Zu den bekanntesten Frankfurter Sehenswürdigkeiten gehören der Römer – Frankfurts historisches Altstadtzentrum – und die Paulskirche. Aber auch außerhalb des Zentrums besuchte ich historische Sehenswürdigkeiten auf beiden Seiten des Mains. Wobei mir der westliche Stadtteil Hoechst besonders gut gefiel. Über diese Ziele berichte ich in diesem Artikel.
Frankfurter Sehenswürdigkeiten – Altstadt
Die Frankfurter Altstadt gehörte einst zu den größten und beliebtesten Altstadtarealen Deutschlands. Bei den Luftangriffen des 2. Weltkriegs wurde leider nahezu die ganze Altstadt vernichtet. Im Laufe der Nachkriegszeit entschied die Stadt teile seiner historischen Altstadt zu rekonstruieren und so konnte ich einige Frankfurter Sehenswürdigkeiten am Römerberg und der sogenannten Neuen Altstadt photographieren.
Der Römerberg ist der große Platz an dem sich der Römer und weitere historische Bauwerke befinden. Der Römer ist die Kurzform für das Haus zum Römer, welches seit dem 15. Jahrhundert das Frankfurter Rathaus ist. Hier fanden in der Vergangenheit beispielsweise Kaiserkrönungen statt und auch heute noch ist dies ein Ort besonderer politischer und gesellschaftlicher Ereignisse. Im Römer kann man die alte Turmhalle und den Kaisersaal besichtigen. Der Römer ist Teil eines ganzen Gebäudekomplexes mit weiteren historischen Bauwerken wie dem Salzhaus, dem Haus Frauenstein und dem Haus Löwenstein. dem Haus Silberberg, dem Bürgersaalflügel, dem Haus Wanebach, dem Wanebachhöfchen und dem Römerhöfchen mit Herkulesbrunnen.
Rund um den Römerberg konnte ich noch sehr viel Fachwerk photographieren, welches ebenfalls zu den Frankfurter Sehenswürdigkeiten gehört.





Am Römer gab es um 1900 einen Erweiterungsbau für das Rathaus und so entstanden die Ecktürme Langer Franz und Kleiner Cohn. Der Lange Franz mit seinen schönen Glasmosaikbildern, wurde nach einem damaligen Bürgermeister benannt, der für seine Größe bekannt war.

Von dem Platz aus begab ich mich weiter nach Süden zum Haus Wertheym. Es ist das einzige unbeschädigte Fachwerkhaus nach 2. Weltkrieg und wurde um 1600 errichtet. Ein Vorgängerbau existierte schon seit dem 14. Jahrhundert. Es diente unter Anderem als Zollhaus und Wachlokal. Heute nutzt ein Restaurant mit lokalen Spezialität den Fachwerkbau.

Die Paulskirche von 1833 ziert nicht nur eine Sonderprägung auf einer deutschen 2-€ Münze. Sie hat den Status eines Nationalsymbols und steht für den Beginn der Demokratiebewegung in Deutschland. Hier fand von 1848-1849 die Frankfurter Nationalversammlung statt als erste Volksvertretung für ganz Deutschland.

Die Neue Altstadt ist gleich in der Nähe in Richtung des Kaiserdoms St. Bartholomäus. Dort photographierte ich viele hübsche, restaurierte Stadthäuser.








Bekannt ist, dass an der jetzigen Stelle des Kaiserdoms St. Bartholomäus bereits seit dem 8. Jahrhundert ein Kirchenbauwerk steht und dass der Kaiserdom vermutlich der 5. Bau ist. Experten gehen sogar von einer Kirche ab 500 nach Christus aus. Für die deutsche Geschichte gehört der Kaiserdom zu den wichtigsten Kirchenbauten überhaupt. Lange wurden hier die Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nationen gewählt und gekrönt. Die Kirche ist das größte Kirchenbauwerk Frankfurts und erlebte im Laufe der Jahrhunderte etliche Um- und Anbauphasen mit den unterschiedlichsten Baustilen.

Bereits vor seiner Zerstörung im 2. Weltkrieg war das Haus Zur Goldenen Waage aufgrund seiner detailreichen Fassade ein Touristenmagnet. Nach der Zerstörung dauerte es eine Weile, bis sich Frankfurt entschied das Bauwerk originalgetreu wieder zu errichten. Soweit ich es recherchieren konnte, wurde das Bauwerk als Handels- und Wohnhaus genutzt. Heute befindet sich unter Anderem ein Café im Erdgeschoss.

