Frankfurter Spezialitäten

Frankfurter Spezialitäten sind definitiv kalorienreich! Der Frankfurter als weltoffene Persönlichkeit scheint auch ein Lebemensch zu sein. In Alt-Sachsenhausen gibt es eine weitläufige Kneipenmeile, wo sich Einheimische und Menschen aus aller Welt hinbegeben, feiern und gegenseitig begegnen und austauschen. So ist es auch mir passiert mit einem Paar mittleren Alters – einem Italiener und einer Deutschen – und wir tranken Äppelwoi und ich gönnte mir verschiedene Würste aus Frankfurter Herstellung. Mehr dazu in den folgenden Abschnitten und im Interview.

Süße Frankfurter Spezialitäten

Ich starte aber mit den süßen Spezialitäten der Stadt. Ich freute mich auf die süßen Bethmännchen und besorgte sie mir sowohl bei Kronberger als auch bei Rausch’s Konditorei & Bäckerei. Der Legende nach erfand sie zu Beginn des 19. Jahrhunderts der französische Koch des frankfurter Bankiers Simon Moritz von Bethmann und so wurden augenscheinlich nach ihm benannt. Sie bestehen aus einem Marzipanteig und sind eigentlich nur in der Weihnachtszeit erhältlich. Für Touristen sind die Bethmännchen ein schönes Mitbringsel, so daß die Frankfurter Konditor diese vermutlich aus diesem Grund ganzjährig anbieten. Ich mag sie. Sehr lecker!

Ganz besonders freute ich mich den Frankfurter Kranz zu probieren! Und da ich insgesamt 4 1/2 Tage in Frankfurt war, habe ich wir jeden Tag woanders ein Stück Frankfurter Kranz gegönnt. Sie ist unangefochten meine Lieblingstorte! Unter Anderem probierte ich sie im ConditCouture, im Café Weidenweber GmbH und im Café Zoller. Einfach lecker der 3-fach Tortenboden, die Buttercreme, der Krokant und die Konfitüre! Mit den Kalorien hatte ich keine Probleme. schließlich war ich die ganzen Tage zügig unterwegs. Der Frankfurter Kranz hat eine interessante Geschichte. 1735 hat man ihn erstmalig gebacken. Da Frankfurt Krönungsort Deutscher Kaiser war, soll die Torte an die Krone der Kaiser erinnern.

Genau mein Ding ist der Haddekuchen. Dieses Gebäck ist ein rautenförmigener Gewürzkuchen und ist in Frankfurt und dem südlichen Hessen verbreitet. Das Wort bedeutet einfach harter Kuchen. Ich kaufte mir diesen bei Cafe Weidenweber GmbH.

Leider habe ich die Frankfurter Brenten nicht bekommen. Ich besuchte die Konditorei & Confiserie Georg Jamin GmbH, wo man mir sagte, daß es diese tatsächlich nur zur Weihnachtszeit geben würde. Sie bestehen, wie die Bethmännchen aus Marzipan und dienten ihnen als Inspiration. Die Brenten gibt es aber bereits seit dem Mittelalter.

Deftige Frankfurter Spezialitäten

Frankfurt ist für seine Wurstspezialitäten bekannt. Bei meiner Recherche habe ich bereits Metzgereien ausgemacht, wo ich solche Würste bekommen könnte. Letzlich konnte ich bei einem Besuch in Alt-Sachsenhausens Kneipenmeile zu Abend einen Wurstteller essen mit 3 von 4 Wurstspezialitäten. Zum einen gab es die bekannten Frankfurter Würste. Sie sind schmal, bestehen ausschließlich aus Schweinefleisch und sind leicht geräuchert. Bereits im Mittelalter wurden solche Würste hergestellt. Auf dem Teller lag noch eine Frankfurter Gelbwurst. Diese besteht zusätzlich aus Speck, Schweinebacke und Kalbfleisch. Die gelbe Farbe der Hülle kommt durch ein Wasser-Safran-Gemisch. Schließlich genoß ich noch eine Frankfurter Rindswurst. Diese besteht ausschließlich aus Rindfleisch und etwas Rinderfett.

Im Vorfeld habe ich recherchiert, bei welchen Metzgern ich diese Würste bekommen würde. Es sind beispielsweise die Metzgerei Dey und der Metzgereibetrieb Gref-Völsings. Da ich die Wurstplatte genossen habe, mußte ich mir keine Würste mehr kaufen und für entsprechende Kühlung sorgen.

