Zu den Trierer Sehenswürdigkeiten gehören nicht nur die Monumente der Römer, aber auch viele andere historische Bauwerke innerhalb der Altstadt. Diese stelle ich in diesem Teilartikel vor.
Trierer Sehenswürdigkeiten – historische Bauwerke
Bis Napoleon kam und alles auf den Kopf stellte, residierten die Fürstbischöfe von Trier im Kurfürstlichen Palais aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Damals war es nicht unüblich, dass Bischöfe auch zusätzlich weltliche Macht besaßen. Bereits zu Zeiten Konstantins des Großen, des Kaisers des Römischen Reiches, stand hier ein palastartiges Bauwerk. Heute wird das Palais für Veranstaltungen genutzt und als Sitz von Behörden.



Öffentlich zugänglichen ist der schöne Palastgarten, welcher in dieser Form erst im 20. Jahrhundert entstand. Davor wechselte sich die Funktion des Platzes regelmäßig ab und war mal ein Exzerzierplatz, mal ein öffentlicher Platz, mal ein Park.
Der Rote Turm gehört zum Ensemble des Kurfürstlichen Palais, welches früher ein größerer Komplex war. Der Wiederaufbau der Konstantinbasilika schränkte die Fläche des Palais ein. Aber auch die Zerstörungen der 2. Weltkriegs haben große Teile des Palais unwiederbringlich gemacht. Mittlerweile dient der Rote Turm von 1647 als Glockenturm der Basilika und als Sitz von Behörden.

Das St.-Petersburg-Portal ist ein Eingangstor zum Kurfürstlichen Palais gewesen. Tatsächlich was das Palais damals eine sehr große Schloßanlage.

Nicht allzuweit entfernt Richtung Innenstadt photographierte ich das Palais Kesselstatt. Es stammt aus der Mitte des 18. Jahrhunderts und soweit ich weiß, gehört es immer noch der selben Adelsfamilie, die das Palais erbauen ließ. Mittlerweile wird dort die Weinstube Kesselstatt betrieben.

Weitere Trierer Sehenswürdigkeiten
Seit 1100 steht der Frankenturm im Trierer Zentrum. Möglicherweise war er mal Teil einer Stadtbefestigung, aber auf jeden Fall diente er als Wohnturm für hohe Bedienstete des Bischofs. Seine Bezeichnung hat nichts mit den Franken zu tun. Ein damaliger Bewohner hieß Franco von Seeheim und daher erhielt der Turm die Bezeichnung Frankenturm.


Am Kornmarkt steht seit 1749 der Posthof, wo sich mittlerweile Büro- und Geschäftsräume befinden. Zu Beginn war es ein schmuckes Stadtpalais und seit 1830 Standort der Oberpostdirektion. Post und Telekom nutzten das Bauwerk bis in die 2000er Jahre.

Direkt gegenüber photographierte ich den schönen Sankt Georgsbrunnen im Rokokostil. 1751 errichtet widmete der Hofbaumeister Johannes Seiz den Brunnen dem Kurfürsten Franz Georg von Schönborn.

Eine auffällige Landmarke in der Trierer Skyline bildet der Hochbunker am Rathaus. Er wurde nie vollendet, aber diente den Bediensteten der Stadt im 2. Weltkrieg dennoch als Zufluchtsort. Stand 2025 scheint er ungenutzt zu sein.

An der Südallee steht eine imposante Stadtvilla, die der Porta Nigra fast zum verwechseln ähnelt. Der Architekt Peter Marx entwarf dieses Haus, welches etwas an Triers berühmtestes Bauwerk erinnert.

Trierer Sehenswürdigkeiten am Hauptmarkt
Hier ist immer sehr viel los! Der Hauptmarkt ist seit 958 der zentrale Platz Triers, wo früher Handel getrieben wurde und Waren umgeschlagen wurden. Außerdem konnte ich hier zahlreiche Trierer Sehenswürdigkeiten photographieren.


958 hat der Erzbischof sogar ein Marktkreuz auf dem Hauptmarkt aufstellen lassen, um seinen Anspruch geltend zu machen. Das Original befindet sich im städtischen Museum und ist vermutlich das älteste noch existierende Marktkreuz Europas.

Seit 1595 steht der Petrusbrunnen unbeschadet mitten auf dem Hauptmarkt. Auf einer Säule in der Mitte ist der Stadtpatron Petrus zu sehen umgeben von 4 Figuren, die die 4 Grundtugenden Gerechtigkeit, Stärke, Mäßigung und Weisheit darstellen.

