Im Römischen Trier geht es natürlich um das Erbe der Römischen Herrschaft. Etliche Zeugnisse befinden sich im Stadtgebiet aber auch in den umliegenden Gemeinden.
Im Römischen Trier – Bauwerke für die Ewigkeit
Große Bauwerke überdauern oft die Jahrhunderte und Jahrtausende. Ich habe sie im Römischen Trier gesehen und photographiert.
Monumentale Bauwerke im Römischen Trier
Die Porta Nigra ist die bekannteste Sehenswürdigkeit im Römischen Trier und ein Wahrzeichen der Stadt. Es ist eines von 4 Stadttoren gewesen und überdauerte die Zeit, weil sie zwischenzeitlich als Kirche genutzt wurde. Außerdem hat hier der Heilige Simeon bis zu seinem Tod als Eremit gelebt. Die anderen 3 Stadttore haben die Trierer im Laufe der Zeit abgetragen und als Baumaterial genutzt. Die 180 n.Chr. eröffnete Porta Nigra ist seit 1986 UNESCO-Welterbe.
Auch das aus dem 2. Jahrhundert stammende Amphitheater des Römischen Trier gehört zum UNESCO Welterbe. Bis zu 20.000 Zuschauer genossen hier die übliche Unterhaltung der damaligen Zeit. Vom Petrisberg ließ sich das Amphitheater sehr gut ablichten.
Dit Römerbrücke über die Mosel ist Deutschlands älteste Brücke! Schon seit 150 n.Chr. stehen die Brückenpfeiler an dieser Stelle. Dabei sind die Übergänge immer wieder erneuert und verbreitert worden. Seit 1986 gehört sie auch zum UNESCO-Welterbe. Bevor die Römerbrücke stand, gab es 2 Vorgängerbrücken.


Kurios finde ich die Geschichte der Konstantinbasilika! Sie ist eigentlich keine Basilika, denn Basilliken werden nur katholische Kirchenbauwerke genannt. Die Konstantinbasilika allerdings ist eine evangelische Kirche. Ein kirchliches Gebäude ist sie aber auch erst seit 1856. Außerdem entspricht der Baustil deutlicher dem einer Hallenkirche und nicht einer Basilika. Das Bauwerk, welches zum UNESCO-Welterbe gehört, steht dort seit Beginn des 4. Jahrhunderts und offenbar hat Kaiser Konstantin (der Große) den Bau selbst beauftragt.
Die Konstantinbasilika hatte den Zweck einer Palastaula für Empfänge, Audienzen und das Hofzeremoniell der Römischen Kaiser. Außerdem stand dort der Kaiserthron. Nach der Zeit des Römischen Reiches verwahrloste das Bauwerk oder diente als Festung. Erst ab dem 17. Jahrhundert integrierten die Fürstbischöfe die Konstantinbasilika in das Kurfürstliche Palais. Mir hat die Konstantinbasilika sehr gefallen und ich fand so sowohl im Inneren als auch von Außen sehr schön.
Thermen im Römischen Trier
Bekannt waren die Römer wegen ihrer Badekultur und so errichteten sie einige Thermen. Unsere Unterkunft war direkt gegenüber den Kaiserthermen. Sie sind recht gut erhalten und waren offenbar eine Zeit lang Teil der Stadtmauer. Die Kaiserthermen stammen aus dem 3. und 4. Jahrhundert und wurden in der Spätantike als Kaserne genutzt. Seit 1986 gehören die sie ebenfalls zum UNESCO-Welterbe.
Konstantin der Große war Römischer Kaiser und machte das Christentum offiziell im Römischen Reich. Es gab damals eine kolossale Statue von ihm, von der vereinzelte Teile übrig geblieben sind. Eine Kopie des Fußes des Konstantin steht direkt an den Kaiserthermen und wurde im Rahmen der Konstantinausstellung 2007 dort aufgestellt.

Seit 1986 gehören die Barbarathermen zum UNESCO-Welterbe und sie gehörten seit jeher zu den größten Thermen nördlich der Alpen. Sie entstanden um 180 n.Chr. und hielten bis zu einer Zerstörung Triers im 5. Jahrhundert. Anschließend gab es unterschiedliche Nutzungen, aber insbesondere als Steinbruch. Mittlerweile gab es viel Restaurierung und man kann über eine spezielle und recht spektakuläre Brücke quer über die Barbarathermen gehen. Ich durfte zwar keine Photos von innen machen, aber die Ausblicke von der Brücke waren sehr schön.
Die Thermen Am Viehmarkt sind schon 80 n.Chr. gebaut worden und man nutzte sie mehrere Jahrhunderte. Im Laufe der Zeit waren sie Steinbruch und Standort eines Klosters und sind dann in Vergessenheit geraten. Erst um 1990 entdeckte man die Viehmarktthermen beim Bau eines Parkhauses und schützte sie mit dem gläsernen Bauwerk des Architekten Oswald Mathias Ungers. Sie sind übrigens noch nicht Teil des UNESCO-Welterbes.
Weiteres
Möchte man mehr erleben und erfahren über Trier als eine der großen Metropolen der Römischen Zeit, geht man in das Zentrum der Antike, welches sich im Rheinischen Landesmuseum befindet.