Die Geschichte der Zeppelinwurst finde ich sehr schön und spannend. Sie ist eine grobe Leberwurst mit besonderer Rezeptur und ich kaufte sie mir bei Metzgerei & Feinkost Ebert. Diese befindet sich im Stammhaus des Erfinders der ZeppelinwurstFleischermeister Stephan Weiss – in der Frankfurter Freßgass. Dieser diente unter Graf Zeppelin und war ebenfalls sehr begeistert von der Luftschifffahrt. 1909 erfand er daher diese Wurst und durfte sie auch nach Graf Zeppelin benennen. Fortan gehörte die Zeppelinwurst zur Standardverpflegung an Bord der Zeppeline. Mir hat sie sehr geschmeckt! Grobe Leberwurst mag ich sowieso.

An meinem ersten Tag in Frankfurt war ich in Höchst und nahm ein leckeres Mahl im Gasthaus Zum Bären ein. Natürlich waren es weitere Frankfurter Spezialitäten – Rippsche mit Kraut bzw. Frankfurter Rippchen, Handkäs mit Musik, Grüne Soße und natürlich ein Glas Ebbelwoi. Die Frankfurter Rippchen gibt es nicht nur in Frankfurt, sondern überall in der Region. Das selbe gilt für den Handkäs mit Musik. Das ist ein Sauermilchkäse mit einer Zwiebelmarinade. Auf die Grüne Soße komme ich weiter unten noch mal zu sprechen.

Ebbelwoi gibt es in Frankfurt und im ganzen Rhein-Main-Gebiet in fast allen Bars, Restaurants und Kneipen. Das Getränk wird im Gerippten serviert – ein Glas mit einem rautenförmigen Muster. Oft wird er auch aus einem Bembel ausgeschenkt. Das ist ein typischer Krug in verschiedenen Größen in dem Ebbelwoi hineingefüllt wird und mit dem Gerippten gereicht wird. Ebbelwoi wird aus säurehaltigen Äpfeln gekeltert. Diese Apfelweinkultur in Hessen wurde übrigens 2022 als immaterielles Kulturgut wir die entsprechende UNESCO-Liste aufgenommen. Den Ebbelwoi-Express konnte ich leider nicht sehen zu diesem Zeitpunkt. Dies eine für touristische Zwecke umgewandelte Oldtimer-Straßenbahn in der Ebbelwoi ausgeschenkt wird. Den Ebbelwoi-Express gibt es seit 1977 und er erfreut sich immernoch großer Beliebtheit.

Alt-Sachsenhausen

All die Frankfurter Spezialitäten wird ein Besucher Frankfurts mit Sicherheit in Alt-Sachsenhausen bekommen. Das ist im übrigen das lebendige und ausgelassene Kneipen- und Ausgehviertel Frankfurts. Ich stelle nachfolgend einige Spots vor, die ich recherchiert habe und die mir dort aufgefallen sind.

Zuerst aber stelle ich die Klappergasse vor. Hier konzentrieren sich etliche Kneipen, Bars, Restaurants, Apfelweinwirtschaften und vieles mehr. Einheimische und Touristen sind hier gerne am Feiern. Tagsüber mutet es entspannt und ruhig an.

Nicht nur Touristen aus aller Welt schätzen die Ebbelwoi-Wirtschaft Zum Gemalten Haus. Auch bei den Einheimischen ist dieses Traditionshaus ein beliebter Ort zum Einkehren.

Das Besondere am 1906 eröffneten Zum Feuerrädchen ist, dass man seinen Ebbelwoi in einer künstlerischen Atmosphere genießt. Hier hängen Bilder vieler Frankfurter Künstler.

Photo folgt…

Seit 1931 wird auch im urigen Apfelwein Wagner Ebbelwoi ausgeschenkt und traditionelle Speisen serviert.

Von innen urig gestaltet und mit einem Biergarten ausgestattet lädt auch das Struwwelpeter ein Frankfurter Spezialitäten zu genießen.

Selbiges gilt für die Gaststätte Atschel. In diesem Lokal fließt der Apfelwein bereits seit 1912.

Zufällig bin ich an der Töpferei Bembel Maurer vorbeigegangen und schoß natürlich ein Photo. Das Geschäft stellt individuelle Bembel her als Mitbringsel oder den Genuß von Ebbelwoi.

Weiter oben im Text berichtete ich von meinem Wurststeller. Den habe ich in der Apfelweinwirtschaft Dauth-Schneider genossen. Hier wird bereits seit 1850 Ebbelwoi ausgeschenkt und bis zum 150 jährigen Jubiläum wurde die Wirtschaft in 5. Generation geführt.

