Kölner Spezialitäten

Endlich, meine Lieblingsrubrik! Das Kulinarische und Kölner Spezialitäten! Logisch, dass Kölsch, das spezielle, einzigartige, helle, obergärige Vollbier, nun eine Hauptrolle spielt. Ich weiß garnicht, ob es in Köln noch anderes Bier gibt. Jedenfalls ist mir nichts aufgefallen. Neben dem Kölsch gibt es ebenfalls einige deftige und rustikale lokale Spezialitäten, die man in jeder Gaststätte im Veedel bekommen kann. Veedel ist überhaupt wieder so eine kölnische Eigenart. Es gibt natürlich die 88 offiziellen Viertel der Stadt, aber auch die inoffiziellen Stadtteile, mit denen sich manch Kölner gerne und emotional identifiziert. In jedem Veedel gibt es auch mindestens eine Gaststätte, in der man sich trifft und ein bis mehrere Kölsch trinkt. Süße Kölner Spezialitäten gibt es in Übrigen auch!

Brauhäuser und deftige Kölner Spezialitäten

Meine erste Kölsch-Erfahrung fand im Brauhaus em Kölsche Boor statt. Seit 1760 ist es hier als Brauhaus ansässig und wechselte in dieser Zeit öfter Besitzer, Namen und angebotenes Kölsch. Da kam ich nun also rein und wollte mich gemütlich an einem freien Platz hinsetzen. Ich hatte noch garnicht abgelegt, da kam der Köbes – so nennen sich die Kölner Kellner in den Gaststätten – und fragte: ‚Kölsch?“; Ich schaute verduzt und sagte: „Wie?“. Und er darauf: „N‘ Kölsch!?“ Und ich: „Ehm, wie?“ Und er so: „Ob du ’n Biieer willst…!?“ Und ich wiederum einigermaßen wieder klar denkend: „Achso, ja klar doch!“ … Ich war total verduzt in dem Moment, dass ich so schnell ein Kölsch angeboten bekommen habe. Nach einem ereignisreichen Tag und mit einem hungrigen Magen, fehlte mir die geistige Schnelligkeit, um flott zu reagieren. Aber der Köbes war entspannt und äußerst freundlich. So trank ich mein Gaffel-Kölsch und probierte das spezielle Gericht: Saure Nierchen. Es ist ein traditionelles rheinisches Gericht.

An einem anderen Tag habe ich ein ähnliches Kölsch-Erlebnis gehabt… Im Reissdorf-Brauhaus habe ich Mittags verweilt, um mir einen kleinen Snack zu gönnen. Natürlich kam der Köbes vorbei und fragte: „Kölsch?“ Und ich sagte: „Gerne, aber kleines bitte…“ Total irritiert meinte er: „Äh… das ist ein Kölsch! Das ist klein!“ Und so habe ich wieder mal zum Horst gemacht… Das Kölsch kam nun und mit dem zweiten Kölsch aß ich Halver Hahn. Ich wußte mittlerweile was mich erwartet bei Halver Hahn. Den berüchtigten Fehler habe ich nämlich vor Jahren in Hannover in der Ständigen Vertretung gemacht und hoffte tatsächlich auf ein halbes Hähnchen… Halver Hahn wird mit leckerem Röggelchen serviert – ein spezielles Kölner Roggenbrötchen – und altem Gouda. Es war genau der richtige Snack für Zwischendurch! Das Reissdorf-Brauhaus gibt es seit 1992 und die Brauerei begann 1894 zu brauen und befindet sich im äußersten Süden von Köln.

Am letzten Abend meiner Köln-Reise saß ich im Brauhauskeller Früh am Dom. Seit Gründung 1904 wird dort Früh Kölsch ausgeschenkt. Dort klappte das Kölsch-Bestellen schon wesentlich reibungsloser. Der Köbes nickte mir zu und ich ihm zurück und schon war mein Kölsch bestellt! Noch mal Glück gehabt… Dazu bestellte ich eine weitere kölnische bzw. rheinische Spezialität: Himmel un Äd. Diese Spezialität ist nicht nur im Rheinland erhältlich, sonden in vielen Gegenden im nördlichen Mitteleuropa. Als ich mein erstes Kölsch halb leer hatte, kam der Köbes und meinte, er hätte ein Kölsch zu viel auf seinem Tablet und fragte kurz, ob ich noch eins haben wolle. Das habe ich positiv erwidert. Neben mir saß ein wirklich nettes und fröhliches Päärchen, Rentner – ich glaube die beiden waren Geschwister. Sie unterhielten sich über alte Zeiten und Freunde die kamen und gingen und waren einfach fröhlich drauf. Ich wollte von ihnen wissen, ob sie wüßten, wo ich die berühmten Kölner Mutzemandeln (oder Muzemandeln) her bekäme. Mutzemandeln sind ein Gebäck, welches an Karneval und/oder Sylvester eigentlich in jeder Konditorei und Bäckerei zu haben ist. Die beiden mussten leider enttäuscht zugeben, dass es dieses Gebäck tatsächlich nur zu diesen Zeiten gibt und kein Bäcker/Konditor sie ganzjährig anbietet (Stand 2019). Ich denke, ich muss mal zu gegebener Zeit das schöne Köln noch mal besuchen!

