen der Stadt und sein höchstes Bauwerk. Dort gibt es auch eine Aussichtsplattform.

Nicht allzuweit von der Brücke befindet sich vor dem Stadtpark die Doktorsburg. Sie wird auch Haus Büchel oder Oberbüchel genannt und war mal eine Wasserburg und Gutshof und ist heute ein Herrenhaus. Sie wird heute als Haus der Begegnung für Senioren genutzt.

Am Rande des Zentrums von Wiesdorf befindet sich das Bayer Erholungshaus. Es dient als Kulturhaus der Bayer AG und bietet einen Saal mit 800 Plätzen für verschiedene Arten der Aufführung. Es ist eines der ältesten Spielstätten Leverkusens.

In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich das Koloniemuseum Leverkusen und drumherum Häuser einer Arbeiterkolonie. Es dokumentiert das Alltagsleben der Arbeiter in den Werkssiedlungen.

Der Stadtteil Schlebusch und der Stadtteil Alkenrath sind ebenfalls ein Ursprungsorte der Stadt Leverkusen und haben einige Sehenswürdigkeiten zu bieten. Zuallerst ist dabei das Schloß Morsbroich mit Schloßpark zu nennen. Zur Geschichte des Schlosses konnte ich nur herausfinden, dass es früher ein Jagdschloss war und seit der Zeit nach den 2. Weltkrieg als Kunstmuseum genutzt wird. Es war das ersten Museum für moderne Kunst der jungen Republik.

Die denkmalgeschütze Villa Wuppermann wurde ursprünglich von Industriellen als Wohnort genutzt und ist mittlerweile im Besitz der Stadt Leverkusen. Sie wird als Bürgerhaus für verschiedene Veranstaltungen genutzt.

Der Stadtteil Opladen ist ebenfalls ein Ursprungsort von Leverkusen. In Opladen gibt es eine ansehnliche Fussgängerzone in der man alles für das tägliche Leben findet. Ich bin in einen Tchibo-Shop gegangen um mir einen Cappuchino und einen Snack zu gönnen und traf dort auf eine sehr freundliche Verkäuferin. Sie hat sich gerne dazu bereit erklärt mir meine fünf ausgeklügelten Fragen zu beantworten.

Erzähle / Erzählen Sie mir das Erste, was Dir / Ihnen über deine / Ihre Stadt einfällt. Die Smog Glocke über der Stadt wenn man von Bergisch Gladbach aus nach Leverkusen schaut. Und das Bayer-Kreuz, welches man von weitem schon erkennen kann – besonders bei Nacht, wenn es leuchtet. Es weckt Heimatgefühle!
Was ist Dein / Ihr Lieblingsort und warum? Mein Heimatort Hitorf. Dort ist es sehr grün und ruhig und das Völkchen dort hat durchaus seine Eigenarten. Außerdem haben wir den größten Karnevalsumzug der Stadt.
Was sollte man als Tourist unbedingt gesehen haben? Die Rheimpromenade ist schön und der Wasserturm. Und Hitorf natürlich!
Was ist typisch für Deine / Ihre Stadt? Die Leverkusener sind zwar etwas hektisch, aber durchaus auch sehr unbekümmert. Wir liegen zwischen den Metropolen Köln und Düsseldorf und fühlen uns mit unserer Normalität und unserem Normalsein sehr wohl.
Was wünscht Du Dir / wünschen Sie sich für Deine / Ihre Stadt? Ich wünsche mir, dass mehr Geld in das Schulsysem fließt. Ich bin damit nicht zufrieden.

Ich fand, dass das wieder ein sehr schönes Interview und ein tolles Gespräch war, so dass ich der Meinung war noch mal im Shop zu stöbern und meiner Freundin, welche leider nicht dabei war, ein schönes Mitbringsel zu kaufen. Sie ist Tchibo-Fan und hat sich sehr über die schönen Frühstücksschalen gefreut. 🙂

In Opladen gibt es eine Gedenktafel für eine Synagoge am Platz der Synagoge. Sie wurde während der Reichskristallnacht vollständig zerstört.

Eines der ältesten Gebäude der Stadt befindet sich auf dem NaturGut Ophoven. Es ist ein alter Gutshof bzw. eine alte Burg aus dem 13. Jahrhundert und wir mittlerweile als Umweltbildungszentrum für Kinder und Erwachsene genutzt.