Ziemlich modern und ohne historisches Vorbild steht direkt nebenan das Stadthaus am Markt. Es ist eine Eventlocation und eine Außenstelle des Archäologischen Museums mit einer Ausstellung über die ersten Besiedlungen an dieser Stelle. Darüber berichte ich noch in einem anderen Artikel.

Im Mittelalter lag der Frankfurter Hafen zwar am Main in der Nähe des Römers, aber dennoch außerhalb der Stadtmauern. So war der Rententurm ein wichtiger Wehrtum der Stadtbefestigung direkt am Hafen. Er diente außerdem als Zollstation, zur Erhebung von Hafengebühren und zeitweise als Stadtgefängnis.

Weitere Frankfurter Sehenswürdigkeiten in der Altstadt
Johann Wolfgang von Goethe gilt als bedeutendster deutscher Dichter und wurde in 1749 in Frankfurt geboren. Frankfurt ist die erste Stadt welche ihm ein Denkmal gesetzt hat und dieses steht natürlich auf dem Goetheplatz. Weitere Infos zu Goethe gibt es unter Kultur und Museen.

Inmitten des Shopping-Viertels steht das Palais Thurn-und-Taxis. Mitte des 18. Jahrhunderts errichtet, war es lange Zeit der Hauptsitz dieser bekannten Familie. Das Palais war Sitz der Kaiserlichen Reichspost und Fürst Anselm Franz von Thurn und Taxis ihr Reichserbgeneralpostmeister.

Einst umgab die Frankfurter Altstadt die Staufenmauer. Sie war eine starke, um 1180 von den Staufern errichtete, Stadtmauer mit lediglich 3 Stadttoren. Von der Staufenmauer sind nur wenige Reste vorhanden.

Von den vielen Türmen der Stadtmauer ist noch der schöne Eschenheimer Turm nördlich des Main vorhanden. Er steht dort seit Beginn des 15.Jahrhunderts im nahezu Originalzustand.

Südlich des Mains photographierte ich noch den mittelalterlichen Kuhhirtenturm. Er diente lange Zeit als Wehrturm und wurde dann für verschiedene Zwecke genutzt.

Die Kirche St. Katharinen befindet sich im Zentrum der Innenstadt und ist neben der Paulskirche eine von 6 weiteren Dotationskirchen. Frankfurt ist die erste und vermutlich einzige Stadt Deutschlands, die verpflichtet ist für den Unterhalt seiner Innenstadtkirchen zu sorgen. Dies wurde im Zuge der Säkularisation nach den Napoleonischen Kriegen entschieden und hat bis heute Bestand.

Eine weitere Besonderheit Frankfurter Kirchen ist das Frankfurter Stadtgeläut. 10 Frankfurter Innenstadtkirchen lassen ihre Glocken vor hohen kirchlichen Feiertagen 30 Minuten lang bimmeln. Diese Tradition ist zwar bereits seit dem Mittelalter bekannt, aber erst seit den 1950er Jahren ist das Geläut aufeinander abgestimmt, so daß es sich wie eine Melodie anhört.
Frankfurter Sehenswürdigkeiten außerhalb der Altstadt
Frankfurt war Sitz der 1925 gegründeten IG Farben. Dieses Unternehmen war ein Zusammenschluß 8 großer deutscher Chemieunternehmen aus dieser Zeit, wie zum Beispiel Bayer, BASF und Agfa. Die Unternehmenzentrale ist ein mächtiger und beeindruckender Bau des Architekten Hans Poelzig und wurde 1931 fertiggestellt. Die IG Farben war zu ihrer Zeit Europas größtes Unternehmen und weltweit auf Rang 4. Den Krieg hat das IG-Farben-Haus unbeschadet überstanden und so zog Dwight D. Eisenhower – Alliierter Oberbefehlshaber – hier ein und machte das Gebäude zum europäischen Hauptquartier der US-Streitkräfte. Hier wurden für Nachkriegsdeutschland wegweisende Entscheidungen getroffen. Mittlerweile gehört das Bauwerk und das ganze Areal zur Goethe-Universität.

Das Römischer Reich dehnte sich bis an die Stelle der Mainmetropole. Es gibt noch einige wennsie Zeugnisse dieser Zeit, wie z.B. ein Römischer Brunnen im Norden der Stadt in Heddernheim.

Mit der Klassikstadt photographierte ich ein schönes und noch nicht allzu altes Fabrikgebäude (1910) in Frankfurt Fechenheim. Hier wurden unter Anderem Landmaschinen produziert. Die Weltkriege hat es unbeschadet überstanden und seit 2010 ist dieser Ort ein Zentrum für Veranstaltungen und Gastronomie.