Im ältesten Muschelhaus Kölns, dem Bieresel, – ca. 700 Jahre alt – werden viele Muschelgerichte serviert. Insbesondere gibt es dort die Spezialität Muscheln Rheinische Art, welche es nicht nur in Köln gibt, sondern überall im Rheinland. Gastwirtschaft wird im Bieresel seit Gründung fast ununterbrochen betrieben. Lediglich 2 mal mußte das Gebäude wegen Neubau und Zerstörung seinen Betrieb unterbrechen. Bei der Kölschbestellung gab es keine besonderen Vorkommnisse…

Noch mehr Kölsch

Mehr Kölsch und kölnische Gastlichkeit bekommt man in folgenden Gastwirtschaften:

Früh im Veedel gibt es seit 1979 und gehört zur Früh Kölsch Brauerei. Das Ambiente und manche Produkte der vormaligen Brennerei in diesem Gebäude blieb weitestgehend erhalten.

Das Mühlen Kölsch wird im Brauhaus Pütz im Belgischen Viertel ausgeschenkt und in der Brauerei zur Malzmühle am Heumarkt gebraut und ausgeschenkt.

Ein weiteres Kölsch ist das Sion. Das Brauhaus Sion gibt es unter dieser Bezeichnung seit Ende des Weltkriegs. Die Brautradition an diesem Ort reicht aber bis in die Anfänge des 14. Jahrhunderts.

Die Brauerei Sünner gibt es bereits seit 1830 und somit gehört sie zu den ältesten durchgehend produzierenden Brauereien Kölns. Im Sünner Keller und im Sünner im Walfisch in der Altstadt wird es produziert bzw. ausgeschenkt.

Gebraut wird hier im Brauhaus Fischenich zwar nicht, aber lecker Kölsch und Kölner Spezialitäten gibt es allemal.

Über mein Gaffel-Kölsch Erlebnis habe ich bereits weiter oben berichtet. Die Privatbrauerei Gaffel gehört zu den größeren Kölsch-Bauern und braut und mittlerweile in Köln-Porz.

Photo folgt…

Das Peters Kölsch gibt es seit 1847 und wird unter Anderem im Peters Brauhaus angeboten. Ich glaube, es ist das einzige Kölsch in einer Bügelflasche.

Das Biermuseum ist zwar keine reine Kölsch-Kneipe bzw.- Restaurant, aber ich bin dran vorbei spaziert und habe es einfach photographiert. Seit 1976 werden hier viele nationale und internationale Biere angeboten.

Weitere Kölner Spezialitäten

Eine weitere Spezialität in Köln ist Flönz. Flönz ist eine einfache Blutwurst aus Brät und Speckstücken, welche ich mir eines Morgens mit einen Röggelchen gegönnt habe. Flönz wird ebenfalls zu Himmel un Äd serviert.

Konrad Adenauer – ein Sohn der Stadt und seinerzeit Oberbürgermeister in Köln – war auch ein passionierter Erfinder. Aus der Not des ersten Weltkrieges heraus erfand er ein Brot, welches aus Maismehl gemacht wurde. Das Konrad-Adenauer-Brot bekommt man bei der Bäckerei Balkhausen. Es wird heutezutage in leicht abgewandelter Art gebacken (fotografiert habe ich es bei der Zusammenstellung meiner Mitbringsel) und ich habe gerade so noch das letzte Exemplar bekommen.

Zimmermann’s frische Reibekuchen muß ich bei meinem nächsten Kölnbesuch probieren. Rievekooche werden sie auch genannt und sind im gesamten Rheinland eine Spezialität. Zimmermann’s soll bekannt sein für seine Rievekooche.

Photo folgt…

Die Stollwerck GmbH war ein großer Schokoladenhersteller mit ehemaligem Sitz in Köln. Mittlerweile sitzt das Unternehmen in Norderstedt. Das ehemalige Werk steht unter Denkmalschutz. Dort stehen auch alte Kompressoren, welche an das Werk erinnern. Die meisten Gebäude des Werks wurden abgerissen zu Gunsten von Wohnraum. 1839 wurde das Unternehmen in Köln gegründet und hat sich zu einem der größten Schokoladenhersteller entwickelt. Viele bekannte Marken wie Sprengel, Sarotti und Eszet werden von Stollwerck angeboten.

Das Schokoladenmuseum in Köln zeigt die Geschichte von Schokolade und insbesondere Exponate eines der ehemals wichtigsten Schokoladenhersteller weltweit – die Stollwerck AG. Die Idee eines Schokoladenmuseums kam vom damaligen Inhaber der Stollwerck AG Hans Imhoff. Das Schokoladenmuseum hat sich zu einem der größten und wichtigsten Museen seiner Art weltweit entwickelt. In der Stollwerckstraße steht das ehemalige Verwaltungsgebäude der Stollwerck AG, welches als solches nicht mehr zu erkennen ist.

Sonstiges

Baguettes von Subway sind zwar keine Kölner Erfindung, aber die Deutschlandzentrale von SUBWAY Service Gesellschaft hat ihren Sitz hier.

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Prinz Poldi (Lukas Podolski) – ein Kölsche Jung – hat offensichtlich eine Kooperation mit einem Dönergeschäft. Bei Mangal X Lukas Podolski sollte man sich durchaus einen Döner gönnen.

Photo folgt…

Der interessierte Leser wird sicher schon gemerkt haben, dass ich ein Genussmensch bin. Vor Jahren bin ich an eine Packung gerösteter Kaffeebohnen der Rösterei van Dyck gekommen und fand sie sehr gut. Die Rösterei befindet sich im Kölner Nordosten und selbstverständlich habe ich mir eine Packung leckerer Bohnen mit schokoladigem und nussigem Aroma besorgt. Eigentlich hatte die Rösterei geschlossen und zu diesem Zeitpunkt eine Führung mit Röstkurs oder so mit einer kleinen Gruppe veranstaltet, aber die Dame hinter der Theke hat mir trotzdem eine Packung verkauft. 🙂

Ohne Souvenirs und Kölner Spezialitäten geht es natürlich nicht nach Hause. Und hier nun meine Mitbringsel:

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