Die Tuchherstellung stärkte die Aachener Wirtschaft in der Vergangenheit und ist auch heute noch bis zu einem gewissen Punkt present. Verkehr und die Universität bestimmen in der Gegenwart einen großen Teil der Wirtschaftskraft.
Aachener Wirtschaft – Verkehr
Am Busbahnhof habe ich gehofft die einzigartigen Doppelgelenkbusse ablichten zu können. Diese sind eine Aachener Besonderheit. Leider ist mir kein Bus vor die Linse gefahren. Die Doppelgelenkbusse wurden von 2005 bis 2019 eingesetzt und zum Ende aufgrund der hohen Wartungsintensität abgeschafft. Offenbar muß ich in ein Verkehrsmuseum, um diese Fahrzeuge zu sehen.
1926 startete die Vergölst GmbH als Vulkaniseurbetrieb in Aachen. Nach dem Krieg begann der Reifenhandel und mit der Zeit entwickelte sich ein Kfz.-Werkstattbetrieb. Bereits sehr früh knüpfte das Unternehmen Kontakte zur hannoverschen Continental AG, welche Vergölst 1974 vollständig übernahm.
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Eine Besonderheit am Aachener Hauptbahnhof ist, dass der Hochgeschwindigkeitszug Thalys hier hält. Das Gebäude selbst sieht, wie ich finde, auch sehr schön aus. Mit dem Thalys kommt man in wenigen Stunden nach Paris oder Brüssel. Seit 2023 ist der Thalys in das Unternehmen Eurostar integriert und führt nicht mehr die Bezeichnung Thalys.

Das Burtscheider Viadukt ist das erste seiner Art, welches in Deutschland gebaut wurde. Seit 1840 leitet es den Bahnverkehr. Heutzutage läuft über das Viadukt der Hochgeschwindigkeitsverkehr in deutsche und europäische Metropolen.


Außerdem besitzt Aachen mit dem Buschtunnel den noch ältesten befahrbaren Eisenbahntunnel Deutschlands. Just in diesem Moment fuhr auch noch ein Thalys durch! Auf den Photos sieht man sowohl den alten Buschtunnel (1843) als auch den neuen Buschtunnel (2007).


Die Waggonfabrik Talbot ist die älteste Waggon – bzw. Schienenfahrzeugfabrik Deutschlands. Für längere Zeit gehörte das Unternehmen zu Bombardier Transportation. Gründung des Unternehmens war ursprünglich 1838.



RWTH
Die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule RWTH ist einer der größten Hochschulen Deutschlands für technische Berufe. An ihr studieren rund 45.000 Studenten, was Aachen zu einer Studentenstadt macht. Die Preußen gründeten 1870 die Uni, welche mittlerweile einen sehr guten Ruf genießt und zu den Eliteuniversitäten Deutschlands gehört. Am Hauptgebäude befindet sich die AachenMünchener Halle, welche ein großes Hörsaalgebäude ist und nach dem hiesigen Versicherungsunternehmen benannt wurde.


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Das RWTH SuperC ist ein sehr markantes Gebäude. Es dient als eine Art Service-Zentrum für alle Studierenden.

Wohl deutschlandweit bekannt ist das Universitätsklinikum -uka- Aachen der RWTH. Es ist eines der größten Kliniken Europas mit 36 Fachkliniken und gut 200.000 Patienten pro Jahr. Beeindruckend!