Die Villa Römer ist ein historisches Gebäude in Opladen. Sie war eine Villa eines Fabrikanten und wird heute als Haus der Stadtgeschichte genutzt. Während ich diese Information schreibe, merke ich das ich das falsche Gebäude fotografiert habe; nämlich das Stadtarchiv Leverkusen. Sieht aber auch schön aus…

Ganz in der Nähe befindet sich der Friedenberger Hof. Er ist ebenfalls eines der ältesten Gebäude der Stadt und war mal ein Rittersitz.

Wirtschaft und Industrie

Die Bayer AG wurde bereits 1863 in Wuppertal gegründet und zog rund 40 Jahre später an den Rhein in die Ortschaft Wiesdorf. Dort befand sich bereits eine Chemiefabrik – die Alizarinfabrik von Carl Leverkus – welche die Grundlage für die heutige Bayer AG gewesen ist. Von dort ist das Unternehmen stetig gewachsen. Bekanntestes Produkt ist natürlich die Aspirin-Schmerztablette. Hauptprodukte aktuell sind Produkte der Pharmazie, Gesundheit, Pflanzenschutz und Tiergesundheit. Ursprünglich stellte Bayer auch chemische Produkte her. Allerdings wurde diese Sparte ausgegliedert und als Lanxess AG an die Börse gebracht. In Köln befindet sich zwar die Zentrale von Lanxess, aber im Leverkusener ChemPark steht der größte Produktionsstandort. Der ChemPark Leverkusen gehört zu den vielseitigsten Chemiestandorten weltweit mit seinen rund 200 verschiedenen Unternehmen.

Im ChemPark selber befindet sich der Carl-Duisberg-Park. Carl Duisberg hatte maßgeblichen Anteil am Erfolg von Bayer. Nach ihm wurde dieser Park genannt, welcher öffentlich zugänglich ist. Ebenfalls befindet sich im Park ein Japanischer Garten, den Carl Duisberg hat anlegen lassen. Der Japanische Garten befindet sich bereits auf Kölner Stadtgebiet.

Nicht nur die Bayer AG ist eine Besonderheit in der Leverkusener Wirtschaft. Andere Unternehmen mit wichtigen Geschäftsfeldern prägen die Wirtschaft ebenfalls. So habe ich heraus gefunden, dass die Autofirma Mazda ihren Deutschlandsitz in Leverkusen hat!

Die Firma Momentive Performance Materials hat ihren Deutschlandsitz ebenfalls in Leverkusen und ist ein Spezialchemiehersteller. Das Unternehmen ist weltweit zweitgrößter Silikonhersteller und größter Quarz- und Spezialkeramikhersteller. Leider konnte ich kein richtig gutes Foto schießen.

Das Unternehmen TMD Friction kommt aus Leverkusen und ist weltweit führender Bremsbelaghersteller.

Kultur, Natur und Sport

Leverkusen ist eine Sportstadt. Dies hängt natürlich eindeutig mit der Bayer AG zusammen, welche seit jeher den Sport in dieser Stadt gefördert hat.

Besonders bekannt ist natürlich die Fußballmannschaft von Bayer 04 Leverkusen, welche seit Jahrzenten auf hohem Niveau in der Fussball-Bundesliga spielt und regelmäßig in internationalen Wettbewerben auftritt. Oft bestritten sie Finalspiele oder sind sehr weit gekommen, aber bisher reichte es lediglich für einen UEFA-Pokal und einen DFB-Pokal. Dennoch ist diese Fussballmannschaft nie zu unterschätzen. Ihre Spiele trägt die Mannschaft in der BayArena aus.

Eine sehr erfolgreiche Historie weist die Basketballsparte von Bayer 04 Leverkusen auf. Die Bayer Giants waren mehrmaliger Deutscher Meister und Pokalsieger.

Im Fechten und in der Leichtathletik holten Sportler von Bayer 04 Leverkusen etliche Medaillen bei Olympischen Spielen und Welt- und Europameisterschaften. Gleiches gilt für den international beachteten Behindertensport des Vereins.

Besonders ragen die Leistungen der Damenhandballabteilung heraus, welcher der einzige Verein in der Damenhandball-Liga ist, welcher nie abgestiegen ist. Die Handballdamen nennen sich Werkselfen und gehören mit Abstand zu den erfolgreichsten Handballerinnen Deutschlands. Gespielt und trainert wird in der Freiher-vom-Stein-Gymansium-Halle.