Mit dem Römer-express der Römer-express GmbH kann jeder Besucher Triers die monumentalen Bauwerke der Römer und natürlich der weiteren Geschichte der Stadt aus dem kleinen Zug betrachten.

Römisches Trier – Kirchen aus der frühen christlichen Zeit
Seit ca. 340 n.Chr. besteht das Bistum Trier und ist damit das älteste Bistum nördlich der Alpen und in Deutschland. In dieser Zeit begann auch der Bau des Trierer Doms und es entstand eine der größten Kirchenbauwerke Europas und die älteste Bistumskirche Deutschlands. Der Trierer Dom ist dem Heiligen Apostel Petrus gewidmet und beherbergt Reliquien wie den heiligen Rock und einen Nagel der Kreuzigung. Während der letzten 1700 Jahre hat der Dom viele Architekturstile erlebt und ist aufgrund seiner besonderen Bedeutung ebenfalls seit 1986 Teil des Trierer UNESCO-Welterbes. Den Kreuzgang habe ich zwar nicht begangen, aber es soll lohnenswert sein.
Direkt vor dem Dom breitet sich der Domfreihof aus. Der Name leitet sich von Domfreiheit ab. Innerhalb dieses Platzes galt die Gerichtsbarkeit des Domprobstes. Wer also von der öffentlichen Gerichtsbarkeit gesucht wurde, konnte in die Domfreiheit entweichen und genoß einen gewissen Schutz.



Teil des gesamten Kirchenkomplexes ist ebenfalls die byzantinische Athanasius-Kapelle. Seit 2007 ist sie für orthodoxe Christen eingerichtet worden, was für eine katholische Kirche damals einmalig war und weltweit erstmals geschah. Sie ist dem heiligen Athanasius von Alexandria gewidmet, welcher sich zeitweise zu Zeiten Kaiser Konstantins in Trier aufgehalten hat. Er gehörte zu den wichtigsten Kirchenvertretern der Kirche in ihren Anfängen.


Ein Gullideckel ist sicher keine historische Hinterlassenschaft der Römer, aber der heilige Petrus ist als Stadtpatron Triers auf einigen Gullideckeln abgebildet. Er war Apostel und ein Jünger Jesu, gilt als erster Bischof überhaupt und lebte somit zur Zeit des Römischen Reichs – so zumindest einige Überlieferungen.

Weitere Zeugnisse Römischer Herrschaft
Die ehemalige Abteikirche St. Maximin soll aus dem 4. Jahrhundert stammen und war ursprünglich eine Grabkirche. Im Laufe der Zeit gab es unterschiedliche kirchliche Nutzungen. Besonders sind die Gräberfelder unter der Abtei. In der frühchristlichen und spätrömischen Zeit bestattenten die Trierer hier ihre Toten. Die Gräberfelder können heutzutage besichtigt werden.



Seit ca. 220 v. Chr. steht die Igeler Säule bereits an dieser Stelle im Ort Igel und zählt ebenfalls zum UNESCO-Welterbe. Auf dieser Säule hat damals eine reiche Tuchhändlerfamilie ihr eigenes Leben verewigt und gepreist und sie als Grabsäule genutzt. Die Igeler Säule ist mit 23m Höhe die größte erhaltene Grabsäule nördlich der Alpen.

Als wir zur Saarschleife fuhren, machten wir auch einen Abstecher zum Archäologiepark Römische Villa Borg. Der Park liegt zwar im Saarland und nicht mehr wirklich in der Nähe von Trier, aber wenn wir schon mal in der Nähe waren, sind wir auch vorbei gefahren. Im letzten Jahrhundert entdeckte man Reste einer römischen Villa rustica und legte sie frei. Die Villa Borg wurde vollständig rekonstruiert und ist nun ein Freilichtmuseum. Es gibt dort verschiedene Werkstätten, die die Handwerkskunst der frühen römischen Kaiserzeit zeigen.



Auf dem Rückweg in die Hildesheimer Heimat besuchten wir das letzte Ziel dieser Tour – eine Römische Villa urbana bei Longuich. Offenbar hat sich ein wohlhabender Römer diese Villa aus dem 2. Jahrhundert mit herrlichem Ausblick auf die Mosel und die Umgebung gegönnt. Ende des letzten Jahrhunderts wurde sie ausgegraben, freigelegt und rekonstruiert. Zwischen den ganzen Weinlagen ist die Villa ein herrlicher Anlaufpunkt für Ausflüge zum Pausieren und zum Genießen der Aussichten.










