Überall in Aachen sind Gebäude und Institutionen der RWTH verteilt, wie z.B. die RWTH Universitätsbibliothek Kraftfahrzeuge (ika), RWTH Aachen Campus GmbH und spannenderweise auch die RWTH Ecurie Aix. Dies ist nämlich ein studentischer Motorsportrennstall, dessen Bezeichnung an die erfolgreiche Motorsportgeschichte der Region um Aachen anlehnt. Das Team nimmt an der Formula Student teil und hat sich auf Elektrorennwagen und autonom fahrende Rennfahrzeuge spezialisiert.
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Aachener Wirtschaft – Die Tuchherstellung
Die Aachener Wirtschaft profitiert bereits seit dem 12. Jahrhundert von der Herstellung von Tuchen und im Laufe der Zeit auch als Standort für die Herstellung von Nadeln. Dabei hat sich im Laufe der Zeit ein großes grenzübergreifendes Netzwerk dieses Wirtschaftszweigs entwickelt. Die nächsten Abschnitte widmen sich der Geschichte und der Gegenwart der Tuch- und Nadelindustrie.
Ehemalige Tuchfabriken
Von 1885 bis Ende des 20. Jahrhunderts prägte die Tuchfabrik Königsberger die Aachener Tuchindustrie und stellte unter Anderem die sogenannten Königstücher her. Diese galten als sehr hochwertig.
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In der Mörgensstraße steht das Werk der ehemaligen Tuchfabrik Nellessen. Ihre Geschichte begann bereits 1737 und endete mit Beginn der Weltwirtschaftskrise zum Ende der 1920er Jahre.
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1885 entstand auf einer ehemaligen und verfallenen Burganlage die Tuchfabrik Niessen. Das Geschäft hält offenbar bis kurz vor dem 2. Weltkrieg. Während des Kriegs nutzten die Nationalsozialisten das Bauwerk und danach gab es öffentliche sowie private Nutzer. Bemerkenswert ist das gut erhaltene Eingangsportal.
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Im 19. Jahrhundert entstand die Tuchfabrik Erckens in der Malmedyer Straße. Sie hielt ihr Geschäft bis zur Weltwirtschaftskrise. (Auch Bendstr./Jägerstr.?)
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Von 1815-1977 gehörte die Tuchfabrik Kesselkaul zu den erfolgreichsten Vertretern seiner Zunft in Aachen. Das Verwaltungsgebäude ist das letzte existente Bauwerk des Unternehmens und steht unter Denkmalschutz. Begonnen hat das Unternehmen als Tuchfabrik van Gülpen & Kesselkaul in der Königstr.; das Bauwerk mit dem markanten Tor steht noch. Die Tuchfabrik Kesselkauf gewann zwischen 1851 und 1900 viele internationale Preise für ihre besonderen Produkte.
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Von 1856 an betrieb die Tuchfabrik Pastor gute 100 Jahre ihr Geschäft. Das ehemalige Fabrikgebäude steht unter Denkmalschutz und wird verschieden genutzt.
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Weitere ehemalige Tuchfabriken der Aachener Wirtschaft
In der Eilendorfer Straße 215 steht seit 1959 eines für die damalige Zeit modernsten Fabrikgebäude dieser Zunft, welches zur Tuchfabrik G. H. Croon gehörte. Das Unternehmen begann 1802 und stellte den Betrieb 2002 ein.
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Zwischen 1839 und 1938 war auch die Tuchfabrik Marx & Auerbach in diesem Gewerbe tätig. Ein ehemaliges Gebäude des Unternehmens steht unter Denkmalschutz und wird von der RWTH genutzt.
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Die Tuchfabrik Delius gehörte zu den größten Vertretern der Branche und sein Verwaltungsgebäude ist heute noch gut erhalten.
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Von 1859 bis 1952 gehörte auch die Tuchfabrik Aachen zu den großen Playern der Branche. Teile des Fabrikgeländes existieren noch heute.
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Wenn ich richtig recherchiert habe gehörte die heutige Tuchwerk Soers gGmbH früher zum Tuchwerk Aachen. Mittlerweile ist das ganze Fabrikgelände für kulturelle Themen und Veranstaltungen bekannt.
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Weitere Tuchfabriken waren beispielsweise Tuchfabrik Arnold & Schüll, Tuchfabrik van Gülpen & Kesselkau, Barockfabrik (heute ein Kulturzentrum).
Tuchindustrie heute
Maßgeschneiderte Textilien bietet die AixTextiles GmbH inklusive verschiedener Services. Produziert wird dabei hauptsächlich in der Türkei.
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Das Unternehmen Comcut Schnitterstellung Helga Ahrens-Wels befasst sich mit Schnittmustererstellung und -anpassung und dazugehöriger Services.
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Becker Tuche GmbH & Co. KG ist spezialisiert auf die Tuchherstellung für Industriebekleidung. Ursprünglich war das Unternehmen von 1927 eine Tuchweberei und hat sich nach dem Niedergang der Tuchindustrie in Aachen neu erfunden.
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Und nun kommt noch ein sehr interessantes Unternehmen aus Aachen Stolberg. Seit 1530 existiert die William Prym Holding GmbH, welche sich über die Jahrhunderte offenbar immer weiterentwickelt hat. Mittlerweile ist es weltweit mit tausenden Mitarbeitern tätig und gehört in den ältesten Industrieunternehmen Deutschlands im Familienbesitz. Anfangs in der Metallverarbeitung tätig hat es zu Beginn des 20. Jahrhunderts den Druckknopf für Kleidung entscheidend weiterentwickelt.
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Nadelfabriken
Die Herstellung von Nadeln war im Zusammenhang mit der Tuchindustrie ebenfalls ein wichtiger Industriezweig. Von 1911 bis 2004 nutzte die Rheinische Nadelfabriken AG – auch Rheinnadel genannt – das Gebäude, welches heute als Nadelfabrik bekannt ist. 2008 hat die Stadt Aachen das Gelände übernommen und eine Kultur- und Begegnungsstätte errichtet. Aus der Rheinischen Nadelfabriken AG entwickelte sich das Maschinenbauunternehmen Rhein-Nadel Automation GmbH. Das Unternehmen hat seinen Sitz direkt nebenan.
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Eine lange Historie hatte die Nadelfabrik Beissel, welche sogar für 2 Weltausstellungen kunstvolle Sondernadeln produzierte. 1730 war die Gründung und das Geschäft hielt bis 1993. Das ehemalige Direktionsgebäude steht unter Denkmalschutz.
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Bekannt für seine Innovationen war die Nadelfabrik Jecker. Sie wurde 1803 gegründet und sogar der französische Herrscher Napoleon war davon bei seinem Besuch schwer beeindruckt.
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Zwischen 1834 und ca. um 2000 herum gab es die Nadelfabrik Zimmermann. Das ehemalige Werksgelände dient heute sozialen Zwecken.
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Weiteres
Das Wespienhaus war ein barockes Stadtpalais des ehemaligen Bürgermeisters Johann von Wespien. Er war ebenfalls ein ehem. Tuchfabrikant. Nach der Zerstörung im Krieg blieb nur noch ein Teil einer Fassade übrig und die bettet sich für meinen Geschmack etwas komisch in einen Klinkerbau ein. Baumeister des Palais war Johann Joseph Couven.
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Der Textilfabrikant Johann Friedrich Lochner lebte in seiner Villa – dem Lochner Palais. Nach dem Krieg stand lediglich noch das barocke Lochner Tor und das dahinter liegende Kutscherhaus. Beide Bauwerke stehen heute unter Denkmalschutz.
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Seit 2014 heißt das 1952 gegründete Deutsche Wollforschungsinstitut DWI – Leibniz-Institut für Interaktive Materialien e.V. Seine Aufgaben hören sich sehr interessant an und ich weiß nicht genau, wie ich sie in einem Satz zusammenfassen könnte. Auf jeden Fall nimmt sich das Institut die Natur zum Vorbild bei der Entwicklung von Materialien.
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Rund um Hochleistungstextilien und dazugehörige Maschinen und Prozesse geht es beim RWTH Institut für Textiltechnik. Es gehört zu den größten Instituten der RWTH und richtet seine Forschung und Arbeit für verschiedene Branchen aus.
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Aachener Wirtschaft – weitere Unternehmen
Wenn von der Presse gesprochen wird, dann muss auch erwähnt werden, dass Paul Julius Reuter in Aachen lebte und die große berühmte Nachrichtenagentur Reuters gründete. Sein Wohn- und Arbeitshaus habe ich fotografiert. Kurz nach der Gründung 1850 tauschte Reuters die Brieftauben gegen eine Telegrafenlinie aus und hatte damit sehr großen Erfolg und einen großen Vorsprung in der damaligen Nachrichtübermittlung. Aktueller Sitz der Reuters Nachrichtenagentur ist London.


