Insbesondere die Donau trägt einiges zur Kultur in Ulm bei, aber auch berühmte Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts prägten die Stadt. Das weitere kulturelle Angebot empfand ich als vielseitig und ausgewogen, sodaß für jeden was dabei ist.
Verschiedenes
Die Kunsthalle Weishaupt beherbergt eine private Sammlung an moderner Kunst vom Kunstsammler Siegfried Weishaupt. Er entwarf das Gebäude nach seinen eigenen Vorstellungen und ließ es 2007 eröffnen.

Direkt in der Nähe photographierte ich die pyramidenartige Zentralbibliothek. Der heutige Entwurf ist natürlich ein Neubau von 2004 (Architekt: Gottfried Böhm). Sie ist eine der ältesten Stadtbibliotheken Deutschlands und wurde 1516 gegründet.

Ab Hobbybäcker freute ich mich auf das Museum der Brotkultur in der Innenstadt. Es stellt die Geschichte des Brotes und seine Bedeutung für die Entwicklung der Menschheit dar und wurde 1955 gegründet. Es befindet sich im historischen Gebäude Salzstadel von 1592, wo Getreide und Gewürze gelagert wurden.

Der Verein Arbeitsausschuss Kinderspiel und Spielzeug e.V., vergibt das Qualitätssiegel „Spiel Gut“. Der Verein prüft Spielzeug nach mehreren Kriterien, ob sie in ihren Funktionen, im Spielwert und bezüglich ihrer gesundheitlichen bzw. ökologischen Aspekte wertvoll sind. Anschließend wird ein Gütesiegel an das Spiel bzw. Spielzeug angebracht.

Das Theater Ulm, in dem auch Herbert von Karajan arbeitete, ist ein Dreispartentheater und existiert seit 1641. Es ist das älteste städtische Theater Deutschlands mit wechselnden Standorten im Laufe der Zeit. Die derzeitige Heimat wurde in den 1960er Jahren errichtet (Architekt: Fritz Schäfer).

Eine Besonderheit in Ulm ist die Italienische Gemeinde, welche jedes Jahr an Karfreitag den „Lebendigen Kreuzweg“ nachspielt und verschiedene Stationen in Ulm und Neu-Ulm überquert.


Die Hochschule für Gestaltung in Ulm war zwischen 1953 und 1968 eine der bedeutensten Hochschulen in diesem Bereich – nach dem Bauhaus – weltweit. Das Gebäude wurde nach dieser Zeit unter Anderem von der Universität Ulm und dem Museum Ulm genutzt. (Ich habe leider keinen besseren Platz zum photographieren gefunden. Architekt: Max Bill)

Naherholung und Sport
Aus dem Ulmer Ruderclub Donau e. V. gingen erfolgreiche Ruderer des berühmten Deutschland-Achters hervor und weiterer Rudererkategorien. Das Vereinsgelände behindert sich zwar auf Neu-Ulmer Boden, aber dennoch ist es ein ulmer Verein.

Östlich der Innenstadt befindet mit der Friedrichsau ein großer Stadtpark, der zum Entspannen und Verweilen einlädt. Bevor Napoleon die Donau als Grenze zwischen den königreichen Bayern und Württemberg festlegte, gingen die Ulmer in den Stadtteil rechts der Donau (nun Neu-Ulm) in den Park Steinhäule. Das funktionierte dann aber nicht mehr und so ließ der Württemberger König Friedrich I. die Friedrichsau anlegen. Mit der Zeit entwickelte sich in Ulm irgendwie der Ausspruch „Napoleon ist an allem Schuld“ … Dort befindet sich Seit 1935 auch das Tiergarten-Aquarium-Tropenhaus mit vielen exotischen Tieren.




Direkt an der schönen Donau verbrachte ich den Abend auf den Donauwiesen. Sie befinden sich am Rande des Fischer- und Gerberviertels. Insbesondere hier wird jedes Jahr im Juli das Nabada gefeiert, wo 1000e Ulmer und Neu-Ulmer die Donau mit selbstgebauten Schwimmgeräten hinab fahren. Das Nabada findet immer am Schwörmontag nach der Schwörfeier statt.








Von Ulm sagt man übrigens sie sei die Hauptstadt des Nebelreiches. Wahrscheinlich hat sich das aufgrund der Nähe zur Donau entwickelt. Forschungen haben ergeben, dass es in Ulm nicht nebliger ist, als in anderen Städten. Dennoch konnte ich ein nebliges Schauspiel beobachten nach einem heftigen Sommergewitter! 🙂


Kultur in Ulm – Donaugeschichte
Ulm und die Donau haben eine ganz besondere verbindende Geschichte. Die Donauschwaben sind oder waren eine Gruppe deutscher Auswanderer, welche sich meist von Ulm aus entlang der Donau in verschiedenen Ländern niederließen und Siedlungen gründeten. Vom Schwarzwald bis an das Schwarze Meer stiegen sie in die berühmten Ulmer Schachteln (Boote) und fuhren entlang der Donau. Auch Waren wurden mit den Ulmer Schachteln verschifft. Westlich der Altstadt befindet sich das DZM – Donauschwäbisches Zentralmuseum – welches die Geschichte und Kultur der Donauschwaben präsentiert und somit einen wichtigen Beitrag zum Thema Kultur in Ulm leistet. Dieses Museum befindet sich in einem Bauwerk der ehemaligen Bundesfestung.
Im Haus der Donau befindet sich das Donaubüro Ulm. Es ist eine gemeinnützige Organisation, welche sich mit Projekten und Veranstaltungen im Rahmen der Donau und aller Donauanreinerstaaten befasst.


Außerdem gibt es in Ulm die Europäische Donau Akademie. Sie befasst sich mit Themen der Förderung der Völkerverständigung, des Umwelt- und Landschaftsschutzes, der kulturellen, wissenschaftlichen und der demokratischen Zusammenarbeit in den Donau-Anrainerstaaten.

Kultur in Ulm – Prominenz
Die Geschwister Hans und Sophie Scholl waren Mitglieder in der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ und Ulmer Bürger. Für sie steht das Geschwister-Scholl-Denkmal. Blöd, dass ein Lieferwagen davor stand, aber es war gerade Markt und ich wußte nicht, ob ich es zu einer anderen Gelegenheit hätte ablichten können.

Unweit des Münsterplatzes befindet sich der Hans-und-Sophie-Scholl-Platz, ebenfalls zu Ehren der beiden Geschwister. Der Platz ist außerdem ein Beispiel für die Mischung aus alter und neuer Architektur. Dazu mehr im Artikel „Sehenswürdigkeiten“.

Im Foyer des Einstein-Hauses (Volkshochschule Ulm) befindet sich eine Gedenkstätte für Hans und Sophie Scholl. Albert Einstein ist ein weiterer Prominenter aus Ulm und auch für ihn gibt es in diesen Gebäude eine Ausstellung zu seinem Leben.


Das Geburtshaus Albert Einsteins steht zwar nicht mehr, aber die Stadt Ulm stellte an seiner Stelle ein Denkmal hin.

Albert Einstein wurde außerdem ein interessantes Denkmal mit dem Einstein-Brunnen gesetzt.

Eine weitere bekannte Persönlichkeit aus Ulm ist die Sängerin und Schauspielerin Hildegard Knef. Ihr wurde der Hildegard-Knef-Platz gewidmet.







