Jenaer Sehenswürdigkeiten

Neben den ungewöhnlich vielen Hochhäusern gibt zahlreiche historische Jenaer Sehenswürdigkeiten. Von den 7 Wundern bis zu interessanter gegenwärtiger und historischer Architektur gibt es viele fußläufig erreichbare Sehenswürdigkeiten.

Jenaer Sehenswürdigkeiten – Die 7 Wunder

In Jena wird von den 7 Wundern gesprochen. Im 16. Jahrhundert war Jena ein sehr bedeutender Universitätsstandort in Europa. Aus allen Städten des Kontinents kamen Menschen, um hier zu studieren. Es gab allerdings auch Menschen, die lediglich behauptetet, sie hätten in Jena studiert, um ihren Lebenslauf ein wenig aufzuwerten. Die Uni wollte sich vor solchen Betrügern schützen. Vor der Öffentlichkeit wurden die 7 Wunder geheim gehalten, so dass nur Insider folgenden Spruch kannten: „Ara, caput, draco, mons, pons, vulpecula turris, weigeliana domus, septem miracula Jenae.“ Das sind die 7 Wunder in Latein. Im einzelnen Stelle ich diese Jenaer Sehenswürdigkeiten mit Bildern vor.

Ara ist die Altarunterführung der Stadtkirche aus dem 14. Jahrhundert an ihrer Außenmauer – eine architektonische Seltenheit im Kirchenbau. Leider habe ich nicht genau genug recherchiert, so dass ich lediglich die Stadtkirche photographiert habe. Im Übrigen befindet sich in der Stadtkirche St. Michael die original bronzene Grabplatte Martin Luthers!

Caput ist die Schnapphansfigur an der Rathausuhr. Der Schnapphans schnappt zur jeden vollen Stunde nach der goldenen Kugel, die ein Pilger hält. Sie stellt die berühmten Thüringer Klöse dar. Der Legende nach soll Jena untergehen, wenn der Schnapphans jemals die goldene Kugel zu fassen bekommt. Der Caput an der Rathausuhr ist übrigens eine Kopie. Das Original befindet sich im Stadtmuseum. Das historische Rathaus stammt ebenfalls aus dem 14. Jahrhundert und gehört damit zu den ältesten durchgängig genutzten Rathäusern Deutschlands.

Draco ist eine Drachenstatue mit 7 Köpfen und mehreren Gliedmaßen. Er steht ebenfalls im Stadtmuseum – auch Göhre genannt -, welches leider geschlossen war. Daher habe ich kein Foto.

Mons ist ein markanter Stadtberg von Jena – der Berg Jenzig. Rund 385 Meter hoch besitzt er eine kahle Stelle – die Nase.

Pons – Als die Camsdorfer Brücke erbaut wurde, gehörte sie zum Ende des Mittelalters zu den größten Brücken Deutschlands. Sie führt über die Saale, existiert aber nicht mehr in ihrem Originalzustand. Seinerzeit stand auf ihr auch eine Kapelle und die Jenaer überlegen, ob diese nicht wieder aufgebaut werden soll.

Der Fuchsturm (Vulpecula Turris) ist 30 Meter hoch und ist ein Bergfried aus dem 12. Jahrhundert. Die dazugehörige Burg Kirchberg wurde bereits um 1300 zerstört. Er befindet sich auf dem Hausberg. Ich wundere mich nur gerade, warum ich ihn nicht fotografiert habe!

Das Weigelsche Haus war eine sehr bekannte Sehenswürdigkeit. Der Mathematiker Erhard Weigel baute allerlei Spielereien in das Haus ein, was es so bemerkenswert machte. Beispielsweise verlegte er eine Weinleitung aus dem Keller, einen Aufzug mit Flaschzugprinzip usw. Leider wurde diese Sehenswürdigkeit abgerissen.

Art Déco und Bauhaus in Jena

Zeugnisse von Bauhaus-Architektur findet man ebenfalls in den Jenaer Sehenswürdigkeiten. Die Zuckerkandl-Villa wurde von Walter Gropius im Auftrag von Therese Zuckerkandl entworfen. Das Haus besitzt im Übrigen eine original Bauhausküche.

Für den Physiker Dr. Felix Auerbach entwarf Walter Gropius das Haus Auerbach. Es ist das erste private Bauwerk im Bauhausstil von Gropius.

Im Art-Déco Stil erbaut befindet, sich das ehemalige Capitol Kino am Rand des Zentrums. Es steht unter Denkmalschutz. Filme laufen dort nicht mehr; es befinden sich Wohn- und Geschäftsräume im Capitol.

Historische Architektur in Jena und weiteres aus der Geschichte

Ein weiteres historisches Gebäude ist unter Anderem das Karmeliterkloster am Engelplatz. Es existierte kaum 200 Jahre im 15. und 16. Jahrhundert und über die Nachnutzung könnte ich viel recherchieren. Aktuell kann man hat einiges über die Klostergeschichte erfahren.

Auch einen Bismarckturm kann man in Jena besichtigen! Er steht etwas außerhalb und ich konnte ihn von einer Anhöhe zu photographieren. Dort steht er seit 1909 und soll einen schönen Blick über Jena gewähren.

Nördlich der Altstadt befindet sich das Griesbachsche Gartenhaus – auch Prinzessinnenschlößchen genannt. Einst lebte dort der Jenaer Theologieprofessor Jakob Griesbach dort. Es besticht durch seinen Englischen Garten. Außerdem war es eine Zeit lang Treffpunkt von etlichen, wichtigen deutschen Denkern des 18. Jahrhunderts.

Im alten Zentrum Jenas befindet sich das älteste Gebäude der Stadt – der Stadtspeicher aus dem 13. Jahrhundert. Er ist allerdings nur innerlich als altes Gebäude zu erkennen. Äußerlich besitzt es eine Hologrammfassade. Im Stadtspeicher befindet sich der Jenaer Kunstverein und die Touristinfo.

An der alten Stadtmauer befindet sich das Accouchierhaus von Jena. In diesem Entbindungshaus wurden früher Kinder von unverheirateten Müttern geboren. Man war damals auch der Auffassung, dass werdende Mütter bei ausgebildeten Ärzten besser aufgehoben wären, als bei Hebammen.

Jenaer Sehenswürdigkeiten – Stadtmauer

In der Nähe steht noch der Pulverturm, welcher zur Zeit meines Besuchs saniert wurde und mit dem Johannisturm verbunden ist. Er muß zur fast gleichen Zeit gebaut worden sein und wurde nach dem Mittelalter eine Zeit lang für die Lagerung von Schießpulver genutzt.

Und weitere Reste der Stadtmauer wie zum Beispiel den Anatomieturm habe ich ebenfalls photographiert.

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