Viele Sehenswürdigkeiten in München sind weltbekannt und millionenfach besucht. Zusätzlich gibt es noch weitere weniger berühmte, aber dennoch sehr bedeutende Sehenswürdigkeiten, die diese Metropole ausmachen.
In diesen Artikel präsentiere ich insbesondere allgemein bekannte Sehenswürdigkeiten in München und verweise am Ende – wie gewohnt – auf weiteren Artikel. Auch München hat im Krieg einiges abbekommen, aber dennoch stehen viele historische Bauwerke an ihrem Platz und können besichtigt werden. Dabei möchte ich mit einem weltbekannten Wahrzeichen Münchens beginnen.
Kirchen in München
Die Frauenkirche, wie sie in ihrer Kurzform genannt wird, wurde Ende des 15. Jahrhunderts gebaut und geweiht. Seit dem 12. Jahrhundert standen hier bereits Vorgängerkirchen, welche aufgrund steigender Bevölkerungszahlen abgerissen wurden. Der Dom zu Unserer Lieben Frau – so die offizielle Bezeichnung – ist deutlich größer und diente den Münchenern durchaus auch der Repräsentation gestiegener Bedeutung ihrer Stadt. Das Bayerische Herrschergeschlecht der Wittelsbacher war von Anfang an auf die eine oder andere Art und Weise an der Errichtung und dem Unterhalt der Kirche beteiligt. Etliche Wittelsbacher wurden hier im Münchener Dom begraben. Die Frauenkirche gehört zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten in München.


Die Peterskirche, auch St. Peter genannt oder im Volksmund „Alter Peter„, ist die älteste Kirche der Stadt. Ende des 13. Jahrhunderts wurde ein romantischer Vorgängerbau durch die jetzige gotische Kirche ersetzt. Sehr beliebt ist der Turmaufstieg! Ich war selber oben und konnte die versprochenen, wundervollen Ausblicke auf München und seine Umgebung genießen. Ich konnte sogar die 100km entfernten Alpen erkennen!


Die Heiliggeistkirche steht ganz in der Nähe und gehört zu den ältesten Kirchengebäuden der Stadt. Der Weltkrieg hat immense Schäden verursacht, die bis heute nicht komplett beseitigt werden konnten.

In der Münchener Innenstadt photographierte ich ebenfalls die St. Michael-Kirche. Ich kenne mich zwar in Kirchenarchitektur nicht so gut aus, aber ihre Bedeutung besteht wohl darin, daß sie zu den ersten Kirchenbauten gehört, die nach neuzeitlichen Maßstäben erbaut wurde. Sehr schön anzusehen ist ihre Fassade mit 12 Figuren, wovon 6 berühmte Kaiser seit der Antike darstellen.


Ebenfalls in der Innenstadt besuchte ich die Asam-Kirche mit offizieller Bezeichnung St.-Johann-Nepomuk-Kirche. Sie wurde im 18. Jahrhundert von den Brüdern Asam in Auftrag gegeben als Privatkirche. Besonders an ihr ist, dass auf engstem Raum innenarchitektonisch herausragendes geleistet wurde.

Die Kirche St. Ludwig steht in der Maxvorstadt. Sie soll der erste Kirchenbau überhaupt im Architekturstil des Rundbogens sein und sein Altarfresko gehört zum zweitgrößten weltweit.

Sehr besonders, architektonisch mutig und irgendwie schön finde ich die Kirche Herz Jesu. Sie wurde Ende der 1990er errichtet und hatte einige Vorgängerkirchen. Die Kirchentore sind weltweit die größten!

Ich bin mir nicht mehr sicher warum ich die Heilig-Kreuz-Kirche photographiert habe. Vermutlich weil sie die letzte vollständig erhaltene Neugotische Kirche ist.

