Aachener Spezialitäten zeichnen sich durch eine ausgewogene Mischung als Süßem und Deftigen aus. Ich war total hin und weg von den Aachener Reisfladen, welche ich mir quasi täglich gegönnt habe. Aber auch die deftigen Leckereien kamen nicht zu kurz.
Süße Aachener Spezialitäten
Ganz ganz ganz weit oben steht für mich der Aachener Reisfladen. Der hat mir in seinen verschiedenen Variation immer geschmeckt. Ich habe es zwar noch nicht geschafft ihn nachzubacken, aber das ist nur eine Frage der Zeit… Grundsätzlich bekommt man ihn in so gut wie jeder Bäckerei/Konditorei. Ursprünglich kommt der Reisfladen aus Belgien; erfunden um 1730. Die Aachener kreierten eine eigene Version aus einem Hefemürbeteig und einer besonders cremigen Milchreisfüllung.


Ich habe mir den Reisfladen unter Anderem in der Nobis Bäckerei/Konditorei besorgt. Dort gibt es auch das Aachener Streuselbrötchen. Ich Aachen wurde es erfunden und nur dort kann man es in dieser Form mit viel Streusel kaufen.

Auch den Aachener Poschweck bekam ich bei Nobis – gibt es aber auch bei anderen Bäckern/Konditoren. Der Poschweck ist ein seit dem Mittelalter traditionelles Gebäck zur Osterzeit und eine der Aachener Spezialitäten mit besonderer Geschichte. Ursprünglich backten die Bäckermeister den Poschweck als Geschenk für Stammkunden zum Fastenbrechen. Als es ihnen zu kostspielig wurde, boten sie die Poschweck zum Verkauf an. Aber das rief starken Unmut bei der angewachsenen Stammkundschaft hervor und so bot man sie wieder kostenfrei an. Diese kuriose Posse ereignete sich im Laufe der Jahrhunderte noch 2 mal, bis die Bäckermeister Ende des 19. Jahrhunderts von dieser Pflicht entgültig befreit wurden. Zum Glück habe ich ihn kurz vor Weihnachten dennoch bekommen. Die berühmten Aachener Printen kaufte ich bei dieser Gelegenheit ebenfalls.


Die Aachener Printe feiert in 2020 – also nächstes Jahr aus Sicht des Jahres meines ersten Besuchs – 200-jähriges Jubiläum. In Aachen bekommt man sie übrigens überall und vor dem van den Daele Café steht sogar eine Skulptur des Printenmädchens, welches an diese Backtradition erinnert. Hubert Löneke schuf 1985 dieser Skulptur im Auftrag des Cafés.


Verschiedenste Printen bekommt man unter Anderem im Printenhaus Roderburg, in der Printenbäckerei Klein, Bäckerei Kaussen am Ponttor und in der Bäckerei Drouven. Bei meinem ersten Besuch in Aachen habe ich es nicht geschafft mir Mitbringsel von diesen Bäckereien zu besorgen. Aber immerhin gibt es von fast allen Photos und beim nächsten Besuch wird geshoppt.
Meine Freundin und ich sind schließlich noch zum Lambertz Werksverkauf gefahren. Der Weltmarktführer für Weihnachtsgebäck existiert schon seit 1688 und stellt neben den Printen viele andere leckere Süßigkeiten her – und am Probierstand haben wir uns auch öfter bedient… Lambertz war im 19. Jahrhundert unter Anderem Hoflieferant für das niederländische, belgische und preußische Königshaus.

In der direkten Nachbarschaft befindet sich ein Werk von Lindt & Sprüngli. Logischerweise kein Aachener Original, aber es produziert hier den Großteil des Sortiments für den internationalen Markt. Natürlich haben wir uns nicht lumpen lassen und uns im riesigen Werksverkauf umgeschaut.


Eine süße Angelegenheit möchte ich gerne noch beschreiben. Zentis! Die Zentis GmbH & Co.KG kommt aus Aachen und befindet sich im Familienbesitz. Bekannt ist sie insbesondere für Fruchtaufstriche und die bekanntesten Produkte sind Nusspli und Aachener Pflümli. Franz Zentis gründete das Unternehmen 1893 und es dauerte nicht lange bis er mit FAMOS einen durchschlagenden Erfolg feierte. FAMOS bedeutet Feinste Aprikosen Marmelade Ohne Sirup.
Deftige Aachener Spezialitäten
Zum Glück bietet Aachen ebenfalls deftige Speisen an, denn nur von Süßkram kann man nicht lang überleben und so habe ich mir im Aachener Brauhaus an einem Abend zum einen Karlswurst mit Mörrejemöß gegönnt und zu einem anderen Abend Öcher Puttes mit Kartoffelpüree. Öcher Puttes ist eine geschützte Marke und darf nur so genannt werden, wenn sie von Aachener Fleischern hergestellt wird.
In der Nähe des Brauhauses befindet sich die Fleischerei Gerrards GmbH – ich habe leider versäumt ein Foto zu machen – wo ich mir die traditionelle Aachener Weihnachtsleberwurst gekauft habe. Vor lauter Freude habe ich nicht daran gedacht auch nach der Karlswurst zu fragen… Die Aachener Weihnachtsleberwurst ist eine geschützte Marke und darf nur von aachener Fleischern so genannt werden (weiter unten im Mitbringsel-Foto ist sie zu sehen). Die Karlswurst ist ebenfalls ein geschütztes Produkt und wird seit 1200 Jahren mit immer den selben Zutaten hergestellt. Die Aachener Fleischer sind in der Aixtra Fleischer e.V. organisiert. Die Fleischerei Gerrards ist selbstverständlich ebenfalls Mitglied.
Im Karl’s Wirtshaus am Marktplatz gönnte ich mir Abends noch den Aachener Sauerbraten und zum Dessert eine Printen-Mascarponecreme. Das Besondere am Aachener Sauerbraten ist die leckere Printensoße.
Rheinischen Sauerbraten bekommt man übrigens auch im Sauerbratenpalast, im Zum Wehrhaften Schmied und im Postwagen am Marktplatz, welches von frisch getrauten Paaren oft besucht wird, nachdem sie sich im Standesamt des Rathauses getraut haben.

Eines der ältesten Gasthäuser Aachens seit dem 15. Jahrhundert ist das Rose am Dom. Hier bekommt man ebenfalls den Aachener Sauerbraten und viele andere feine Gerichte.

Photo Postwagen am Marktplatz folgt…
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In Aachen steht übrigens die älteste Kaffeerösterei Deutschlands – das Plum’s Kaffee. Hier wird bereits seit 1820 Kaffee in Handarbeit geröstet. Da ich zu Hause zu diesem Zeitpunkt schon mindestens 3 Tüten Espressobohnen hatte, habe ich mir keine weitere gekauft. Ich hoffe aber, daß ich mir ein Tütchen online bestellen kann.

Und nun präsentiere ich ein massives Aufgebot an Mitbringseln…

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