1894 entstand am östlichen Rand der Innenstadt auf einer Kreuzung das Uhrtürmchen. Im damals überwiegend jüdischen Viertel war es ein beliebter Treffpunkt der Bewohner. Für diese war es immer gut zu wissen, wann es Zeit für das Abendgebet war.

Der schönste und angenehmste Weg über den Main war die Überquerung der historischen Brücke Eiserner Steg. Sie existiert seit 1868 und hat eine besondere Entstehunggeschichte. Die Stadt wollte sie nicht und so haben Bürger und Händler den Bau in die Hand genommen.


Am Museumsufer steht die Villa Metzler, die lange Zeit Mitgliedern der Bankiersfamilie Metzler gehörte. Ein Vorgängerbau wurde Mitte des 19. Jahrhunderts umgebaut bzw. erweitert. Bevor das Bauwerk in die Frankfurter Museumslandschaft eingegliedert wurde, war es eine Zeit lang ein Altenheim.

Wer gerne shoppt und flaniert und sich auch noch gerne in ein Café, eine Bar oder ein Bisto setzt, ist am Schweizer Platz und der Schweizer Straße in Sachsenhausen richtig.


Im Viertel Gallus photographierte ich die Galluswarte von 1414. Sie gehörte früher zur frankfurter Stadtbefestigung zum Schutze der eigenen Landgemarkung. Heute existieren noch 3 weitere Warten.

Mitten in Frankfurt an einer belebten Hauptstraße gibt es einen Lost Place! Das ehemalige Polizeipräsidium der Stadt wurde kurz vor dem 1. Weltkrieg errichtet und war bis 2002 Sitz des hiesigen Polizeipräsidiums. Das Bauwerk ist dann an eine insolvente Investorengruppe gegangen und seine derzeitigen Zukunftsaussichten sind unklar.

Frankfurt Höchst
Das ich in 2023 Frankfurt besuchte, lag an einem Konzertbesuch von Depeche Mode. Ich bin mit einem befreundeten Paar in Frankfurt gewesen und wir entschieden uns am Nachmittag im schönen, denkmalgeschützten Frankfurt Höchst aufzuhalten.
Höchst liegt im äußersten Westen des Stadtgebiets und wurde im 14. Jahrhundert gegründet. In der Altstadt besichtigten wir einige Sehenswürdigkeiten und die Bauwerke verschiedener Stile.




















Das Höchster Schloß ist genau genommen ein Ensemble aus 2 Schlössern und war lange Zeit im Besitz des Mainzer Erzbistums.
Zum einen gibt es das Alte Schloß (14. bis 16. Jahrhundert) auf dessen Gelände sich vorher eine alte Burg befand. Lediglich der Burgfried blieb erhalten und wurde in die Renaissance-Anlage integriert. Einen Blick auf den Schloßplatz konnte ich von außen erhaschen.






Das Neue Schloss Höchst – Ende 16. Jahrhundert – steht direkt nebenan. Seine Historie und die Besitzverhältnisse sind wechselvoll. Derzeit wird es als Ort für Veranstaltung und Gastronomie genutzt.




In Höchst steht mit der Justinuskirche das älteste Bauwerk Frankfurts. Dort steht sie seit 850 und ist somit eine der ältesten noch erhaltenen Kirchen in Deutschland.

Um 1774 entstand der Bolongaropalast. Die Brüder Bolongaro gaben ihn in Auftrag und residierten dort eine Zeitlang als sie geschäftlich nach Frankfurt zogen. Während der Napoleonischen Kriege residierte hier sowohl Napoleon als auch der preußische Militär Blücher. Seit 2024 dient der Palast als Kultur- und Veranstaltungszentrum.






Direkt am Main photographierte ich das Maintor. Es gehört zur im Mittelalter errichteten Stadtbefestigung.




Als Höchst an der Mündung der Nidda in den Main einen Hafen hatte, benötigte man einen Verladekran. Dieser ist noch gut erhalten und steht unter Denkmalschutz. Der Sockel stammt von 1770 und der Kran selbst vom Ende des 19. Jahrhunderts.

Der Höchster Bürger Hans Fischer erhielt den Nobelpreis für Chemie und gilt als der Wegbereiter der modernen Biochemie. Sein Wohnhaus, wo er aufwuchs, habe ich in der Höchster Altstadt photographiert.


