Koblenzer Land

Im Koblenzer Land besichtigten wir neben der Mosel auch den schönen Teil des Rheins, der UNESCO-Weltkulturlandschaft ist. Ebenfalls besuchten wir Orte, wo sich damals die Römer aufhielten und es geschafft haben mit ihrem Limes ebenfalls in die UNESCO-Welterbeliste zu landen. Die Bezeichnung Koblenzer Land ist vermutlich kein offizieller Begriff. Im Teilartikel Koblenzer Land habe ich alle Sehenswürdigkeiten aufgeführt, welche sich außerhalb der Stadtgrenze befinden, aber in meinen Augen zu einem Koblenz-Besuch gehören.

UNESCO-Welterbe im Koblenzer Land

Die Kulturlandschaft Oberes Mittelrheintal beginnt in Koblenz und geht bis nach Bingen am Rhein. Größtenteils hatten wir sehr schönes Wetter und sind bis zur Loreley gefahren. Danach setzte Regen ein und wir fuhren gemütlich zurück. Der Rhein war seit jeher ein Medium zum Austausch von Waren und Kulturgütern und prägt den Kontinent seit mindestens 2000 Jahren. Dieser Teil des Rheintals ist besonders eng und hat im Laufe der Zeit weniger Veränderung erfahren als andere Teile am Rhein. Viele Möglichkeiten der Urbanisierung wird es auch weiterhin nicht geben, daher scheint das einer der Hauptgründe zu sein, warum diese Gegend in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen wurde. Das Obere Mittelrheintal ist außerdem eine sehr authentische Landschaft mit vielen Burgen, Denkmälern und Weinlagen, welche Dichter und Künstler gleichermaßen sehr inspiriert hat. Anbei eine kleine Auswahl an Sehenswürdigkeiten und verschiedene Photographien der Landschaft.

  • Koblenzer Land Oberes Mittelrheintal
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  • Oberes Mittelrheintal
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Burgen und Schlösser der UNESCO-Welterbelandschaft

Nördlich von Koblenz fuhren wir nach Bendorf zum Schloss Sayn und zur Burg Sayn. Im 14. Jahrhunderten wurden erste Ursprungsbauwerke des Schloss Sayn errichtet und im Laufe der Zeit weiterentwickelt. Auch die Besitzverhältnisse unterlagen im Laufe der Jahrhunderte diversen Veränderungen, aber immer war ein Mitglied der Grafschaft Sayn oder Grafschaft Wittgenstein dabei. Die Burg Sayn ist der Stammsitz der Grafen von Sayn, die ich aber nicht photographiert habe, da sie augenscheinlich auf privatem Gelände liegt. Von außerhalb habe ich keine Möglichkeit für ein Photo gefunden.

Die Burg Lahneck befindet sich im Ort Lahnstein an der Mündung der Lahn in den Rhein und sie diente seit dem 13. Jahrhundert zum Schutz der Lahnmündung und eines Silberbergwerks. Die Burg ist heute teilweise bewohnt, aber man kann sie auch besichtigen.

Das Schloß Stolzenfels steht genau gegenüber auf der anderen Rheinseite und existiert in seiner heutigen Form erst seit dem 19. Jahrhundert als der preußische Kronprinz Friedrich Wilhelm sie ausbaute. Eine Vorgängerburg aus dem 13. Jahrhundert wurde im 17. Jahrhundert zerstört.

Die Marksburg aus dem 13. Jahrhundert ist noch nahezu so erhalten, wie sie damals gebaut wurde. Sie diente der Sicherung eines Rheinübergangs. Direkt unterhalb der Burg photographierte ich das Schloss Philippsburg, welches dort seit im 16. Jahrhundert gebaut wurde. Es gab im Laufe der Zeit viele Umbauten, so dass nicht viel von der ursprünglichen Bausubstanz vorhanden ist.

Die Burg Rheinfels aus dem 13. Jahrhundert war nach der Festung Ehrenbreitstein in Koblenz die größte Festung im Mittelrheintal. Französische Revolutionstruppen zerstörten die Burg allerdings im ausgehenden 18. Jahrhundert, so dass sie nun als Ruine da steht.

Ich machte noch ein Photo von der direkt gegenüberliegenden Burg Katz aus dem 14. Jahrhundert. Wie so viele Burgen, wurde sie zum Schutz der Transportwege gebaut, aber auch als Zollstation.