Leverkusen ist eine besonders musikalische Stadt. Die Leverkusener Jazztage sind überregional bekannt und ziehen viele Jazzliebhaber an. Gespielt wird unter Anderem im Notenschlüssel, im Industriemuseum Freudenthaler Sensenhammer e.V., im topos, im Scala Club, in der Stadthalle und im Witwe Kaiser.

Kabarett und Kunst findet regelmäßig im K1Kolonie 1 statt.

Natur kann man in Leverkusen durchaus sehr zentral erleben. Die Dhünn – ein Flüßchen, welches in die Wupper mündet, fließt an den Sportstätten und durch das Zentrum. Dort bin ich sogar über eine interessante Hängebrücke gegangen, um zu einem Ziel zu gelangen.

Die Wupper mündet bei Rheindorf – ebenfalls ein Ursprungsort von Leverkusen – in den Rhein. Auch dort kann man sehr schön spazieren.

Auf einer parkähnlichen Anlage an der Wupper in Opladen findet regelmäßig eine der ältesten und größten Bierbörsen Deutschlands statt. Meist startet die Veranstaltung im August.

Kulinarisch gibt es in Leverkusen nichts Traditionelles oder Spezielles. Selbstverständlich bekommt man aber viele rheinische Gerichte. In einer Arbeiterstadt wie Leverkusen gibt es dennoch Typisches für den Arbeiter, wie z.B. Curry-Wurst mit Pommes. Zum Ende meines Besuches in Leverkusen gönnte ich mir zur Krönung eine leckere Portion davon beim Wurstteufel. Grundsätzlich bin ich nicht so der Fan einer solchen Leckerei, aber beim Wurstteufel hat die Curry-Wurst Pommes richtig gut geschmeckt!

Nicht finden konnte ich Überreste einer alten Römersiedlung in Schlebusch. Die vorhandenen Informationen im Internet waren etwas dünn. Auch der neue Jüdische Kultusverein Davidstern war nicht so einfach zu finden. Er soll sich aber in Wiesdorf befinden.

Mein liebes Leverkusen,

ich war zur richtigen Zeit am richtigen Ort und du bist dafür die richtige Stadt gewesen. Ich mochte deine Ruhe und Gelassenheit, das Normale was du ausstrahlst und die schönen kleinstädtischen Stadtteile, die dich ausmachen neben einem großen Weltkonzern und einem renomierten Sportverein. Ich finde, dass das eine angenehme Mischung zwischen groß und klein ist. Ich habe mich sehr wohl gefühlt und freue mich irgendwann in der Zukunft wieder vor bei zu schauen und unter anderem eine Portion Curry-Wurst-Pommes zu futtern oder den freundlichen Tchibo-Laden mit meiner Partnerin zu besuchen!

Alles Gute für dich und bis bald!

Köln – noch’n Kölsch?

Eine kurze Überschrift für diese schöne überragende und doch auch ziemlich gechillte Metropole am Rhein! Ich hätte auch den Karneval oder den Dom oder was weiß ich noch in der Überschrift nennen können, aber Kölsch ist ein echtes Lebensgefühl in Köln. Dabei meine ich nicht nur das Bier, sondern auch die Sprache und die Art und Weise, wie die Kölner die Welt sehen; das Kölner Grundgesetz habe ich an meinem viertägigen Aufenthalt durchaus überall gespürt. Kölsch ist überall! Ob im Glas, in der Sprache oder im Herzen der Einwohner. Ich war von Kölsch umgeben!

Und das ist auch gut so. Ich war erst etwas skeptisch, ob es mir hier gefallen würde. Ich kannte bisher lediglich den Bahnhof und den Dom und bin auch mal über die Rheinbrücke auf dem Weg nach Aachen gefahren, aber ansonsten hatte ich mit dieser Stadt wenig am Hut und es hatte mich bis Dato auch nicht wirklich interessiert. Wenn man als Nordlich in eine Metropole will, dann düst man nach Hamburg oder vielleicht noch nach Berlin, aber Köln wäre mir nie in den Sinn gekommen.

Ich kann in jedem Fall schon mal sagen, dass das nicht mein letzter Aufenthalt in Köln gewesen ist. Das Kölsch-Fieber hat mich angesteckt! Schließlich behaupte ich von mir selber, dass ich ein recht gechillter Mensch bin und so konnte ich mich mit der Kölsche Lebensart sehr gut identifizieren.