Sehenswürdigkeiten in München – Hochhäuser
Hochhäuser sind in München nicht ganz so beliebt und so gibt es auch nur wenige von ihnen. Aber sie sind hoch und haben eine schöne Architektur.
Die Highlight Towers sind 2 fast gleich große Gebäude, die mit 2 Gebäudebrücken verbunden sind. Sie wurden 2004 fertig gestellt und werden als Büros von verschiedenen Unternehmen genutzt. (Architekten Murphy/Jahn)

Ähnlich hoch ist der Skyline Tower, der nicht so weit entfernt von den Highlight Towers steht. Er ist ebenfalls ein Bürogebäude und die Firma Osram hat hier ihren Sitz. (Architekt Helmut Jahn)

2007 wurde das SV Hochhaus errichtet mit 103 Metern Höhe. Das Bürogebäude sollte ursprünglich rund 145 Meter hoch werden, aber die Münchner Bürger waren dagegen. Somit ist es nicht nur niedriger als geplant worden, sondern auch etwas breiter. (GKK+Architekten)

Das höchste Gebäude Münchens ist das Hochhaus Uptown mit seinen 146 Metern. Es wird auch O2-Tower genannt. Es geriet ein wenig in die Kritik, da es den historischen Rundumblick auf das Nymphenschloss beeinträchtigen soll und so begann ein Bürgerbegehren gegen den Bau zu hoher Hochhäuser.

Sehenswürdigkeiten in München am Marienplatz
Heinrich der Löwe gründete München 1158 und seitdem ist der Marienplatz das Zentrum und das Herz der Stadt. Hier kreuzten sich Handelswege und hier wurde sich seit jeher in jeglicher Weise ausgetauscht. Heute ist der Marienplatz ein zentraler, belebter Treffpunkt und natürlich begegnegete ich vielen Touristen.


Ich lichtete den traditionsreichen Fischbrunnen ab, den es hier schon seit dem Mittelalter gibt. Im Krieg hat er große Schäden erlitten, so daß er heute nicht mehr so prächtig aussieht, wie das Vorgängermodell. Viele Jahrhunderte fand hier am Rosenmontag der Metzgersprung statt. Ausgelernte Metzgergesellen sprangen in den Brunnen und wurden untergetaucht, um ihre bestandene Prüfung zu feiern. Beim Auftauchen bewarfen sie die Zuschauer mit Äpfeln, Nüssen und Münzen und bespritzten sie natürlich auch mit Wasser. Heutzutage findet der Metzgersprung alle 3 Jahre statt. Aschermittwochs findet jährlich das Geldbeutelwaschen statt. Oberbürgermeister und Stadtkämmerer waschen seit den 1950er Jahren das leere Stadtsäckel, auf das es sich wieder ordentlich füllt. Eine ähnliche Tradition gab es bereits ab dem 15. Jahrhundert.

Ich betrachtete das schöne, neugotische Neue Rathaus – eine der berühmtesten Sehenswürdigkeiten in München – und erinnerte mich daran, wie oft ich im Fernsehen den FC Bayern München vom Rathausbalkon habe jubeln sehen. Natürlich wird hier auch regiert im zwischen 1867 und 1909 erbauten Rathaus. Es ist Sitz des Oberbürgermeisters.


Ganz in der Nähe photographierte ich den Weinstadl, wo früher der Weinhandel organisiert wurde. Das Gebäude gehört zu den ältesten erhaltenen Gebäuden der Stadt.

Auch das Alte Rathaus Münchens steht ganz in der Nähe! Es wurde in den 1470ern errichtet und war rund 400 Jahre Sitz der Stadtverwaltung. Im Rathausturm befindet sich das Spielzeugmuseum von Ivan Steiger, einem tschechisch-deutschen Karikaturist, Zeichner und Illustrator, Autor und Regisseur.

In den 1560ern erbaut, diente die Alte Münze zuerst als Marstall- und Kunstkammergebäude und anschließend als Hauptmünzamt. Heute ist sie Sitz des Landesamts für Denkmalpflege. Im Innenhof entdeckte ich im Übrigen schöne Arkadenreihen!