Der Hauptmarkt ist umgeben von zahlreichen historischen Bauwerken. Im Roten Haus beispielsweise entstand die Gründungssage der Trebeta um 1105. Demnach gründete der Sage nach der assyrische Prinz Trebeta 2050 v. Chr. die Stadt Trier.

In Sichtnähe steht seit dem 14. Jahrhundert das Bauwerk Zur Steipe. Die meiste Zeit diente die Steipe repräsentativen Zwecken. Heute beheimatet es ein Café und ein Spielzeugmuseum.

Die Löwen Apotheke gilt als erste eingetragene Apotheke in Deutschland und wurde 1241 eröffnet. Das Bauwerk in dem sie sich befindet ist allerdings deutlich junger; 17./18. Jahrhundert.

Die Simeonstraße
Vom Hauptmarkt bis zur Porta Nigra führt die Simeonstr. entlang an einigen Sehenswürdigkeiten. Unter Anderem befindet sich dort das ehemalige Judenviertel. Durch das Judentor bin ich in die Judengasse gelangt und machte einen Rundgang. Im Mittelalter gab es hier eine in sich geschlossene jüdische Gemeinde inklusive Synagogen, Mikwe und allen Institutionen, die die Gemeinde benötigte. Mittlerweile hat das Nachtleben dieses Viertel für sich in Anspruch genommen.
Ich schreitete die Simeonstraße weiter entlang und photographierte das in etwa 800 Jahre alte Dreikönigenhaus. Es ist ein üppig gestaltetes mittelalterliches Bürgerhaus, wo spannenderweise die Eingangstür im ersten Stockwerk platziert wurde. Die wohlhabenden Bewohner kamen nur über eine Leiter hinein. So schütze man sich damals vor Einbrechern.


Kirchen und das Bistum
Trier ist ein Bistum und da sich der Bischof nicht um sämtliche Dinge in der Verwaltung kümmern kann, gibt es das Bischöfliche Generalvikariat. Der Generalvikar hat die Aufgabe die Verwaltung zu leiten und zu führen.

Ursprünglich stand der Marien-Votivaltar des Jesuitenkollegs nicht auf meiner Liste, aber ich fand die Sehenswürdigkeit sehr hübsch und interesant. Daher ist das Photo entstanden.

Die Liebfrauenkirche ist Teil des Domkomplexes und steht seit dem 13. Jahrhundert auf den Resten der vorherigen Kirche. Die 12 sie tragenden Säulen symbolisieren die 12 Apostel.


Nach dem Trierer Dom ist St. Gangolf aus dem 15. Jahrhundert der älteste Kirchenbau der Stadt. Die Kirche ist fast vollständig von Wohnhäusern umgeben und gehört zu den Wahrzeichen Triers.



Nahe der Porta Nigra hängt an einer Hausfassade eine kleine Statue des Heiligen Simeon. Er war ein byzantinischer Mönch und lebte um die Jahrtausendwende zum 2. Jahrtausend in Trier als Eremit, wo er auch starb. Er ließ sich in einem Teil der Porta Nigra einmauern, um sein Leben ganz dem Gebet zu widmen. Außerdem wurde ihm Wundertätigkeit nachgesagt und nach seinem Tod hat ihn der damalige Papst heilig gesprochen.

Impressionen der Altstadt
Trier hat nicht allzu heftige Luftangriffe im 2. Weltkrieg erlebt, daher gibt es noch viele sehenswerte Ecken in der Altstadt.
Trier war natürlich von einer historischen Stadtmauer umgeben. An einigen Stellen konnte ich gut erhaltene Teilstücke photographieren. Die noch vorhandene römische Befestigung hat man im Mittelalter einfach erweitert, um sich besser zu schützen.
Es gab mit der Zeit Erweiterungen und Verstärkungen an der Stadtmauer. So entstanden einige Bastionen, wovon ich noch die Bastion Südallee aus den 16. Jahrhundert photographieren konnte. Die Bastion aus dem 16. Jahrhundert war gleichzeitig Geschützturm und Abwehrbollwerk gegen feindliche Geschütze.



Entlang der Mosel gab es keine Stadtmauer, so weit ich weiß. Die Mosel selbst war offensichtlich eine gute Begrenzung und bot einen eigenen spezifischen Schutz.
Entlang der Moselpromenade photographierte ich 3 alte Ladekräne. Den Zollkran, den Alten Krahnen und einen anderen alten Kran. Für den Handel und dem Be- und Entladen von Frachtschiffen dienten die Kräne seit in etwa dem 15. Jahrhundert bis fast in die Gegenwart.
Das Alte Pegelhaus von 1897 hatte ich erst garnicht auf dem Schirm. Aber ich fand es schön und machte spontan ein Photo. Dort sind auch einige Hochwassermarken angebracht.






