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Das Interview

Im Dauth-Schneider setzte sich ein Paar mittleren Alters zu mir und wir begannen zwanglos miteinander zu plaudern. Hier wurde mir klar wie offen, herzlich und kosmopolitisch der Frankfurter ist. Wir sprachen über Gott und die Welt und es war zu keiner Zeit oberflächlich. Ich fand Frankfurt schon vorher sehr interessant, aber seit diesen Abend ist es mir noch sympathischer geworden und ich freue mich schon auf weitere Besuche. Ich nutzte die Gelegenheit meine 5 ausgeklügelten Fragen zu stellen.

  • Erzähle / Erzählen Sie mir das Erste, was Dir / Ihnen über deine / Ihre Stadt einfällt. Frankfurt ist innovativ, modern, ehrgeizig, zielstrebig, lebendig. Die Leute sind sehr gerne unterwegs in bestimmten Stadtteilen und es gibt viel Akzeptanz und kulturelle Vielfalt.
  • Was ist Dein / Ihr Lieblingsort und warum? Sachsenhausen … Hier lernt man immer nette Leute kennen. Auch in Oberrad, wo wir wohnen gibt es viel Kultur und Vielfalt udn einfach einen sehr guten Zusammenhalt.
  • Was sollte man als Tourist unbedingt gesehen haben? Sachsenhausen, die Neue Altstadt, den Goetheturm, die Berger Str. als längste Einfaufsstraße der Stadt, den Chinesischen Pavillon und die Klassikstadt.
  • Was ist typisch für Deine / Ihre Stadt? Die Spezialitäten Frankfurts. Den Ebbelwoi schenken wir uns aus dem Bembel ein. Wir empfehlen das Seppche in Frankfurt Schwanheim! Der Ebbelwoi-Express ist typisch.
  • Was wünscht Du Dir / wünschen Sie sich für Deine / Ihre Stadt? Wir wünschen uns mehr Musik-Clubs auch außerhalb des Zentrums – da ist leider weniger los. Etwas mehr Konsens über den Flughafen wäre sehr wichtig.

Nahrungsmittelindustrie

Während der Wirtschaftswunderzeit siedelte sich der italienische Nahrungsmittelkonzern Ferrero in Deutschland an und gründete in Frankfurt den Verwaltungssitz der Ferrero Deutschland GmbH. Das Unternehmen ist bekannt für seine Nussnougatcreme Nutella.

Die Schweizer Nestlé hat ebenfalls ihre deutsche Vertretung in Frankfurt und das schon seit 150 Jahren. Es ist die Nestlé Deutschland AG.

Im südlichen Frankfurt gibt es ein größeres Brauereigelände. Dort wird das leckere Schöfferhofer Weizenbier hergestellt. Eigentlich kommt es aus Mainz, aber es gehört seit Ewigkeiten zur Binding Brauerei, welche irgendwie mit der Radeberger Gruppe verbandelt ist. Hier hat sich in den letzten Jahrzehnten viel getan, so daß es müßig wäre hier das ganze Geflecht zu erklären. Auf dem Gelände hat auch die Internationale Brau-Manufacturen GmbH ihren Sitz. Die Marke BraufactuM stellt Craft-Biere her.

Weitere Frankfurter Spezialitäten

Der Frankfurter Pudding ist eine Spezialität, die ich leider auf keiner Karte eines Frankfurter Restaurants finden konnte. Er ist eine Art süßer Brotpudding mit Mandeln, der mit einer Rotweinsoße und Kirschen serviert wird.

Die Kleinmarkthalle Frankfurt gibt es seit den 1950er Jahren und sie ist mit ihren zahlreichen Produkten Anlaufpunkt für viele Besucher aus den Rhein-Main-Gebiet.

Freßgass scheint ein gängiger Begriff im Rhein-Main-Gebiet zu sein. Bereits in Mannheim ist mir eine Freßgass begegnetet. Hier in Frankfurt reihen sich Restaurants, Bistros und Cafés links und rechts der Fußgängerzone entlang. Nach einem langen Shoppingtag sicher ein toller Ort um Kräfte zu tanken.

Und nun komme ich zur berühmten Frankfurter Grünen Soße! Es gibt sie seit dem 19. Jahrhundert und sie wird traditionell mit hartgekochten Eiern und Kartoffeln serviert. Diese Spezialität besitzt eine geschützte Herkunftsbezeichnung und nur bestimmte Zutaten – insbesondere Kräuter – werden dafür benutzt. Das sind Borretsch, Kerbel, Kresse, Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer und Schnittlauch. Seit 2007 gibt es sogar das Frankfurter Grüne-Soße Denkmal im Stadtteil Oberrad! In 7 Gewächshäusern wachsen die 7 Kräuterbestandteile der Grünen Soße. Es soll bisher das einzige Denkmal sein, welches einem Regionalgericht gewidmen wurde.

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