Köln ist tatsächlich eine riesige Stadt. Ich befuhr sie teilweise mit meinem Faltrad und sie nahm einfach kein Ende. Am Ende vieler Straßenzüge kam immernoch viel mehr Köln zum Vorschein! Beeindruckend! Beeindruckend fand ich auch seine Vielseitigkeit. Bekannt als Medienstadt bietet sie auch sehr viele kulturelle Sehenswürdigkeiten, sie ist ein Zentrum vieler namhafter Unternehmen und Behörden, ist kulturell Spitzenklasse und hat eine lange Geschichte als römische Gründung, Handelsstadt und Wallfahrtsort.

Ich freue mich einerseits, diesen Artikel zu schreiben und mich an all das schöne Erlebte zu erinnern. Weiß aber auch, dass das echt eine Menge Arbeit wird. Et kütt, wie et kütt… 🙂

Historische Sehenswürdigkeiten

Ganz neu ist für mich, dass Köln eine Festungsstadt gewesen ist und um Köln herum – meist in der Nähe des Militärrings – viele Überbleibsel anzufinden sind. Der Festungsring wurde ab 1815 von den Preussen erbaut und es gibt einen inneren sowie einen äußeren Festungsring. Wo genau welcher Ring langführt, habe ich nicht recherchiert, aber ich habe einige Forts besucht und fotografiert. In einem dieser Forts befindet sich das Festungsmuseum Köln. Dort kann man viel über die Geschichte der Festungen erfahren.

Innerhalb des Festungsrings gibt es noch einige Zeugnisse einer Stadtmauer und einigen Toren und Türmen aus der Zeit des Mittelalters. Diese zähle ich nun der Reihe nach auf und füge die Bilder ebenfalls der Reihe nach ein. Direkt am Rhein befindet sich der Kunibertsturm. Er wird auch Weckschnapp genannt. Im Weckschnapp soll der Sage nach besonders graumsam hingerichtet worden sein. An der Decke soll ein Stück Brot – Weck – gehängt worden sein und die dort Gefangenen, welche ohne Nahrung eingesperrt wurden, haben versucht diesen Weck zu schnappen. Beim Klettern sind sie meist gestürzt und durch eine Falltür gefallen, wo am Boden nach oben gerichtete Messer lagen… Die Eigelstein-Torburg liegt im Norden der Innenstadt. Durch sie ist damals Napoleon triumphierend in die Stadt geritten. Am Hansaring befindet sich im Klingelpützpark ein Stück mittelalterlicher Stadtmauer. Dort soll auch das berühmte Gefängnis Klingelpütz gestanden haben. Die Severinstorburg im südlichen Teil der Innenstadt wurde im Mittelalter repräsentativ für Empfange hoher Adeliger genutzt und ist mittlerweile Wahrzeichen des Severinviertels. Dort werden auch Trauungen vorgenommen. Nur wenige 100m weiter steht die Ulrepforte. Sie ist das kleinste von allen Stadttoren. Direkt gegenüber befindet sich der Sachsenturm. Er wird heutzutage auch Blaue-Funken-Turm genannt, weil sich dort die Zentrale des Karnevalsvereins Blaue Funkten befindet – eine der ältesten Karnevalsgesellschaften Kölns. Außerdem befindet sich am Komplex auch der Karnevalsverein Prinzen-Garde Köln. Es folgt am Ende noch die Hahnentorburg. Sie sicherte die Stadt nach Westen ab.

Der Gürzenich wurde im 15 Jahrhundert erbaut und war von Anfang an eine Festhalle, was sie auch heute noch ist.

Bald 100 Jahre als wird werden der unter Denkmalschutz stehende Alte Messeturm Kölns. Er ist ein Wahrzeichen der Stadt und Teil der Rheinhallen.

Weitere historische Sehenswürdigkeit zähle ich nun in der Reihe auf, wie ich die entsprechenden Fotos einfüge. Das Blau-Gold-Haus unmittelbar am Dom ist ein denkmalgeschütztes Geschäftshaus. Es wurde nach dem Krieg von der Firma 4711 repräsentativ genutzt – Nachts läuchtet das Gebäude in blau und gold. Aktuell wird dort viel saniert.

Der Fischmarkt ist ein Teil der historischen Altstadt von Köln. Dort wird seit dem Mittelalter mit Fisch gehandelt und man noch heute Muscheln Rheinischer Art im Restaurant Herings im Martinsviertel bekommen. Dort steht auf das Stapelhaus mit seinem Treppenturm. Das Stapelhaus steht für die große Handelsgeschichte der Stadt.