Koblenzer Land – Weiteres

Da wo die Loreley 132 Meter in die Höhe ragt, befindet sich die tiefste und engste Stelle des Mittelrheins. Für die Schifffahrt war diese Gegend früher sehr gefährlich und nicht selten passierten hier viele Unfälle. Vielleicht hat Clemens Brentano deshalb das Kunstmärchen Lore Lay geschrieben, wo eine schöne Zauberin bzw. Nixe – die Loreley – die Männer benebelt und sie in den Untergang stürzt. Eine Loreley-Statue steht direkt vor dem Felsen auf einer Rheininsel. Natürlich gehört die Loreley ebenfalls zum UNESCO-Welterbe.

Hoch oben auf dem Loreley-Felsen genossen wir die Aussichten auf das Mittelrheintal von einem Aussichtspunkt aus. Die Sicht ist wirklich großartig und atemberaubend und ich kann mir vorstellen, wie schön das sein kann zu einer anderen Jahreszeit! Dennoch hatte auch der November seinen Reiz auf der Loreley.

  • Koblenzer Land Oberes Mittelrheintal
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  • Oberes Mittelrheintal
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Von der Loreley traten wir den Rückweg nach Koblenz an. Schließlich verschlechterte sich die Wetterlage und so wurde das Besichtigen von Sehenswürdigkeiten zu einer ungemütlichen Angelegenheit. Auf dem Weg zurück fuhren wir an der längsten Bank am Rhein vorbei im Ort Filsen. Ich konnte zwar nicht ermitteln, wie lang sie ist, aber auf jeden Fall findet sicher jeder Besucher einen Platz.

Der Limes und die Römer

Gegenüber von Filsen fuhren wir durch den Ort Boppard und besichtigten das dortige Römerkastell. Es ist mittlerweile natürlich eine Ruine, aber es diente als Grenzposten des Römischen Reichs an der Grenze zu den germanischen Stämmen.

Mitten im Wald auf Koblenzer Stadtgebiet besichtigte ich die Ruinen einer ehemaligen Römischen Villa Rustica. Wann sie errichtet wurde, konnte ich nicht herausfinden, aber während ich diese Beschreibung formuliere, entdecke ich, dass es in der Nähe weitere Ruinen und Zeugnisse römischen Lebens im Koblenzer Stadtwald gibt.

Der Limes ist ein grenz- und staatenübergreifendes UNESCO-Weltkulturerbe und das größte Bodendenkmal Europas. Der Limes führt an Koblenz vorbei und es existieren noch heute originale und rekunstruierte Zeugnisse des Limes. Aufgrund der hohen Anzahl an Sehenswürdigkeiten dieser Art stelle ich hier nur eine kleine Auswahl vor. Der Limesturm Hillscheid ist ein rekonstruierter Wachturm aus dem Jahr 1994 und gilt als eine sehr gelungene und authentische Rekonstruktion.

Viele weitere Zeugnisse des Limes sind am Limesweg zu besichtigen, welche bis weit über Frankfurt am Main bewandert werden können.

Weiteres

Andernach ist natürlich nicht Koblenz, aber es liegt gleich um die Ecke und bietet eine ganz besondere Attraktion. Der Kaltwasser-Geysir auf der dortigen Rheinhalbinsel ist mit bis zu 60 Metern der höchste der Welt! Interessanterweise ist er durch Bohrungen künstlich entstanden und gehört mittlerweile zu einer Touristenattraktion. Im Museum Geysir Andernach kann man noch vieles über den Geysir erfahren. Der Ausbruch findet, wie ich jetzt erst recherchiert habe, in etwa alle 2 Stunden statt und wenn ich ein wenig mehr gewartet hätte, könnte ich jetzt ein Photo präsentieren. Ich komme sicher noch mal vorbei und dann hole ich das nach.

Am östlichen ländlich geprägteren Rand von Koblenz fuhr ich an den übrig gebliebenen Resten der Burg Mühlenbach vorbei und photographierte den noch intakten Burgturm. Im 13. Jahrhundert hat man sie gebaut und während eines Krieges im 17. Jahrhundert zerstört. Sie gehört ebenfalls zum UNESCO-Welterbe Oberes Rheinmitteltal.

Nach Bad Ems sind wir nicht gefahren, da ich erst nach unserem Koblenz-Trip von der Bedeutung des Kurparks Bad Ems als UNESCO-Weltkulturerbe erfuhr. Auch das hole ich nach und berichte dann ausführlicher.

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