Den meisten wird wahrscheinlich die AachenMünchener Versicherung sehr bekannt sein. Ihren Hauptsitz hat sie natürlich in Aachen und sie ist der zweitgrößte Lebensversicherer Deutschlands. Die Versicherung gibt es seit 1825 und 2020 ist sie in die Generali Deutschland Holding übergegangen.


Das älteste Fotofachgeschäft Deutschlands steht in Aachen! Photo Preim bietet allen Fotoprofis und -laien seit über 137 Jahren Services und Produkte rund um das Photographieren an.

Die Grünenthal GmbH war das erste Pharmaunternehmen Deutschlands, dass Penicillin in Deutschland einführte. Grünenthal engagiert sich stark in der Palliativmedizin und vergibt einen der höchst dotierten Preise bei der Schmerzforschung, in der es führend ist. Das Unternehmen sitzt in einem modernen Gebäude, wurde aber im Kupferhof Grünenthal gegründet – einer historischen Sehenswürdigkeit in Stolberg.



In Aachens Altstadt gibt es die Körbergasse, wo seit dem Mittelalter das Korbflechtgewerbe sein Handwerk betrieb. Korb Bayer ist das einzige Unternehmen, welches in dieser Straße diesem Handwerk noch nach geht. In dem 1865 gegründeten Laden gibt es viele handwerklich erzeugte Korbwaren.
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