Ganz in der Nähe steht der Pegel Köln. Er misst natürlich die Höhe des Wassers im Rhein.

Das Overstolzenhaus fällt duch seinen markanten Treppengiebel auf und ist das älteste noch benutzt Gebäude, welches im Mittelalter gebaut wurde.

In Köln Ehrenfeld steht der Helios Leuchtturm. Helios war ein Elektrizitätsunternehmen in den Anfängen dieser Technik und hatte großen Einfluss auf die Elektrifizierung der damaligen Gesellschaft. Der Leuchtturm war nie ein Seezeichen und wurde eher für Versuche und Tests genutzt. Er ist ein Wahrzeichen des Stadtteils und leuchtet schwach in der Nacht über Ehrenfeld.

Neben mittelalterlicher Stadtmauer und neuzeitlichem Festungsring gab es in Köln natürlich auch eine antike, römische Stadtmauer. Tatsächlich ist von der antiken Befestigung noch einiges übrig geblieben. Auch hier beschreibe ich die einzelnen Sehenswürdigkeit hintereinander und füge entsprechend die Fotos ein.

Der Römerturm ist noch ziemlich gut erhalten und besticht durch Verwendung unterschiedlicher Gesteinsarten und schmucker Ornamente.

Der Lysolphturm steht etwa 100 Meter weiter Stadteinwärts und auch der Helenenturm befindet sich im gleichen Viertel. Und sogar ein Rest gut erhaltener Stadtmauer.

Südlich der Innenstadt – im Griechenviertel – befindet sich eine bronzene Bodenplatte, in der genau verzeichnet ist, welchen Umfang die römische Stadtmauer hatte. Ebenfalls gibt es dort noch Reste der Stadtmauer.

In der Nähe des Rathauses befindet sich noch ein Rest einer römischen Wasserleitung.

Das Ubiermonument ist ein weiteres archäologisches Denkmal, welches sich anscheinend unter der Erde befindet. Es stand schon vor Ankunft der Römer und gilt als das älteste Steinmonument nördlich der Alpen.

Eine Stadt mit wirtschaftlicher und institutioneller Bedeutung

Seit jeher ist Köln einer der wichtigsten Standorte für Wirtschaft, Handel und Industrie gewesen und kann sich mit Stolz als Sitz vieler wichtiger Unternehmen und Institutionen bezeichnen.

Erst mit der Recherche zu Köln ist mir gewahr geworden, dass diese Stadt durchaus als Wiege des Automobilbaus in Deutschland bezeichnet werden kann. In Köln Ehrenfeld irgendwo an der Venloer Str. 295 wurde Horch & Cie gegründet. Auf dem Foto was ich gemacht habe deutet heute nichts mehr darauf hin. Kurz nach Gründung ist das Unternehmen auch nach Zwickau gezogen. Mehr zu Horch & Cie berichte ich dann, nachdem ich in Zwickau gewesen sein werde.

In einem Keller in Köln Mülheim entstand der erste Bugatti aller Zeiten. Ettore Bugatti lebte damals in Köln und arbeitete für die Deutz AG. Heute erinnert ein Staßenname an ihn.

Die Deutz AG gilt als erstes Motorenwerk der Welt. Außerdem arbeiteten dort Legenden wie Gottlieb Daimler und Wilhelm Maybach.

Wenn wir über den Autobomilbau sprechen, müssen wir natürlich auch die Ford Werke in Köln erwähnen. Nach dem ersten Weltkrieg gab es hohe Einfuhrzölle auf ausländische Automobile, so dass die amerikanische Ford Motor Company in Berlin einen europäische Tochterfirma gründete. Die ist dann Ende der 20er Jahre nach Köln-Niehl gezogen.

Köln ist auch Sitz der französischen Citroen! Seit über 90 Jahren befindet sich die Zentrale des Konzerns in Köln Porz. Gerade lese ich aber, dass Citroen Endes des Jahre (2019) seine Zentrale aufgeben wird. Die Marke ist Teil des PSA-Konzerns, welche vor wenigen Jahren Opel von General Motors übernahm und mittlerweile wieder in den Schlagzeilen steht wegen einer möglichen Fusion mit FiatChrysler.

Für Toyota sitzt die Vertriebsgesellschaft Toyota Deutschland GmbH in Köln; zufällig in der Toyotastraße.