Bekannt ist, dass durch Ulm die Donau fließt und dort der höchste Kirchturm der Welt steht. Aber wußtest du, lieber Leser, das Ulm die größte Befestigungsanlage Europas besitzt? Die Bundesfestung Ulm ist eine von 5 Bundesfestungen des damaligen Deutschen Bundes und wurde 1859 vollendet. Sie wurde nach den Napoleonischen Kriegen als Folge dieser gebaut, um den Bund auch von innen schützen zu können. In Kriegszeiten wären dort viele 1000e Soldaten stationiert worden. Die Bundesfestung hatte einen Umfang von ca. 9 Km und ich habe mir vorgenommen diese mit einem Fahrrad zu befahren. Dabei war mir garnicht bewußt, dass viele Forts auf Hügeln rum um Ulm gebaut waren, so dass es anstrengender war als geplant.
An der Wilhelmsburg
Die Wilhelmsburg ist der größte und zentralste Teil der Bundesfestung Ulm. Sie scheint auch auf dem höchsten Punkt von Ulm zu stehen. Jedenfalls hatte ich von dort einen guten Blick über die Stadt. Hier konnten bis zu 7000 Soldaten unterkommen.



Dort begann meine Rundfahrt und ich fotografierte ebenfalls den König-Wilhelm-Turm. Er wurde nach dem damaligen Württemberger König benannt und 1909 gebaut. Mit der Bundesfestung hat er allerdings nichts zu tun. Direkt hinter der Wilhemsburg befindet sich die Wilhelmsburg-Kaserne; ich wußte nicht, ob ich sie fotografieren durfte – ist schließlich ein militärischer Bereich – daher findet sie hier nur kurz eine Erwähnung.

Von der Wilhelmsburg bis zur Kienlesberg station
Im weiteren Verlauf bin ich an der Befestigungsmauer der Bundesfestung nach Südwesten geradelt. Vorbei an verschiedenen so genannten Courtinen und Werken, kam ich an der Kienlesbergstation an. Viele Teile der Bundesfestung tragen militärische Bezeichnungen wie Ravelin, Capponiere, Bastion, Courtine, Halbbastion, Werk usw. Jede einzelne Bezeichnung hier in seiner Bedeutung vorzustellen, wird sicher müßig und nerdig werden, daher laßt euch einfach von den Fotos berieseln.
Weitere Festungsbauwerke der Bundesfestung Ulm
Im Verlauf des Tages umfuhr ich die gesamte Umwallung und entdeckte viele kleinere und größere Festungsbauwerke. In ihnen fanden meist bis 100 Soldaten Platz. Sie wurden als Monitiondepots oder als Geschütztürme genutzt, aber auch für andere militärische Zwecke. Viele der Bauwerke sind immernoch gut erhalten und werden unter Anderem für soziokulturelle Zwecke und Veranstaltungen genutzt.
Tore und Forts der Bundesfestung Ulm
An der einen oder anderen Stelle passierte ich einige imposantere Bauwerke der Umwallung, welche ich der Reihe nach vorstelle. Das Blauberger Tor dürfte neben der Wilhelmsburg das bekannteste Bauwerk der Bundesfestung sein. Es steht an einem verkehrsreichen Knotenpunkt, sodass Einheimische und Fremde oft daran vorbei fahren. Ich bin anschließend die Bundesstraße entlang der Festungsmauer nach Süden gefahren. Dort photographierte ich das Ehinger Tor. Es steht ebenfalls an einem verkehrsreichen Knotenpunkt. Nicht weit von hier erreichte ich dann die Obere Donaubastion westlich der Altstadt. Dieses großes Bauwerk wurde hauptsächlich als Kaserne genutzt. Heute befindet sich hier das Donauschwäbische Zentralmuseum, auf das ich noch in einen anderen Teilartikel zu sprechen kommen werde. Östlich der Altstadt steht die Untere Donaubastion. Sie ist ähnlich groß und wurde ebenfalls als Kaserne genutzt.





Festungsbauwerke in Neu-Ulm
Im bayerischen Neu-Ulm umfasst die Umwallung ca. 1/3 seines gesamten Umfangs und unterscheidet sich in seiner Bauweise merklich. Die Bayern haben deutlich mehr roten Backstein genutzt und die Bauwerke sind vergleichsweise kleiner. Besonders schön fand ich dabei die Glacis-Anlagen im Glacis-Park. Entlang des Festungswegs bin ich durch die schöne Grünanlage gefahren und habe mir an diesen warmen Sommertag ein Päuschen gegönnt.
Festungmuseum
Erwähnenswert ist außerdem das Festungsmuseum Fort Oberer Kuhberg. Es ist ein Museum zur Bundesfestung mit Führungen und interessanten Informationen zur Bundesfestung.

Außerhalb der Bundesfestung gibt es noch Außenanlagen wie Forts, Vorwerke und Türme. Diese habe ich nicht besucht. ich war total beeindruckt von diesem großen Bauwerk. Nie zuvor habe ich sowas gesehen. Ich glaube, man benötigt bestimmt mindestens 2 Tage, um wirklich alles gesehen und verstanden zu haben. Ich habe mir einen halben Tag Zeit genommen, um zumindest einen ausreichenden Teil der Bundesfestung zu erkunden.



