Bedeutende Plätze
Beeindruckend aufgeräumt fand ich den Wittelsbacher Platz. Seine Akuratesse, Schnörkellostigkeit und seine schönen Palais‘ wirkten nach einem langen Tag voller Eindrücke sehr beruhigend auf mich. Warum dort zur Zeit meines Besuchs Plakate mit menschlichen Portraits dort standen, kann ich heute nicht mehr sagen.

Der berühmte Odeonsplatz ist gleich nebenan und war ungleich belebter. Rund um den Platz sieht man etliche Palais‘, die Residenz, die Theatinerkirche und natürlich die Feldherrnhalle. Sie wurde in den 1840ern als Denkmal für die Bayerische Armee erbaut.


König Ludwig I. war ein bedeutender König Bayerns, der wegweisende Verkehrsprojekte in seinen Reich förderte. 1862 wurde ihm zu Ehren auf dem Odeonsplatz das Reiterdenkmal Ludwig I. aufgestellt.

Den Königsplatz habe ich oft in Filmen und Serien mit Drehort München gesehen und ihn sehr bewundert. Nun habe ich ihn live gesehen. Er hat nicht zu viel versprochen mit seinen klassizistischen Bauwerken! Am westlichen Rand des Platzes stehen die Propyläen, welche den Einzug zum Platz darstellen. Sie wurden dem griechischen Freiheitskampf von 1821-1829 gewidmet.


Stadttore und weitere Plätze
Zu den Sehenswürdigkeiten in München gehören ebenfalls einige Stadttore und Plätze. Das Sendlinger Tor aus dem 14. Jahrhundert ist gut erhalten und recht imposant. Hier verläuft einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte der Stadt entlang.

Das deutlich jüngere Siegestor aus den 1840ern ist dem Bayerischen Heere gewidmet, welches sich in den Napoleonischen Kriegen bewährte.


Aus dem 14. Jahrhundert stammt auch große sehr gut erhaltene Isartor mit seinen 3 Türmen.

Nicht oft wird der Karlsplatz bei seinem offiziellen Namen genannt. Bekannter ist die Bezeichnung Stachus nach dem Inhaber einer damals hier ansässigen Gastwirtschaft. Der Stachus gilt als einer der verkehrsreichsten Kreuzungen des Kontinents. Da wunderts mich nicht, daß der Bayer bei Action gerne sagt: „Hier geht es zu wie am Stachus.“

Von dort kam ich schnell zum Karolinenplatz. Er ist der erste Platz Münchens, dessen Straßen Strahlenförmig abgehen. Der Obelisk in der Mitte erinnert an die gefallenen bayerischen Soldaten der Napoleonischen Kriege.

Der Maximiliansplatz ist wie ein kleiner Park angelegt und war der größte Platz als er angelegt wurde. Von hier bis zum Sendlinger Tor führt die Sonnenstraße entlang mit ihren vielen Clubs und Diskotheken. Aufgrund der gebogen Form wird sie auch „Feierbanane“ genannt.


Weitere Sehenswürdigkeiten in München
Die Verehrung Bayerns und vieler bedeutender Bayern findet an der Theresienwiese einen imposanten Höhepunkt. Dort stehen die Bavaria-Statue und die Ruhmeshalle. Die 18 Meter hohe Bavaria ist die Patronin Bayerns und ein begehrtes Photo- und Postkartenmotiv. In der Ruhmeshalle konnte ich etliche Büsten von bedeutenden bayerischen Menschen aus den letzten Jahrhunderten sehen. Zufällig fand gerade das weltberühmte Oktoberfest auf der Theresienwiese statt und da ich mir vorgenommen habe einmal im Leben dabei zu sein, kann ich an dieses Ziel nun einen Haken setzen. Neben dem Oktoberfest finden hier aber auch viele weitere Veranstaltungen und Feste statt.


Der Friedensengel ist eine volkstümliche Bezeichnung für das Friedensdenkmal mit der Siegesgöttin Nike. Das Denkmal erinnert auch hier an bayerische Soldaten, die am Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 teilnahmen. In der Nähe fließt die Isar und ich nutze wiederum die Gelegenheit ein Päuschen zu machen und meinen Blick schweifen zu lassen.




Ein wirklich schönes Badehaus im Jugendstil ist das Müllersche Volksbad. 1901 erbaut galt es damals als das schönste und größte Badehaus weltweit. Von der Ludwigsbrücke über die Isar hat es für mich in der Nachmittagssonne ein sehr schönes Motiv abgegeben.


In der Münchener Altstadt photographerte in den Löwenturm und und fragte mich wieso er so alleine inmitten moderner Bauten steht. Er stammt aus den 14. Jahrhundert und seine Anschlußgebäude wurden im 2. Weltkrieg zerstört. Welchem Zweck er diente, ist bis heute nicht eindeutig geklärt.

Mitten im modernen Wohngebiet Haidhausen mit seinen mehrgeschössigen Wohnblocken steht das urige Üblacker Häusl. Ende des 18. Jahrhunderts war es eines von vielen Tagelöhnerhäusern. Mittlerweile wird das Obergeschoß als privater Wohnraum genutzt und im Erdgeschoß befindet sich das Herbergenmuseum, welches das Leben einer Tagelöhnerfamilie zeigt.

Am Stachus steht das prächtige Gebäude der Alten Börse aus den 1890er Jahren. Einige Jahrzehnte diente es als Sitz der Münchener Börse und ist nun ein Büro- und Geschäftsgebäude.

Die Alte Akademie aus dem 16. Jahrhundert war ursprünglich ein Jesuitengymnasium und wurde dann im Laufe der Zeit unterschiedlich öffentlich genutzt. Im 2. Weltkrieg wurde es zu großen Teilen zerstört aber danach nahezu originalgetreu wieder aufgebaut. In den 2010er Jahren zog ein Modegeschäft ins Gebäude. Zum Zeitpunkt meines Besuches gab es Umbauarbeiten und Überlegungen für die weitere Nutzung.

Direkt am Hauptbahnhof wurde in den 1890er Jahren der Justizpalast errichtet. Hier fanden in den 1940er Jahren die Prozesse gegen die Mitglieder der „Weißen Rose“ statt, daher wurde auch ein Gedenkraum zu diesem Ereignis eingerichtet.

Das Münchener Zeughaus wurde in den 1860er Jahren gebaut und diente der Bayerischen Armee als Waffenlager. Mittlerweile nutzt es die Hochschule München für die Fakultät für Design.

Ich fuhr über die südliche Stadtgrenze Münchens in die sehr wohlhabende Gemeinde Grünwald mit ihren zahlreichen Villen. Dort besuchte ich die Burg Grünwald. Es gibt sie seit mindestens dem 12. Jahrhundert und wurde im 15. Jahrhundert noch weiter ausgebaut. 1522 fand hier die Grünwalder Konferenz statt wo zwei gemeinsam regierende verbrüderte Herzöge beschlossen, daß Bayern weiterhin katholisch bleibt, aber die Kirche reformiert werden müsse. Diese Gegenreformation hatte Folgen für die europäische Geschichte, auf die ich hier nicht weiter eingehen werde.


Weitere Artikel über München
- https://tour100.blog/muenchen-kleine-hauptstadt-des-suedens/
- https://tour100.blog/schloesser-in-muenchen/
- https://tour100.blog/spezialitaeten-muenchens/
- https://tour100.blog/kultur-in-muenchen/
- https://tour100.blog/muenchen-erleben/
- https://tour100.blog/institutionen-aus-muenchen/
- https://tour100.blog/wirtschaft-in-muenchen/
